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Final Verbandswettkampf und Schweizermeisterschaft mit der fünfschüssigen Luftpistole

Meister auf die Schnelle

Das Schweizeirmeisterschafts-Podest <br>in der Disziplin Standard Juniorinnen <br>(von links): Daniela Schenk (2.), Daniela <br>Röthlisberger (1.), Larissa Fatzer (3.).
Das Schweizeirmeisterschafts-Podest
in der Disziplin Standard Juniorinnen
(von links): Daniela Schenk (2.), Daniela
Röthlisberger (1.), Larissa Fatzer (3.).

24.03.2018 - Corinne Serra-Tosio, Daniela Röthlisberger, David Schafroth und Nando Flütsch sind die grossen Figuren an den Schnellfeuer-Wettkämpfen mit der fünfschüssigen Luftpistole in Luzern. Der erfolgreiche Wettkampf wird allerdings auch von einem Wermutstropfen begleitet.

 

Resultate

Impressionen

 

Acht Medaillensätze und viele Kranzkarten waren da im Rahmen der Verbandswettkämpfe und der Schweizermeisterschaften mit der 5-schüssigen Schnellfeuer-Luftpistole in Luzern zu verteilen. «Leider», sagt Wettkampfleiter Paul Gertsch, «gehen uns die Juniorinnen aus.» Und: «Wir möchten ungern wieder dahin kommen, die Juniorinnen in die allgemeine Frauenkategorie einzubauen.» Darum appellierte der Seeländer an Eltern, Trainer und sonstige Funktionäre und Freunde des dynamischen Sports, junge Damen zum Schnellfeuer-Luftpistolenschiessen zu motivieren. «Die Juniorinnen, die da sind, sind die einzigen, die nichts dafür können, dass nicht mehr da sind», sagt Gertsch. Derzeit gebe es im Schnellfeuer-Pistolenschiessen hierzulande vor allem Zellen in Genf, Zürich und in Teilen des Bernbiets, so der frühere Chef-Richter im SSV und heutige Richter. Da ist also geografisch noch viel Luft nach oben. Ein Grund für die Zurückhaltung vermutet Gertsch, dessen Funktionärskarriere 1966 als Leiter eines Jungschützenkurses begann und der seither viel Ämter durchquerte, in den zusätzlichen Anschaffungskosten für eine Schnellfeuer-Luftpistole. Da fallen dann rund 2000 Franken an. 

 

Emmentaler Power

Wie dem auch sei und nichtsdestotrotz teilten die beiden Emmentalerinnen Daniela Schenk und Daniela Röthlisberger sowie die Frauenfelderin Larissa Fatzer die Medaillen bei den U21-Damen unter sich auf. «Ich weiss eigentlich auch nicht, wieso nicht mehr mitmachen», meint die 19-jährige angehende Physiotherapeutin Daniela Röthlisberger aus Signau. «Letztes Jahr sind es viel mehr gewesen», führt ihre um ein Jahr jüngere Kollegin von den Pistolenschützen Schangnau, Daniela Schenk, aus. Allein, da waren eben viele mit Jahrgang 1997 und die schiessen jetzt bei den Frauen. Die Wettkämpfe mit der Schnellfeuer-Luftpistole finden die beiden Freundinnen eine sehr schöne Abwechslung zu den normale Einzelfeuerwettkämpfen. Bei Letzteren gehören die beiden SCL Tigers-Fans notabene auch zu den Guten im Land. Röthlisbeger, die in Luzern mit 349 Punkten einen neuen Standard-Schweizerrekord markierte, war zum Beispiel an der diesjährigen SM vor wenigen Wochen mit der Luftpistole Dritte. Einen Rang vor Kollegin Schenk, die ihrerseits schon den den JuVe-Final in Thun für sich hatte entscheiden können. «Just für die Jungen», meinen die beiden, «müsste ein besonderer Reiz im Wettkampf mit der Schnellfeuerpistole liegen.» 

 

Gelernt ist gelernt

Was die Frauen angeht, so war da auch heuer eine, welche die Konkurrenz überragte. Die 52-jährige gebürtige Französin Corinne Serra-Tosio gewann alle vier Wettkämpfe. Das heisst also Verbandsmatch und Schweizermeisterschaft Standard und Klappscheibe. «Ich habe früher sehr viel trainiert und von dieser Erfahrung kann ich bis heute profitieren», sagt die Doppelbürgerin, die dank ihres Bündner Vaters auch den Schweizer Pass besitzt. Der Papa stammt aus dem Puschlav, sprich aus Poschiavo. Natürlich gehe jedoch ohne Fitness nix. «Ich trainiere nicht mehr so viel mit der Waffe, mache aber sonst noch viel Sport, Langlauf zum Beispiel, um mich fit zu halten», sagt Serra-Tosio. Just wenn da dann wie in dem Fall vier Matches an einem Tag auf dem Programm stünden, käme ihr ihre gute physische Verfassung zu Gute, um die Konzentration hoch zu halten. Der Bewegungsablauf ist nach Tausenden von Trainingsstunden in ihr wie die Muttersprache. Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell die Olympiateilnehmerin von 1992 in Barcelona ihre 5 Schuss in maximal 10 Sekunden auf die Standardscheibe abfeuert und dabei mit ihren Geschossen praktisch immer nahe dem Zentrum landet. «Ich nehme mir für den ersten Schuss relativ lang Zeit und dann, wenn die Position stimmt, kommen die vier anderen schnell hinterher.» Aber auch wenn es darum geht, in 10 Sekunden auf fünf verschiedenen Scheiben jeweils das 3 cm durchmessende Zentrum zu treffen – wie im Biathlon – ist kaum ein Kraut gegen die Schützin von Arquebuse Genf gewachsen. Das Vereinsleben ist für die Doppelmeisterin, die sich nicht erinnern kann, wie viele Schweizer Schnellfeuer-Titel sie in den letzten Jahren gewonnen hat, sehr wichtig. «Wenn ich mit dem Verein an Wettkämpfen mitmache, lerne ich auch gleich noch ein bisschen meine zweite Heimat kennen.» In Barcelona übrigens klassierte sich die ausgebildete Polizistin, die 100 Prozent als solche in Frankreich nahe der Schweizer Grenze tätig ist, seinerzeit mit der Luftpistole auf Rang 21 und mit der Sportpistole über 25m auf Rang 33. Tja, gelernt ist gelernt, kann man da nur sagen. 

 

Rekord pulverisiert

Einen glänzenden Wettkampf lieferte David Schafroth ab. Der 27-jährige Berner war der einzige Doppelsieger bei den Männern und erzielte dabei sowohl im Standard wie auf der Klappscheibe (29) das Tageshöchstresultat. Die 376 Punkte in der Standard-SM bedeuten gleichzeitig einen grandiosen Schweizerrekord. Um nicht weniger als 9 Zähler schraubte der Ex-Internationale (Olympisches Schnellfeuer) die Bestmarke hinauf. «Das ist wirklich ein Rekord, der mir Freude macht», sagt Schafroth.  Der heute in der Maschinen-Entwicklung tätige Sieger hatte vor einigen Jahren seine spitzensportlichen Ambitionen des Berufes wegen heruntergefahren. Allein, da ist immer noch viel Wissen und Können, genau gleich wie bei Serra-Tosio. «Ich konnte mich sehr gut auf mich fokussieren, in dem Sinn war es in der Tat ein sehr guter Wettkampf für mich», sagt der Meister. Ohne Druck lenken einen die Treffer-Lämpchen der Konkurrenz auf der Klappscheibe nebenan eben bisweilen weniger ab, als wenn man sehr viel von sich erwartet.

 

Er kam, sah und siegte

«Es freut mich sehr, dass es so gut geklappt hat», sagt Nando  Flütsch. Der 18-jährige Bündner aus St. Antönien bestritt in Luzern seinen ersten Wettkampf mit der Schnellfeuer-Luftpistole überhaupt und gewann dabei gleich drei von vier Konkurrenzen. Darunter die beiden Schweizermeisterschaften, jene im Standard mit Schweizerrekord (364). Nur im Verbandsmatch Standard musste sich der Schreinerlehrling Kelsey Müggler geschlagen geben. Der 16-jährige Ostschweizer holte sich Anfang Monat in Bern dem Schweizermeister-Titel mit der Luftpistole bei den U17-Junioren. «Schwer zu sagen, was der grosse Unterschied zwischen Einzelfeuer und Schnellfeuer ausmacht», meint Flütsch. Nun, primär geht’s beim Schnellfeuer halt mehr Ruckzuck-Zackzack. Für Nando Flütsch, der an besagter SM in Bern vierter bei den älteren Junioren geworden war, macht der Einstieg mit der Schnellfeuer-Luftpistole Sinn. «Ich habe kürzlich mit dem Olympischen Schnellfeuer begonnen und da gibt es natürlich Parallelen.» (Michael Schenk)

 

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