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ISSF Weltcup Changwon (KOR), 20. bis 30. April 2018

Petra Lustenberger ist die beste Schweizerin

Petra Lustenberger konnte sich im <br>Vergleich zur Elimination steigern.
Petra Lustenberger konnte sich im
Vergleich zur Elimination steigern.

27.04.2018 - Auch im letzten Wettkampf am Weltcup Changwon (KOR; 20. bis 30. April) mit Schweizer Beteiligung gingen die Eidgenossen leer aus. Petra Lustenberger klassierte sich im Dreistellungsmatch Gewehr 50m auf dem 25. Rang und war damit beste Schweizerin.

 

Resultate
Gewehr 50m Dreistellung Frauen: Qualifikation, Final

 

1169 Punkte hatte Nina Christen (Wolfenschiessen NW) am 26. April in der Elimination Gewehr 50m Dreistellung geschossen. Hätte sie diese Leistung tags darauf wiederholt, sie wäre am Weltcup in Changwon (KOR) im Final gestanden. Doch die Nidwaldnerin kam nicht recht auf Touren. Mit 393 Punkten kniend startete sie zwar vielversprechend. Doch 390 Punkte liegend sind auf diesem Niveau zu wenig. Nina Christen verlor entscheidend an Boden. Mit 377 Punkten stehend war keine rangmässige Verbesserung mehr möglich. Für die Zeitmilitär-Sportsoldatin wäre angesichts der Tatsache, dass 1168 Punkte für den Final reichten, mehr drin gelegen. Nun klassierte sie sich mit 1160 Punkten auf dem 34. Rang. Am nächsten an einem Finalplatz dran war Petra Lustenberger (Rothenburg LU). Die Luzernerin steigerte sich gegenüber der Elimination, verlor aber in jeder Stellung den einen oder anderen Punkt zuviel, um zu den besten Acht zu gehören. Mit 388 Punkten kniend hielt sie den Anschluss an die erweiterte Spitze. 392 Punkte liegend halfen dann aber kaum, um weiter nach vorne zu stossen. Auch die 383 Punkte stehend waren solid. Aber solid zu sein, reicht auf diesem Niveau eben nicht aus. Mit 1163 Punkten blieb Lustenberger der 25. Rang. Andrea Brühlmann (Arbon TG) verlor gegenüber der Elimination vier Punkte. Sie büsste in allen Stellungen ein paar Zähler ein. Mit 1150 Punkten (384/389/377) reihte sie sich auf dem enttäuschenden 59. Rang ein.

Die Schweizerinnen konnten in Changwon also nicht zum Höhenflug ansetzen. An der Ranglistenspitze machten andere die Musik. Mit 1178 Punkten gewann Ziva Dvorsak (SLO) die Qualifikation vor Franziska Peer (AUT) und Jolyn Beer (GER). Von diesem Trio konnten sich am Ende zwei über Edelmetall freuen. Franziska Peer startete hervorragend in den Final. Nach den Kniend- und Liegend-Schüssen lag sie mit 3.3 Punkten und mehr vor der Konkurrenz. Doch es ist eine Binsenweisheit: Entschieden wird ein Dreistellungswettkampf im Stehend-Anschlag. Und hier schmolz der Vorsprung von Franziska Peer wie Schnee an der Frühlingssonne. Die Chinesin Wang Zeru übernahm das Zepter und führte zwei Schüsse vor dem Ende mit 1.9 Punkten Vorsprung. Mit einer 8.4 liess sie aber nochmals Spannung aufkommen. Franziska Peer zog mit der Chinesin gleich und musste ihr am Ende doch den Vortritt lassen. Ihre 9.8 im letzten Schuss stand einer 9.9 von Wang Zeru gegenüber. Die Chinesin siegte mit 458.3 Zählern mit dem Minimalvorsprung von 0.1 Punkten vor Peer. Bronze ging an Qualifikationssiegerin Ziva Dvorsak. (van)

 


Berichterstattung vom 26. April

 

Jan Lochbihler steigert sich - und doch reicht es nicht

 

In einem hochkarätigen Feld konnte sich Jan Lochbihler am Weltcup Changwon im Dreistellungsmatch mit dem Kleinkalibergewehr gegenüber der Elimination punktemässig steigern. Trotzdem hatte er keine Chance auf den Final. Einen Achtungserfolg durften Heidi Diethelm Gerber und Steve Demierre im Mixed-Team-Wettkampf mit der Luftpistole feiern.

 

Resultate
Gewehr 50m Dreistellung Männer: Qualifikation, Final
Pistole 10m Mixed Team: Qualifikation, Final
Gewehr 50m Dreistellung Frauen: Elimination 1, Elimination 2

 

Zeitplan und Resultate

 

Die Latte im Dreistellungswettkampf mit dem Kleinkalibergewehr der Männer lag am Weltcup in Changwon (KOR, 20. bis 30. April) hoch. Mit 1177 Punkten und 66 Innenzehnern qualifizierte sich Peter Gorsa (CRO) als Achter und damit Letzter für den Final. Qualifikationssieger Sergey Kamenskiy (RUS) erzielte 1185 Zähler. Zum Vergleich: der Schweizerrekord liegt bei 1180 Punkten. Die beiden Schweizer Jan Lochbihler (Holderbank SO) und Pascal Loretan (Düdingen FR) hätten zumindest an dieser Marke kratzen müssen, um eine Chance auf den Final zu haben. Das gelang keinem der beiden. Dabei konnten sich die Schweizer gegenüber der Elimination vom Vortag steigern und zeigten einen sehr ansprechenden Wettkampf. Lochbihler startete mit 390 Punkten kniend und liess sich damit alle Optionen offen. Auch mit 398 Punkten liegend konnte er mit den Besten mithalten. Wie schon so oft entschieden die Stehend-Passen gegen den Schweizer. Mit 382 Punkten verlor er stehend die Punkte, die es für eine Finalqualifikation bräuchte. Zum Vergleich: Die beiden bereits erwähnten Gorsa und Kamenskiy waren mit 394 respektive 393 Punkten die besten Stehend-Schützen. Es waren diese zehn Punkte, die letztlich fehlten. Mit 1170 Punkten und 57 Innenzehnern belegte Lochbihler den 31. Rang. 

 

Jan Lochbihler erzielte gute 1170 Punkte. Das reichte für den 31. Rang.

 

Pascal Loretan gelang im Vergleich zur Elimination ein gewaltiger Sprung. Zur Erinnerung: 1137 Punkte hatte Loretan am Vortag erzielt. Das hätte in der Qualifikation zum 74. (und damit drittletzten) Rang gereicht. Doch der Fribourger steigerte sich in jeder Stellung und blieb am Ende nur drei Punkte hinter seinem Teamkollegen. Diese verlor er kniend (389) und liegend (396). Stehend egalisierte er die 382 Punkte von Lochbihler. Mit 1167 Punkten (60 Innenzehner) reihte sich Loretan auf dem 39. Rang ein.

Zurück zu Sergey Kamenskiy: Am Russen war am Weltcup Changwon kein Vorbeikommen. Auch im Final legte er los wie die Feuerwehr, übernahm nach den Liegend-Passen die Führung und baute diese in der Stehend-Stellung aus. Mit 460.6 Punkten distanzierte er den Italiener Marco De Nicolo um 1.6 Zähler. Nachwuchstalent Istvan Peni aus Ungarn liess im Kampf um Bronze dem amerikanischen Altmeister Matthew Emmons das Nachsehen.

 

Achtungserfolg für Heidi Diethelm Gerber und Steve Demierre

Heidi Diethelm Gerber (Märstetten TG) gelang zusammen mit Steve Demierre (Auboranges FR) ein versöhnlicher Abschluss des Weltcups Changwon. Im Mixed-Team-Wettkampf mit der Luftpistole war angesichts des Weltklassefelds eine Finalqualifikation nicht zu erwarten. Mit 763 Punkten (23 Innenzehner) und dem 17. Rang zog sich das Schweizer Duo aber mehr als achtbar aus der Affäre. Wie schon im Einzelwettkampf vom 25. April missriet der Thurgauerin der Start. Wer mit zwei Achtern in den Wettkampf steigt, gewinnt nicht unbedingt an Selbstvertrauen. Nach 93 Punkten in der ersten Serie zeigte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin mit 96, 98 und 97 Punkten aber ihr eigentliches Potenzial auf. Sie steuerte 384 Punkte zum Team-Ergebnis bei. Steve Demierre startete ebenfalls mit einer Acht, erzielte in der ersten Serie aber dennoch 96 Punkte. Der Fribourger zeigte in der Folge mit 95, 93 und 95 Punkten (379 im Total) einen konstanten Wettkampf.

Trotzdem konnte das Schweizer Duo nie um einen Finalplatz mitreden. Das indische Team mit Manu Bhaker (392) und Om Prakash Mitharval (386) erzielte 778 Punkte und übertraf damit den Qualifikationsweltrekord von Sandra und Christian Reitz um einen Zähler. Das deutsche Ehepaar klassierte sich als fünftes Duo mit 771 Punkten gerade noch für den Final. Dort drehten die Deutschen auf, verbesserten mit 484.2 Punkten den Weltrekord von 482.8 Punkten der Russen Margarita Lomova und Artem Chernousov - und wurden doch nur Zweite. Ji Xiaojing und Wu Jiayu aus China dominierten die Konkurrenz und gewannen mit der neuen Bestmarke von 487.7 Zählern.

 

Alle drei Schweizerinnen sicher in der Qualifikation

Die Frauen bestritten am 26. April die Elimination für den Dreistellungswettkampf mit dem Kleinkalibergewehr. In der ersten Ablösung liess Nina Christen (Wolfenschiessen NW) nie Zweifel aufkommen, dass sie die Qualifikation vom 27. April verpassen könnte. Mit 1169 Punkten (389/394/386, 62 Innenzehner) erreichte sie in ihrer Ablösung den 7. Rang. Die 1169 Punkte bedeuten gleichzeitig neuen Schweizerrekord, da die Schweizer Frauen erstmals wettkampfmässig 3x40 statt wie früher 3x20 schossen. In der ersten Elimination fielen angesichts des erst auf diese Saison neu eingeführten Modus auch gleich zwei Weltrekorde: Snjezana Pejcic (CRO) erzielte 1180 Punkte (2 mehr als die bisherige Bestmarke), die Chinesin Wang Zeru gelang mit 1172 Punkten ein neuer Junioren-Weltrekord. In der zweiten Ablösung wurden diese Werte nicht übertroffen. Petra Lustenberger (Rothenburg LU) und Andrea Brühlmann (TG) kamen nicht an die 1169 Punkte von Nina Christen heran, schafften es aber problemlos in die Qualifikation. Lustenberger belegte mit 1157 Punkten (383/393/381) den 31. Rang, Brühlmann folgte mit drei Zählern weniger auf Platz 33 (383/392/379). Wollen sie um eine Finalqualifikation mitreden, müssen sich alle drei Schweizerinnen steigern. (van)

 


Berichterstattung von 25. April

 

Heidi Diethelm Gerber misslingt der Start

 

Es war kein Heidi Diethelm Gerber-Tag: Die sonst so konstante Thurgauerin erzielte am Weltcup in Changwon in der ersten Serie mit der Luftpistole nur 91 Punkte. Ein Finalplatz war damit in weite Ferne gerückt. Am Schluss blieb ihr Rang 41.

 

Resultate
Pistole 10m Frauen: Qualifikation, Final
Gewehr 50m Dreistellung Männer: Elimination 1, Elimination 2

Zeitplan und Resultate

 

Wer mit 91 Punkten an einem Weltcup in die Luftpistolen-Qualifikation startet, kann seine Siebensachen zusammenpacken. Zu hoch ist das Niveau, um diese Hypothek noch aufholen zu können. Genau dies ist Heidi Diethelm Gerber am 25. April am Weltcup in Changwon (KOR, 20. bis 30. April) widerfahren. Der Start in den Wettkampf misslang ihr damit gründlich. Zwar konnte sie sich mit der folgenden 97er-Serie etwas fangen. Die 93 Zähler in der dritten Serie machten aber auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung zunichte. Letztlich kam die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin auf 567 Zähler (14 Innenzehner) und musste sich mit dem 41. Rang zufrieden geben. «Heidi hat alles versucht», sagt Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport. Doch es wollte nichts zusammenpassen. «Und wenn es mal lief, kamen 9.9er in Serie dazu.» Dabei wäre es für Heidi Diethelm Gerber wichtig gewesen, einen guten Start zu erwischen, wie Ehemann und Trainer Ernst Gerber erklärt. «Ihr fehlt momentan mit der Luftpistole die Sicherheit. Da wird es mit einem Fehlstart für den weiteren Wettkampf auch nicht einfacher.»

 

Changwon war bis anhin kein gutes Pflaster für Heidi Diethelm Gerber.

 

Wie ein guter Start aussieht, zeigte die Französin Celine Goberville, die mit einer glatten 100 begann. Am Schluss belegte sie mit 580 Zählern in der Qualifikation hinter Vitalina Batsarashkina (RUS) punktgleich den zweiten Rang. Im Final triumphierte die Drittplatzierte der Qualifikation. Die Weissrussin Viktoria Chaika siegte mit 241.7 Punkten vor der Chinesin Ji Xiaojing und der Europameisterin und Final-Weltrekordhalterin Zorana Arunovic aus Serbien. Goberville und Batsarashkina landeten auf den Rängen 7 und 8.

 

Gewehr 50m Dreistellung: Beide Schweizer sind in der Qualifikation dabei

Im Einsatz waren am 25. April auch die beiden Gewehrschützen Pascal Loretan (Düdingen FR) und Jan Lochbihler (Holderbank SO). Ihr Auftritt in der Elimination Gewehr 50m Dreistellung war aber nicht viel mehr als ein Training unter Wettkampfbedingungen, schied doch jeweils nur der letzte Schütze der beiden Ablösungen aus. Diese Hürde war für beide Schweizer kein Problem, auch wenn Pascal Loretan mit Rang 37 in der ersten Ablösung nur zwei Schützen hinter sich liess. Will er in der Qualifikation ein Wörtchen mitreden, muss er sich gewaltig steigern. 1137 Punkte reichen auf internationaler Ebene nirgends hin. Der Fribourger verlor vor allem stehend den Anschluss und musste in den vier Serien zweimal eine Siebner-Wertung hinnehmen. Besser unterwegs war Jan Lochbihler. Mit 1168 Punkten (48 Innenzehner) klassierte er sich in der zweiten Ablösung der Elimination auf dem 9. Rang. Über alle 78 Schützen gesehen reihte er sich auf dem 15. Rang ein. Das weckt Hoffnungen. Mit einer Steigerung insbesondere in der Kniend- und in der Stehend-Stellung darf er sogar von einer Finalteilnahme träumen. (van)

 


Berichterstattung vom 24. April

 

Ansprechende Leistung von Steve Demierre

 

Die Finalplätze sah Steve Demierre im Luftpistolenwettkampf am Weltcup in Changwon zwar nur von ferne. Dennoch lieferte er in einem Weltklasse-Feld einen soliden Wettkampf ab - und machte mit einem Endspurt noch einige Plätze gut.

 

Resultate
Pistole 10m Männer: Qualifikation, Final

Zeitplan und Resultate

 

Steve Demierre (Auboranges FR) ist ein Krampfer und ein Kämpfer.  Diese Eigenschaften legte er im Luftpistolenwettkampf vom 24. April in Changwon einmal mehr an den Tag. Der Romand war mit 96, 95 und nochmals 95 Punkten solid in den Wettkampf gestartet. Dann folgte der Hänger: Die vierte Serie begann er mit zwei Achtern. Doch Demierre brach nicht ein, sondern kämpfte sich zurück. Mit 93 Zählern hielt er den Schaden in Grenzen. Dank 96 und 97 Punkten zum Abschluss konnte er mehrere Ränge gutmachen und sich mit 572 Punkten (16 Innenzehner) auf den 52. Rang vorarbeiten. In einem hochklassigen und ausgeglichenen Feld mit 87 Startern machen zwei Punkte schnell einmal zehn Ränge aus. Daniel Burger, Leiter Spitzensport beim SSV, freute sich über Demierres Reaktion auf den schwachen Start in die vierte Serie. «Steve hat heute zumindest zum Teil seine Fortschritte der letzten Monate gezeigt», sagt er. «Jetzt gilt es, die Puzzleteile zusammenzufügen.»

 

Steve Demierre klassierte sich auf dem 52. Rang.

 

Für den Final waren 581 Punkte und mindestens 24 Innenzehner nötig. Qualifikationsbester war der Bulgare Samuil Donkov mit 586 Zählern. Im Final musste er sich überflügeln lassen. Ihm blieb die bronzene Auszeichnung. Silber ging an Weltrekordhalter Shahzar Rivzi aus Indien (239.8), der sich nur um 0.2 Zähler dem Russen Artem Chernousov geschlagen geben musste. (van)

 


Berichterstattung vom 23. April

 

Trotz Aufholjagd: Heidi Diethelm Gerber verpasst den Final

 

Die Aufgabe war letztlich unlösbar: Heidi Diethelm Gerber lag nach der ersten Hälfte der Qualifikation auf dem 42. Zwischenrang. Zwar holte die Thurgauerin im Schnellfeuer auf. Zu mehr als Rang 23 reichte es aber nicht mehr. Chancenlos blieben die Luftgewehr-Mixed-Teams.

 

Resultate
Pistole 25m Frauen: Qualifikation, Final
Gewehr 10m Mixed Team: Qualifikation, Final

Zeitplan und Resultate

 

Diese Hypothek war zu gross: Mit 285 Punkten hat Heidi Diethelm Gerber (Märstetten TG) am 22. April den Präzisions-Teil mit der Sportpistole 25m absolviert. Das bedeutete Zwischenrang 42. Zwar hat die Thurgauerin schon mehrere Male bewiesen, dass sie unter Druck zu hervorragenden Leistungen fähig ist. Auch am Weltcup in Changwon zeigte sie im Schnellfeuer eine beeindruckende Aufholjagd: Mit 293 Punkten (98/99/96) schoss sie auf dem Niveau der Besten mit. Das belegen auch die 20 Innenzehner. Die 578 Punkte im Total reichten letztlich zum 23. Rang. 582 Punkte wären für den Final nötig gewesen. Es muss nicht lange spekuliert werden, wo sie diese vier Punkte verloren hat. Nach dem unbefriedigenden ersten Teil der Qualifikation hat Heidi Diethelm Gerber am zweiten Wettkampftag zumindest wieder viel Selbstvertrauen tanken können.

Dass sie Profi durch und durch ist, bewies die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin unmittelbar nach Abschluss der Qualifikation: Sie begann mit dem Trockentraining für den Lufpistolen-Wettkampf vom 25. April. Derweil schossen ihre Konkurrentinnen in einem hochklassigen und dramatischen Final die Medaillen untereinander aus. Die Australierin Elena Galiabovitch und die Chinesin Lin Yuemei erzielten beide 34 Treffer und mussten in den Shoot-off. Zunächst trafen beide zweimal, im zweiten Shoot-off setzte sich die Australierin mit 3 gegenüber 2 Treffern durch und feierte ihren ersten Weltcupsieg.

 

Heidi Diethelm Gerber (hier an der EM 2017 in Baku) machte 17 Ränge gut.

 

Die Mixed Teams bleiben chancenlos

Nach den Luftgewehr-Einzelwettkämpfen vom 22. April war klar, dass die Schweizer Luftgewehr-Mixed-Teams nur mit einem Exploit eine Finalchance haben würden. Dieser Exploit blieb aus. Jan Lochbihler (Holderbank SO) zeigte mit 416.8 Punkten zwar eine solide Leistung. Um ganz vorne mitzumischen, wären aber mindestens 418 Punkte nötig gewesen - und das von beiden Schützen. Andrea Brühlmann (Arbon TG) steuerte 414.5 Punkte bei. Schweiz 2 kam damit auf 831.3 Punkte. Das bedeutete Rang 23 mit fünf Punkten Rückstand auf den fünften, gerade noch finalberechtigten Platz. Schweiz 1 klassierte sich mit 829.8 Punkten auf dem 30. Rang. Petra Lustenberger (Rothenburg LU) knüpfte mit 417.2 Punkten an ihre gestrige Leistung an. Pascal Loretan (Düdingen FR) erzielte 412.6 Zähler.

An der Spitze wurde auf Weltrekord-Niveau geschossen. Das russische Duo Daria Vdovina (419.8) und Vladimir Maslennikov (418.9) erzielte mit 838.7 Punkten eine neue Bestmarke. Über dem alten Rekord von 837.9 Punkten blieben auch die zweitklassierten Song Soojoo (419.7) und Keum Jihyeon (418.6) aus Südkorea mit 838.3. Wie ein Exploit aussieht, zeigte die Italienerin Petra Zublasing. Sie erzielte sensationelle 421.6 Punkte und führte Italien 1 praktisch im Alleingang in den Final. Dort überflügelte das chinesische Duo Zhao Ruozhu und Yang Haoran die Konkurrenz und gewann mit 499.3 vor dem russischen Team und den Lokalmatadoren aus Südkorea. (van)

 


Berichterstattung vom 22. April

 

Petra Lustenberger ist nah dran

 

Petra Lustenberger schnupperte am ISSF-Weltcup in Changwon lange an einer Finalqualifikation. Einen Platz unter den besten Acht vergab sie erst gegen Schluss. Die weiteren Luftgewehrschützinnen und -schützen konnten nicht ganz vorne mithalten. Auch Heidi Diethelm Gerber muss um den Finaleinzug zittern.

 

Resultate
Gewehr 10m Männer: Qualifikation, Final
Pistole 25m Frauen: Präzision
Gewehr 10m Frauen: Qualifikation, Final

Zeitplan und Resultate

 

Es war über weite Strecken eine ganz starke Leistung von Petra Lustenberger. Die Rothenburgerin lag am ISSF Weltcup in Changwon mit dem Luftgewehr nach 40 Schuss auf Finalkurs. Leider konnte sie das hohe Niveau in den letzten beiden Serien nicht ganz halten. Angesichts der hohen Leistungsdichte wirken sich auch kleinste Schwächen brutal aus: Statt auf der grossen Finalbühne zu stehen, resultierte mit 625.8 Punkten der 19. Platz für die NLZ-Athletin. Petra Lustenberger begann mit 106.1 Punkten hervorragend und grüsste von der virtuellen Tabellenspitze. Die 104.4 Punkte in der zweiten Serie durften sich ebenfalls sehen lassen. Die 103.0 Zähler in der dritten Serie kompensierte sie mit 105.5 Punkten in der vierten Serie. Erst die 103.6 und 103.2 Zähler zum Schluss liessen sie zurückfallen. «Dennoch ist dieser 19. Rang ein tolles Ergebnis für sie», lobt Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport.

Nicht ganz auf diesem Niveau schossen Nina Christen (Wolfenschiessen NW) und Andrea Brühlmann (Arbon TG). Christen schoss einen ausgeglichenen Wettkampf. Mit 622.8 Punkten klassierte sie sich auf dem 40. Rang. Nach alter Wertung hätte sie hervorragende 599 Punkte erzielt. Doch ihr fehlten die hohen Zehner, um sich in einem hochklassigen Feld weiter vorne einzureihen. Andrea Brühlmann vergab eine bessere Klassierung mit 100.4 Punkten in der letzten Serie. Die Thurgauerin überzeugte insbesondere im Mittelteil, als sie nach einem zögerlichen Start etwas frecher unterwegs war. Eine kleine Rhythmusänderung ab dem 45. Schuss brachte sie dann in Schieflage. Mit 618.4 Zählern belegte sie den 69. Rang bei 100 Schützinnen.

 

Petra Lustenberger war am Weltcup in Changwon lange auf Finalkurs.

 

Für den Finaleinzug wären 628.0 Punkte nötig gewesen. Übersprungen haben diese Hürde sechs Asiatinnen sowie die Norwegerin Jenny Stene und die Europameisterin Stine Nielsen aus Dänemark. Die Chinesin Wu Mingyang erzielte mit 629.6 einen neuen Qualifikationsweltrekord. Einen neuen Weltrekord gab es auch im Final. Die erst 20-jährige Chinesin gewann an ihrer ersten Teilnahme an einem ISSF-Weltcup (!) mit 252.4 Punkten und verbesserte die Bestmarke ihrer Landsfrau Shi Mengyao um 0.3 Zähler. Silber ging an Lin Ying-Shin aus Taiwan, Jenny Stene (NOR) sicherte sich Bronze.

 

Schweizer Männer im Mittelfeld

Die Trauben hängen auf der internationalen Bühne sehr hoch. Zu hoch für die Schweizer. In einem hochklassigen Feld konnten Jan Lochbihler (Holderbank SO) und Pascal Loretan (Düdingen FR) nie um einen Finalplatz mitreden. 627.0 Punkte wären für einen Rang unter den ersten Acht nötig gewesen. 104.6 Punkte pro Serie sind im Schnitt gefordert. Jan Lochbihler übertraf diesen Wert mit 104.7 und 104.9 Punkten in der ersten und letzten Serie. Damit schuf er sich ein zu kleines Polster, um eine schwächere Serie ausgleichen zu können. Die 101.6 Zähler in der zweiten Serie machten bereits frühzeitig jegliche Ambitionen zunichte. Mit 621.9 Punkten klassierte sich der Solothurner auf dem 48. Rang. Nur 0.2 Punkte weniger erzielte Pascal Loretan. Er fing zwei schlechtere Serien ein, konnte mit 105.7 Punkten in der zweiten Serie aber einiges wettmachen und sich auf den 51. Rang arbeiten. Insgesamt waren 92 Schützen angetreten. In der Qualifikation war der Chinese Yang Haoran mit 632.9 Punkten klar der Beste. Im Final musste er sich allerdings übertrumpfen lassen. Der Russe Alexander Dryagin gewann mit 251.2 Punkten und übertraf damit den Weltrekord seines Landsmanns Vladimir Maslennikov um 0.2 Zähler. Ebendieser Maslennikov belegte den zweiten Platz. Bronze ging an den jungen Ungarn Istvan Peni.

 

Pascal Loretan musste sich mit einem Platz im Mittelfeld abfinden.

 

Daniel Burger, Leiter Spitzensport im SSV, war mit dem Auftritt der beiden Schweizer trotzdem zufrieden. «Beide zeigen einen klaren Aufwärtstrend, was Stabilität, Wettkampf-Management sowie Ruhe und Sicherheit angeht», erklärt er. Für die vorderen Plätze brauche es aber noch einiges. «Wir werden weiterhin intensiv arbeiten, um die Lücke schliessen zu können.»

 

Heidi Diethelm Gerber muss sich steigern

Einiges an Arbeit wartet auch auf Heidi Diethelm Gerber (Märstetten TG). Sie, die die Weltcup-Finalqualifikationen im Abonnement gelöst zu haben scheint, muss nun zittern. Die erste Hälfte der Qualifikation in ihrer Paradedisziplin Sportpistole 25m gelang ihr überhaupt nicht nach Wunsch. Mit 285 Punkten (94/94/97) belegt sie lediglich den 42. Zwischenrang. Auf die finalberechtigten Plätze fehlen bereits sechs Punkte und mehr. Verloren ist aber noch nichts: Heidi Diethelm Gerber ist bekannt dafür, dass sie unter Druck nochmals zulegen und im Schnellfeuer (Montag, 23. April, 2 Uhr Schweizer Zeit) noch viele Ränge gutmachen kann. Darauf hofft auch Daniel Burger. Zwar sei es schwierig, den Finaleinzug noch zu realisieren. «Aber Heidi hat uns schon unzählige Male bewiesen, dass sie solche Situationen noch zu ihren Gunsten drehen kann.» In den Trainings lief es der Thurgauerin rund, doch seit einigen Wochen hat sie kein gutes Gefühl. «Sie spürt den Griff der Sportpistole nicht richtig», erklärt Daniel Burger. Das wirke sich im Wettkampf aus, Ruhe und Sicherheit fehlten. (van)

 

Heidi Diethelm Gerber (hier am Weltcup München 2017) muss für die zweite Wettkampfhälfte über die Bücher.

 


Vorschau

 

Der WM-Test steht an

 

Klein, aber fein: So kann die Schweizer Delegation am ISSF Weltcup in Changwon umschrieben werden. Bis am 28. April werden sieben Athletinnen und Athleten in der WM-Anlage gegen die Weltelite antreten.

 

Zeitplan und Resultate

 

Die Weltmeisterschaften in der südkoreanischen Millionenstadt Changwon (31. August bis 15. September) sind der unbestrittene Saisonhöhepunkt für die Schützinnen und Schützen. Rund vier Monate, bevor in Changwon der Startschuss fällt, ist die Schiesssport-Weltelite ein erstes Mal zu Gast in Südkorea. Auf der WM-Anlage wird ein ISSF Weltcup durchgeführt, der zweite nach dem Wettkampf in Guadalajara (MEX). Die Schweiz ist mit einer kleinen, aber feinen Delegation an die WM-Stätte gereist. Im Aufgebot stehen die drei Gewehrschützinnen Andrea Brühlmann (Arbon TG), Nina Christen (Wolfenschiessen NW) und Petra Lustenberger (Rothenburg LU), die beiden Gewehrschützen Jan Lochbihler (Holderbank SO) und Pascal Loretan (Düdingen FR), Pistolenschütze Steve Demierre (Auboranges FR) und Pistolenschützin Heidi Diethelm Gerber (Märstetten TG).

 

Hell und einladend: So präsentiert sich die Schiesssportanlage in Changwon (KOR), auf der im September um WM-Medaillen geschossen wird.

 

Heidi Diethelm Gerber hat als einzige bereits am ersten Weltcup teilgenommen. Sie qualifizierte sich sowohl mit der Sportpistole als auch mit der Luftpistole für den Final und reiste mit einem 7. und einem 8. Rang aus Mexiko nach Hause. Finalqualifikationen sind auch in Changwon das Ziel, auch wenn die Konkurrenz noch etwas grösser geworden ist. Von den besten Schützinnen und Schützen lässt sich fast niemand die WM-Hauptprobe entgehen. 876 Athletinnen und Athleten aus 70 Nationen sind gemeldet. In den 15 Medaillen-Entscheidungen in den Olympischen Disziplinen sind 1400 Starts zu verzeichnen.

 

Die neue Schweizer Fahne? Nicht ganz: Jan Lochbihler posiert vor der Nationalflagge von Tonga.

 

Mit der Anlage vertraut machen

Für die Schweizer Schützinnen und Schützen geht es beim WM-Test in Changwon nicht nur um die Rangierungen, sondern auch darum, sich mit der Anlage, die für die WM neu erstellt wurde, vertraut zu machen. Wie Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport, sagt, ist die WM-Arena grosszügig gestaltet. «Es ist hell und freundlich», beschreibt er seinen ersten Eindruck. Die Schweizer Schützen konnten am Donnerstag bereits ein erstes Mal auf der Anlage trainieren. Am Samstag, 21. April, stehen die Pre-Event-Trainings auf dem Programm. Am Abend findet die Eröffnungsfeier statt. Ab Sonntag geht es dann um Weltcuppunkte. (van)

 

Von einer solch grosszügigen Anlage können die Schweizer Schützen (hier Jan Lochbihler) nur träumen.

 

Programm (Schweizer Zeit)

Sonntag, 22. April

2.00-3.15 Gewehr 10m Männer Ablösung 1 mit Pascal Loretan
2.00-4.05 Pistole 25m Frauen Präzision mit Heidi Diethelm Gerber
4.00-5.15 Gewehr 10m Männer Ablösung 2 mit Jan Lochbihler
6.00-7.15 Gewehr 10m Frauen Ablösung 1 mit Nina Christen
6.15 Final Gewehr 10m Männer  
8.00-9.15 Gewehr 10m Frauen Ablösung 2 mit Petra Lustenberger und Andrea Brühlmann
10.15 Final Gewehr 10m Frauen  
     

Montag, 23. April

2.00-3.20 Pistole 25m Frauen Schnellfeuer mit Heidi Diethelm Gerber
3.30-4.20 Gewehr 10m Mixed Team Qualifikation mit Lustenberger/Loretan und Brühlmann/Lochbihler
4.30 Final Pistole 25m Frauen  
6.45 Final Gewehr 10m Mixed Team  
     

Dienstag, 24. April

2.00-3.15 Pistole 10m Männer Ablösung 1  
4.00-5.15 Pistole 10m Männer Ablösung 2 mit Steve Demierre
6.15 Final Pistole 10m Männer  
     

Mittwoch, 25. April

1.30-4.15 Gewehr 50m 3-St Männer Elimination 1 mit Pascal Loretan
2.00-3.15 Pistole 10m Frauen mit Heidi Diethelm Gerber
4.15 Final Pistole 10m Frauen  
5.00-7.45 Gewehr 50m 3-St Männer Elimination 2 mit Jan Lochbihler
     

Donnerstag, 26. April

1.30-4.15 Gewehr 50m 3-St Männer  
5.00-7.45 Gewehr 50m 3-St Frauen Elimination 1  
5.15 Final Gewehr 50m 3-St Männer  
6.00-6.50 Pistole 10m Mixed Team mit Heidi Diethelm Gerber und Steve Demierre
7.45 Final Pistole 10m Mixed Team  
8.30-11.15 Gewehr 50m 3-St Frauen Elimination 2  
     

Freitag, 27. April

2.00-4.45 Gewehr 50m 3-St Frauen  
5.45 Final Gewehr 50m 3-St Frauen  

 

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