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ISSF Weltcup Bangkok

Schweizer verpassen die Finals

Pascal Loretan hält im <br>abschliessenden Dreistellungswettkampf <br>lange mit.
Pascal Loretan hält im
abschliessenden Dreistellungswettkampf
lange mit.

05.03.2016 - Die Schweizer Schützinnen und Schützen kämpfen in Bangkok glücklos. Auch im abschliessenden Dreistellungswettkampf G50m der Männer blieben den Schweizern die Finalplätze verwehrt. Dasselbe passierte den Frauen am Sonntag und den Männern G50m liegend. Auch mit dem Luftgewehr bedeutete die Qualifikation am ISSF Weltcup Endstation.

Resultate

Wettkampf-Programm


Dienstag, 8. März, G50m Dreistellung: Pascal Loretan ist lange auf Finalkurs

Gut, aber nicht gut genug: Pascal Loretan (Düdingen) hielt im abschliessenden Dreistellungswettkampf G50m der Männer lange mit der Spitze mit und war nach dem Liegendschiessen auf Finalkurs. Mit einem Hänger in den ersten beiden Stehend-Passen vergab er diese Ausgangslage. Dort resultierten nur 92 und 90 Punkte. Er klassierte sich am Schluss aber immerhin auf Rang 17. «Pascal Loretan wurde für seine hervorragende Arbeit nur schlecht belohnt», zieht Nationaltrainer Daniel Burger Bilanz. 1153 Punkte standen auf Loretans Konto. Sieben mehr wären nötig gewesen, um sich für den Final der besten Acht zu klassieren. Die drei Schweizer hatten wie schon in den letzten Wettkämpfen mit dem starken Wind zu kämpfen. «Die Hitze machte den Europäern ganz allgemein zu schaffen», sagt Burger. Claude-Alain Delley (St.-Aubin) kämpfte allerdings noch mit anderen Problemen. Er hatte Materialsorgen und musste sein Gewehr tauschen. Lange Zeit fand er deshalb nicht in den Wettkampf und verkrampfte sich. In der zweiten Hälfte konnte sich der Romand steigern und arbeitete sich noch mit 1151 Punkten auf Rang 19 vor. Wie schon in der Liegendkonkurrenz war für Simon Beyeler auch der Dreistellungswettkampf ein Tag zum Vergessen. Er konnte nie in die Entscheidung eingreifen. Mit 1141 Punkten landete Beyeler auf Rang 31. «In der Hitze hat seine Munition nicht funktioniert», analysiert Daniel Burger. Zweimal musste der Schwarzenburger in den letzten beiden Trainingstagen die Munition deshalb wechseln. «Dadurch ging bei ihm jegliche Sicherheit verloren, welche für diese Schiessverhältnisse notwendig gewesen wäre», stellt der Nationaltrainer bedauernd fest. «Das ist doppelt schade. Denn in der Vorbereitung in der Schweiz hat Simon von allen Schützen den besten Eindruck hinterlassen.» Gewonnen wurde der Weltcop von Matthew Emmons (USA) vor dem Ukrainer Serhiy Kulish und dem Chinesen Yifei Cao.

 

Simon Beyeler kam in Bangkok nie richtig auf Touren.

 

Die Schweizer Delegation bleibt am ISSF-Weltcup in Bangkok damit ohne Finalplatz. Entsprechend nüchtern fällt das Fazit von Daniel Burger aus. «Wir müssen feststellen, dass wir nicht bereit waren für diese schwierigen Schiessbedingungen.» Den Kopf in den Sand stecken wird das Schweizer Team deshalb nicht. Für Daniel Burger ist klar, wie er den Anschluss an die Weltspitze rechtzeitig auf die Olympischen Spiele hin schaffen will: mit intensiver Trainingsarbeit in den nächsten Wochen. So steht Anfang April eine Trainingswoche für die Olympia-Kandidaten und Nationalmannschaftsmitglieder an. Die Schweizer Delegation wird am Mittwochabend aus Bangkok zurückkehren. Den Flughafen sehen die Schweizer Spitzenschützen aber schon bald wieder. Am 13. April geht es nach Rio zum ISSF Weltcup, der Hauptprobe für die Olympischen Spiele vom August. (van)

 

Sonntag, 6. März, G50m Dreistellung: Petra Lustenberger und Annik Marguet nicht ganz vorne dabei

Wieder hat es nicht ganz gereicht. Petra Lustenberger (Rothenburg) und Annik Marguet (Miséry) können im Dreistellungswettkampf G50m nicht ganz mit der Weltspitze mithalten und scheiden in der Qualifikation aus. «Beide hatten heute Sonne und Schatten», kommentiert Nationaltrainer Daniel Burger die Leistungen der beiden Frauen. Annik Marguet überzeugte insbesondere im Liegendschiessen. Zeitweise lag sie auf dem 6. Platz und konnte mit einer Finalteilnahme liebäugeln. «Leider konnte sie diese gute Ausgangslage nicht nutzen», bedauert Daniel Burger. Sie fiel noch auf den 21. Rang zurück. Mit ihren 568 Punkten fehlten ihr für den Final acht Punkte. Insbesondere im Stehendschiessen kämpfte sie mit den schwierigen Windverhältnissen. «Annik arbeitet an ihrer Stabilität», sagt Burger und glaubt fest daran, dass die Romande zukünftig besser damit zurechtkommen wird. «Ich hoffe, dass sie bis zum Weltcup in Rio in die Finalplätze vorstossen kann.» Petra Lustenberger kam nicht richtig auf Touren. Sie erzielte 564 Punkte und landete damit auf Rang 34. «Petra war vom ersten Schuss an unter Druck», analysiert Daniel Burger. «Sie ging zu zaghaft und zögerlich an den Wettkampf heran.» Die zuvor abgesprochene Taktik konnte sie nie umsetzen, zu stark liess sie sich vom Wind beeinflussen. «Erst zum Schluss, als sie innerhalb weniger Minuten die letzte Passe schiessen musste, zeigte sie endlich die nötige Aggressivität», blickt Burger zurück. Dabei wäre genau diese Aggressivität das Erfolgsrezept gewesen, ist er überzeugt. Denn die Qualifikationssiegerin, die Chinesin Binbin Zhang, habe ihren Wettkampf mit hoher Intensivität geschossen und bereits nach 80 Minuten beendet. Im Final hatte die Chinesin aber das Nachsehen. Dort setzte sich die Deutsche Jolyn Beer vor der Kroatin Snjezana Pejcic und Zhang durch. Das Niveau dieser Schützinnen wollen auch die Schweizer Frauen erreichen. «Unsere Damen werden ihre Schlüsse aus diesem nicht ganz befriedigenden Auftritt ziehen und ihre Erkenntnisse in die nächsten Wettkämpfe einfliessen lassen», ist Daniel Burger überzeugt. Entsprechend intensiv werde das Training in den nächsten Wochen gestaltet, kündigt Burger an. «Denn nur so werden wir an solchen Weltcup-Anlässen bestehen können.» (van)

 

Samstag, 5. März, G50m liegend: Pascal Loretan und Claude-Alain Delley nahe dran

Wie schon am Donnerstag kämpften die Schweizer Gewehrmänner auch am Samstag etwas glücklos. Die Bedingungen in Bangkok waren schwierig, wie Nationaltrainer Daniel Burger schildert. «Der Wind war stark und hat ständig gewechselt. Hinzu kamen Temperaturen von 36 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit.» Jene Schützen, die auch sonst in den vordersten Ranglistenpositionen anzutreffen sind, konnten mit diesen Bedingungen am besten umgehen. Mit dem Thailänder Attapon Vea Aree schaffte es ein einziger Schütze in den Final, der dort sonst nicht anzutreffen ist, in Bangkok aber vom Heimvorteil profitieren konnte. Viel fehlte Pascal Loretan (Düdingen) und Claude-Alain Delley (St.-Aubin) allerdings nicht für die Finalqualifikation. Mit 616.9 und 616.7 Zählern belegen sie in ihrem zweiten Wettkampf am Weltcup in Bangkok, dem Liegendmatch Gewehr 50m, die Ränge 15 und 16 - weniger als 1.5 Punkte hinter den besten Acht. Pascal Loretan konnte sich lange Hoffnungen machen. Nach 30 Schuss lag er auf Finalkurs. «Anschliessend hat er leider den Faden etwas verloren», konstatiert Daniel Burger. Claude-Alain Delley überzeugte vor allem durch seine Konstanz. In seinen Zehner-Serien erzielte er zwischen 102.3 und 103.9 Punkten. «Leider fehlten ihm die hohen Zehner-Wertungen», blickt Burger auf den Wettkampf zurück. Trotzdem habe Delley in Bangkok die ersten Ergebnisse der harten Arbeit in den letzten Wochen ernten. Überhaupt nicht auf Touren kam Simon Beyeler (Schwarzenburg). Er hatte mit dem neuen Material zu kämpfen und landete mit 605.4 Punkten auf Platz 52 unter 56 Schützen. «Im Training in der Schweiz unter optimalen Bedingungen hat es noch gut funktioniert», sagt Daniel Burger. «In Bangkok konnte er das nicht umsetzen.» Simon Beyeler reagiert auf die Schwierigkeiten. Im Dreistellungswettkampf G50m, der am nächsten Dienstag auf dem Programm steht, wird er das altbewährte Material einsetzen. «Ich hoffe, dass er dann sein gewohntes Leistungsniveau abrufen kann», blickt Burger positiv in die Zukunft.

Obwohl die Schweizer Gewehrschützen auch im zweiten Wettkampf die Finals verpassten, ist Daniel Burger mit dem Gezeigten zufrieden. «Wir haben erst vor etwas mehr als einem Monat das Kleinkaliber-Training aufgenommen», erklärt er. Angesichts dieser Tatsache sei die Ausbeute mit zwei Schützen in den ersten 16 positiv zu werten. «Aber es wartet noch viel Arbeit auf uns, um die Lücke zur absoluten Spitze zu schliessen.» Diese lieferte sich im Final einen spannenden Wettkampf. Es obsiegte der Däne Torben Grimmel vor dem australischen Liegendspezialisten Warren Potent und dem jungen Ungarn Istvan Peni, der damit erneut seine Klasse unter Beweis stellte.

Weiter geht es morgen Sonntag. Dann treten die Frauen zum Dreistellungswettkampf G50m an. Mit von der Partie sind mit Petra Lustenberger und Annik Marguet zwei Schweizerinnen. (van/atp)

 

Donnerstag, 3. März, G10m: Schweizer scheiden in der Qualifikation aus

«Er hat sehr gut gearbeitet», windet Nationaltrainer Daniel Burger seinem Schützen Claude-Alain Delley (Saint-Aubin) ein Kränzchen. Trotzdem hat es für den Romand am Weltcup Luftgewehr 10m in Bangkok nicht für den Final gereicht. «Er hatte leider immer wieder ein paar Aussetzer, die ihn zurückgeworfen haben», analysiert Burger den Wettkampf. Letztlich blieb Delley mit 622.1 Punkten der 22. Rang. Für die Finalqualifikation wären 626.4 Punkte nötig gewesen. Nicht richtig auf Touren kamen auch Pascal Loretan (Düdingen) und Simon Beyeler (Schwarzenburg). Loretan misslang vor allem der Start. «In den letzten 30 Schuss hat er aber gezeigt, was möglich wäre», stellt Daniel Burger, Leiter des Kompetenzzentrums Spitzensport beim SSV, fest. Simon Beyeler hat nie richtig in den Wettkampf gefunden und beklagte sich über zuviel Bewegung mit der Waffe. Daniel Burger vermutet, dass der Jetlag eine Rolle gespielt haben könnte. Die Reise von den Europameisterschaften in Györ direkt nach Bangkok sei zwar gut verlaufen, doch die Müdigkeit mache sich doch bemerkbar. Simon Beyeler schoss zwar äusserst konstant Zehner, doch die hohen Zehner-Wertungen fehlten. «Nach alter Wertung wäre Simon auf ein Resultat von 596 Punkten gekommen», rechnet Daniel Burger vor. «Das zeigt, welches Potenzial in ihm steckt.» Loretan (618.5 Punkte) und Beyeler (618.2) klassierten sich auf den Rängen 30 und 31. Dominiert wurde der Wettkampf in Bangkok von den Chinesen und den Ungarn. Die beiden Nationen stellten fünf Finalteilnehmer. Und diese fünf lagen denn auch am Schluss vorne. Haoran Yang (CHN) gewann vor Landsmann Yifei Cao und dem Ungarn Istvan Peni. Auf Rang vier folgt mit Peter Sidi der zweite Ungar, Platz fünf holt sich der dritte Chinese Qinan Zhu.

 

Eine Finalqualifikation wäre möglich gewesen

Eine Chinesin siegte auch bei den Frauen. Siling Yi setzte sich mit dem Luftgewehr 10m vor der Österreicherin Olivia Hofmann und Xiang Wei Jasmine Ser aus Singapur durch. Nicht im Final mit dabei waren die beiden Schweizerinnen. Petra Lustenberger (Rothenburg) kam anders als an den Europameisterschaften in Györ (HUN) nicht richtig in den Wettkampf. Ihre Schüsse kamen oft auf links, schildert Burger den Wettkampfverlauf. «Petra fiel aus ihrer Stellung und fand nie mehr in die Position zurück.» Laut Burger hätte Petra Lustenberger gerne mehr Trainingszeit gehabt. Die Organisatoren haben aber nur ein 40-minütiges Pre-Event-Training vorgesehen. «Nach fünf Tagen ohne Schiessen war das für Petra zu wenig», so der Nationaltrainer. Mit 411.6 Punkten landete Lustenberger auf dem 27. Rang. Für die Finalqualifikation hätte sie fast fünf Punkte mehr benötigt. Mit Rang 34 musste sich Annik Marguet (Miséry) zufrieden geben. «Sie hatte während des Wettkampfs immer wieder sehr gute Serien mit hohen Zehner-Wertungen», erklärt Daniel Burger. «Leider musste sich auch einige tiefe Neuner schreiben.» Marguet selbst führt das auf Unsicherheiten beim Abzug zurück. Vor geraumer Zeit hat sie das Abzugsgewicht erhöht, noch fehlt aber die gewünschte Sicherheit. «Für beide ist es sehr schade», zieht Daniel Burger eine erste Bilanz. «Eine Finalqualifikation wäre für beide in Reichweite gelegen.» (van)

 

Petra Lustenberger (links) und Annik Marguet haben den Final deutlich verpasst.

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