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Jan Lochbihler verpasst den Final nur knapp

In der fünften Passe hat <br>Jan Lochbihler den möglichen <br>Finaleinzug vergeben.
In der fünften Passe hat
Jan Lochbihler den möglichen
Finaleinzug vergeben.

12.08.2016 - Die Finalträume von Jan Lochbihler sind geplatzt. Der Solothurner wird mit 623.0 Punkten 14. in der Qualifikation Gewehr 50m liegend. Trotz dem verpassten Einzug unter die besten Acht darf er mit seiner Leistung zufrieden sein.

 

Rangliste Gewehr 50m liegend Qualifikation
Rangliste Gewehr 50m liegend Final

 

«Unser Ziel in Rio sind Finalteilnehmen und Medaillen. Deshalb kann ich nicht zufrieden sein.» Nationaltrainer Daniel Burger geht mit seinem Schützling Jan Lochbihler hart ins Gericht. Dieser hat soeben in der Qualifikation Gewehr 50m liegend den 14. Rang belegt, 1.8 Punkte hinter dem finalberechtigten achten Rang. «Jan hat heute eine gute Leistung abgerufen», relativiert Burger seine Aussage gleich selber. «Heute hätte es aber eine sehr gute Leistung gebraucht.» Auch Jan Lochbihler war nach getaner Arbeit nicht mit sich zufrieden. «Ich habe gemischte Gefühle», beschreibt er seine Emotionen nach dem Wettkampf. «Meine Leistung war in Ordnung, aber es wäre mehr möglich gewesen.» Mit 623.0 Punkten hat der Solothurner ein gutes Ergebnis erzielt. Lediglich drei Neuner hat er während der 60 Schuss kassiert. Das zeigt auch, woran es gelegen hat: «Mir fehlen die hohen Zehner-Wertungen.» Beispiel gefällig: In der zweiten Passe trifft Lochbihler zehn Mal die Zehn - und kommt doch «nur» auf 103.0 Punkte.

 

Die entscheidende fünfte Passe

Wie gross sein Potenzial ist, stellt Lochbihler in der dritten Serie unter Beweis. Mit 105.5 Punkten stösst er bis auf Zwischenrang 4 vor. Auch nach 40 Schuss liegt ein Finalplatz absolut in Reichweite. Die 102.8 Punkte in der fünften Passe werfen Lochbihler jedoch entscheidend zurück. «Er war während sechs, sieben Schüssen zu passiv», analysiert Daniel Burger. «Genau dann hat er den Finalplatz verloren.» Auch für Jan Lochbihler war dies die entscheidende Phase im Wettkampf. Am Anfang sei er extrem nervös gewesen. «Das Resultat hat aber trotzdem gestimmt», so der 24-Jährige. «In der dritten und vierten Passe habe ich die Harmonie gefunden, da hat alles gepasst.» Dann habe er zu aggressiv in den Wind geschossen, zu viel Risiko auf sich genommen.

Auch wenn die Enttäuschung unmittelbar nach der Qualifikation gross ist, kann Jan Lochbihler seinem Auftritt auch viel Positives abgewinnen. «Alles in allem war es ein guter Wettkampf. Ich hatte den Wind unter Kontrolle und die mentale Steuerung im Griff», zieht er ein erstes Fazit. «Das wird mir am Sonntag helfen.» Lochbihler wird dann um 9 Uhr (14 Uhr Schweizer Zeit) zur Qualifikation Gewehr 50m Dreistellung antreten. Um dort den Sprung unter die besten Acht zu schaffen, brauche es noch mehr Arbeit, sagt Daniel Burger, blickt seinen Athleten an und sagt: «Ab ins Training.» Jan Lochbihler nickt nur und packt sein Gewehr.

 

Henri Junghaenel gewinnt Gold

Auch wenn es für Jan Lochbihler nur ein schwacher Trost ist, so kann er sich doch in guter Gesellschaft wähnen. Andere, weitaus höher einzustufende Athleten haben den Finaleinzug ebenfalls verpasst. Prominentestes Opfer ist der Weltranglistenerste Torben Grimmel aus Dänemark, der sich nur auf dem 23. Rang klassiert. Ausgeschieden sind auch beide Chinesen und beide Amerikaner. Dominiert wurde die Qualifikation von den beiden Russen Sergey Kamenskiy und Kirill Grigoryan. Kamenskiy erzielt mit 629.0 Punkten einen neuen Olympischen Rekord. Im Final hatte aber Henri Junghaenel die Nase vorn. Der Deutsche hatte sich als Achter für den Final qualifiziert, zeigte dort aber sein ganzes Können und setzte sich letztlich deutlich mit 209.5 (neuer Olympischer Finalrekord aufgrund von Regeländerungen) gegen den Südkoreaner Kim Jonghyun (208.2) durch. Bronze ging an Grigoryan.

 


 

Skeet Frauen: Doppelsieg für Italien

Auch auf der Aussenanlage von Deodoro fiel am 12. August eine Entscheidung. Im Skeet der Frauen hatte unser südliches Nachbarland allen Grund zum Jubeln. Diana Bacosi und Chiara Cainero feierten einen Doppelsieg. Auf dem dritten Rang klassierte sich Kimberly Rhode aus den USA.
Resultate

(van)

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