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Historisches Morgartenschiessen

Morgartenschiessen: Der Mythos lebt

1260 Schützen nahmen am 104.<br>Morgartenschiessen 300m teil.
1260 Schützen nahmen am 104.
Morgartenschiessen 300m teil.

15.11.2017 - Schiesssport, Kameradschaft, Tradition: Diese drei Worte bringen das 104. Morgartenschiessen und das 61. Historische Morgarten Pistolen-Schiessen auf den Punkt. Cédric Groth von den Feldschützen Berikon (Jahrgang 1992) heisst der Morgarten-Meisterschütze 2017, Anton Hauser vom Pistolen-Schiessverein Wädenswil ist der beste Pistolenschütze. Bei den Sektionen holten sich die Standschützen Niederurnen die begehrte Morgartenstandarte. Mit der Pistole gewann Malters bei den Stammsektionen, Combat League Aarau1 schwang bei den Gastsektionen obenauf.

 

Impressionen


Ein Freudenschrei erhallte, als der Sieger des 104. Morgartenschiessens 300m verkündete wurde. Gleich darauf wurde Cédric Groth von zwei Kameraden auf den Schultern zur Balustrade der Morgartenhütte getragen. Die Begeisterung darüber, dass ein gerade mal 24-Jähriger das Morgartenschiessen gewann, bekundeten die zahlreichen Schützen und Ehrengäste mit tosendem Beifall. Am glücklichsten war natürlich Cédric Groth selbst. Bis ganz zum Schluss wusste er nicht, ob nicht doch noch «ein Älterer» an ihm vorbeiziehen würde. «Ich nehme jetzt zum vierten Mal am Morgartenschiessen teil, dass es heute für den Sieg reichte, ist natürlich das Grösste», so Groth. Sein Trainer von den Feldschützen Berikon habe ihn noch am vergangen Samstag «aus dem Bett getrommelt»: Extra-Training war angesagt. Dieses hat sich offenbar gelohnt: Groth war der einzige Schütze überhaupt, der das Punktemaximum von 50 Zählern schoss. Auf Rang zwei folgt Patrick Zeltner (SG Titterten) mit 49 Zählern und Marco Achermann (Schützengesellschaft Buochs) mit 48 Punkten auf dem dritten Platz. Zu erwähnen ist, dass 13 weitere Schützen ebenfalls 48 Punkte schossen.

Strahlender Morgartenmeisterschütze: Cédric Groth


Petrus meinte es gut mit den Schützen. Das Gebiet rund ob dem Ägerisee war zwar leicht bedeckt, die Sicht war bei allen Serien des 104. Morgartenschiessens und dem 61. Morgarten-Pistolenschiessen jedoch sehr gut, gegen Mittag drückte die Sonne durch. Sie vermochte aber den Schnee, den auf den Hängen lag, nicht zu schmelzen. Es war empfindlich kalt. «Vielleicht war das ja der Grund, dass nur ein Schütze das Punktemaximum erzielte», meinte Schiessleiter Karl Steinauer. So lag die siegreiche Sektion der Standschützen Niederurnen mit ihren 432 Punkten über 20 Punkte hinter dem Resultat des Vorjahressiegers. Auf Rang zwei folgen die Lokalmatadoren des Feldschützenvereins Sattel mit 428 Punkten, dahinter die Feldschützen Reutigen mit ebenfalls 428 Zählern. Dennoch zeigte sich Steinauer insgesamt sehr zufrieden: «Alles in allem war es ein rundum gelungener Anlass.»


Seit der Pensionierung schiesst er wie «ein kleiner Herrgott»

Der beste Pistolenschütze heisst Anton Hauser. Mit 57 Punkten legte der 70-Jährige ein beeindruckendes Resultat hin. «Das ich in meinem Alter hier gewinne, freut mich natürlich sehr», sagt Hauser. Aber seit seiner Pensionierung schiesse er halt einfach «wie ein kleiner Herrgott», meint der Wädenswiler lachend. Silber sicherte sich mit demselben sehr guten Resultat Paul Stettler (Thun Stadt 1), Bronze ging mit einem Punkt Rückstand an Pirmin Käslin aus Nidwalden. Bei den Stammsektionen setzte sich Titelverteidiger Malters mit einem Schnitt von 50.667 gegen Altdorf-Erstfeld (49.222.) und Grosswangen (48.583) durch. Bei den Gastsektionen sicherte sich Combat League Aarau1 den ersten Rang, auf den Plätzen zwei und drei folgen Liestal SG und Thun Stadt 1.
Insgesamt waren 1512 Pistolenschützen am 61. Morgartenschiessen mit von der Partie, nur sechs weniger als 2016. 111 Gast- und 38 Stammsektionen beteiligten sich am Wettkampf.
Die Gewehrschützen konnten sich sogar eines Zuwachses erfreuen: Insgesamt nahmen 126 Gruppen mit je 10 Schützen am 104. Morgartenschiessen teil – das sind sechs mehr als im vergangenen Jahr.

Erzielte mit 57 Punkten ein beeindruckendes Resultat: Anton Hauser (Bildmitte).


Beim Historischen Morgartenschiessen geht es um mehr als den blossen sportlichen Wettkampf. Gepflegt werden Kameradschaft und das Aufrechterhalten urschweizerischer Traditionen. Offensichtlich wird dies bereits morgens um 10 Uhr anlässlich eines Marsches von Sattel SZ zur Schlachtkapelle mit anschliessender Gedenkfeier. Doch auch beim Absenden werden bei feierlichen Reden die Werte der Schweiz betont. Sei dies bei den Pistolenschützen durch OK-Präsident und Schwyzer Regierungsrat Kaspar Michel oder bei den Gewehrschützen durch Divisionär Lucas Caduff, der heuer die Ehre hatte, als Gast zum zahlreich versammelten Publikum in der Morgartenhütte zu sprechen. Caduff führt die Territorialregion 3, welche die Kantone Graubünden, Schwyz, Tessin, Uri und Zug umfasst. In seiner Ansprache betonte er unter anderem die Wichtigkeit von Morgarten als Symbol für eine wehrhafte und unabhängige Schweiz – gerade eingedenk der Tatsache, dass die historische Authentizität der Schlacht von 1315 in den letzten Jahren in Frage gestellt wurde. «Tragen wir auch in Zukunft Sorge zu unseren erkämpften Rechten und Freiheiten.» Die pointierte Rede wurde von den Schützen mit lang anhaltendem Beifall honoriert. (cpe)

 

OK-Präsident Urs Hürlimann (links) verdankt die Rede von Divisionär Lucas Caduff.

 

Resultate 104. Morgartenschiessen

Einzelrangliste
Gruppenrangliste


Resultate 61. Historisches Morgarten Pistolen-Schiessen

Einzelrangliste
Rangliste Stammsektionen
Rangliste Gastsektionen
Tagesrangliste komplett

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