Home  ->   Aktuell  ->   News  ->   2018

50. CISM-WM, 29. Mai bis 6. Juni, Thun

Erfreuliche Bilanz an den Heim-Weltmeisterschaften

Die sechs Medaillengewinner für die <br>Schweiz (von links): Rafael Bereuter, <br>Gilles Dufaux, Andrea Rossi, Nina <br>Christen, Vanessa Hofstetter und <br>Petra Lustenberger.
Die sechs Medaillengewinner für die
Schweiz (von links): Rafael Bereuter,
Gilles Dufaux, Andrea Rossi, Nina
Christen, Vanessa Hofstetter und
Petra Lustenberger.

05.06.2018 - Mit fünf Medaillen hat die Schweiz an den 50. CISM-Weltmeisterschaften in Thun das eigene Ziel übertroffen. Etwas bereitet Missionschef Viktor Leiggener und Daniel Burger, Leiter Spitzensport beim SSV, trotzdem Sorgen.

 


 

Alle Resultate

Impressionen von der Schlussfeier

 

«Fünf Medaillen sind eine schöne Bilanz. Da hätte ich im Vorfeld sofort unterschrieben.» Das sagt Daniel Burger, Leiter Spitzensport beim SSV, nach Abschluss der 50. CISM-Weltmeisterschaften in Thun. Mit einer Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille hat die Schweiz an den Heim-Weltmeisterschaften in Thun überzeugen können. Trotzdem sind Daniel Burger und Missionschef Viktor Leiggener nicht ganz zufrieden. Beide orten im Pistolen-Bereich Nachbesserungsbedarf und Aufholpotenzial. Tatsächlich wurden alle fünf Medaillen in Gewehr-Disziplinen geschossen. Die Pistolenschützen sind zwar keineswegs abgefallen, sie haben im Gegenteil sehr gute Leistungen gezeigt. Sandro Loetscher (Gelterkinden BL), Steve Demierre (Auboranges FR) und Guido Muff (Rothenburg LU) haben gezeigt, dass nur wenig für ganz nach vorne fehlt. In Thun reichten alle Anstrengungen, all die gute Arbeit im Schiessstand nicht, um einen Podestplatz zu erringen. Im Hinblick auf die siebten CISM World Games 2019 im chinesischen Wuhan soll das Engagement im Pistolen-Bereich nochmals erhöht und die Gewehrdisziplinen gleichzeitig nicht vernachlässigt werden.

Im Gewehr-Bereich ist in den letzten zwei, drei Jahren ein starkes Team herangewachsen, das an den Heim-Weltmeisterschaften dem hohen Erwartungsdruck standgehalten hat. Am ersten Wettkampftag (Donnerstag, 31. Mai) flatterten zwar die Nerven, doch die Schweizer reagierten beeindruckend. Die Team-Medaillen Standardgewehr 300m 3x20 der Männer und Gewehr 50m liegend der Frauen wurden leichtfertig vergeben, dafür schlugen die Eidgenossen am 1. Juni in den Einzelwettkämpfen zu. Nina Christen (Wolfenschiessen NW) lancierte mit ihrem Sieg Gewehr 50m liegend die Weltmeisterschaften, Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) legte gleichentags mit seiner Bronzemedaille Standardgewehr 300m 3x20 nach.

Im gleichen Stil ging es weiter: Es folgte der silberne Sonntag. Am 3. Juni gewannen die Schweizer die Medaillen drei und vier. Nina Christen, Petra Lustenberger (Rothenburg LU) und Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE) wurden für eine starke Teamleistung mit Silber im Dreistellungswettkampf (3x40) Gewehr 50m der Frauen belohnt. Nina Christen stellte dabei mit 1178 Punkten einen neuen Schweizerrekord auf. Die Männer machten es den Frauen im Teamwettkampf Gewehr 300m militärisches Schnellfeuer nach. Gilles Dufaux, Rafael Bereuter (Müswangen LU) und Andrea Rossi (Dietfurt SG) schossen sich zum Vize-Weltmeistertitel.

Am Montag, 4. Juni, dem letzten Wettkampftag krönte Gilles Dufaux seine ersten CISM-Weltmeisterschaften mit seiner dritten persönlichen Medaille und einem Schweizerrekord. Der Fribourger erzielte im Wettkampf Gewehr 300m militärisches Schnellfeuer 575 Punkte. Diese Leistung war gleichbedeutend mit dem Vize-Weltmeistertitel.

Drei Medaillen waren das erklärte Ziel der Schweizer Delegation an der Heim-WM. Doch Missionschef Viktor Leiggener hat im Stillen von fünf Medaillen geträumt. Sein Traum ist in Erfüllung gegangen. «Wir hatten hier in Thun ein starkes Team, von den Athleten bis zu den Betreuern», zieht er Bilanz. «Gefreut hat mich insbesondere die Reaktion auf die Startschwierigkeiten. Was das Team danach geliefert hat, war beeindruckend.» (van)

 


Berichterstattung vom 4. Juni

 

Gilles Dufaux ist Vize-Weltmeister

 

Der Fribourger Gilles Dufaux sicherte der Schweiz die fünfte Medaille an den Heim-Weltmeisterschaften. Er erzielte im militärischen Schnellfeuer Gewehr 300m 575 Punkte, erhöhte den eigenen Schweizerrekord um einen Zähler und gewann Silber.

 

Resultate
Gewehr 300m Militärisches Schnellfeuer
Gewehr 50m 3x40 Frauen
Pistole 25m Militärisches Schnellfeuer

Impressionen
Siegerehrungen
Gewehr 300m Militärisches Schnellfeuer
Gewehr 50m 3x40 Frauen

Weitere Informationen
Website der CISM-WM 
CISM Shooting 
CISM in der Schweizer Armee

 

«Ich habe mich beim Aufstehen schon gut gefühlt», sagte Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) nach geschlagener Schlacht. Sein Gefühl sollte ihn nicht täuschen. Ein paar Stunden nach dem Aufwachen konnte er in der Thuner Guntelsey seinen grössten Erfolg in der bisherigen Karriere feiern. Der Fribourger krönte sich mit einer starken Leistung zum Vize-Weltmeister Gewehr 300m Militärisches Schnellfeuer. Dufaux war kniend und liegend auf Augenhöhe mit den favorisierten Norwegern. Die Stehend-Passen mussten entscheiden. In der ersten Serie erreichte er hervorragende 96 Punkte. Damit übernahm er gar die Führung im Zwischenklassement. Doch der Norweger Odd Arne Brekne konterte: Mit 93 Punkten erzielte er in der letzten Passe drei Punkte mehr als der Schweizer und konnte mit 577 Punkten den Weltmeistertitel erringen. Gilles Dufaux durfte mit 575 Zählern WM-Silber und einen neuen Schweizerrekord feiern. Als er vom minimalen Rückstand erfuhr, konnte er sich auch ein wenig aufregen: Nachdem er sich zuerst mit einem französischen Schimpfwort Luft gemacht hatte, ärgerte er sich über den Achter in der letzten Serie. Das alles allerdings mit einem Lachen auf dem Gesicht. Denn der junge Fribourger hat definitiv Silber gewonnen und nicht Gold verloren.

Die anderen beiden Schweizer konnten um die Vergabe der Medaillen nicht mitreden. Rafael Bereuter (Müswangen LU) verlor kniend und stehend ein paar Punkte zuviel. Mit 563 Punkten belegte er den 13. Platz. Andrea Rossi (Dietfurt SG) musste eine Liegend-Passe wiederholen, weil die Munition klemmte. Bereits das kostete ihn ein paar Punkte. Stehend unterlief ihm ein Fehler beim Auslösen. Die Konsequenz war eine Drei auf der Zielscheibe. Mit 554 Punkten belegte er den 28. Rang.

 

Gilles Dufaux ist Vize-Weltmeister militärisches Schnellfeuer Gewehr 300m.

 

Gewehr 50m Dreistellung: Für Edelmetall hätte der Schweizerrekord fallen müssen

Gilles Dufaux sorgte mit seiner Silbermedaille, der fünften Medaille für die Schweiz an den Heim-Weltmeisterschaften, für den krönenden Abschluss. Die anderen Schweizer konnten am letzten Wettkampftag in Thun beim Kampf um Edelmetall nicht mitmischen. Nina Christen (Wolfenschiessen NW) und Petra Lustenberger (Rothenburg LU) lagen im Dreistellungsmatch Gewehr 50m zwar beide lange Zeit zumindest in der Nähe der Podestplätze. Am Ende verloren sie aber beide zu viele Punkte. Liegend-Weltmeisterin Nina Christen liess genau in dieser Stellung ein paar Punkte liegen, stehend konnte sie keinen Boden mehr gutmachen. Mit 1169 Punkten belegte sie den 9. Rang. Nur ein kleiner Trost wird für sie die Tatsache sein, dass nicht einmal ihr Schweizerrekord vom Vortag im Team-Wettkampf zu Bronze gereicht hätte. Mit ihren 1178 Punkten und 64 Innenzehnern wäre sie wegen einer fehlenden Mouche auf den vierten Platz verwiesen worden. Das sagt alles über das enorm hohe Niveau aus. Im Kampf um Gold spielte sich ein kleines Drama ab. Die Südkoreanerin Bae Sang Hee vergab mit einer Neun im letzten Schuss den Weltmeistertitel. Gold ging stattdessen an die Russin Iuliia Karimova. Beide Athletinnen hatten 1180 Punkte auf dem Konto, Karimova wies aber mit 79 deutlich mehr Mouchen auf als die Südkoreanerin. Mit den 1180 Zählern haben beide Schützinnen übrigens den aktuellen Weltrekord egalisiert. Tags zuvor im Teamwettkampf hatte Karimova mit 1183 gar eine neue Bestmarke gesetzt. Die Resultate an den CISM-Weltmeisterschaften werden vom Internationalen Verband allerdings nicht als Rekorde anerkannt.

Petra Lustenberger vergab eine Top-Ten-Klassierung in den Stehend-Passen. Sie war (nicht zum ersten Mal) die langsamste aller Schützinnen. Mit 1159 Punkten klassierte sie sich auf dem 21. Rang. Besser lief es Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE). Sie zeigte einen konstanten Wettkampf und konnte sich im Vergleich zum Vortag um drei Punkte steigern. Mit 1161 Zählern belegte sie den 17. Platz.

 

Ehrenmeldung für Sandro Loetscher

Ohne Medaille blieb auch Sandro Loetscher (Gelterkinden BL). In einem erneut hochklassigen Pistolenwettkampf Militärisches Schnellfeuer fiel der Baselbieter in keiner Weise ab. Im Gegenteil: Es fehlten einmal mehr nur Kleinigkeiten, um bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitzureden. Mit 578 Punkten belegte er den 16. Rang. Für Bronze wären 584 Punkte nötig gewesen. Gold holte sich Alexei Klimov (RUS) mit 587 Punkten vor dem Chinesen Jin Yongde (585) und Pavlo Korostylov aus der Ukraine. (van)

 


Berichterstattung vom 3. Juni

 

Zweimal Silber für das Schweizer Team

 

Dritte und vierte Medaille für die Schweiz an den CISM-Weltmeisterschaften in Thun: Die Schweizer Männer hielten dem Erwartungsdruck stand und gewannen Silber im Mannschaftswettkampf Gewehr 300m militärisches Schnellfeuer. Vize-Weltmeisterinnen sind auch Nina Christen, Petra Lustenberger und Vanessa Hofstetter im Teamwettkampf Gewehr 50m Dreistellung.

 

Resultate
Gewehr 50m 3x40 Frauen Team
Pistole 25m Militärisches Schnellfeuer Team
Gewehr 300m Militärisches Schnellfeuer Team 
Weitere Resultate

Impressionen
Pistole 25m Militärisches Schnellfeuer Team
Gewehr 300m Militärisches Schnellfeuer Team
Gewehr 50m 3x40 Frauen Team

 

Um 16.15 Uhr konnten sie jubeln: Vanessa Hofstetter und Nina Christen lagen sich in den Armen, nachdem Petra Lustenberger den 120. und letzten Schuss kurz vor Ablauf der Zeit abgegeben und die benötigte Zehn getroffen hatte. Die Silbermedaille für das Schweizer Team war Tatsache. Diese hing lange an einem seidenen Faden. Die Deutschen und die Schweizer Frauen lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beate Köstel hatte als letzte Schützin den Punktestand der Deutschen auf 3494 Punkte hochgeschraubt. Damit war klar: Petra Lustenberger durfte sich in den letzten sieben Schüssen noch eine einzige Neun erlauben. Bis zum drittletzten Schuss blieb ihre Weste sauber. Die Luzernerin reihte Zehner an Zehner. Der drittletzte Schuss war eine 9.9. Doch Petra Lustenberger bewies Nervenstärke. Sie liess nochmals zwei Zehner folgen, wobei sie beim letzten Schuss wegen des aufkommenden Windes bis zur letzten Sekunde wartete. Dank ihrer 1158 Punkte kam die Schweiz ebenfalls auf 3494 Zähler und verwies wegen der höheren Anzahl Mouchen das nördliche Nachbarland auf den Bronzeplatz. Der Sieg ging an die Chinesinnen mit 3499 Punkten. Petra Lustenberger wusste von der Ausgangslage nichts, aber natürlich hatte sie die Uhr immer im Blick. «Ich habe auf dem Monitor gesehen, dass mir für den letzten Schuss nicht mehr viel Zeit bleibt», sagte sie. Trotzdem hat sie kaltschnäuzig auf bessere Windverhältnisse gewartet. «Aber dann musste ich den Schuss abgeben, ob ich wollte oder nicht.» Der Poker ist aufgegangen.

 

Die Vize-Weltmeisterinnen (von links): Petra Lustenberger, Nina Christen und Vanessa Hofstetter.

 

Die Basis für diesen Erfolg hatten Nina Christen und Vanessa Hofstetter in der ersten Ablösung gelegt. Vanessa Hofstetter zeigte einzig in einer Stehend-Passe eine leichte Schwächephase, konnte mit 1158 Punkten aber ein ansprechendes Total ausweisen. Auf Nina Christen war wie bereits während der ganzen WM Verlass. Mit bärenstarken 1178 Punkten machte sie sich auch in der Einzelkonkurrenz zur Medaillenkandidatin. Gleichzeitig stellte sie einen neuen Schweizerrekord auf.

 

Schweizer Gewehrschützen schiessen sich souverän zu Silber

Im Dreistellungsmatch mit dem Standardgewehr 300m am Eröffnungstag der 50. CISM-Weltmeisterschaften in Thun war den Schweizer Männern die Nervosität anzusehen. Statt der erhofften Medaille gab es einen fünften Rang im Mannschaftswettkampf. Doch Rafael Bereuter, Gilles Dufaux und Andrea Rossi liessen sich davon nicht beirren. Im zweiten Teamwettkampf an diesen Heim-Weltmeisterschaften zeigte das Schweizer Trio eine starke Leistung. An den einmal mehr überragenden Norwegern gab es kein Vorbeikommen. Die Silbermedaille schaukelten die drei Schweizer aber absolut souverän nach Hause. Der Vorsprung auf die drittklassierten Polen betrug am Schluss 19 Punkte. 

 

Andrea Rossi (links), Gilles Dufaux und Rafael Bereuter sind Vize-Weltmeister.

 

In der ersten Ablösung hatten Rafael Bereuter 570 und Andrea Rossi 561 Punkte geschossen. Damit lagen sie in der Zwischenrangliste auf dem zweiten Rang. An Gilles Dufaux lag es, in der zweiten Ablösung den Medaillenplatz zu festigen. Dufaux und seine Konkurrenten mussten dabei mit schwierigen Licht- und Windverhältnissen zurechtkommen. Die Resultate waren deutlich tiefer. Mit 558 Punkten war der Romand drittbester Schütze seiner Ablösung hinter dem Koreaner Choi Young Jeon und dem Franzosen Alexis Raynaud. Mit 1689 Punkten gewannen die Schweizer eine vielumjubelte Silbermedaille. Was war heute anders als im Teamwettkampf vom Donnerstag? «Die Nervosität war genau gleich da», sagte Andrea Rossi mit einem breiten Grinsen. «Aber im Schnellfeuer spielt das keine grosse Rolle. Es zittert sowieso.» Mit der eigenen Leistung und jener seiner Teamkameraden war auch Rafael Bereuter mehr als zufrieden. «Heute hat jeder seinen Job gemacht. Diese Teammedaille ist sehr viel wert. Wir können die Freunde teilen.» Und er machte auch gleich eine Ansage für den Einzelwettkampf vom Montag, 4. Juni: «Wir werden alle befreit an den Start gehen können.»

Daniel Burger, Leiter Spitzensport beim SSV, war nach den beiden Silbermedaillen erleichtert. «Wir haben nach dem Donnerstag nicht die Köpfe hängen lassen, sondern gezeigt, zu was wir fähig sind», sagte er. «Vier Medaillen an CISM-Weltmeisterschaften gab es schon lange nicht mehr.»

 

Rang 8 für die Pistolenschützen

Eine gute Leistung zeigten auch die drei Schweizer Pistolenschützen Steve Demierre, Sandro Loetscher und Guido Muff. Loetscher eröffnete den Wettkampf am frühen Morgen mit starken 581 Punkten. Guido Muff gelangen 560 Punkte, Demierre steuerte 564 Zähler hinzu. Der Wettkampf in der provisorischen Anlage im Auwald war geprägt von grossen Verspätungen. Steve Demierre begann seinen Wettkampf mit über einer Stunde Verzögerung. Die 1705 Punkte reichten für den 8. Rang. Wegen des hohen Niveaus müssen Steve Demierre und Guido Muff beim Einzelwettkampf vom Montag, 4. Juni, zuschauen. Einzig Sandro Loetscher konnte sich qualifizieren. (van)

 


Berichterstattung vom 2. Juni

 

Sandro Loetscher fehlen sechs Punkte

 

Die beiden Pistolenschützen Steve Demierre und Sandro Loetscher zeigten im Einzelwettkampf mit der Zentralfeuerpistole eine gute Leistung. Für Medaillen reichte es trotzdem nicht.

 

Resultate Zentralfeuerpistole 25m

Impressionen

Video

 

Die Enttäuschung sass tief: Sandro Loetscher (Gelterkinden BL) hatte sich mehr erhofft von diesem Einzelwettkampf mit der Zentralfeuerpistole. Zur Erinnerung: Im Teamwettkampf tags zuvor war er mit 581 Punkten der zweitbeste Schütze. Am frühen Samstagmorgen zeigte Loetscher erneut eine starke Leistung, die 581 Zähler vom Vortag erreichte er aber nicht mehr ganz. 577 Punkte standen nach 60 Schuss hinter seinem Namen – und vorne leuchtete eine 12 auf (die später noch in eine elf korrigiert wurde, weil der Chinese Yao Zhaonan disqualifiziert wurde). Ein elfter Rang ist eine tadellose Leistung an einer Weltmeisterschaft. Ganz zufrieden war Loetscher aber nicht. «Heute wäre mehr dringelegen», analysierte er seinen Wettkampf. «Der Start ist mir ideal gelungen, mit etwas mehr Wettkampfglück hätte es drei 50er-Passen gegeben.» Tatsächlich kratzte der eine oder andere Neuner an der Zehn. «Im Schnellfeuer unterliefen mir zwei grobe Fehler», erklärte der Baselbieter. «Das hat mich etwas aus der Bahn geworfen. Der letzte Biss fehlte danach.» Zwar konnte er sich nochmals steigern. Für ganz vorne reichte es aber nicht mehr. Allerdings hätten auch die 581 Punkte vom Vortag nicht für Edelmetall gereicht. Dafür wären 583 Punkte nötig gewesen. Erzielt hatte diesen Wert der Chinese Jin Yongde, der von der Disqualifikation seines Landsmanns Yao Zhaonan profitierte und auf den dritten Platz rutschte. Zhaonan hatte sich mit dem Aserbaidschaner Ruslan Lunev um Gold duelliert. Lunev musste eine Serie nachschiessen, behielt die Nerven und schoss mit 49 Punkten aus. Damit lag er mit einem Innenzehner vor Yao Zhaonan und gewann Gold. Silber ging statt an den Chinesen an den Estländer Peeter Olesk.

Steve Demierre (Auboranges FR) war lange sehr gut unterwegs, fing sich aber in den Schüssen 41 bis 50 eine Baisse ein. Die 89 Punkte in dieser Serie warfen ihn in der Rangliste zurück. Mit 568 Punkten klassierte er sich auf dem 31. Rang. «Mit der Leistung bin ich nicht zufrieden, mit der Arbeit im Schiessstand aber schon», sagte der Fribourger nach dem Wettkampf. Demierre war anzumerken, dass er in den letzten Wochen und Monaten sein Training auf die Luftpistole ausgelegt hat. Das hatte sich am Weltcup in München mit dem hervorragenden 9. Rang ausbezahlt. Für die CISM-Weltmeisterschaften war die Umstellungszeit von den Luftgewehr-Diabolos zum grösseren Kaliber zu kurz. «Mir fehlen die Automatismen», erklärte er. Das sieht Pistolen-Nationaltrainerin Claudia Loher genau gleich. «Steve hat sehr gute Passen gezeigt, aber man sieht ihm den Trainingsrückstand an.» Sandro Loetscher, so Loher, habe eine gute Leistung gezeigt. «Natürlich könnte er noch etwas mehr, aber 577 Punkte sind mehr als anständig.» (van)

 


Berichterstattung vom 1. Juni

 

Gold für Nina Christen, Bronze für Gilles Dufaux

 

Die Schweizer können es doch! Nach dem verhaltenen Start am Donnerstag haben die Schweizer Gewehrschützen tags darauf ein kleines Feuerwerk gezündet. Nina Christen gewann mit 623.0 Punkten den Liegend-Wettkampf Gewehr 50m, Gilles Dufaux sicherte sich die Bronzemedaille mit dem Standardgewehr 300m 3x20.

 

Resultate
Zentralfeuerpistole 25m Männer Team
Gewehr 50m liegend Frauen
Standardgewehr 300m 3x20 Männer

Impressionen
Gewehr 50m liegend Frauen
Standardgewehr 300m 3x20 Männer
Standardgewehr 300m 3x20 Männer: Video von Rafael Bereuter
Zentralfeuerpistole 25m Männer Team
Zentralfeuerpistole 25m Männer: Video von Steve Demierre

 

Schon im Teamwettkampf hatte Nina Christen (Wolfenschiessen NW) mit der zweitbesten Leistung aller Athletinnen angedeutet, dass im Liegendwettkampf Gewehr 50m mit ihr zu rechnen ist. Und wie: Die Zeitmilitär-Soldatin zeigte eine ausgeglichene, starke Leistung und siegte mit 623.0 Punkten. Direkt neben ihr schoss die Ukrainerin Lesya Leskiv. Und an ihr orientierte sich Nina Christen kurz vor Schluss. Leskiv hatte den Wettkampf mit 622.1 Punkten abgeschlossen. «Ich habe mir gesagt: Das schaffe ich auch», erklärte eine lachende Nina Christen nach dem Wettkampf. Den 105.4 Punkten in der fünften liess sie 104.0 Punkte in der sechsten Serie folgen. Leskiv war geschlagen. Dass dies gleichzeitig die Goldmedaille bedeutete, war Christen während des Wettkampfs nicht ganz bewusst. Der Applaus der zahlreichen Zuschauer hat ihr aber die Bestätigung gegeben, dass die erste Medaille an den Heim-Weltmeisterschaften Tatsache ist. Die Erleichterung war nicht nur bei ihr, sondern auch beim Trainerstaff gross.

 

Gold für Nina Christen! Die Nidwaldnerin lancierte die Heim-WM mit einem souveränen Sieg im Liegend-Wettkampf Gewehr 50m.

 

Nachdem am Donnerstag den Schweizern die Nervosität anzumerken war, schien der Heimvorteil die Schweizer am zweiten Tag zu beflügeln. Das gilt auch für die zwei weiteren Eidgenossinnen im Wettkampf. Petra Lustenberger (Rothenburg LU) und Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE), die im Teamwettkampf nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen konnten, rehabilitierten sich im Einzelwettkampf eindrücklich. Lustenberger schoss lange um eine Medaille mit. Erst in den letzten beiden Serien (102.4, 101.0) fiel sie aus den Top Drei heraus. Mit 617.8 Punkten belegte sie den neunten Rang. Auf die Österreicherin Franziska Peer und damit auf Bronze fehlten ihr genau zwei Zähler. Mit nur 0.6 Punkten weniger folgte Vanessa Hofstetter auf dem 13. Rang. 1858.0 Punkte haben die drei Schweizerinnen gemeinsam erzielt. Zur Erinnerung: Am Donnerstag, 31. Mai, ging Gold für zwölf (!) Punkte weniger weg. Der verpassten Teammedaille wollte aber niemand mehr nachtrauern. Mit Einzelgold und einer starken Teamleistung haben sich die Schweizerinnen eindrücklich für den verpatzten Auftakt rehabilitiert.

 

Starke Reaktion der Schweizer wird mit Bronze belohnt

Dasselbe gilt für Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR), Andrea Rossi (Dietfurt SG) und Rafael Bereuter (Müswangen LU). Auch sie trauerten am Eröffnungstag der CISM-Weltmeisterschaften einer verpassten Teammedaille nach. An Tag 2 zeigten sie eine starke Reaktion. Allen voran Gilles Dufaux: Der Romand hatte im Teamwettkampf seinen Rhythmus nie gefunden. Das war nun anders: Der Schnellschütze absolvierte seinen Wettkampf wie gewohnt in einem raschen Tempo. Und das bekam ihm und seiner Leistung gut. 195 Punkte kniend und 197 Punkte liegend brachten ihn in eine gute Ausgangslage. Dufaux wusste aber auch, dass es angesichts des hohen Niveaus eine Topleistung in den Stehend-Passen brauchte, um die Medaillenchance zu wahren. Und Dufaux enttäuschte nicht. Er erzielte bärenstarke 195 Punkte und war damit zusammen mit dem Österreicher Bernhard Pickl und dem Finnen Juho Kurki der beste Stehendschütze. Gilles Dufaux hatte 587 Punkte vorgelegt, nun begann das lange Warten. Auf der provisorischen Rangliste war er noch ein paar Plätze von einer Medaille entfernt, doch ein Schütze nach dem anderen konnte im Stehendanschlag nicht mit Dufaux mithalten. Kurz vor Schluss lag der Norweger Kim-André Lund mit 590 Punkten (und egalisiertem Weltrekord) vor seinem Landsmann Odd Arne Brekkne mit 587 Punkten. Brekkne lag wegen eines Innenzehners mehr vor dem Schweizer. Nun lag es an Altmeister Rajmond Debevec aus Slowenien, der als einziger noch die Möglichkeit gehabt hätte, Dufaux vom Podest zu verdrängen. Doch zwei Neuner hintereinander besiegelten sein Schicksal. Dufaux war die Bronzemedaille nicht mehr zu nehmen.

Nahe dran an Edelmetall war auch Rafael Bereuter. Der Luzerner zählte nach den Kniend- und Liegend-Schüssen zur absoluten Spitze, verlor aber stehend den einen oder anderen Punkt zuviel. Mit 584 Punkten belegte er den 10. Rang. Eine starke Leistung, dennoch war Bereuter sichtlich unzufrieden. Beim dritten Schweizer im Bunde, dem gebürtigen Tessiner Andrea Rossi, passte im Teamwettkampf nicht viel zusammen. Im Einzelbewerb war er nicht mehr wiederzuerkennen. Er erzielte hervorragende 583 Punkte und belegte am Ende den 13. Rang. Auch bei den Männern sei ein kleines Rechenspiel erlaubt: Das Schweizer Trio erzielte im Einzelwettkampf zusammengezählt 1754 Punkte. Damit waren sie sogar besser als die Norweger bei ihrem Team-Weltrekord tags zuvor. Allerdings konnten sich auch die Norweger nochmals steigern. Sie belegten die Ränge 1, 2 sowie 11 und kamen zusammen auf 1760 Zähler.

 

Ansprechender siebter Rang der Pistolenschützen und ein Versprechen für den Einzelwettkampf

Eine Erfolgsmeldung gab es auch aus dem Pistolenstand Auwald. Das Schweizer Männer-Team beendete den Teamwettkampf Zentralfeuerpistole 25m auf dem ansprechenden 7. Rang. Guido Muff (Rothenburg LU), Steve Demierre (Auboranges FR) und Sandro Loetscher (Gelterkinden BL) erzielten 1706 Punkte. Auf die drittplatzierten Tschechen fehlten elf Punkte. Um Gold und Silber stritten sich China und die Ukraine. China behielt mit 1727 gegenüber 1724 Zählern das bessere Ende für sich. Die Schweizer konnten sich in einem starken Feld sehr gut behaupten, eine Medaille wäre eine Überraschung gewesen. Alle drei konnten ihren guten Auftritt vom Donnerstag in der Präzision im zweiten Wettkampfteil, dem Schnellfeuer, bestätigen. Guido Muff war wie tags zuvor kämpferisch, gab nie auf und wurde mit einer Steigerung belohnt. Er erzielte total 556 Punkte. Das reichte für den 63. Platz unter allen Schützen. Für Steve Demierre schaute mit 569 Punkten die 29. Position heraus. Ihm unterlief erst in den letzten zwei Schnellfeuerserien der eine oder andere Fehler. «Ich bin zufrieden mit der Leistung», erklärte er. Bis zum Weltcup München habe er praktisch nur mit der Luftpistole trainiert. Dort wurde er mit dem sensationellen 9. Rang belohnt. Der Umstieg auf die Zentralfeuerpistole sei ihm angesichts des wenigen Trainings sehr gut gelungen.

Bester Schweizer Pistolenschütze war Sandro Loetscher. Der Baselbieter zeigte an beiden Tagen eine starke Leistung und machte deutlich, dass mit ihm auch im Einzelwettkampf zu rechnen ist. Mit 581 Punkten und 23 Innenzehnern war er der zweitbeste Schütze im Teamwettkampf. (van)

 


Berichterstattung vom 31. Mai

 

Fehlstart für die Schweiz an der Heim-WM

 

Die Schweizer gehen am ersten Wettkampftag der 50. CISM-Weltmeisterschaften in Thun leer aus. Die Männer belegen im Teamwettkampf Standardgewehr 300m 3x20 den fünften Rang, das Frauen-Trio klassiert sich im Teamwettkampf Gewehr 50m liegend auf dem 8. Rang. Dabei wäre durchaus mehr drin gelegen.

 

Resultate
Gewehr 50m liegend Frauen Team
Standardgewehr 300m 3x20 Männer Team

Impressionen
Gewehr 50m liegend Frauen Team
Standardgewehr 300m 3x20 Männer Team
Pistole 25m Präzision Team

Weitere Informationen
Website der CISM-WM 
CISM Shooting 
CISM in der Schweizer Armee

 

Gross waren die Hoffnungen, dass die Schweiz am ersten Tag der CISM-Weltmeisterschaften in der wohl vertrauten Guntelsey auch gleich die erste Medaille würde feiern können. Doch die Hoffnungen zerschlugen sich. Dabei wäre Edelmetall an diesem 31. Mai in Reichweite gewesen. Im Liegendwettkampf Gewehr 50m der Frauen hätten 1840.6 für Bronze gereicht. Das sind keine 614 Punkte pro Schützin. Ein Wert, den Nina Christen (Wolfenschiessen NW), Petra Lustenberger (Rothenburg LU) und Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE) sonst wohl in jedem Training übertreffen. Doch an einer Heim-WM zittern die Hände etwas mehr, schlägt der Puls etwas schneller und ist der Druck grösser. Wirklich zufrieden konnte am Schluss des Wettkampfs nur Nina Christen sein. Sie erzielte 619.2 Punkte und war damit die zweitbeste Schützin im Feld. «Für den Einzelwettkampf gibt mir das ein gutes Gefühl. Ich konnte im Schiessstand gute Arbeit zeigen, habe den Wind richtig gelesen und dann auch die richtige Taktik gewählt», zog sie Bilanz. «Aber die Bedingungen werden morgen wieder ganz anders sein.» 

Mit eben diesen Bedingungen kam Petra Lustenberger nicht zurecht. «In der ersten Serie habe ich mir sehr viel Zeit gelassen, um auf den Wind zu reagieren», erklärte sie. «Aber dann habe ich komplett den Faden verloren», ging sie hart mit sich ins Gericht. 97.1 Punkte in der dritten Serie waren die Quittung. Sie ging aus der Stellung und versuchte sich neu zu sammeln. So gut die Idee war, sie rächte sich am Schluss. «Ich geriet etwas in Zeitnot», so die Luzernerin. Mit 608.1 Punkten belegte sie den 30. Rang in der Einzelrangliste, einen Rang vor Teamkollegin Vanessa Hofstetter, die mit 99.7 Punkten in der ersten Serie einen denkbar schlechten Start erwischte. Zwar konnte sie sich etwas steigern. 607.3 Zähler standen am Schluss auf ihrem Konto. 

 

Vanessa Hofstetter (mit Schweizer Kreuz) konnte ihr Potenzial nicht abrufen.

 

Die 1834.6 Punkte im Total reichten am Schluss für den enttäuschenden achten Rang. Auf die Ukrainerinnen auf dem Bronzeplatz fehlten genau sechs Zähler. Auch Silber und Gold wären für die Schweizerinnen in Reichweite gewesen, hätten sie ihre gewohnte Leistung abrufen können. Weder die Chinesinnen mit 1843.6, noch die siegreichen Norwegerinnen mit 1846.0 Punkten schossen in einer eigenen Liga. Solche Werte liegen absolut im Bereich der Schweizerinnen. Zumindest über etwas können sich die Schweizerinnen freuen: Alle drei haben sich für den Einzelwettkampf vom Freitag qualifiziert und können es dann besser machen.

 

Männer verpassen Edelmetall um sieben Punkte

Auch den Schweizer Männern blieb am Schluss nur der Katzenjammer. «Heute hätte eine normale Leistung gereicht, um eine Medaille zu holen», sagte Rafael Bereuter (Müswangen LU) nach dem Teamwettkampf Standardgewehr 300m 3x20. Während er mit 583 Punkten diese Leistung abrufen konnte, blieben Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) und Andrea Rossi (Dietfurt SG) unter ihrem gewohnten Niveau. Dufaux verlor vor allem kniend (187) an Boden, und stehend (188) konnte er kaum Plätze gut machen. Da nützten die 199 Punkte liegend nur wenig. 574 stand bei Dufaux nach Wettkampfende auf der Anzeigetafel. Andrea Rossi, der in der zweiten Ablösung startete, war kniend und liegend sehr gut unterwegs. Die Schweizer durften sich Hoffnung auf Silber machen. Doch beim gebürtigen Tessiner passte stehend gar nichts mehr zusammen. Die 173 Punkte (562 total) liessen die Schweiz auf Rang 5 zurückfallen. Sieben Punkte fehlten auf Bronze. 

 

Rafael Bereuter war der beste Schweizer Gewehrschütze.

 

«Bei uns allen haben die Nerven nicht mitgespielt», analysierte Rafael Bereuter. Die Bedingungen seien gut gewesen. Daran habe es nicht gelegen. Aber alle – auch er selbst – seien zu verkrampft gewesen. Locker drauf waren offenbar die Norweger, die genau wie ihre Landsfrauen jubeln durften. Sie erzielten mit 1752 Punkten einen neuen CISM-Weltrekord. Eine neue Bestmarke gab es auch in der Einzelwertung. Diese gelang aber nicht einem Norweger, sondern dem Dänen Steffen Olsen, der mit 590 Punkten den alten Rekord um zwei Zähler verbesserte.

Der Start in die Heim-WM ist den Schweizern missglückt. Entsprechend unzufrieden war Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport, am Ende des Wettkampftages. «Heute wären zwei Medaillen möglich gewesen», sagte er. Doch die Schweizer hielten dem Druck nicht Stand. Den Gewehrschützinnen und -schützen bleiben zwei Team- und vier Einzelwettkämpfe, um doch noch das ersehnte Edelmetall zu gewinnen.

 

Pistolenschützen mit guter Ausgangslage

Besser lief es am ersten Wettkampftag den Pistolenschützen. Sie haben den ersten Teil des Teamwettkampfs mit der Zentralfeuerpistole 25m absolviert. Sandro Loetscher (Gelterkinden BL), Steve Demierre (Auboranges FR) und Guido Muff (Rothenburg LU) brachten sich dabei in eine gute Ausgangslage für den Schnellfeuerteil vom 1. Juni. Bester Schweizer war Loetscher mit 290 Punkten. «Bis auf einzelne Schüsse war das eine gute Leistung», sagte er. Die Sicht- und Lichtverhältnisse seien nicht ideal gewesen. «Das hat mich zum einen oder anderen Fehler verleitet.» Steve Demierre zeigte eine sehr solide Leistung und erzielte 287 Punkte. Bei Guido Muff schlichen sich ein paar Fehler mehr ein. Er kam auf 276 Zähler. Nationaltrainerin Claudia Loher lobte den Kampfgeist von Muff. «Er hat nie aufgegeben, hat gekämpft und auf jeden Fehler richtig reagiert.»

 

Steve Demierre und seine beiden Kollegen brachten sich am ersten Tag des Teamwettkampfs mit der Zentralfeuerpistole in eine gute Ausgangslage.

 

Für schöne Geschichten sorgten am ersten WM-Tag nicht nur die erfolgreichen Norweger, sondern auch die Schützen aus Eswatini (ehemals Swasiland). Die Pistolenschützen aus Schwarzafrika standen ohne Sportgeräte im provisorischen Schiessstand Auwald. Doch das CISM-Motto lautet nicht umsonst «Freundschaft durch Sport». Die Athleten aus Eswatini konnten auf die Schützensolidarität zählen. Es wurde eine Pistole aufgetrieben und die verschiedenen Nationen legten Munition zusammen.

Der Pistolenschiessstand lieferte auch noch eine zweite Anekdote: der Wettkampf der Frauen (ohne Schweizer Beteiligung) vom Nachmittag musste wegen eines Unwetters unterbrochen werden. In der Guntelsey – keine drei Kilometer entfernt – blieb es trocken. (van)

 


Berichterstattung vom 30. Mai

 

Die 50. CISM-WM ist eröffnet

 

Auf dem Thuner Rathausplatz sind am Mittwoch, 30. Mai, die 50. CISM-Weltmeisterschaften feierlich eröffnet worden. 

 

Impressionen von der Eröffnungsfeier

Einmarsch der Schweiz (Video)

 

Bis 15 Uhr haben die Schweizerinnen und Schweizer am Mittwoch, 30. Mai, in der Guntelsey und im provisorischen Pistolen-Schiessstand im Auwald noch trainiert. Danach fuhr die gesamte Schweizer Delegation an den 50. CISM-Weltmeisterschaften in Thun auf den Rathausplatz mitten in der pittoresken Altstadt. Hier fand um 16.30 Uhr die Eröffnungsfeier der Heim-WM statt. Rund um den Platz standen zahlreiche Schaulustige, unter den Arkaden des Rathauses versammelte sich die militärische Prominenz aus zahlreichen Ländern. Knapp 50 Nationen nehmen an den 50. CISM-Weltmeisterschaften im Schiesssport teil, darunter Nordkorea, Palästina oder Swasiland. 

Zu Marschmusik des Militärspiels der Brigade 4 marschierten die Nationen in Ausgangsuniform und angeführt von ihrer Landesfahne in alphabetischer Reihenfolge auf den Rathausplatz ein, der sich je länger je mehr füllte. Den krönenden Abschluss des Einmarsches der Nationen bildete die Schweiz. Den Einheimischen war es vorbehalten den Einmarsch – und später auch den Ausmarsch – abzuschliessen. 

 

Die Schweizer CISM-Delegation ist bereit für die Heim-WM.

 

Nach der Nationalhymne folgte der Reigen der Begrüssungsworte. Den Anfang machte Christian Hess, Chef CISM Schweiz, und quasi Gastgeber. Er rühmte in seiner Begrüssung die grosse Arbeit, die für diese Jubiläums-Weltmeisterschaften in den letzten Tagen und Wochen erledigt worden ist, und freute sich auf spannende Wettkämpfe im Zeichen der Fairness. Mit Raphael Lanz stieg der Hausherr als Zweiter auf das Podium. Der Thuner Stadtpräsident freute sich sichtlich, dass seine Stadt Gastgeber einer Weltmeisterschaft ist. Dafür habe die Stadt rechtzeitig auf die Eröffnungsfeier die Sonne bestellt, so Lanz. Tatsächlich hatte es nur Minuten zuvor noch leicht geregnet. Dirk Schwede, Vizepräsident von CISM Europa, betonte in seiner Ansprache, dass das Jubiläum – die 50. Weltmeisterschaften – ein wichtiges Signal setze. Der CISM-Gedanke funktioniere und zeige Wirkung, so Schwede, und das seit vielen Jahren. 

Philippe Rebord, Chef der Armee, kam die grosse Ehre zuteil, die 50. CISM-Weltmeisterschaften für offiziell eröffnet zu erklären. Während im Nationalrat über das neue Waffengesetz diskutiert wurde, betonte er die Bedeutung des Schiesswesens für die Schweiz als Nation und für die Schweizer Armee. 

Die Wettkämpfe an den 50. CISM-Weltmeisterschaften beginnen am Donnerstag, 31. Mai, und dauern bis am Montagabend, 4. Juni. Die Schweiz darf zu den Mitfavoriten gezählt werden. Die Resultate der Wettkämpfe werden zeitnah auf der SIUS-Website publiziert. Das swissshooting-Team berichtet vor Ort aus Thun über die Heim-WM. (van)

 


 

Vorschau

 

Startschuss für die CISM-WM in Thun

 

Die 50. CISM-Weltmeisterschaften vom 29. Mai bis 6. Juni in der Thuner Schiessanlage Guntelsey sind einer der ganz grossen Saisonhöhepunkte der Schweizer Schützinnen und Schützen. An der Heim-WM treffen sie auf Konkurrenz aus fast 50 Nationen.

 

Vor eigenem Publikum um Weltmeisterschaftsmedaillen schiessen: Das ist ein Privileg, das nicht jedem Sportler zuteilwird. Für die Schweizer Schützinnen und Schützen wird der Traum wahr. Vom 29. Mai bis 6. Juni finden in der Thuner Guntelsey die 50. Militärsport-Weltmeisterschaften statt. Ein Organisationskomitee mit Christian Hess vom Kompetenzzentrum Sport der Schweizer Armee und Christian Wanner, CISM-Disziplinenchef Schiessen, an der Spitze hat in den letzten beiden Jahren alles darangesetzt, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Weltmeisterschaften beste Bedingungen zu bieten. 

46 Nationen haben sich für die 50. CISM-Weltmeisterschaften angemeldet, darunter auch Nationen wie Nordkorea oder Palästina. Insgesamt werden 361 Athletinnen und Athleten um Medaillen schiessen (Gewehr 300m Männer: 92; Gewehr 50m Frauen: 75; Pistole 25m Männer: 123; Pistole 25m Frauen: 71). Begleitet werden die Sportler von 201 Funktionären, Coaches, Trainern, Jury-Mitgliedern und CSC-Member. Die Schweiz wird an der Heim-WM mit den Gewehrschützen Petra Lustenberger (Rothenburg LU), Nina Christen (Wolfenschiessen NW), Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE), Andrea Rossi (Dietfurt SG), Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) und Rafael Bereuter (Müswangen LU) vertreten sein. Die Pistolen-Delegation besteht aus Sandro Loetscher (Gelterkinden BL), Guido Muff (Rothenburg LU) und Steve Demierre (Auboranges FR). 

Die Thuner Schiessanlage Guntelsey bietet für die Gewehrschützen ideale Bedingungen. Alle Wettkämpfe Gewehr 300m der Herren und Gewehr 50m der Damen werden dort durchgeführt. Für die Wettkämpfe Pistole 25m der Männer und der Frauen wird in unmittelbarer Nähe im Auwald eine mobile Pistolenanlage aufgebaut. Die 25m-Anlage in der Guntelsey verfügt über zu wenig Scheiben. Seit dem 7. Mai sind im Auwald diverse Truppen am Werk, um eine WM-taugliche Anlage aufzustellen.

Die Wettkämpfe, aber auch die Eröffnungs- und die Schlussfeier der 50. CISM-WM sind öffentlich. «Besucherinnen und Besucher sind herzlich willkommen», betont Christian Wanner, der an der WM hauptverantwortlich für den Schiessbetrieb ist. Ein grosser Publikumsaufmarsch wäre Motivation für die Schweizer Schützen – und Lohn für die grosse Arbeit des gesamten OK-Teams.

 

Das WM-Programm (Entwurf, ohne Gewähr)

     
Mittwoch, 30. Mai
16.30-18.30 Uhr Eröffnungszeremonie Rathausplatz Thun
     
Donnerstag, 31. Mai
8.30-9.30 Uhr Pistole 25m Präzision Männer Team (1. Ablösung) Auwald
8.30-10.30 Uhr Gewehr 300m Dreistellung Männer Team (1. Ablösung) Guntelsey
9.00-10.00 Uhr Gewehr 50m liegend Frauen Team (1. Ablösung) Guntelsey
10.00-11.00 Uhr Pistole 25m Präzision Männer Team (2. Ablösung) Auwald
11.00-12.00 Uhr Gewehr 50m liegend Frauen Team (2. Ablösung) Guntelsey
11.15-13.15 Uhr Gewehr 300m Dreistellung Männer Team (2. Ablösung) Guntelsey
11.30-12.30 Uhr Pistole 25m Präzision Männer Team (3. Ablösung) Auwald
14.00-15.00 Uhr Pistole 25m Präzision Frauen Team (1. Ablösung) Auwald
14.00-16.00 Uhr Gewehr 300m Dreistellung Männer Team (3. Ablösung) Guntelsey
15.30-16.30 Uhr Pistole 25m Präzision Frauen Team (2. Ablösung) Auwald
     
Freitag, 1. Juni
8.30-9.30 Uhr Pistole 25m Schnellfeuer Männer Team (1. Ablösung) Auwald
9.00-10.00 Uhr Gewehr 50m liegend Frauen Einzel Guntelsey
9.00-11.00 Uhr Gewehr 300m Dreistellung Männer Einzel Guntelsey
10.00-11.00 Uhr Pistole 25m Schnellfeuer Männer Team (2. Ablösung) Auwald
11.30-12.30 Uhr Pistole 25m Schnellfeuer Männer Team (3. Ablösung) Auwald
14.00-15.00 Uhr Pistole 25m Schnellfeuer Frauen Team (1. Ablösung) Auwald
15.30-16.30 Uhr Pistole 25m Schnellfeuer Frauen Team (2. Ablösung) Auwald
     
Samstag, 2. Juni
8.00-10.00 Uhr Pistole 25m Präzision/Schnellfeuer Männer Einzel Auwald
10.30-12.30 Uhr Pistole 25m Präzision/Schnellfeuer Frauen Einzel Auwald
     
Sonntag, 3. Juni (offizieller Tag)
8.00-9.00 Uhr Pistole 25m militärisches Schnellfeuer Männer Team (1. Ablösung) Auwald
8.30-10.00 Uhr Gewehr 300m militärisches Schnellfeuer Männer Team (1. Ablösung) Guntelsey
9.00-11.45 Uhr Gewehr 50m Dreistellung Frauen Team (1. Ablösung) Guntelsey
9.30-10.30 Uhr Pistole 25m militärisches Schnellfeuer Männer Team (2. Ablösung) Auwald
10.45-12.15 Uhr Gewehr 300m militärisches Schnellfeuer Männer Team (2. Ablösung) Guntelsey
11.00-12.00 Uhr Pistole 25m militärisches Schnellfeuer Männer Team (3. Ablösung) Auwald
12.30-13.30 Uhr Pistole 25m militärisches Schnellfeuer Frauen Team (1. Ablösung) Auwald
13.30-16.15 Uhr Gewehr 50m Dreistellung Frauen Team (2. Ablösung) Guntelsey
14.00-15.00 Uhr Pistole 25m militärisches Schnellfeuer Frauen Team (2. Ablösung) Auwald
14.00-15.30 Uhr Gewehr 300m militärisches Schnellfeuer Männer Team (3. Ablösung) Guntelsey
     
Montag, 4. Juni
9.00-10.15 Uhr Pistole 25m militärisches Schnellfeuer Männer Einzel Auwald
9.00-10.45 Uhr Gewehr 300m militärisches Schnellfeuer Männer Einzel  Guntelsey
9.00-11.45 Uhr Gewehr 50m Dreistellung Frauen Einzel Guntelsey
10.45-12.00 Uhr Pistole 25m militärisches Schnellfeuer Frauen Einzel Auwald
15.00 - 17.00 Medaillenübergabe Kaserne
 
Dienstag, 5. Juni                    
17.00-19.00 Uhr Schlussfeier Stadion Lachen

 

18.09.18Dominanz von Marco Poffet an den Senslermeisterschaften Gewehr 50m
17.09.18Nationalrat stimmt Ständerat zu
17.09.18Senslermeisterschaft Gewehr 300m liegend
17.09.18Kantonaler Nachwuchs- und Jungschützentag in Guggisberg
17.09.18Pistolenschützen Gambach sind Gruppenmeisterschaftssieger 50m
16.09.18Spannung pur war garantiert
15.09.18Grosser Empfang für die Gewehrschützen
14.09.18Bronze für Gilles Dufaux, Silber für das Team
13.09.18Die erfolgreichen Frauen sind zurück
12.09.18Final LZ-Cup
12.09.18JU+VE: Qualifikationsranglisten sind online
11.09.18Siege für zwei nervenstarke Talente
11.09.18Marcel Ackermann feierlich empfangen
10.09.18SH-Jugendschiessen 2018
10.09.18Kantonalcup-Finale der Schaffhauser Schützen
10.09.18Schweizermeisterschaften in Thun: positive Bilanz
08.09.18 Packende Duelle in Lausanne
07.09.18Wechsel im GöV-Vorstand
06.09.18SGM-G300 U21/E+: Die Finalisten stehen fest
06.09.1828. Weltmeisterschaft der Vorderladerschützen in Eisenstadt (AUT)
05.09.18Urner Nachwuchsschützen sammeln auf Crowdfunding-Plattform für Sportstätte
05.09.18Senslermeister der Jungschützen kommen aus St. Ursen, Tafers und St. Silvester
05.09.1883. Bezirksschiessen BSV Visp
03.09.18Jason Solari für die YOG 2018 selektioniert
03.09.18SO: Nachwuchs zeigte sein Können
02.09.18Herausragende Sieger am Feldstich-Final
02.09.18Kurzbericht 3. Runde Solothurner Mannschaftsmeisterschaft 2018
02.09.18Die neuen Luzerner Kantonalmeister stehen fest
01.09.18Lausanne steht vor dem «Grand Slam»
01.09.18Lauffohr, Grossdietwil und Aarau siegen am Schweizer Gruppenfinal 300m
31.08.18Sportschützen Uri und Gossau müssen in die Abstiegsrunde
31.08.18Die Finalteilnehmer für den Gruppenfinal der Jungschützen stehen fest
31.08.18Der SSZ Chalchofen ist in Festlaune
30.08.18Aargau: Dieselben Gruppensieger, aber neue Einzelmeister
30.08.18Der MSV Turtmann dominierte die Konkurrenz
30.08.18Titel für die Jungschützen aus Mauren-Berg und die Jugendlichen aus Zuzwil
30.08.18Fünf Finalteilnehmer der SMM Gewehr 50m stehen fest
29.08.18Zofingen rettete sich vor Boswil ins Ziel
29.08.18Der Schützennachwuchs beider Basel mass sich in Riehen
28.08.18Enrico Stoffel: Bester kantonaler KK-Junior VS
28.08.18Weniger Glanz für Medaillenjäger Dieter Grossen
27.08.18WM Changwon: «Das «Tüpfelchen auf dem i»
27.08.18Die 40 Gruppen liegen eng beeinander
27.08.18Bereuter und Denzler an der Spitze
27.08.18Erika Allemann verfehlt knapp Kantonalrekord
27.08.18Treffsichere Bündner Schützen-Veteranen
27.08.18Vorort Uri ist bereit fürs 156. Rütlischiessen
23.08.18041 418 00 10: Der SSV hat eine neue Telefonnummer
23.08.18Meisterschaft in der Königsdisziplin der Pistolenschützen
23.08.18Kantonale Jungschützen-Gruppenmeisterschaft FR


363 Einträge auf 8 Seiten // [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8]

SSV-Partner

 

 

Member
Swiss Olympic ISSF
SCHWEIZER SCHIESSSPORTVERBAND SSV
Lidostrasse 6
6006 Luzern
Tel.: 041 / 418 00 10
info@swissshooting.ch