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Schützengesellschaft der Stadt Zürich

Das «Hammelmahl» eröffnet das Schützenjahr

Prominente Gäste (von links): <br>Div Hanspeter Kellerhals (Kdt Ter Div 4), <br>Michael Bloch (Stadtschützen-<br>Obmann), Katrin Stucki (Chefin SAT), <br>Luca Filippini (Präsident SSV) und <br>Bruno Walliser (Nationalrat).
Prominente Gäste (von links):
Div Hanspeter Kellerhals (Kdt Ter Div 4),
Michael Bloch (Stadtschützen-
Obmann), Katrin Stucki (Chefin SAT),
Luca Filippini (Präsident SSV) und
Bruno Walliser (Nationalrat).

15.01.2018 - So wie es die Chronik vorgibt, hat das neue Schützenjahr bei der Schützengesellschaft der Stadt Zürich wieder mit dem gesellschaftlichen Anlass «Hammelmahl» begonnen. Damit wurde ein ungezwungenes Brauchtum mit jahrzehntelanger gemeinschaftlich-geschichtlicher Tradition gelungen und erfolgreich fortgesetzt.

Das herkömmliche Treffen, in der ehrwürdigen «Uertenstube», zu dem die Zürcher Stadtschützen-Gesellschaft alljährlich einlädt, vereinigte einmal mehr viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft, dem hohen Militär, sowie Repräsentanten aus nationalen Schützenverbänden, Gesellschaften und Zürcher Zünften. Eingeladen waren ausserdem ehrenwerte Gesellschafter aus den eigenen Reihen. Für die musikalische Umrahmung sorgte mit herzhaften Liedervorträgen wie gewohnt das Jodlersextett des Turnvereins Alte Sektion und einige sachliche, gedanken- und humorvolle Tischreden lockerten den Anlass zusätzlich auf.

 

Verheissungsvolle Menuefolge

Die Verspeisung des Hammels bei den Zürcher Stadtschützen ist längst Kult und die verheissungsvolle Menüfolge ist immer gleich. Nach dem Apéro mit Champagner Duval Leroy sowie Truttiker Riesling x Sylvaner und Truttiker Barrique folgen auf Irish Stew Lammkotelettes und Chops mit Gratin und Bohnen, dann Zimtglace mit Zwetschgen zum Dessert, Kaffee mit Truttiker Marc und zum Abschluss kaltes geräuchtes Lamm mit Zwiebelringen und Sauce Vinaigrette.

Das «Hammelessen» bei den Stadtschützen wird laut Überlieferung seit 1917 durchgeführt und entstand, weil damals der Pächter der das Gebiet um die Schiessanlage Albisgütli abweiden liess den Pachtzins mit Schafen bezahlen musste. Das ist aber längst Geschichte, seit Jahren treten meist private Gönner als «Hammelspender» auf.

 

Die Uertenstube war bis auf den letzten Platz besetzt.

 

Ruhige Atmosphäre

Das «Hammelmahl» oder «Hammelessen» gibt es weltweit in verschiedensten Abwandlungen. In der Mongolei zum Beispiel wurde eine Reisegruppe, die mit Pferden unterwegs war, in einem abgelegenen Dorf spontan zu einem Hammelessen eingeladen, bei dem man mit Fingern von einer grossen Platte ass und gehörig Wodka dazu trank. Auf Mallorca mussten sich Touristen mit einer stundenlangen Wanderung das Hammelmahl erst verdienen und in verschiedenen Städten in Deutschland geht jeweils ein längerer Hammeltanz der Schlemmerei voraus.

Dann gibt es auch das «Hammelfest». Global gesehen ist es das grösste Fest im Islam und in verschiedenen Ländern sind es Festivitäten, manchmal mehrtägige, aufgrund verschiedensten Traditionen und Bräuchen.

Bei den Zürcher Stadtschützen dagegen geht es weit ruhiger zu und her. Im Mittelpunkt stehen vor allem Begegnungen von Personen aus den verschiedensten Verantwortungsbereichen, man trifft sich zum Gedankenaustausch, man knüpft neue oder bekräftigt bestehende Freundschaftsbande und bekommt obendrein erst noch ein wohlschmeckendes Hammelmenü vorgesetzt.

 

SSV-Präsident Luca Filippini (links), Renato Steffen (SSV-Vorstandsmitglied und Präsident der Schützengesellschaft Luzern) sowie Caroline Weber von der Schützengesellschaft Luzern verbrachten einen gemütlichen Abend.

 

Viel Prominenz

Wie gewohnt war die «Uertenstube» völlig ausgebucht, die Einladungskarten sind rar und heiss begehrt. An der Spitze der rund 100 Gäste begrüsste Stadtschützen-Obmann Michael Bloch vom Militär Korpskommandant Daniel Baumgartner (Chef Kommando Ausbildung), Divisionär Hans-Peter Kellerhals (Kdt Ter Div 4), Brigradier Peter C. Stocker (Direktor MILAK) sowie Katrin Stucki (Chefin SAT, Schiesswesen ausser Dienst) und von der hohen Politik Bruno Walliser (Nationalrat), Markus Kägi (Regierungspräsident), Gerold Lauber (Stadtrat), Peter Küng (Präsident Gemeinderat) und Karin Egli-Zimmermann (Präsidentin Kantonsrat). Neben vielen anderen Ehrengästen folgten weiters auch die Verbands-und Gesellschaftspräsidenten Luca Filippini (Schweizer Schiesssportverband SSV) und Urs Stähli (Zürcher Schiesssportverband, ZHSV), sowie Heinz Eng (Stadtschützen Olten), Ueli Augsburger (Stadtschützen Bern), Renato Steffen (Stadtschützen Luzern), Gérard Métral (Exercises de l’Arquebuse Genéve) und gleich fünf Zunftmeister dem Ruf der Zürcher Stadtschützen zum «Hammelessen».

 

Stadtschützen-Obmann Michael Bloch (Mitte) konnte Regierungspräsident Markus Kägi (links) und KKdt Daniel Baumgartner (Chef Kommando Ausbildung) begrüssen.

 

Tischreden

Einmal mehr richtete sich das Augenmerk auf die erwarteten Tischreden, wobei Stadtschützen-Obmann Michael Bloch die Redner jeweils mit kernigen Vorbemerkungen geschickt einzustimmen vermochte. Regierungspräsident Markus Kägi stellte exakt zehn Jahre nach seinem ersten «Hammelauftritt» fest, dass der Hammel in der Hauptrolle des Abends gar nicht unheilig sei und eine grosse Bedeutung in der Geschichte der Menschheit habe. «Die Bibel und die Kirchengeschichte sind entsprechend voll von Schafen und Pastoren», untermauerte er seinem biblisch-kirchlich-geschichtlichen Abriss, den er mit einigen Zitaten unterstrich. Schliesslich konnte er als Jäger einen Seitenhieb an einen Thurgauer «Kollegen» nicht verkneifen, der kürzlich auf der Jagd Schafe angeblich mit Wildschweinen verwechselt hatte.

Korpskommandant Daniel Baumgartner, im Zusammenhang mit der Armeereform WEA (Weiterentwicklung der Armee) seit Jahresbeginn Chef des Kommandos Ausbildung, umriss sein Kernthema damit, dass der Mensch Sorge zu tragen habe, Verantwortung übernehmen soll, Mut haben müsse etwas zu machen – wenn vielleicht auch einmal nicht Genehmes – und vor allem auch Begeisterung für die Sache haben und Ausdauer aufbringen soll, gesteckte Ziele zu erreichen.

Nicht politisch dafür umso humorvoller dankte Stadtrat Gerold Lauber, nach 2009 ebenfalls zum zweiten Mal am Hammelessen, für die Einladung. Er, der im Frühling aus dem Stadtrat zurücktritt, fühle sich hier ebenso wohl, wie auch völlig «fehl am Platz», meinte er. Er habe eben keine Ahnengalerie mit dem Hinweis auf zahlreiche Schützengenerationen. Er sei ein Immigrant, kein Asylant, eher Wirtschaftsflüchtling, und doch auch das wieder nicht, sondern er sei ganz einfach aus privaten Gründen nach Schwamendingen gezogen. Da lebe und arbeite er nun bald 35 Jahre, zuletzt als «Gemeindearbeiter», etwas entwurzelt und heimatlos, dem Süden entfremdet und im Norden höchstens geduldet. Deshalb erstaune ihn die Einladung zum «Hammel» schon etwas.

Mit dem Dank an das Jodler-Sextett für die Liedervorträge und an die Küchenbrigade für die Bereitstellung der delikaten Menüfolge fand das «Hammelessen 2018» seinen wie gewohnt würdigen Abschluss. (Werner Hirt)

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