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Landsturmverein Lenzburg - Herbstschiessen 2017

Gute Beteiligung am Herbstschiessen der Lenzburger Landsturmschützen

Schoss mit 100 Punkte aus und holte<br>einen weiteren LSV Titel: PCR-<br>Pistolenschütze und «Mister Landsturm»<br>Bernhard Berner.
Schoss mit 100 Punkte aus und holte
einen weiteren LSV Titel: PCR-
Pistolenschütze und «Mister Landsturm»
Bernhard Berner.

12.10.2017 - Der Lenzburger Landsturmverein – erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1900 ist eine vaterländische Vereinigung von zielsicheren und erfahrenen Schützen. Überschaubar, klar und einfach ist das Jahresprogramm: Frühlingsschiessen – Herbstschiessen – und viel Kameradschaft! Stätte der Begegnung war die Regionalschiessanlage Lenzburg. Im Einsatz standen Gewehre und Pistolen. Die Wettbewerbe – früher noch ausserdienstliche Tätigkeit und letztendlich als Stärkung der Wehrkraft gedacht, werden heute rein sportlich ausgetragen - auf den Distanzen 300, 50 und 25 Meter. Stolz waren die beiden Oberschützenmeister Heinz Fischer (Gewehr) und Robert Bart (Pistole). Alles zusammengezählt verzeichneten sie 124 Starts und gleichviel Klassierungen - und das am ersten Oktobersamstag 2017.


Theoretisch könnte man 1000 Punkte schiessen 917 «reichten» Hans Häfeli zum Sieger in der Kategorie Standardgewehre. Umgerechnet auf die 10er Scheibe traf der Sportschütze des MSV Meisterschwanden durchschnittlich 10 x in den Zehnerkreis – eine Meisterleistung der besonderen Güte. Nur wenig davon entfernt der 84-jährige Rudolf Sandmeier aus Seengen, ex äquo mit Walter Patt, Jahrgang 46 aus Windisch. Beide liessen sich schöne 898 Punkte notieren. Der bessere Tiefschuss von Rudolf Sandmeier entschied über die Schlussplatzierung.
 

Hans Häfeli, Sieger der Kategorie Standardgewehr und souveräner Tagesbester


Mächtig aufgeholt haben die «Armeeschützen», allen voran diejenigen welche das modifizierte Sturmgewehr 57-03 benützen. Wie erwartet beherrschte diese – zum Präzisionsapparat umgebaute Kampfwaffe -  die Konkurrenz. Oftmals wird das klobige und schwere Stgw 57 despektierlich als «schwarzes Oelrohr» bezeichnet. Doch wer damit umgehen kann ist vorn, wie am LSV Herbstschiessen 2017 - 9 Plätze in den ersten 10 Rängen – das macht Eindruck – «Oelrohr» hin oder her.


Bester mit dem Sturmgewehr 90: Leonard Merkli

Einer trotzte dieser technischen Übermacht - und zwar recht erfolgreich: Seniorveteran Leonard Merkli schob sich mit seinem Sturmgewehr 90 auf den Bronzeplatz vor – 878 Punkte so lautete sein beachtliches Resultat. Nur 6 Punkte besser (das ist bei der Hunderterwertung praktisch nichts) waren die beiden führenden Stefan Mathis, Staufen und Ueli Brühlmann Lenzburg. Als Titelträger wurde letzterer ausgerufen. Er buchte in seiner Serie einen sauberen 99er.

Mit 93 und 100 Punkten realisierte der Rupperswiler Bernhard Berner einen weiteren Titel in seiner bereits umfangreichen LSV-Palmares. Er startete bereits als «Mister Landsturm» und wurde seiner Favoritenrolle mehr als gerecht. Silber sicherte sich der aus Luzern angereiste Ueli Sandmeier (191). Max Fischer holte sich mit 189 den dritten Podestplatz - vor dem punktgleichen Schützenmeister Robert Bart.
 

Siegertrio der Kategorie B (Armeewaffen) v.l. Stefan Mathis (2.) Ueli Brühlmann (1.) Leonard Merkli (3.) (Bild: Gw Kat B Sieger)

 

50 Gewehrschützen am Start

Während die Matcheure welche mit ihren hochtechnisierten Standardgewehren knapp unter einem Dutzend Teilnehmer verblieben, griffen deren 40 Schützen und Schützinnen in den «LSV-Armeewettkampf» ein. Sie gingen mit ihren Ordonnanzwaffen in Stellung, allen voran die Eigentümer der getunten 57er Sturmgewehre - mit der Zusatzbezeichnung 03. Sie waren nicht nur die grösste Gruppe, sondern dominierten das B-Feld von A-Z. Wenn Leonard Merkli nicht in diese Phalanx eingegriffen hätte wäre der total 57er Triumph wohl Tatsache geworden. Ganz vorne machten die Lokalmatadoren Ueli Brühlmann (Lenzburg) und Stefan Mathis (Staufen) den Sack mit 884 Punkten zu. Als beste Schützen-Frauen zeichneten sich Rita Knobel, Brunegg (7.) und Jolanda Bucher, Zürich (11.) aus. In der reinen «Marken-Wertung» wäre die Zürcherin im zweiten Rang klassiert, denn sie schoss - wie das Ehrenmitglied Leonard - mit dem Sturmgewehr 90. Wenig Brot hatte das Quartett der traditionellen Karabinerschützen. Als bester schnitt Christian Zaugg aus Birr ab – 823 Punkte reichten für den 13. Rang.

 

Diesmal nur 2 Hunderter: Hansjürg Hauri und Rita Knobel

An diesem Nachmittag wurden 500 Gewehrpatronen Richtung Scheibenstand abgefeuert. Nur 2 Projektile trafen hundertprozentig und ergaben die Traumwertung 100. Ganz früher wurden solche Schüsse mit emotionellen und grossartigem Fahnenschwingen und allenfalls einem lauten vaterländischen Jauchzer quittiert. Der Monitor hingegen bleibt stumm – die Zahl 100 blinkt auf – sonst passiert nichts. 

 

Durchschnittlicher Jahrgang: plus/minus: 1953

Betrachtet man die Jahrgänge der Teilnehmer kommt man zum Schluss, dass das Landsturmschiessen wohl eher eine Veranstaltung für die ältere Generation ist. Klar ist aber, dass jeder 30-jährige Schweizer Mitglied sein könnte. Hier sind alle Mitglieder des LSV Lenzburg angesprochen in ihren Stammvereinen und in Schützenkreisen Werbung zu treiben und dem «Nachwuchs» eine Startmöglichkeit zu geben.  Der Jahres-Beitrag ist mit 20 Franken mehr als bescheiden. Neben einer willkommenen «Trainingsmöglichkeit unter Wettkampfbedingungen» werden die Schützen – bis in die hintersten Ränge belohnt und ausgezeichnet -  im Frühling mit prächtigen Blumensträussen im Herbst mit Fleisch, Wurst und Wein.

 

Zielsichere Seniorenveteranen sind vorn

Nach wir vor zeigen sie es den «Jungen» wo es am Lenzburger Landsturmschiessen langgeht. Der 87-jährige Standardgewehrschütze Fridolin Staubli (5. Rang) aus Künten und Rudolf Sandmeier, Seengen (Jahrgang 1933) mit dem Ehrenplatz. Hier darf man getrost den Hut ziehen und dreimal Bravo rufen! Beide sind LSV-Stammschützen – und meistens auf dem Podest.

 

Lenzburger Landsturmschiessen: Treue Stammschützen bilden die Basis

Die Organisatoren können auf ein treues Stammpublikum zurückgreifen. Man kennt sich. Praktisch alle sind aktiv, in ihren Stammvereinen, rund um Lenzburg, im Seetal oder andern Aargauer Regionen. Eine Ausnahme bildeten René und Jolanda Bucher, die beiden Gastschützen aus der renommierten Schützengesellschaft der Stadtpolizei Zürich.  Für einmal konnten sie sich ganz auf das Schiessen und den Wettkampf konzentrieren und geniessen. Im Normalfall ist das Tandem Bucher ständig in Bewegung, kommandiert und organisiert - vor und hinter den Kulissen, sei es im legendären Zürcher Albisgütli oder im Heimstand der Regionalschiessanlage Probstei in Schwamendingen. Seit Jahren sind sie Antrieb und Motor der Schützengesellschaft der Stadtpolizei Zürich. Der Einstieg am Lenzburger Landsturmschiessen ist geglückt. In Erinnerung werden bei Jolanda der 11. Gewehrrang der Kategorie B und bei René der saubere 4. Platz im 25m Programm bleiben.

 

Pistole: Beim LSV Lenzburg das Mass aller Dinge:  Bernhard Berner, PC Rupperswil

Im Gegensatz zu den Gewehrschützen treten die Pistolenschützen in zwei Disziplinen an, 50 und 25 m. Der Start erfolgt, wie auch beim Gewehrwettkampf, ohne Probeschuss – vermutlich noch ein Relikt aus der alten Zeit als das Landsturmschiessen noch einen militärischen Wert im Sinne - der erste Treffer zählt – hatte. Der Sieg führt über die 50 Meter Konkurrenz und so legte sich Beni Berner mit 93 Punkten schon mal eine gute Basis und marschierte siegesgewiss in den 25 m Stand. 98+2 wurde dort notiert und damit befand sich der Rupperswiler mit total 193 Points im Rucksack bereits auf der Siegerstrasse. Ueli Sandmeier verlor 2 Punkte, verteidigte aber seinen Ehrenplatz gegenüber Max Fischer souverän. Der Möriker welcher 189 Punkte erreichte, wurde Dritter in der Gesamtwertung. Vermisst wurden die Koryphäen Harold Baur und Beat Elmer. Eher unauffällig schossen – mit Ausnahme des Champion Beni Berner - die übrigen Rupperswiler. Die besten davon tummelten sich im vorderen Drittel - Nick Schmid, James Kramer, Werner Nyffeler - alle zwischen 183 und 182 Punkten.  Aufsehen erregte man damit nicht.

Als beste Dame klassierte sich Denise Glarner auf dem 6. Schlussrang. Nach starken 92 Punkten (ohne Zuschlag) verlor sie in ihrem Heimstand auf der 25m Distanz überraschend viel Terrain platzierte sich aber trotzdem als beste Pistolen-Schützin. Insgesamt waren 4 Frauen am Start.   

 

Entwaffnung durch die EU – auch das Ende für das friedliche Landsturmschiessen

Mit der drohenden Feuerwaffenrichtline der EU wäre auch das traditionelle Landsturmschiessen am Ende. Die verwendeten Gewehre (Sturmgewehr 90 und 57) werden bekanntlich und plötzlich als „sehr gefährlich» erklärt und in die Kategorie der «verbotenen Waffen“ verschoben. Legale und jahrelange Waffenbesitzer, welche diese beiden Waffentypen für ihren Sport verwenden, müssten in Zukunft eine „Sonderbewilligung“ mit noch nicht im Detail klaren „Auflagen» beantragen. Wir würden also ab sofort als «Sonderlinge» und dadurch als extrem gefährliche (nicht normale) Personen taxiert – auch Schützen welche seit einem halben Jahrhundert schiessen und stets Verantwortung für ihre Waffen übernommen haben. Mit einem Schlag wäre das traditionelle Schiessen in der Schweiz mit all seinen historischen Anlässen und Veranstaltungen, ein- für allemal verschwunden. Die geplante Verschärfung ergibt keinen Millimeter mehr Sicherheit – im Gegenteil – ehrliche, gesetzestreue und ehrbaren Bürger werden flächendeckend entwaffnet. Der „Kompromissvorschlag» des Bundesrates ist vorauseilender Gehorsam und ein weiterer Kniefall gegenüber den Vögten der EU - und alles andere als schützenfreundlich. Wer als Schütze, gleich welcher Disziplin, Kalibers und Kategorie jetzt nicht für sein Recht kämpft – gegen die EU und gegen Bern – ist ein für allemal verloren.

 

Schlusspunkt im legendären Horner – nun zum letzten Mal

Seit 2014 fanden die Absenden – sei es beim Frühling- oder Herbstschiessen im ehrwürdigen Landgasthof Horner in Hendschiken statt. Nun wurde dort für uns die letzte Berner Platte aufgefahren. Mit Wehmut muss zur Kenntnis genommen werden, dass der traditionelle Familienbetrieb, welcher 147 Jahre den Namen Baumann trug, Ende Jahr die Tore für immer schliesst. Erneut muss sich der Vorstand nach einem neuen Lokal umsehen.  Am einfachsten wäre es, wenn wir wieder über die Schützenstube der SG Lenzburg verfügen könnten, erklärt Kassier Nick Schmid. Auch hier sind die Zeichen der Zeit sichtbar. Niemand ist gewillt den Job des Schützenwirtes zu übernehmen und somit liegt - eine der schönsten Schützenstuben der Region - seit Jahren brach.   


Die neuen Ziele: 100/200

Mit total 87 Schützen ist der neue Präsident Wilton Soria, welcher seit einem halben Jahr amtiert, zufrieden. Es gilt nun den Aufschwung zu nützen und eine weitere Steigerung der Teilnehmerzahl anzustreben. Die neuen Ziele sind klar: 100 Schützen am nächsten Frühlingsschiessen und eine Steigerung des Mitgliederbestandes auf 200! Am 07. April 2018 ziehen wir Bilanz! (James Kramer)

Auszug aus den Ranglisten

Sämtliche Resultate auf: www.landsturmverein.ch

 

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