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73. Final Schweizerisches Polizeifernschiessen 2017 im Brünig Indoor

Kantonspolizei Bern mit souveränem Doppelsieg

Erfolgreiches Berner Schützenquartett mit<br> den Goldmedaillengewinnern
Daniel Rhyn (Gw)<br>und Mathis Gerber (Pist).
Erfolgreiches Berner Schützenquartett mit
den Goldmedaillengewinnern Daniel Rhyn (Gw)
und Mathis Gerber (Pist).

15.11.2017 - Mit 6 Teilnehmern (2 Angehörige der Kapo, 4 Angehörige VAG) stellte der Kanton Aargau klar das grösste Detachement am 73. Final der Schweizerischen Polizeifernschiessens, welcher nun zum zweiten Mal in der Indoor Anlage im Brünig Indoor durchgeführt wurde.

Klar vermisst im Aargauer Team wurde Spitzenkanonier Andreas «Huan» Hunziker, inzwischen 5-facher Medaillengewinner. Er meldete sich mit einem guten, familiären Grund ab. Unter dem Kommando von Sepp Kost (Kantonspolizei Obwalden) – selbst ein nationaler Spitzenschütze von Format (er schoss in der Qualifikation das Maximum von 380 Punkten) - stellten sich 19 Polizisten und 1 Polizistin zum letzten Ausstich dieses schweizweit ausgetragenen Fernmatches. Sepp Kost verzichtete als Organisator auf die Finalteilnahme.

Absolviert wurden das Bundesprogramm und das Feldschiessen, auf den klassischen Sport-Distanzen 300 und 25 Meter. Die 50-Meter-Distanz, einst jahrelang die Domäne der Aargauer Polizei-Pistolenschützen, wurde leider abgeschafft – heute noch ein Wermutstropfen aus Sicht der Rüebliländer. Im Brünig Indoor ist das Wetter wurst, keine Sonne, kein Nebel, kein Regen, kein Wind und relativ immer gleich mild, so ist die Ausgangslage in dieser weitläufigen, modernen Schiessanlage unter Tag – ausgerüstet mit bester Infrastruktur. Und trotzdem: nicht alle lieben Brünig Indoor. Das Kunstlicht ist nicht Tageslicht, und Schützen glauben immer wieder, dass nicht alle Scheiben gleich gut beleuchtet sind. Schon der Gedanke, es könnte anders sein, verwirrt. Während im 25-Meter-Stand die Ordonnanzschnellfeuerscheiben wie aufpoliert und grell wirkten und das eine oder andere Schützenauge fast blendeten, schiessen die Gewehrschützen auf Ziele, welche in drei Reihen zu fünf Bildern übereinanderstehen. Auch daran muss man sich erstmal gewöhnen.

 

300 Meter Stockwerkschiessen im Tunnel

Der Vertreter der Repol Aargau Süd, Markus Steiner, erhielt die Scheibe 8 zugelost und konnte somit einfach in die Mitte des Scheibenwaldes «pfunden» - und das tat er recht gut. Er kam mit den Umständen zurecht. Schlussendlich totalisierte er 148 Punkte, welche für Bronze reichten. Punktgleich dahinter klassierte sich Jürg Fankhauser, der beste Gewehrschütze der Kantonspolizei Aargau aller Zeiten. Erst zwei Tage vorher schoss er sich mit seiner SG Aarau zu Sektions-Silber an der Schweizer Sektions-Meisterschaft in Thun. 156 Punkte, das war seine Vorgabe aus der Qualifikation, und damit trat «Fänky» klar als Favorit an. «Ab 150 bist du an diesem Final für eine Medaille gut», hat Jörg Fankhauser schon früher erklärt, und so wusste er nach dem letzten Schuss, dass 148 zu wenig sein könnten. Der Aargauer trug es mit Fassung. «Mit dem Platz bin ich zufriedenn nicht aber mit den Punkten», erklärte er und nahm tapfer «Leder» in Empfang. Als Neuling im Aargauer 300m-Club schoss der Brugger Fabian Umiker mit. Er punktete in seinem ersten Finalkampf ansprechend und holte sich einen Platz im Mittelfeld. Als Schweizermeister wurde schliesslich der Berner Daniel Rhyn mit 151 Punkten ausgerufen, derweil der Zuger Präzisionskanonier Michael Peter mit zwei (wegen angeblicher Zeitüberschreitung geschriebenen Nullern!) noch den Ehrenplatz holte. Der zielsichere Zuger Jäger schoss effektiv 84 von 85 möglichen Punkten im Bundesprogramm und doppelte mit einem 72er (Maximum) im Feldschiessen nach. 

 

Paul Stutz, der ewige Finalist – eine Legende tritt ab

Seit 2004 qualifizierte sich der ehemalige Präsident des SV Kantonspolizei Zürich ununterbrochen für den Ausstich im Polizeifernschiessen, und so prägte Paul Stutz wohl wie kein anderer den Schweizerischen Polizeifinal. 13 Mal hintereinander (im Jahre 2006 fand kein Final statt) gehörte er zu den besten zehn Polizeischützen auf der Distanz 25m. Diese Konstanz ist bezeichnend für den ehrgeizigen Sportschützen, SSV- und ZHSV-Funktionär, welcher bei allen Wettbewerben, seien es kantonale oder eidgenössische Schützenfeste, Armeewettkämpfe oder Polizeischiessen immer mit seiner Grosskaliberpistole antrat. Er war nicht immer vorn, aber immer vorne dabei. Seine besten Finals bestritt Paul Stutz in den Kantonen Bern und Tessin 2011 und 2012, wo er hintereinander auf dem höchsten Treppchen stand und zum «Schweizer Polizeimeister» ausgerufen wurde. Stutz schaut nun auf 13 Finalteilnahmen zurück. In Erinnerung werden ihm auch die beiden im Jahre 2014 und 2015 durch ihn, bzw. seinem Bruder Peter organisierten Finals in Rüschlikon am Zürichsee bleiben. 

Mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Polizeidienst bei der Kantonspolizei Zürich im Jahre 2018 entfällt die sogenannte «Finalberechtigung» für den jetzt 62-Jährigen, so will es das Reglement. Mitmachen am schweizweiten Fernwettkampf wird er alleweil – natürlich mit dem Ziel wie schon oft das Maximum von 380 Punkten abzuliefern. Paul Stutz darf auf eine ansehnliche Karriere als nationaler Polizeischütze zurücksehen. Er hat sich auch bei historischen Schiessen einen Namen gemacht hat und gilt als eifriger «Bundesgabensammler». In diesem Bereich wird nach wie vor mit ihm zu rechnen sein – denn er hat noch einige Bundesgaben im Visier.   

Schoss seinen letzten Polizeifinal: Paul
Stutz Kantonspolizei Zürich: 13-mal war
er dabei - und 2-mal holte er Gold. 


Nervenspiel auf 25 Meter

12 Probeschüsse stehen den Pistoleros zur Verfügung und alle Finalteilnehmer «verbrauchen» sie überraschenderweise. Massenweise Zehner werden geschossen – schlussendlich vergebens. Danach geht’s endlich los. 1 Schuss laden, dann 1 Minute warten. Der Wettkampf beginnt. Keiner will einen Fehler machen meint, er müsse nun einen «100er» schiessen – und mancher hochkarätige Präzisionskanonier kassiert dann eine 9. Die 5 Einzelschüsse im Bundesprogramm sind der nervige und eher langweilige «Pflichtteil» in diesem Programm. Danach geht es in die 5er-Serien (50, 40, 30 Sekunden) – nun purzeln praktisch bei allen die Zehner.

Der Aarauer Stadtpolizist Daniel Dennler startet gut – in den ersten 10 Schuss gibt er keinen Punkt ab. Danach verliert er etwas an Terrain.  Neuner schleichen sich ein. Er geht mit 196 Punkten in die Pause. Tom Sandmeier erzielt im ersten Schuss auch eine Neun. Dann erholt er sich halbwegs, kommt schliesslich auf 195 und bleibt damit klar unter seinen Möglichkeiten. Stephan Kummer (zum ersten Mal dabei) zahlt Lehrgeld, verliert 8 Punkte im ersten Durchgang. Vorneweg – geradlinig und präzis wie ein Roboter – steht Titelverteidiger Andreas Peier mit 200 Punkten. In seinem Schatten platzieren sich der Fribourger Marc Alvarez (199) und der (noch) unbekannte Berner Mathis Gerber (198). Tamara Pellet (aus dem Berner Bären-Team) verliert als einzige Frau im Finalfeld 9 Punkte im Bundesprogramm – eine Schützin wird 2017 nicht auf dem Podest stehen – das war bei Halbzeit klar.

 

Feldschiessen – die Entscheidung naht

Im zweiten Teil geht es zügiger. Nach drei Einzelschüssen in je 20 Sekunden folgen die Serien. Jetzt kommt die grosse Stunde von Mathis Gerber. Er deponiert 18 Zehner und marschiert unwiderstehlich nach vorn – saubere 378 Punkte. Titelverteidiger Andreas Peier, Präsident des SV der Kantonspolizei Zürich, war bis zum 28. Schuss noch voll auf Goldkurs, hadert kurz vor dem Ziel mit dem Schicksal und verliert in den beiden letzten Passen 3 Punkte. Als Trost bleibt Silber mit 377 Punkten. Marc Alvarez aus Freiburg totalisiert 376 Zähler, das reicht souverän zu Bronze. Der für die Zuger Polizei startende Schiess-Instruktor Pascal Hubli, mehrfacher Kristall-Sieger und national erfolgreicher IPSC Schütze, erhält Leder mit 373 Punkten, derweil Tom Sandmeier mit einem guten Feldschiessen (177) noch auf Platz 5. vorstösst. Daniel Dennler, der nur noch mit einem Exploit in die Medaillenränge gekommen wäre, fällt mit einem für ihn mässigen Feldschiessen auf den 6. Rang zurück. Paul Stutz übrigens beendet seinen letzten Final auf Platz 7.

 

Aargauer Ausbeute unter den Erwartungen

Mit einer Medaille ist die Aargauer Mission Final 2017 knapp erfüllt. Ganz zufrieden ist man damit im Aargauer Lager nicht. Am 31.Oktober 2017 war klar «Berner-Tag», das muss neidlos akzeptiert werden. Die «Bären» holten sich 2 der 6 Medaillen. Ebenfalls zu Edelmetall kamen Zug (Silber), Zürich (Silber), Freiburg (Bronze) und Aargau (Bronze). Total beteiligten sich acht Kantone am nationalen Ausstich. Neben Aargau und Bern, welche die Hälfte aller Finalisten stellten nahmen Zürich (2), Zug (2), Graubünden (2), Freiburg (2), Waadt (1) und Obwalden (1) teil.

Zieht man aber «Gesamtbilanz» über den ganzen Wettbewerb des Polizeifernschiessens 2017, welches von April bis August dauerte, liegt der Aargau klar vorne. Als echten Champion nennen wir dabei Markus Steiner, Repol Aargau Süd. Denn er holte sich nicht nur beide Final-Qualifikationen (Gw und Pist) sondern auch den ersten Platz in der Kombination. Mit den beiden Traumwertungen Pistole 377 und Gewehr 153 ist er der «echte Winner» des gesamtem Polizeifernschiessens 2017 überhaupt. 

 

Die Zukunft ist gesichert: die Zuger Polizei übernimmt

Erfreulich – und das zum Schluss – ist die Hoffnung, dass der Wettkampf «Schweizerisches Polizeifernschiessen» am Leben erhalten bleibt. Erfreulich war, dass Peter Stutz (Vorsteher der Schweizerischen Polizeikommission Abteilung Schiessen) bei seinem Resümee im Brünig Indoor mehrere «Anwärter» für die nächsten Austragungen nennen konnte. Inzwischen ist klar, dass das nächste Schweizerische Polizeifernschiessen durch die Zuger Polizei durchgeführt wird. Dabei soll am 2-Jahres-Turnus, welcher durch die Kantonspolizei Zürich im Jahre 2014 eingeführt wurde, festgehalten werden. In der «Pipeline» der weiteren Veranstalter sollen die Kantonspolizei Freiburg und der Verband Aargauer Gemeinde Polizeien (VAG) sein – eine durchaus positive Entwicklung. (James Kramer)

Podest Gewehrschützen (v.l.): Michael Peter, Zugerpolizei (2.) Daniel Rhyn, Kantonspolizei Bern (1.) Markus Steiner, Repol Aargau Süd (3.)  Podest Pistolenschützen Andreas Peier Kantonspolizei Zürich (2.) Mathis Gerber, Kantonspolizei Bern (1.) Marc Alvarez, Kantonspolizei Freiburg (3.) 

 

Ranglisten

Gewehr: 1. Daniel Rhyn (Kantonspolizei Bern) 151 (82 + 69); 2. Michael Peter (Zuger Polizei) 148 (76 + 72); 3. Markus Steiner (Repol Aargau Süd) 148 (80+ 68); 4. Jörg Fankhauser (Kantonspolizei Aargau) 148 (81 + 67); 5. Hanspeter Hirschi (Kantonspolizei Bern) 147 (80 + 67); 6. Peter Dätwyler (Kantonspolizei Graubünden) 146 (82 + 64); 7. Patrick Boldini (Kantonspolizei Graubünden) 144 (81 + 63); 8. Fabian Umiker (Regionalpolizei Brugg) 143 (75 + 68); 9. André Kolly (Kantonspolizei Freiburg) 139 (76 + 63); 10. Tony Maillard (Kantonspolizei Waadt) 133 (71 + 62).

Pistole: 1. Mathis Gerber (Kantonspolizei Bern) 378 (198 + 180); 2. Andres Peier (Kantonspolizei Zürich) 377 (200 + 177); 3. Marc Alvarez (Kantonspolizei Freiburg) 376 (199 + 177); 4. Pascal Hubli (Zuger Polizei) 373 (197 + 176); 5. Tom Sandmeier (Stadtpolizei Aarau) 372 (195 + 177); 6. Daniel Dennler (Stadtpolizei Aarau) 371 (196 + 175); 7. Paul Stutz (Kantonspolizei Zürich) 368 (193 + 175); 8. Tamara Pellet (Kantonspolizei Bern) 367 (191 + 176); 9. Stephan Kummer (Kantonspolizei Aargau) 366 (192 + 174); 10. Ueli Fanger (Kantonspolizei Obwalden) 351 (186 + 165).

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