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Nachtrag zur WM Changwon: Schlafstörungen verhindern Start

26.09.2018 - Am Montag, 3. September, wurde an den Weltmeisterschaften in Changwon der Wettkampf Luftgewehr 10m der Männer durchgeführt. Vom Schweizer Team waren Jan Lochbihler und Christoph Dürr gemeldet. Doch nur Lochbihler ist angetreten. Christoph Dürr verpasste den Wettkampf.

 

Die Schweizer Delegation konnte an den Weltmeisterschaften in Changwon (Südkorea) schöne Erfolge feiern. Mit sieben Medaillen wurde die eigene Zielsetzung übertroffen. Der angestrebte Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020 wurde nur um einen Rang verpasst. Doch die Weltmeisterschaften wurden auch von einem ärgerlichen Zwischenfall überschattet, der aus Rücksicht auf das Team und insbesondere die Athletinnen und Athleten vor Ort erst jetzt kommuniziert wird. In Changwon sollten der Sport und die Leistung im Zentrum stehen – und nichts anderes.

Passiert ist der herbe Dämpfer bereits am zweiten Wettkampftag. Christoph Dürr konnte nicht am Luftgewehr-Wettkampf der Männer teilnehmen. Er wird in der Rangliste als DNS (did not start) geführt. Der Grund für den Nicht-Antritt von Christoph Dürr waren massive Schlafstörungen und Unwohlsein in der Nacht vor dem Wettkampf. Nachdem er in den frühen Morgenstunden doch noch eingeschlafen war, hörte er den Wecker nicht.

Das Schweizer Team hat das Fehlen von Christoph Dürr erst auf der Schiessanlage bemerkt. Zunächst wurde Christoph Dürr in der weiträumigen Anlage, in der zu diesem Zeitpunkt mehr als 1000 Personen anwesend waren, gesucht. Vergeblich. Auf Anrufe auf sein Mobiltelefon reagierte er nicht. Es kamen Ängste auf, dass dem Athleten etwas zugestossen sein könnte

Die Zeit lief dem Trainerteam in der Schiessanlage davon. Erst als die 15-minütige Einschiesszeit bereits fast abgelaufen war, meldete sich Christoph Dürr aus dem Hotel. Er hatte sein Mobiltelefon auf lautlos gestellt und hörte die Anrufe ebenso wenig wie seinen Wecker. Zu diesem Zeitpunkt hatte Christoph Dürr keine Möglichkeit mehr, rechtzeitig auf den Wettkampf in die Schiesssportanlage zu gelangen.

Der SSV, das Trainerteam sowie die Athletinnen und Athleten werden den Vorfall analysieren und die entsprechenden Lehren daraus ziehen. Grundsätzlich ist jede Athletin/jeder Athlet selber dafür verantwortlich rechtzeitig aufzustehen. An den Weltmeisterschaften in Changwon war vereinbart, dass die AthletInnen gemeinsam mit den Trainern eine Zeit vereinbaren, zu der sie den Bus zur Schiesssportanlage nehmen. Zu diesem Zeitpunkt wurde es vom Trainerteam verpasst, eine Anwesenheitskontrolle durchzuführen. Auch in der Schiesssportanlage wurde dies versäumt. Dass gleichzeitig mehrere Busse in die Schiesssportanlage fuhren, darf keine Entschuldigung für dieses Fehlverhalten sein. Das Trainerteam hat das Fehlen von Christoph Dürr zu spät bemerkt und dann zu zögerlich reagiert, resp. zuerst die falschen Schritte eingeleitet. Diese Verzögerung hat dazu geführt, dass die Zeit zu knapp wurde, um Christoph Dürr noch rechtzeitig in die Schiesssportanlage zu bringen.

Der Verband hat während der WM bewusst darauf verzichtet, den Vorfall zu kommunizieren. Dabei ging es nie darum etwas zu vertuschen oder zu verheimlichen. Oberstes Credo war es, die Ruhe im Team zu bewahren, damit sich TrainerInnen und AthletInnen ohne Ablenkungen auf die Wettkämpfe konzentrieren können.

Der äusserst ärgerliche Vorfall wird nun intern aufgearbeitet. Für zukünftige Anlässe wird das Kontrollnetz noch dichter gespannt, ohne die Selbstverantwortung der Athletinnen und Athleten zu beschneiden. Der SSV bedauert, dass Christoph Dürr aufgrund einer Verkettung von Fehlern und unglücklichen Umständen einen Wettkampf verpasst hat. Wir sind aber überzeugt, dass der SSV, das Trainerteam und alle Athletinnen und Athleten die richtigen Konsequenzen ziehen werden, damit ein solcher Vorfall nie mehr passiert.

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