Home  ->   Aktuell  ->   News  ->   2017

15. Kristallschiessen 2017

Kampf gegen Gegner, Witterung und Pappkameraden

Am diesjährigen Kristallschiessen nahmen<br>Schützen von Polizeikorps, Militäreinheiten,<br> Sicherheitsdiensten und der Grenzwache<br>aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und<br>Luxemburg teil.
Am diesjährigen Kristallschiessen nahmen
Schützen von Polizeikorps, Militäreinheiten,
Sicherheitsdiensten und der Grenzwache
aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und
Luxemburg teil.

10.10.2017 - Am 2. September 2017 fand in Stans das 15. Kristallschiessen statt. Beim Jubiläumsanlass stimmte alles – bis auf das Wetter. Starke Regenfälle, Kälte und teils sturmartiger Wind machten den hochkarätigen Wettkampf zur strengen Herausforderung.

Wie jedes Jahr im Herbst strömten Anfang September 2017 wieder die besten Schützinnen und Schützen von Polizeikorps, Militäreinheiten, Sicherheitsdiensten und der Grenzwache aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Luxemburg nach Stans. Dort, auf dem Waffenplatz «Gnappiried», stand am 2. September die 15. Auflage des jährlichen Kristallschiessens auf dem Programm – und viele, die in den letzten Jahren schon dabei waren, kamen auch 2017 wieder.

Gesamthaft hatten sich  120 Teilnehmer(inn)en gemeldet. Zum Wettkampf selbst traten dann deren 106 an, 99 Männer und sieben Damen. 14 angemeldete Schütz(inn)en mussten sich in den letzten 48 Stunden vor dem Wettkampf abmelden – fast alle krankheitshalber. Die Sommergrippe macht leider auch vor Wettkämpfern nicht Halt.

Dennoch war das Feld, bestehend aus 35 Teams aus vier Nationen, wieder hochkarätig. Bei den Herren waren bis auf Marc Nessensohn und Matthias Sack alle Top-Ten-Schützen des Vorjahres am Start, bei den Damen traten fünf der besten sieben Schützinnen von 2016 erneut an. Leider musste Vorjahressiegerin Nina Pizzati (Kapo Aargau) aufgrund gesundheitlicher Probleme Forfait geben.

Die grössten Teams stellten die Stadtpolizei Zürich (18), die Kapo-Korps Aargau (8), Zürich (6), Bern, Luzern und Schwyz (je 5) sowie die «Securitas» (5) und die Bundespolizei Österreich (4). Die Ehre Deutschlands vertraten das Team «Kollath e.K.» und vier Beamten der Polizei Kiel. Nico Crelo hielt die Fahne der luxemburgischen «Police Grand Ducale» hoch.

Das Organisationsteam, 2017 ohne die nach vier Jahren aus dem Vorstand ausgeschiedenen Angela und Michi Sidler, dafür neu von Helen und Lars Neckermann-Leutert unterstützt, machte einmal mehr einen ganz hervorragenden Job. Der Anlass war von A bis Z bestens organisiert, der Gabentisch dank erfolgreicher Sponsorenwerbung einmal mehr prall gefüllt, das Programm straff, aber stressfrei. Wären doch nur alle Schiessanlässe derart professionell geführt, geplant und durchgängig gesteuert.

Nichts war gleich wie im Vorjahr

Abgesehen von den beschriebenen «Repetitionen» bei Teilnehmern und Leistungsdichte, Abläufen und Organisation war 2017 aber nichts wie im Vorjahr. Während 2016 die Sonne vom Himmel brannte, prasselte dieses Jahr nahezu unaufhörlich Regen vom Himmel. Statt Schweisstüchern brauchte es Handschuhe oder wenigstens warme Jackentaschen, um die Hände vor der klammen Kälte zu schützen, Sehnen, Muskeln und Bänder geschmeidig zu halten.

Ebenfalls ganz anders als 2016 waren die Stages, bei deren Ausgestaltung die für das Schiesswesen zuständigen Vorstandsmitglieder Angela Randegger und Adi Brändli einmal mehr ihre Kreativität unter Beweis stellten. Sieben Prüfungen, ebenso abwechslungsreich wie praxisnah, galt es im Tagesverlauf zu bewältigen. Jede einzelne hatte es in sich und in Summe war der Parcours des 15. Kristallschiessens so selektiv gestaltet, dass nur jene eine Chance auf einen der vorderen Ränge hatten, die alle Facetten des dienstlichen Schiessens umfassend beherrschen.

Stage 1, «Schildträger», stellte das sichere einhändige Schiessen ins Zentrum. Jeweils acht Ziele (5 Jockeyscheiben, 3 IPSC Popper) mussten zuerst mit der starken, dann mit der schwachen Hand beschossen werden, während die freie Hand einen Polizeischild hielt. Eine Aufgabe, der nicht alle gleichermassen gut gewachsen waren. Während Stefan Bachmann (Stapo Zürich), Gesamt-Dritter von 2016, die Aufgabe in schnellen 22,85 Sekunden bewältigte, dauerte es bei anderen bis zu zwei Minuten oder noch länger, ehe alle Scheiben gefallen waren. Auch so mancher Favorit auf den Kristall handelte sich hier einen heftigen Rückstand ein. Beispielsweise Nathan Erdin von der Kapo Aargau. Der Gesamt-Zweite von 2016 büsste rund 40 Punkte auf Bachmann ein, Titelverteidiger Kurt Häusermann (VBS) immerhin deren 13. Besser als viele Männer schoss Isabella Zurfluh. Sie verlor als 41. knapp 38 Punkte auf Bachmann.

Auf Stage 2, «Häusliche Gewalt», mussten 11 Ziele (10 IPSC Papierscheiben, 1 Popper), davon ein verschwindendes, bekämpft werden – und zwar in vier für die Schützen vor dem Start nicht einsehbaren «Räumen». Im Idealfall war die Übung mit 21 Schuss zu schaffen. Daniel Holub (Bundespolizei Österreich), bei Stage 1 auf Rang 2 gelandet, sicherte sich die vollen 105 Punkte, vor Bachmann, Erdin, Michael Hürzeler (Kapo Zürich) und Häusermann. Letzterer schoss hier zwar fast so schnell wie Holub, aber leider nicht ganz sicher. Bei den Damen holte Isabella Zurfluh auch an dieser Stage die meisten Punkte.

«Run, Hide, Fight» lautete das Motto von Stage 3. Die Aufgabe:  4 IPSC Papierziele, davon 1 verschwindendes, 2 IPSC Popper und 2 Plates bekämpfen, wobei drei davon nur durch eine dicht über dem Erdboden befindliche Öffnung eines Sichtschutzes beschossen werden dürfen. Das bedeutete für die Teilnehmer: Ab in den Dreck! Isabella Zurfluh zollte hier Tribut, verlor wertvolle Punkte auf Silvia Küenzi (Stapo Zürich) und Sonja Diethelm (Kapo Basel). Bei den Männern siegte Erdin hauchdünn vor Bachmann und dessen Korps-Kollegen Patrik Dettling, der seinerseits Häusermann auf Rang 4 verwies.


Rückkehr eines Favoriten zur Halbzeit

Bei der vierten Wertungsprüfung präsentierte sich den Schütz(inn)en ein auf den ersten Blick wirres Bild. 14 IPSC Papierziele standen in mehreren Reihen neben- und hintereinander, darunter fünf «Non Shoot-Scheiben». Eine Situation, die bei einem «Amok» nicht aussergewöhnlich ist. Auf dieser Stage wetzte Erdin die auf Stage 1 erlittene Schlappe wieder aus. Sehr schnell und bestechend zielsicher holte er die volle Punktzahl, machte fast 26 Punkte auf Bachmann, rund 27 Punkte auf Häusermann und gar 35 auf Holub gut. So waren Erdins Chancen auf den Kristall wieder intakt.

Die beste Zeit bei «Amok» legte Kristallschiessen-Urgestein Erwin Rommel (Polizei Flims) vor, was ihm Stage-Rang 12 bescherte. Und das sollte für ihn noch nicht das Ende der Fahnenstange sein – doch das ahnte natürlich noch niemand.

Stage 5 war mit 130 möglichen Punkten die «wertvollste» Übung des Tages. Bei «Terrainchallenge» mussten zunächst auf dem Boden liegende Autopneus – vom Regen glitschig wie Schmierseife – überwunden werden. Dann galt es, 14 Ziele (12 IPSC Papierziele, 2 Popper) mit mindestens 26 Schuss zu bekämpfen. Vier Non-Shoot-Scheiben forderten dabei Auge und Kopf, der rutschige Untergrund sowie die Kälte die Psyche und die Physis. Stefan Bachmann zeigte sich völlig unbeeindruckt und sicherte sich mit Top-Treffern in einer Top-Zeit das Punktemaximum. Auch Kurt Häusermann lag diese Stage. Er reihte sich vor Erdin ein. Allerdings nur auf Rang 3, denn Claudio Kessler (Mil Sich) eroberte Platz 2. Daniel Holub, der fast so schnell schoss wie Bachmann, hielt mit Rang 6 den Anschluss. Bei den Damen entbrannte ein Kampf zwischen Isabella Zurfluh, Silvia Küenzi und Sonja Diethelm.


Mega-Erfolg für einen Aussenseiter

Bei der zweitletzten Stage, «Car Shooting», gelang Erwin Rommel, mit was er wohl selbst nicht rechnete: Der bärtige Flimser traf die acht zwischen 19 (!) Non-Shoot-Scheiben versteckten IPSC-Papierziele zwar 0,7 Sekunden langsamer als Häusermann, dafür aber einen Hauch präziser. So sicherte sich Rommel vor Häusermann Platz 7 – und damit seine persönlich beste Stage-Platzierung seit Jahren. Den Stage-Sieg holte Tobias Schmidhalter (Kapo Aargau) vor Nando Di Cosmo (Stapo Zürich), Erdin und Bachmann. Bei den Damen verabschiedete sich Silvia Küenzi an dieser Stage mit mehr als 30 Punkten Rückstand auf ihre Konkurrentinnen aus dem Titelkampf.

Die letzte Stage, «Weste & Helm», brachte dann Klarheit. Stefan Bachmann holte seinen dritten Stage-Sieg vor Daniel Holub und Kurt Häusermann. Nathan Erdin wurde Sechster. In der Endabrechnung bedeutete dies: Stefan Bachmann sicherte sich, zum zweiten Mal nach 2013, den grossen Kristall. Nathan Erdin wurde, wie im Vorjahr, Zweiter. Und Titelverteidiger Kurt Häusermann komplettierte als Dritter das Podest.

Vierter und damit bester Nicht-Schweizer wurde Daniel Holub. Für ihn definitiv kein «undankbarer» Platz. Weil die Top-Drei alle schon einmal eine Waffe vom Gabentisch mitgenommen hatten, also gesperrt sind, hatte Holub die freie Auswahl – und sicherte sich mit der neuen B&T GHM9 einen der wertvollsten Preise des 15. Kristallschiessens. Bester «Zivilist» wurde Patrick Drees von der Securitas auf Rang 5, bester Deutscher war Michael Aaron von Kollath e.K. (Platz 11).

Bei den Damen holte Isabella Zurfluh Rang 38 der Gesamtwertung und damit – vor Sonja Diethelm und Silvia Küenzi – den kleinen Kristall. Wie für Stefan Bachmann war es auch für sie der zweite Sieg nach 2013. Zudem wurde Isabella Zurfluh beste Luzernerin. So ging sie mit zwei Pokalen und einem Gutschein für eine brandneue GLOCK-Pistole nach Hause. Ihr glückliches Strahlen sprach Bände.


Spannende Nebenkriegsschauplätze

Anlässlich des 15-Jahre-Jubiläums des Kristallschiessens gab es gleich drei Besonderheiten. Erstens wurde eine Tombola veranstaltet, bei der neben einem hochwertigen Mountainbike auch ein riesiger TV sowie eine Pumpgun verlost wurde. Zweitens hatten die Teilnehmer die Möglichkeiten, an einer speziellen Stage diverse Waffenmodelle von B&T, SAN Swiss Arms, Schild Waffen und Action Sport Landolt zu testen sowie sich am Stand von Waffen Zimmermann, Luzern, im Schiessen mit Revolvern zu üben. Drittens gab es eine kleine Ehrung für treue Weggefährten des Events, namentlich für Angela und Michi Sidler und für den immer hilfsbereiten Erwin Rommel, der eine sehr bunte «Waffe» überreicht bekam.

Genau diese Abwechslung, die immer frischen Ideen und die familiäre Atmosphäre auf und neben den Schiessständen machten auch das 15. Kristallschiessen wieder zu dem, was es seit 15 Jahren ist: Ein dank 50 freiwilligen Helferinnen und Helfern, treuen Sponsoren und einem engagierten OK hervorragend organisierter, spannender und wertvoller Wettkampf, der dem Sport ebenso dient wie dem Austausch und der Kameradschaft.

Entsprechend freuten sich am Abend schon alle auf den Herbst 2018, wenn es zum 16. Mal heissen wird: «Feuer frei für die Jagd nach dem Kristall!» (Jörg Rothweiler)


Resultate, Fotos und weitere Infos unter www.kristallschiessen.ch

 

24.11.1727 Schützen vertreten die Schweizer Farben in Luxemburg
21.11.17Final Luzern Indoor: Timo Studer Nachfolger von Jan Lochbihler
20.11.17Schützenabend der Zürcher Stadtschützen
17.11.17Sichere Zufahrt für die Schützen rund um Visp
17.11.17Nidwalden an der Tabellenspitze
15.11.17Morgartenschiessen: Der Mythos lebt
15.11.17Ennetmoos räumt auf dem Rütli ab
15.11.17Kantonspolizei Bern mit souveränem Doppelsieg
15.11.17Die Militärluftfahrt – ein helvetisches Erbe
13.11.17Döttingen kitzelte Seriensieger Aarau
13.11.1724-Stunden-Schiessen «zum Dritten»
13.11.171550 Schützen am Morgarten Pistolen-Schiessen
13.11.17Winterschiessen Melchtal: Fredi Keiser brilliert mit dem Karabiner
10.11.17Kniendschiessen Ennetmoos: Die Premiere ist gelungen
06.11.17Höri und Uster heissen die Ostschweizer Mannschaftsmeister
06.11.17Schwyz organisiert das 155. Historische Rütlischiessen
06.11.17Luzern erhält das definitive Label
06.11.17Nieder- und Oberbuchsitener Schützen brillieren
03.11.17«Es kann weitergehen»
03.11.17Nidwalden an der Tabellenspitze
02.11.17Petra Lustenberger bloggt auf zentralplus.ch aus ihrem Leben
02.11.17Enrico Friedemann ist neuer Nachwuchsleiter
31.10.17Petra Lustenberger gewinnt zweimal, Jan Lochbihler verliert
31.10.17Finalwettkämpfe 5er-Cup 2017
30.10.17Treffsichere Aargauer Finalisten
30.10.179. Herbstschiessen KK Briglina
30.10.17Heidi Diethelm Gerber schrammt knapp am Podest vorbei
30.10.17Vernehmlassung zum Waffengesetz: Information des SSV
30.10.17Schaffhausen: Aufbruch bei den Stadtschützen
30.10.17Höri verteidigt seinen Titel
28.10.17Gute Resultate am JU+VE-Final
25.10.17Volles Aufgebot für die Heim-WM
25.10.17Farbenprächtige Fahnenweihe
24.10.17Die Luzerner Meisterschützen sind ermittelt
23.10.17Veteranentreffen BSV Visp 2017
23.10.17Bis zum letzten Schuss umkämpfte Finals
23.10.17Die Zuger Kleinkaliberschützen kürten ihre Kantonalmeister
23.10.17Hauchdünner Sieg geht in den Klettgau
23.10.17Absenden 365. Toggenburger Landschiessen
18.10.17Kleinkaliber-Titel für Sciuto und Stalder
18.10.17Der Gang durch das Archiv beeindruckte
17.10.17Thurgauer küren ihren Meisterschützen 2017
17.10.17Gelungene Feier beim Cup-Jubiläum der SG Sachseln
17.10.17Fahnenweihe der Feldschützen Altendorf
16.10.17Herbstschiessen in Pfäffikon
16.10.17Marc Déruaz ist Jungschützenmeister in der Romandie
16.10.17Alterswil siegt am Freundschaftsschiessen
16.10.17Spitzenresultate am Nidwaldner Nachtschiessen
15.10.17Brutal harter Modus im Kampf um das Preisgeld
15.10.17Schiesssport auf SRF 2


521 Einträge auf 11 Seiten // [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11]

SSV-Partner

 

 

Member
Swiss Olympic ISSF
SCHWEIZER SCHIESSSPORTVERBAND SSV
Lidostrasse 6
6006 Luzern
Tel.: 041 / 370 82 06
Fax : 041 / 370 57 17
info@swissshooting.ch