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Weltmeisterschaften Gewehr/Pistole Changwon (KOR), 31. August bis 15. September 2018

Gelungene Darbietung in Korea

Team-Bronze mit dem Standardgewehr<br>3x20 (v.l.): Jan Lochbihler, Gilles Dufaux<br>und Andrea Rossi.
Team-Bronze mit dem Standardgewehr
3x20 (v.l.): Jan Lochbihler, Gilles Dufaux
und Andrea Rossi.

14.09.2018 - Die Schweizer Schützen kehrten mit sieben Medaillen von den Weltmeisterschaften in Changwon (KOR) nach Hause zurück. Nina Christen verpasste einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020 lediglich um einen Rang – die Schweizer Delegation verpasste so ihr selbst gestecktes Ziel nur knapp.


Resultatebuch


Ganz hartgesottene Fans der Schweizer Sportschützen mussten den Wecker am siebten Tag der Weltmeisterschaften in der südkoreanischen Millionenmetropole Changwon ganz früh stellen – oder am besten gar nicht erst ins Bett: Am Samstag, 2. September 2018, begann um 1.30 Uhr mitteleuropäische Zeit der Wettkampf der Frauen in der Königsdisziplin Gewehr 50m Dreistellung. Man durfte gespannt sein: Bereits der ausgezeichnete sechste Rang mit dem Gewehr 50m liegend drei Tage zuvor zeigte, dass mit Nina Christen zu rechnen ist.
Auch im Dreistellungsmatch war Christen am Tag X parat: In einem hochkarätig besetzten Umfeld schaffte die Profi-Athletin den Sprung unter die besten Acht der Welt. Im Final überstand Christen die Knockouts gegen die Österreicherin Franziska Peer, Jenny Stene aus Norwegen und Xiangyan Wan aus China. Gegen die Kroatin Snjezana Pejcic unterlag Christen mit 424.4 gegen 426.2 Punkten und klassierte sich schliesslich auf dem hervorragenden fünften Rang. Einziger Wermutstropfen: den Quotenplatz für die Olympischen Spielen in Tokyo 2020 verpasste die Nidwaldnerin um einen Rang. «Klar bin ich ein wenig enttäuscht. Aber das knappe Resultat gibt mir die Zuversicht, dass ich den Quotenplatz nächstes Jahr holen werde», ist Nina Christen überzeugt.


Männer Gewehr 300m brachen den Bann

Die Schweizer Delegation hatte sich für die WM in Changwon mit dem Gewinn von vier Medaillen und einem Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo hohe Ziele gesteckt. Nachdem Nina Christen letzteres knapp verfehlte und die Eidgenossen auch nach Tag sieben der WM kein Edelmetall vorzuweisen hatten, stieg der Druck – umso grösser war die Erleichterung, als das Männer-Team mit Marcel Ackermann, Gilles Dufaux und Jan Locbhihler am achten Tag der WM Nerven bewies und sich mit dem Gewehr 300m liegend die Silbermedaille im Teamwettbewerb sicherte.
Die erste Medaille schien das Schweizer Team zu erlösen: Am Folgetag holte sich Silvia Guignard in derselben Disziplin Bronze – es war die erste Medaille für die Schweiz in einem Einzelwettbewerb. Silvia Guignard, Andrea Brühlmann und Marina Schnider gewannen zudem die Bronzemedaille im Teamwettkampf.
In den darauffolgenden Tagen sammelten die Schweizer Schützen fleissig Medaillen: Die Männer sicherten sich Team-Bronze mit dem Standardgewehr 3x20. Auch die Frauen holten im Dreistellungsmatch Gewehr 300m mit Bronze die zweite Teammedaille. Am letzten Tag der Weltmeisterschaften schlugen die Schweizer Gewehrschützen nochmals zu: Im Dreistellungsmatch Gewehr 300m gewann Gilles Dufaux mit Bronze die ersehnte Einzelmedaille. Das Team mit Dufaux, Jan Lochbihler und Andrea Rossi wurde zudem Vize-Weltmeister.

Alles in allem dürfen die Schweizer Schützinnen und Schützen mit der Ausbeute in Changwon zufrieden sein: Mit den sieben Medaillen wurde das Ziel von vier Medaillen übertroffen. Der angestrebte Quotenplatz für Tokyo 2020 wurde um lediglich einen Rang verpasst. Wäre Nina Christen im Dreistellungsmatch Gewehr 50m Vierte statt Fünfte geworden, hätte die Schweiz das erste Olympiaticket bereits auf sicher gehabt. Ein Versprechen für die Zukunft waren nicht zuletzt auch die Leistungen der Juniorinnen – allen voran Franziska Stark, die sich mit dem Gewehr 50m Dreistellung für den Final qualifizierte und schliesslich hervorragende Achte wurde. In der Teamwertung klassierten sich die Juniorinnen auf dem hervorragenden vierten Rang.


 

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Berichterstattung vom 14.9.18

Bronze für Gilles Dufaux, Silber für das Team

Am letzten Tag der Weltmeisterschaften in Changwon haben die Schweizer Gewehrschützen nochmals zugeschlagen. Im Dreistellungsmatch Gewehr 300m gewann Gilles Dufaux mit Bronze die ersehnte Einzelmedaille. Das Team mit Dufaux, Jan Lochbihler und Andrea Rossi wurde Vize-Weltmeister.


Resultate Gewehr 300m 3x40 Männer: Einzel, Team

 

Die Schweizer 300m-Schützen setzten ihre Erfolgsserie auch am letzten Wettkampftag der Weltmeisterschaften in Changwon (KOR) fort. Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) und das Team mit Dufaux, Jan Lochbihler (Holderbank SO) und Andrea Rossi (Dietfurt SG) gewannen die Medaillen sechs und sieben für die Schweiz an diesen Titelwettkämpfen. Mit Bronze eroberte der junge Fribourger die ersehnte Einzelmedaille. Danach hatte es zuerst aber nicht ausgesehen. Nach den Kniend- und Liegend-Passen lag Dufaux zwar in den Top Ten, aber nicht auf einem Medaillenrang. Teamkollege Jan Lochbihler, der Finne Aleksi Leppa und der einheimische Cheon Min Ho, die das Zwischenklassement anführten, hatten einen Vorsprung von sieben Punkten. «Es sah nicht gut aus für Gilles», sagt Daniel Burger, Leiter Spitzensport im SSV. Doch nicht Lochbihler sollte am Schluss auf dem Podest stehen, sondern eben Dufaux, der in den vier Stehend-Serien eine ganz starke Leistung zeigte und mit 387 Punkten hinter dem Vize-Weltmeister Istvan Peni aus Ungarn und dem elftplatzierten Österreicher Bernhard Pickl drittbester Schütze war. In der zweiten Stehend-Passe gelang Dufaux gar das Kunststück, makellose 100 Punkte zu schiessen. Dabei fing es überhaupt nicht gut an: Beim Einschiessen für den Stehend-Teil reihte Dufaux Nuller an Nuller. Zuerst ging das Team von einem Scheibenfehler aus. Nach 20 Minuten entschied die Jury, dass Dufaux die Scheibe wechseln durfte. Doch auch dort gab es nur Nuller. Nun nahm Dufaux sein Gewehr unter die Lupe. Es stellte sich heraus, dass der Korntunnelträger gebrochen war. Der Wechsel musste nun schnell passieren, danach musste sich Gilles Dufaux neu fokussieren. Das gelang: An Leppa, der stehend nur zwei Punkte einbüsste, und an Peni, der vor den Stehend-Passen gleichauf mit dem Schweizer lag, kam Dufaux zwar nicht vorbei, er arbeitete sich aber bis auf den Bronzeplatz vor. Mit 1167 Punkten distanzierte er den Dänen Steffen Olsen um vier Zähler. Auf Silber verlor er zwei, auf Gold fünf Punkte.

 

Bei Jan Lochbihler war der Akku leer

Den umgekehrten Weg ging Jan Lochbihler. Von der Ranglistenspitze fiel er auf den 5. Rang zurück. Das Unheil begann mit dem 84. Schuss, der weit rechts aussen im Sechser-Ring landete. In der letzten Stehend-Passe kamen eine 7 und eine 8 hinzu. Mit 375 Punkten stehend und 1162 Ringen total musste er sich mit einem Ehrenplatz zufriedengeben. Seine Leistung war angesichts des Mammutprogramms, das der Solothurner an der WM absolviert hat, einmal mehr beeindruckend. «Sein Akku war nach dieser langen WM leer», analysiert Daniel Burger. Der dritte fünfte Rang an dieser WM zeuge aber von Lochbihlers Konstanz auf höchstem Niveau.

Wie schon mit dem Standardgewehr 300m wollte Andrea Rossi auch mit dem Gewehr 300m nicht viel gelingen. Für ihn waren die Felle bereits nach dem 18. Schuss davon geschwommen. Rossi musste sich in der zweiten Kniend-Serie einen Nuller schreiben lassen, sein Schuss ging auf die Nachbarscheibe. «Andrea hat wegen dieses Nullers gelitten», sagt Daniel Burger. Der Fehler warf ihn komplett aus der Bahn. Auch danach schlichen sich immer wieder Fehler ein. Am Ende blieb dem gebürtigen Tessiner mit 1132 Punkten der 25. Rang.

 

Dramatischer Wettkampfverlauf

Leer ging Andrea Rossi trotzdem nicht aus: Er durfte sich zusammen mit Lochbihler und Dufaux die Team-Silbermedaille umhängen lassen. Besser als das Schweizer Trio war lediglich das Team aus Österreich. Gernot und Stefan Rumpler sowie Bernhard Pickl erzielten gemeinsam 3469 Punkte, die Schweizer folgten mit 3461 Zählern knapp dahinter. Wäre der Nuller von Andrea Rossi nicht gewesen, hätte sogar Gold in Griffweite gelegen. Doch die Schweizer sollen und dürfen sich über die Silbermedaille freuen, denn von hinten drückte die Konkurrenz. «Viel mehr Dramatik geht gar nicht», sagt Daniel Burger, Leiter Spitzensport im SSV. Die drittklassierten Franzosen hatten lediglich zwei Punkte Rückstand, weitere zwei Punkte dahinter lagen die erfolgsverwöhnten Norweger und nochmals mit einem Zähler weniger zurück klassierten sich die Südkoreaner auf Rang 5. Statt Silber hätte es für die Schweiz auch die lederne Medaille geben können. Deshalb: die Schweiz hat Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Das betont auch Daniel Burger: «Angesichts des Wettkampfverlaufs und der verschiedenen Vorfälle ist das ein riesiger Erfolg.» Andere Nationen wie die Franzosen oder die Norweger, die von den Schweizern noch abgefangen wurden, seien nach dem Wettkampf konsterniert gewesen. «Gilles, Jan und Andrea haben das super gemacht», lobt Burger. «Und das bei erneut äusserst schwierigen Bedingungen mit starkem Regen, böigem Wind und dunklen Sichtverhältnissen.» 

 

Schweizer übertreffen die Zielsetzung

Mit dem Dreistellungsmatch Gewehr 300m 3x40 sind die Weltmeisterschaften in Changwon für das Schweizer Team zu Ende gegangen. Mit sieben Medaillen – alle in den 300m-Disziplinen – wurde das Ziel von vier Medaillen weit übertroffen. Der angestrebte Quotenplatz für Tokyo 2020 wurde um lediglich einen Rang verpasst. Wäre Nina Christen im Dreistellungsmatch Gewehr 50 Vierte statt Fünfte geworden, hätte die Schweiz das erste Olympiaticket bereits auf sicher gehabt. Doch die beiden Top-Ten-Klassierungen von Nina Christen und die sehr guten Leistungen der Gewehr-Juniorinnen machen Hoffnung. Auch die Pistolenschützen brauchen sich nicht zu verstecken. Sandro Loetscher zeigte vor dem Bruch des Schlagbolzens in seiner Pistole eine hervorragende Leistung. Auch der disqualifizierte Steve Demierre war mit der Luftpistole nah an der Weltspitze. Heidi Diethelm Gerber konnte sich zwar für einmal nicht für die Finals mit der Luftpistole und der Sportpistole qualifizieren, wer die Thurgauerin kennt, weiss aber, dass das im nächsten Wettkampf bereits wieder anders sein kann. (van)


 

Berichterstattung vom 12.9.2018

 

 

Zweimal Teambronze für die Schweiz

 

Das Schweizer 300m-Team sammelt an den Weltmeisterschaften in Changwon weiterhin fleissig Medaillen. Nach Team-Silber im Liegendmatch gewannen Jan Lochbihler, Gilles Dufaux und Andrea Rossi Bronze mit dem Standardgewehr 3x20. Auch die Frauen holten die zweite Teammedaille: Wie im Liegendmatch gab es auch im Dreistellungsmatch Bronze. Einzeln reichte es einmal mehr knapp nicht für Edelmetall.

 

Resultate
Standardgewehr 300m 3x20: Einzel, Team
Gewehr 300m 3x40 Frauen: Einzel, Team

 

Impressionen

 

Und wieder war es nur ein einziger Punkt: Jan Lochbihler (Holderbank SO) verpasste wie schon im Liegendmatch Gewehr 300m auch im Wettkampf mit dem Standardgewehr 3x20 die Medaillen nur hauchdünn. Während es im Liegendmatch auch noch zwei Innenzehner gebraucht hätte, wäre mit dem Standardgewehr ein mickriges Pünktchen genug gewesen, um von Rang 5 auf Rang 2 vorzustossen. Das zeigt, wie eng die Weltspitze auch im 300m-Bereich beieinander liegt. Unangefochten war lediglich der Finne Aleksi Leppa, der mit 580 Punkten den Dreistellungsmatch mit dem Standardgewehr überlegen gewann. Dahinter folgten drei Schützen mit 576 Punkten, auf Rang 5 Lochbihler mit 575 Zählern. Mit seinen 22 Mouchen, so viele wie sonst niemand im ganzen Starterfeld, hätte er die drei vor ihm liegenden Schützen allesamt überholt. «Jan hat heute sein aussergewöhnliches Können gezeigt», lobt ihn Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport. «Er hat in dieser Windschlacht mit grossem Kampfgeist und hervorragender Taktik bestanden.» Nach den Kniend- und Liegend-Schüssen lag der Solothurner zwei Punkte hinter dem Norweger Odd Arne Brekkne auf dem zweiten Rang. Stehend holte er auf den starken Norweger gar einen Punkt auf – auch weil er taktisch klug die guten Bedingungen abgewartet hat. So gab er den letzten Schuss acht Sekunden vor Ablauf der Zeit ab. Weil aber andere Schützen stehend noch besser trafen, blieb Lochbihler nur der fünfte Platz. Lediglich zwei Ränge dahinter folgt mit Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) der zweite Schweizer. Mit seinen 574 Punkten verpasste er das Podest um zwei Zähler. «Die Wettkampfreife, die Jan bereits hat, fehlt Gilles noch», sagt Daniel Burger zum Abschneiden des Fribourgers. «Er hat sich mit Fehlern selber in Rücklage gebracht, und ihm hat die Geduld gefehlt.» So habe er am Schluss anstatt zuzuwarten den Wettkampf rasch beendet. «Er hat mit einem Achter ausgeschossen, mit einem Zehner hätte er die Medaille gehabt.» Dufaux sei ein junger Athlet, der weitere Erfahrungen sammeln müsse. Nicht ganz auf demselben Niveau schoss Andrea Rossi (Dietfurt SG) bei seinem ersten Einsatz an den Weltmeisterschaften. Er verlor kniend und stehend Punkte und klassierte sich mit 559 Zählern auf dem 24. Rang. «Bei ihm passte nicht viel zusammen», so Burger. Rossi habe aber auch etwas Pech bei der Scheibenauslosung gehabt. «Letztlich war es aber schlicht und einfach der eine oder andere Fehler zu viel, die zu diesem Resultat geführt haben.»

 

Andrea Rossi, Jan Lochbihler und Gilles Dufaux standen als Dritte neben den Norwegern und den Südkoreanern auf dem Podest.

 

Die mannschaftliche Ausgeglichenheit der Schweizer zahlte sich dafür einmal mehr in der Teamwertung aus. Nichts auszurichten war gegen die bärenstarken Norweger, die mit 1722 Punkten den Weltmeistertitel für sich beanspruchten. Die Schweizer lieferten sich ein packendes Duell mit den Südkoreanern um Silber und Bronze, das mit 1711 gegenüber 1708 Punkten zugunsten der Einheimischen ausging. Von den viertklassierten Franzosen drohte nie Gefahr. Der Vorsprung betrug am Schluss satte 17 Punkte. Wie schon im Liegendmatch war das Schweizer Team aber in einer Hinsicht weltmeisterlich: Erneut hat das Schweizer Team mit Abstand am meisten Mouchen geschossen. Daniel Burger ist mit der Bronzemedaille zufrieden. «Wir haben etwas in den Händen, ambitionierte Teams wie Österreich oder Frankreich sind leer ausgegangen. Der Wettkampf habe einmal mehr gezeigt, wie schwierig es in Changwon ist, gute Resultate zu erreichen. «Diese Schiessanlage bringt die meisten Athleten an ihre Grenzen.»

 

Müde, aber glückliche Schweizer Schützen (von links): Jan Lochbihler, Gilles Dufaux und Andrea Rossi.

 

Auch die Frauen holen Bronze

Was die Schweizer Männer können, können die Frauen auch – und das bei äusserst schwierigen Bedingungen mit unberechenbarem Wind und einer Thermik, die alles von den Athletinnen abverlangte: Silvia Guignard (Zürich), Andrea Brühlmann (Egnach TG) und Marina Schnider (Ennetbürgen NW) holten im Dreistellungsmatch Gewehr 300m wie bereits in der Liegend-Konkurrenz die bronzene Auszeichnung im Team. Unantastbar war das Team aus Deutschland, das mit 3469 Punkten überlegen den Weltmeistertitel feiern durfte. Die Schweizerinnen massen sich mit dem Trio aus Österreich. Die Nachbarn hatten am Ende mit 3436 gegenüber 3429 Punkten knapp die Nase vorn. Die Schweizerinnen zeigten einmal mehr eine ausgeglichene Teamleistung ohne Ausreisser nach unten – aber leider auch ohne Ausreisser nach oben. Mit 1150 Punkten war Silvia Guignard die Beste des Schweizer Teams. Das reichte für den 7. Rang. Auf die Medaillen fehlten ihr neun Zähler. Eine bessere Klassierung vergab sie am Ende der Liegendpassen und mit einer Schwächephase in den Stehend-Serien. Sechs Zähler weniger konnte Marina Schnider verbuchen. Ihr klebte nicht zum ersten Mal das Pech an den Füssen. Nach dem Einschiessen konnte ihre Scheibe nicht von Probe auf Wettkampf umgestellt werden. Sie musste die Scheibe wechseln und neu mit dem Einschiessen beginnen. «Das hat sie für einen Moment lang verunsichert», erklärt Daniel Burger. Nicht verwunderlich also, dass sie sich in den Kniend-Passen einen Rückstand auf die Konkurrenz einhandelte, den sie trotz guter Liegend- und Stehend-Serien nicht mehr aufholen konnte. Marina Schnider konnte den Wettkampf trotzdem mit einem Lächeln im Gesicht abschliessen – im Wissen um eine weitere Team-Medaille. Als 15. mit 1135 Punkten rundete Andrea Brühlmann die Schweizer Bilanz ab. «Ihr Wettkampf war vom ersten bis zum letzten Schuss ein Kampf», analysiert Daniel Burger. «Schadensbegrenzung», nannte es Andrea Brühlmann selbst. Ihr Fokus lag vor allem darauf, die Team-Medaille zu ermöglichen – mit Erfolg.

Die deutschen Frauen durften nicht nur im Team, sondern auch in der Einzelwertung jubeln: Lisa Müller und Jolyn Beer feierten mit je 1161 Punkten einen Doppelsieg. Gold ging an Müller, die vier Innenzehner mehr erzielt hatte. Bronze eroberte die Schwedin Elin Ahlin. (van)

 


Berichterstattung vom 11.9.2018

 

Achter Rang für Franziska Stark

 

Im letzten Final in einer olympischen Disziplin an den Weltmeisterschaften in Changwon war eine Schweizerin im Kampf um die Medaillen dabei. Franziska Stark qualifizierte sich als Achte für den Final. Diesen Rang belegte sie auch ganz am Schluss.

 

Resultate Gewehr 50m Dreistellung Juniorinnen: Final, Qualifikation, Team

Impressionen

Livestream des Finals

 

Gleich zweimal war die Schweiz nahe dran an den Medaillen – und zweimal hat es knapp nicht gereicht. In der letzten olympischen Diszplin an den Weltmeisterschaften in Changwon (KOR), dem Dreistellungsmatch Gewehr 50m der Juniorinnen, haben Franziska Stark (Rorschach TG), Muriel Züger (Galgenen SZ) und Valentina Caluori (Rhäzüns GR) ihre ganze Klasse gezeigt und wurden dafür mit guten Klassierungen belohnt. Allen voran gilt dies für Franziska Stark. Die junge St. Gallerin schoss kniend und liegend an der Spitze mit. Stehend musste sie zwar ein paar Federn lassen, doch mit 1154 Punkten qualifizierte sie sich als Achte für den Final. Dort schienen sich die Ereignisse zu wiederholen: Nach den 15 Kniend-Schüssen lag Franziska Stark als Dritte des Zwischenklassements auf Medaillenkurs, nach den Liegend-Schüssen war sie als Fünfte zumindest auf Tuchfühlung mit Edelmetall. Doch stehend begann sie mit einer 7.1. Auf Weltmeisterschafts-Niveau mag es solche Ausreisser kaum leiden. Auch wenn sich Franziska Stark fangen konnte, wurde sie an den Schluss des Klassements gespült. Nach 40 von 45 Finalschüssen musste sie sich als Achtplatzierte mit 396.4 Punkten verabschieden. Den gleichen Rang hatte sie schon am Junior-Weltcup 2018 in Suhl belegt. Damals hatte Muriel Züger sensationell die Bronzemedaille gewonnen. An den Weltmeisterschaften lief es ihr nicht mehr ganz so rund. Kniend und liegend war sie zwar um einen Punkt besser als ihre Teamkollegin. Stehend verlor sie mit 369 Zählern den einen oder anderen Punkt zuviel. Rang 14 mit 1150 Punkten sind dennoch eine bemerkenswerte Leistung. Abgerundet wurde das gute Schweizer Teamergebnis von Valentina Caluori. Sie klassierte sich mit 1142 Punkten auf dem 31. Rang. Weltmeisterin wurde Xu Hong aus China vor der Französin Jade Bordet und der Russin Maria Ivanova.

 

Franziska Stark wurde im Final Gewehr 50m Dreistellung der Juniorinnen sehr gute Achte. (Screenshot ISSF)

 

Die starken Leistungen des Schweizer Juniorinnen-Trios wurden letztlich schlecht belohnt: In der Team-Wertung landete die Schweiz mit 3446 Punkten auf dem vierten Rang. Auf die drittplatzierten Russinnen verlor die Schweiz zwölf Zähler. Weltmeisterinnen wurden die Chinesinnen vor den US-Amerikanerinnen. Trotz dem gleich zweifach knapp verpassten Edelmetall ist Enrico Friedemann, Nachwuchs-Nationaltrainer beim Schweizer Schiesssportverband, mit dem Abschneiden seiner Athletinnen mehr als zufrieden. «Vor allem angesichts der Umstände», wie er betont. Valentina Caluori und Muriel Züger waren gesundheitlich angeschlagen und mussten sich in der Nacht zuvor erbrechen. Kniend und liegend konnten die Schweizerinnen dies bei schwierigen äusseren Bedingungen noch kaschieren. «Alle drei Schweizerinnen haben sich in den Top Ten bewegt», resümiert Friedemann. «Wir lagen zwischenzeitlich in der Teamwertung gar sechs Punkte vor China.» Doch im Stehend-Anschlag machten sich die gesundheitlichen Probleme von Valentina Caluori und Muriel Züger bemerkbar. Auch Franziska Stark verlor zunächst etwas an Boden und musste um ihren Finalplatz zittern. «Sie hat aber mit einem starken Finish den Sprung in den Final doch noch geschafft.» Ein vierter Rang in der Teamwertung und eine Finalqualifikation im Einzel sei angesichts der Umstände ein gutes Ergebnis, so Friedemann. Dem kann Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport im SSV, nur zustimmen. «Unsere Juniorinnen gehören zur Weltspitze», lobt er und betont, wie wichtig Enrico Friedemann, der im Januar 2018 die Leitung des Nachwuchsbereiches übernommen hat, für diese Entwicklung ist. «Er hat dem Nachwuchs aufgezeigt, was mit konsequenter Arbeit, Freude, Spass und Motivation alles möglich ist.»

 


Berichterstattung vom 10.9.2018

 

Zweimal Bronze für die Schweiz

 

Silvia Guignard brach den Bann und holte sich am neunten Wettkampftag der WM in Changwon (KOR) Bronze mit dem Gewehr 300m liegend – es ist die erste Medaille für die Schweiz in einem Einzelwettbewerb. Silvia Guignard, Andrea Brühlmann und Marina Schnider gewannen zudem die Bronzemedaille im Teamwettkampf. Gilles Dufaux klassierte sich im Einzelwettkampf Gewehr 300m liegend auf dem vierten Rang – bloss ein Punkt trennte den amtierenden Schweizermeister vom Gewinn der Bronzemedaille. 

 

Resultate:
Gewehr 300m liegend Frauen: Einzel, Team
Gewehr 300m liegend Männer: Einzel
Olympische Schnellfeuerpistole 25m Männer: Qualifikation, Final



Es geht doch: Lange mussten sich die Schweizer Schützinnen und Schützen gedulden, am neunten Wettkampftag vom 10. September 2018 hat Silvia Guignard (Zürich) an den Weltmeisterschaften in Changwon (KOR) die lang ersehnte Medaille in einem Einzelwettkampf geholt. Aus Schweizer Sicht war das nichts für schwache Nerven: Der Start verlief alles andere als optimal, Guignard schoss drei 9er, unterbrach den Wettkampf und holte Rat beim Trainerteam. Danach fand die amtierende Schweizermeisterin immer besser in den Wettkampf zurück. Ruhig rollte sie das Feld von hinten auf, 98/97/98 und erneut 98 lauteten die folgenden vier Passen. Guignard rückte immer näher an die Medaillen-Plätze, vor dem letzten Schuss war sie erstmals in unter den Top drei. Mit dem letzten Schuss – einem Innenzehner – konnte sie dann alles klar machen und gewann mit einem Total von 586 Punkten Bronze. Es war die langersehnte erste Medaille, die eine Schweizer Schützin ein einem Einzelwettkampf erringen konnte.
Die Resultate der beiden anderen Schweizer Gewehrschützinnen lauten wie folgt: Andrea Brühlmann (Egnach TG) schoss 581 Punkte und klassierte sich auf Rang neun, Marina Schnider folgt mit 570 Punkten auf dem 26. Platz. Mit einem Total von 1737 Zählern sicherten sich die drei Eidgenossinnen so den hervorragenden dritten Rang in der Teamwertung und holten sich die Bronzemedaille.
Gold ging an Deutschland, Silber sicherten sich die Südkoreanerinnen. Im Einzelwettkampf gewann die Koreanerin Sohee Bae Gold (592), Silber ging an Eva Roesken aus Deutschland (588).

«Der Gewinn der beiden Bronzemedaillen ist ein toller Erfolg», freut sich Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport beim SSV. Dieser sei nicht zuletzt umso höher zu werten, da in Changwon äusserst schwierige thermische Bedingungen herrschten, die Athletinnen hätten mit starkem, ständig wechselndem Wind zu kämpfen gehabt. «Bei allen Weltmeisterschaften, an denen ich als Athlet oder Trainer teilgenommen hatte, habe ich noch nie solch schwierige Bedingungen erlebt», sagt Daniel Burger. «Die Freude und Erleichterung ist nun umso schöner.»

Grund zur Freude hatten sie wirklich: Andrea Brühlmann, Marina Schnider und Silvia Guignard (v.l.) bei der Siegerehrung.

 

Gilles Dufaux verpasst Bronze um bloss einen Punkt

Auch die Männer kämpften mit dem Gewehr 300m liegend um Einzelmedaillen. Nach dem Gewinn der Silbermedaille im Teamwettkampf vom 9. September 2018 waren die Erwartungen hoch. Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) und Jan Lochbihler (Holderbank SO) starteten verhalten, Dufaux schoss 97, Lochbihler erzielte 96 in der ersten Serie. Beide Schützen konnten sich dann jedoch steigern und beendeten den Wettkampf je mit einer makellosen 100er-Passe. Dufaux klassierte sich am Schluss mit einem Total von 589 Punkten auf dem vierten Rang – bloss ein Punkt trennte ihn vom Gewinn der Bronzemedaille. Auf Rang fünf folgt Jan Lochbihler mit dergleichen Punktzahl aber zwei Innenzehner weniger als sein Teamkamerad. Der dritte Schütze im Bunde, Marcel Ackermann (Kölliken AG) rundete mit 583 Punkten und Rang 21 die insgesamt sehr gute Leistung der Eidgenossen ab.
Gold ging an den Slowenen Rajmond Debevec (592-31x), Silber sicherte sich Daniel Romanczyk aus Polen (592-22x), Bronze gewann der Kroate Josip Kuna (590).

Zu erwähnen ist noch folgendes: «Auf der Schiessanlage, welche über 40 Scheiben verfügt, herrschten heute auf der rechten Seite klar bessere Bedingungen», sagt Daniel Burger. So lag der Sieger Rajmond Debevec auf Scheibe 38. «Wir hatten da weniger Glück, waren doch Jan Lochbihler und Marcel Ackermann auf den Scheiben fünf und sieben, was am heutigen Tag unter diesen schwierigen thermischen Bedingungen eine Riesen-Herausforderung darstellte.» Alle drei Medaillengewinner hätten auf der rechten Seite geschossen, so Burger. «Jan Lochbihler hat auf der linken Seite das beste Resultat aller Schützen erzielt, was seine Klasse unterstreicht.»

Belegten im Einzelwettbewerb Gewehr 300m liegend die folgenden Ränge (v.l.): Marcel Ackermann (21./583 Pkt.), Gilles Dufaux (4./589 Pkt.) und Jan Lochbihler (5./589 Pkt.). Bild: Siegerehrung vom Sonntag, 9.9., als die drei Schützen Silber in der Teamwertung gewannen.

 

Fortuna ist Sandro Loetscher nicht hold

Am späteren Montagmorgen trat Sandro Loetscher zum zweiten Wettkampfteil mit der olympischen Schnellfeuerpistole an. Der Baselbieter hatte im ersten Teil von Sonntag, 9 September, eine hervorragende Leistung an den Tag gelegt: 99, 98 und 95 lauteten seine Passen. Damit lag er mit einem Total von 292 Punkten auf dem sehr guten neunten Rang.
Aber Fortuna war dem Baselbieter im zweiten Wettkampfteil definitiv nicht hold: Beim Einschiessen ist ihm der Schlagbolzen der Pistole gebrochen. Diese musste dann repariert werden, was Loetscher «aus dem Tritt brachte», sagt Daniel Burger. Anschliessen hätte Loetscher den Wettkampf erst mit einer späteren 5-Schuss-Serie beginnen können, am Schluss musste er die eine Serie nachschiessen, erklärt Burger. Kein Wunder, kam Loetscher aus dem Tritt und konnte nicht mehr an seine glänzende Darbietung von gestern anknüpfen: Im zweiten Wettkampfteil schoss er in den ersten beiden Passen je 93, in der dritten erzielte er 88 Punkte. Dies ergab ein Gesamttotal von 566 Punken und Rang 50 in der Qualifikation.
«Das Ganz ist natürlich sehr, sehr schade», so Daniel Burger. Im ersten Wettkampfteil habe Loetscher jedoch unterstrichen, dass er auf den Punkt genau parat sein könne. Mit der zukünftigen Anstellung als NLZ-Athlet werde er den nächsten, entscheidenden Schritt machen können. «Wir sind überzeugt, dass Sandro seinen Weg machen wird», hält Daniel Burger fest.

Gold und Silber gingen im Final an die beiden Chinesen Junmin Lin und Jian Zhang, Bronze sicherte sich Jean Quiquampoix aus Frankreich. (cpe)
 

Lag nach dem ersten Wettkampfteil mit der olympischen Schnellfeuerpistole voll auf Kurs, dann hatte er Pech mit einem gebrochenen Schlagbolzen: Sandro Loescher (Archivbild)

 


 

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Berichterstattung vom 9.9.2018

Silbermedaille für Schweizer Herrenteam

Es ist vollbracht: Das Liegend-Trio Gewehr 300m mit Marcel Ackermann, Gilles Dufaux und Jan Lochbihler holte eine der begehrten Medaillen in die Schweiz. Muriel Züger erreicht den 6. Platz im Liegendmatch Gewehr 50m. Auch in der Team-Wertung schaute ein 6. Rang heraus. Tag 8 der WM in Korea.

 

 

Resultate:
Gewehr 300m Liegend Männer: Team
Gewehr 50m Liegend Juniorinnen: Einzel, Team

 

Gewehr 300m Liegend Männer: Verdientes Silber

Die Erlösung: Das Männer-Team Gewehr 300m Liegend holt eine Medaille nach Hause, die drei Schweizer erreichten mit 1757 (78 Innenzehner) Punkten den zweiten Platz hinter Frankreich (1761-70x) und vor Norwegen (1755-58x). Gilles Dufaux führt die interne Wertung mit 589-24x Punkten vor Jan Lochbihler (585-27x) sowie Marcel Ackermann (583-27x) an.

«Unser Team zeigte beim heutigen Wettkampf eine sehr reife Leistung», so Nationaltrainer Daniel Burger. «Nach sehr harzigem Beginn bei Gilles und Marcel, als sie von immer stärker aufkommenden Winden überrascht wurden, zeigten sie zum Ende der 60 Schuss mit einer 100er Passe (Dufaux) und 99er/98er Passe (Ackermann) ihr Können - diese Passen waren essentiell, um gegen die Konkurrenz aus Schweden, Norwegen, Frankreich, Südkorea und Österreich bestehen zu können.» Die drei Eidgenossen haben durch ihre konstant hohe Leistung gezeigt, dass sich die Schweiz im internationalen Vergleich nicht zu verstecken braucht.
 

Das Silberteam von Changwon (v.l.):
Marcel Ackermann, Jan Lochbihler,
Gilles Dufaux.

 

Gewehr 50m liegend Juniorinnen: Zwei mal Sechs

Im Einzelwettkampf erreichte Muriel Züger (Galgenen SZ) als beste Schweizerin den 6. Platz mit beeindruckenden 618.3 Punkten, knapp hinter der fünftplatzierten Morgan Phillips (USA) mit 618.8 Punkten. Franziska Stark schaffte mit 610.8 Punkten den 32. Rang, Valentina Caluori belegte dicht dahinter mit 608.0 Punkten den 37. Platz. Den Wettkampf gewann Qiaoying Zhang (China) mit 622.2 Punkten, gefolgt von Rebecca Koeck (Österreich) mit 619.5 und Aleksandra Szutko (Polen) mit 619.3 Punkten.

Ebenfalls den sechsten Rang erreichte das Team. Muriel Züger, Franziska Stark und Valentina Caluori erzielten zusammen 1837.1 Punkte. Besonders die Leistung von Muriel Züger sticht positiv hervor, erzielte sie doch in 5 von 6 Serien konstant um die 103 Punkte herum, und dies trotz schwieriger Wetterverhältnisse. Diese haben die Leistung von Valentina Caluori und Franziska Stark laut Nationaltrainer Daniel Burger etwas gedrückt - der starke Wind habe die beiden anfangs aus dem Konzept gebracht. Team-Weltmeister sind die Österreicherinnen (Rebecca Koeck, Sheileen Waibel, Verena Zaisberger) mit 1855.0 Punkten, gefolgt von China (Qiaoying Zhang, Hong Xu, Fanghui Chen) mit 1847.0 Punkten und dem amerikanischen Team (Morgan Phillips, Kaitie Lorraine Zaun, Elizabeth Marsh) mit 1846.3 Punkten. (alp)

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Berichterstattung vom 8.9.18

Nina Christen holt den 5. Platz (+ Interview)

Am 7. Tag der WM in Changwon (KOR) holt Nina Christen nochmal alles aus sich heraus und platziert sich auf dem 5. Platz. Heidi Diethelm Gerber verpasst den Final Sportpistole 25m.

Resultate:
Gewehr 50m Dreistellung Frauen: QualifikationFinal
Pistole 25m Frauen: QualifikationFinal

Gewehr 50m Dreistellung Frauen: Fünfter Platz für Nina Christen

Für die Eidgenossinnen war es ein Wettkampf mit Höhen und Tiefen: Irene Beyeler, Nina Christen und Vanessa Hofstetter konkurrieren in der Disziplin Gewehr 50m Dreistellung der Frauen mit den Besten der Welt. In der Qualifikationsphase kommt Nina Christen durch ihre konstant hohe Leistung mit wenig Fehlern auf 1170-66x Punkte und sichert sich den begehrten 8. Platz, qualifiziert sich somit fürs Final. Die Plätze 9 bis 11 werden von Anjum Moudgil (IND), Jolyn Beer (GER) sowie Yulia Zykova (RUS) belegt, welche allesamt ebenfals 1170 Punkte erreicht haben - Nina Christen konnte jedoch mehr Mouchen aufweisen.
Nicht ganz so gut erging es Vanessa Hofstetter. «Vanessa begann den Wettkampf sehr gut, kniend war sie lange in den Spitzenpositionen vertreten», so Daniel Burger. «Liegend musste sie wie schon beim Liegendwettkampf Federn lassen - zu viele kleine Fehler in der Summe.» Somit erreicht Vanessa Hofstetter mit 1159-41x Punkten den 44. von 60 Plätzen.

Zeigte, welche Qualitäten sie hat: Nina Christen wurde hervorrgende Fünfte im Dreistellungsmatch

 

Einen schwarzen Tag erwischt jedoch Irene Beyeler. Die Schwarzenburgerin legt liegend eine akzeptable Partie hin (392 Punkte), findet aber im Knieend- und Stehendschiessen nicht zu ihrer Form und kämpft bis am Schluss damit (379 respektive 376 Punkte). Somit reicht es leider nur für den 58. Platz mit 1147-33x Punkten.

Im Final am Mittag (Ortszeit) übersteht Nina Christen die Knockouts gegen ihre Konkurrentinnen Franziska Peer (Österreich), Jenny Stene (Norwegen) sowie Xiangyan Wan (China). Gegen die Schützin Snjezana Pejcic aus Kroatien unterliegt sie jedoch mit 424.4 Punkten gegen 426.2 Punkte und platziert sich auf dem fünften Platz - eine hervorragende Leistung auf Weltklasseniveau. Einziger Wehrmutstropfen: den Quotenplatz an den Olympischen Spielen in Tokyo 2020 verpasst sie um einen Rang.

Yulia Karimova (Russland) gewinnt den Final mit 461.1 Punkten gegen die zweitplatzierte Isabella Straub aus Deutschland mit 459.5 Punkten. Die Bronzemedaille bekommt Snjezana Pejcic aus Kroatien mit 446.4 Punkten.

 

Sportpistole 25m: Heidi Diethelm Gerber verpasst den Final um drei Punkte

Heidi Diethelm Gerber legte wie üblich im Schnellfeuer im Vergleich zur Präzision zu, doch die Leistungssteigerung war zu gering, um vom 25. Rang noch in die Finalplätze vorzustossen. Den 289 Punkten in der Präzision liess Diethelm Gerber 292 Punkte im Schnellfeuer folgen. Doch die acht Finalistinnen schossen alle höhere Punktzahlen, allen voran die Russin Vitalina Batsarashkina, die hervorragende 298 Punkte erreichte. Sie war mit 588 Zählern Beste der Qualifikation. Für den Finaleinzug waren 584 Punkte und 21 Innenzehner nötig. Neben Diethelm Gerber ist auch die Olympiasiegerin Anna Korakaki aus Griechenland an dieser Hürde gescheitert. Sie erzielte zwei Innenzehner zu wenig. Heidi Diethelm Gerber belegte in einem äusserst dichten Feld mit ihren 581 Punkten den 21. Rang.

Der Final der besten Acht war ein Leckerbissen, was die sportliche Leistung und was die Spannung angeht. Nach den zehn Fünferserien lagen Olena Kostevych (UKR) und Vitalina Batsarashkina (RUS) punktgleich an der Spitze. Beide hatten 37 Treffer erzielt. Ein Shoot-off musste entscheiden. Beide hielten das Niveau enorm hoch und buchten zweimal hintereinander je vier Treffer. Erst im dritten Shoot-off fiel die Entscheidung. Die international erfahrene Kostevych buchte drei Treffer, Batsarashkina nur deren zwei. Die Ukrainerin, Olympiasiegerin, Weltmeisterin und mehrfache Weltcupsiegerin, durfte sich Gold umhängen lassen. Bronze ging an die Deutsche Doreen Vennekamp. (alp)

 

Interview mit Nina Christen:

Wie ordnest du diese Leistung ein?
Nach dem Verlauf der Saison ordne ich diese Leistung als sehr gut ein. Ich habe gestern und heute sehr gut gearbeitet und mich mit dem Finale belohnt.

Gestern hast du in der Elimination eine Top-Leistung erreicht! Dabei hast du deinen eigenen Schweizerrekord egalisiert. Hat dich dies für heute zusätzlich belastet?
Nein. Dies sind zwei völlig unterschiedliche Wettkämpfe und ich weiss dies einzuordnen.

Der Wettkampf hat um 08:00 Uhr begonnen und war um 13:09 Uhr beendet. Ein Marathon. Wie fühlst du dich jetzt?
Das ist richtig. Heute waren es 5 Stunden pure Anspannung, und darum bin ich auch ziemlich geschafft.

Du hast leider keinen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokyo gewonnen. Bist du enttäuscht?
Ja, ich bin schon ein wenig enttäuscht, aber da es so knapp war, gibt das mit auch Zuversicht, dass ich dies nächstes Jahr erreichen kann. Es gibt ja noch einige Möglichkeiten, und zudem sind alle 4 Plätze nach Europa gegangen, was sehr gut für Wettkämpfe wie EG und EM ist.

Gehst Du nun in die Ferien? Wann beginnst Du mit der Vorbereitung der neuen Saison 2019?
Ja ein wenig Ferien werde ich noch machen, aber dann steht zunächst im Mittelpunkt, das Material auf Vordermann zu bringen, und danach starte ich in die Vorbereitung Ende Oktober.

(Interview: Daniel Burger)

 

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Berichterstattung vom 7.9.18

Schweizer Delegation kann mithalten

Muriel Züger schafft den Auftakt mit dem Luftgewehr, Jan Lochbihler platziert sich dicht an der Weltspitze, Simon Beyeler mit guter Leistung nach Justierung des Equipments. Heidi bleibt dran. Nina Christen holt den dritten Platz in der Eliminationsrunde 1. Tag 6 der WM in Changwon (KOR).

Resultate:
Gewehr 50m Dreistellung Männer: Qualifikation, Final
Gewehr 50m Dreistellung Frauen: Eliminationsrunde 1, Eliminationsrunde 2
Pistole 25m Frauen: Präzisionsqualifikation
Luftgewehr 10m Juniorinnen: QualifikationFinal
 

Gewehr 50m Dreistellung Männer: Dicht an der Weltelite

Für einen Platz im Final hat es leider nicht gereicht. Dennoch ist dies kein Grund, um Trübsal zu blasen, denn die Leistung der Schweizer ist vielversprechend. «Das Niveau der Weltbesten 3x40-Schützen ist sehr beeindruckend», so Daniel Burger. Jan Lochbihler bleibt der Elite jedoch mit dem 14. Platz und hervorragenden 1175-53x Punkten dicht auf den Fersen, holt im Liegendschiessen mit 399 Punkten fast das Punktemaximum heraus. Mit lediglich 3 Punkten mehr in der Gesamtwertung hätte es zur Qualifikation gereicht - das Niveau der Schweizer ist da, es sind keine Welten dazwischen. Auch Simon Beyeler zeigt sein Können und hält in den Kategorien Liegend und Kniend mit, besonders stechen die 398 Punkte liegend heraus. Das Stehendschiessen macht Simon Beyeler jedoch einen Strich durch die Rechnung - Nervosität und ein Einstellungswechsel an seiner Schiessbekleidung drücken die Leistung. Als Topathlet findet Simon Beyeler jedoch zurück zur Ruhe, schnallt den Gürtel wortwörtlich wieder etwas enger, und die Resultate zeigen wieder nach oben. «Sehr schade, denn zwischenzeitlich belegte Simon sogar den 4. Rang», so Daniel Burger. «Aber mit 92 und 90 in den ersten zwei Stehendserien war er schon soweit zurückgefallen, dass eine Qualifikation unmöglich wurde.» Aber der Nationaltrainer hält auch fest: «Simon hat nach einer sehr schwierigen Saison zurück zu einem guten Leistungsniveau gefunden - für das verdient er den grössten Respekt.» Simon Beyeler erreicht schlussendlich den 37. Rang mit 1170-64x Punkten.

Im Final gewinnt Tomasz Bartnik aus Polen mit 460.4 Punkten die Goldmedaille vor dem zweitplatzierten Petar Gorsa aus Kroatien mit 457.4 Punkten. Die Bronzemedaille sichert sich Michael McPhail aus den Vereinigten Staaten mit 446.9 Punkten.

 

Gewehr 50m Dreistellung Frauen: Nina Christen auf Topniveau

Am Wettkampf der Frauen in der Kategorie Gewehr 50m Dreistellung Eliminationsrunde 1 zeigen Vanessa Hofstetter und Nina Christen ihr Können. Vanessa Hofstetter platziert sich mit 1158-50x Punkten im soliden, aber steigerbaren Mittelfeld von Platz 28 von 53. Ihre 380 Punkte im Stehendschiessen sind konkurrenzfähig, doch mit 9 Verlustpunkten im Liegendschiessen (391 Punkte) sowie 387 Punkte im Knieendschiessen gehen wertvolle Punkte verloren.
Nina Christen überzeugt mit einem hervorragenden dritten Platz in der Eliminationsrunde 1. Mit 393 Punkten im Liegendschiessen, 395 Punten im Knieendschiessen sowie sensationellen 390 Punkten im Stehendschiessen kommt sie auf 1178-64x Punkte, mit lediglich einem Punkt Abstand zur zweitplatzierten Zeru Wang (1179-66x) aus China und zwei Punkte Abstand zur erstplatzierten Isabella Straub (1180-66x) aus Deutschland. Letztere hat mit 394 Punkten im Stehendschiessen als einzige Schützin in der Eliminationsrunde 1 mehr Punkte in dieser Kategorie erreicht als Nina Christen. Sowohl Vanessa Hofstetter als auch Nina Christen können somit an der morgigen Finalqualifikation teilnehmen.

Irene Beyeler startet als einzige Schweizerin in der Eliminationsrunde 2. Sie belegt mit 1154-42x Punkten einen soliden 24. Platz unter schwierigen Sichtverhältnissen. «Die bedeckten Wetterverhältnisse waren bisher auf dieser eigentlich eher schwierigen Schiessanlage von Vorteil für die Schützen.», erklärt Daniel Burger. «Doch zum Schluss war es so Dunkel, dass viele Schützen Mühe hatten, die Scheibe zu sehen.» Um 18.15 ging der Wettkampf zu Ende, um 18:45 sei es bereits stockdunkel, so der Kadertrainer. Trotz dieser schwierigen Verhältnisse bringt Irene Beyeler die Traktion auf den Boden und schafft gute 383 Punkte im Stehendschiessen, nach eher komplizierten Liegend- und Knieendwettkämpfen. Auch Irene Beyeler konnte sich somit für die morgige Finalqualifikation qualifizieren.


Nina Christen demonstriert Stehendschiessen auf
Weltklasseniveau in Changwon (Archivbild)

Pistole 25m Frauen: Heidi bleibt dran

Heidi Diethelm Gerber absolviert den Präzisionsteil der Qualifikation mit 289-9x Gesamtpunkten und platziert sich somit auf dem 25. von 81. Rängen. Sie zeigt eine gewohnt starke Leistung, muss allerdings aber leider auch einstecken. «Die erste 5-Schuss Serie waren alles Neuner, alle auf der linken Seite - dabei waren alle Schüsse aus Sicht von Heidi gut», so Daniel Burger. Doch die Bronzemedaille-Trägerin der Olympischen Spiele von Rio '16 lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, und findet bereits in der zweiten Serie zurück zur Form mit 99 Punkten. Am morgigen Samstag findet der Schnellfeuerteil der Qualifikation statt, dementsprechend ist noch alles offen.


Alles noch offen: Heidi Diethelm Gerber erholt sich von einer
suboptimalen ersten Serie (Archivbild).

 

Luftgewehr 10m Juniorinnen: Muriel Züger mit dem gelungenen Auftakt

Mit respektablen 619.8 Punkten platziert sich Muriel Züger im Internationalen Mittelfeld, dem 38. von 77 Rängen. Nach eher verhaltenen ersten zwei Serien (102.1 und 102.5 Punkte) findet die Schwyzerin zur inneren Ruhe zurück. Ausdruck findet das mit respektablen 104.6 sowie 103.6 Punkten in der dritten und vierten Serie, ihr Comeback feiert sie jedoch mit einem beeindruckenden Abschluss in der 6. Serie von 105.1 Punkten. «Mit der letzten Serie zeigte sie auf hervorragende Art und Weise, zu was sie fähig ist», erläutert Daniel Burger stolz.

Im Final gewinnt Mengyao Shi aus China mit 250.5 Punkten die Goldmedaille vor ihren Podestkonkurrentinnen aus Indien, Elavenil Valarivan mit 249.8 Punkten und dem zweiten Platz, sowie Shreya Agrawal mit 228.4 Punkten und dem dritten Platz. (alp)

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Berichterstattung vom 6.9.18

Steve Demierre disqualifiziert

Der fünfte Tag der WM in Changwon (KOR) begann mit einem harten für Schlag Steve Demierre: Der Fribourger wurde nach der ersten Ablösung Pistole 10m disqualifiziert. Grund waren Probleme mit dem Abzugsgewicht. 
 

Resultate:
Pistole 10m Männer: Qualifikation, Final
Gewehr 50m Dreistellung Männer: 1. Elimination, 2. Elimination, Teamwertung

 

Während des Wettkampfs mit der Luftpistole lag Steve Demierre auf Kurs: In der ersten Ablösung erzielte der Fribourger sehr gute 578 Punkte. Dann der Schock bei der Nachkontrolle: Bei einer Luftpistole muss das Abzugsgewicht mindestens 500 Gramm halten, das war bei der Sportwaffe von Steve Demierre nicht der Fall. Der Fribourger wurde disqualifiziert.
Unmittelbar danach wurde die Luftpistole beim Hersteller auf Herz und Nieren geprüft: «Es stellte sich heraus, dass der Griff gebrochen ist und dabei das Holz auf die Plastikabdeckung der Abzugseinheit im Inneren drücken konnte», erklärt Daniel Burger; Leiter Bereich Spitzensport. Wieso der Griff gebrochen ist würde nun genaustens abgeklärt. Das Ganze sei umso ärgerlicher, da die Luftpistole zwecks Kontrolle vor dem Wettkampf nochmals beim Hersteller war und alles in Ordnung zu sein schien. Steve Demierre treffe absolut keine Schuld, «das Ganze ist natürlich ein sehr harter Schlag für ihn», hält Burger fest.

Zurück zum Sportlichen: Der zweite Schweizer Pistolenschütze, Sandro Loetscher, klassierte sich mit einem Total von 566 Punkten auf Rang 89. Einzig im Mittelteil des Wettkampfs konnte der Baselbieter eine gute Phase verzeichnen (98 in der dritten Passe), davor und am Ende passte nicht viel zusammen. Der Fokus von Loetscher dürfte sich nun umso stärker auf den Wettkampf mit der Schnellfeuerpistole richten, der am Sonntag, 9. September mit dem ersten Teil beginnt.

Im Final gewann der Koreaner Jongoh Jin Gold (241.5/S-off: 10.3), Silber ging an den Russen Artem Chernousov (241.5/S-off: 9.5), Bronze sicherte sich Daemyung Lee aus Korea (220.6).


Elimination Gewehr 50m Dreistellung: Christoph Dürr übersteht die Elimination nicht

Die Männer Gewehr bestritten die Elimination Gewehr 50m Dreistellung. Jan Lochbihler zeigte eine sehr gute Leistung: Mit einem Total von 1175 Punkten klassierte er sich auf Rang 10 in der ersten Ablösung. Von Beginn an war Lochbihler parat, schoss kniend 392 Punkte. Vor allem zeigte der Solothurner mit vier 100-er-Passen seine ausgezeichneten Liegend-Qualitäten. Dies ist nach der nach der enttäuschenden Darbietung in der Elimination Gewehr 50m liegend vom 4. September, die er nicht überstand, um so erfreulicher. Stehend erzielte Lochbihler 383 Punkte.
In der ersten Ablösung startete auch Christoph Dürr: Er begann kniend sehr schwach (381). Diese Hypothek wog zu schwer, auch der ansprechende Liegendteil (395) sollt daran nichts ändern. Kniend erzielte Dürr 381 Punkte, was ein Total von 1157 Zählern ergab – zu wenig, um die Elimination zu übersehen.
Besser lief es in der zweiten Ablösung Simon Beyeler, der einen beherzten Wettkampf zeigte: Nach einem schwierigen Start (94 in der ersten Passe), konnte er sich zurückkämpfen und erzielte kniend 391 Punkte. Liegend schoss er 395 Zähler, stehend 383. Mit einem Total von 1169 Punkten klassierte er sich auf Rang 17 der 2. Elimination.

Im Teamwettbewerb ergab dies schliesslich Rang 13 mit einem Total von 3501 Punkten. Damit erzielten die drei Eidgenossen ein Resultat, das nur zwei Punkte unter dem bisherigen Schweizerrekord liegt und nicht zuletzt das hohe Leistungsniveau an dieser WM unterstreicht.
Gold ging an Russland (3535), Silber gewann das Team aus China (3532), Bronze holten sich die Weissrussen (3526).

Der Dreistellungwettkampf der Männer geht morgen Samstag, 7. September über die Bühne. Der Final findet um 4.45 Uhr (Schweizer Zeit) statt. (cpe)

 

Jan Lochbihler (links, PET vom 5.9) und Simon Beyeler (Archivbild) haben die Elimination Gewehr 50m Dreistellung
erfolgreich bewältigt.

 

 

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Berichterstattung vom 5.9.18

Nina Christen wird hervorragende Sechste

Am vierten Tag der WM in Changwon (KOR) klassierte sich Nina Christen mit dem Gewehr 50m liegend auf dem hervorragenden 6. Rang. Beinahe hätte die Nidwaldnerin für die erste Medaille der Schweiz an dieser WM gesorgt: Am Schluss trennte Christen gerade ein Punkt vom Gewinn der Bronzemedaille.



Resultate:
Frauen Gewehr 50m liegend
Männer Gewehr 50m liegend
Juniorinnen Pistole 10m: Qualifikation, Final

 

Nina Christen (Wolfenschiessen NW) begann den Einzelwettbewerb in der Disziplin Gewehr 50m liegend am vierten Tag der Weltmeisterschaften im koreanischen Changwon vom 5. September hochfokussiert und legte einen sehr guten Start hin. In der zweiten Serie, beim 13. und 14. Schuss, musste die Nidwaldnerin jeweils eine 9.8 und eine 9.7 einstecken. Dies warf sie zwischenzeitlich in der Rangliste etwas zurück. «Um ihre sehr gute Leistung von heute einzuordnen: Dies waren die zwei einzigen Schüsse, welche etwas weiter vom Zentrum weg waren», so Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport.
Dann aber drehte Christen auf, schoss die weiteren vier Passen sehr konstant – Edelmetall lag in Reichweite. Schliesslich erzielte Christen ein Total von 622.3 Punkten und damit den sechsten Schlussrang – bloss ein Punkt trennte sie vom Gewinn der Bronzemedaille, welche an die Slowakin Daniela Demjen Peskova ging.
Die Resultate der zwei weiteren Schweizer Gewehrschützinnen lauten wie folgt: Vanessa Hofstetter (Neuenegg BE) klassierte sich auf Rang 37 (615.9 Punkte), gefolgt von Irene Beyeler (Schwarzenburg BE) auf Rang 51 (611.9 Punkte).

Gold holte sich übrigens mit 1.4 Zählern Vorsprung auf Christen die Britin Seonaid McIntosh, Silber sicherte sich Isabella Straub aus Deutschland (623.7 Punkte).

Dass sehr gute Resultat von Nina Christen unterstreicht, dass sie die Schweizer Schützinnen mit Weltelite auf Augenhöhe befinden. Der nächste Einsatz der  amtierenden Militärsportweltmeisterin Gewehr 50m liegend geht am Samstag, 8. September 2018 über die Bühne, dann in der Königsdisziplin Gewehr 50m Dreistellung.

Sorgte aus Schweizer Sicht an dieser
WM für einen ersten Höhepunkt: Nina
Christen (Archivbild)


Männer Gewehr 50m liegend

Wie die Frauen bestritten auch die Männer den Liegenwettkampf – genauer gesagt ein Mann: Christoph Dürr. Der Ostschweizer konnte sich als einziger Eidgenosse für den Einzelwettbewerb qualifizieren, da Jan Lochbihler und Simon Beyeler die gestrige Elimination nicht überstanden hatten (siehe Bericht vom 4.9. unten). Dürr erzielte ein Total von 620.5 Punkten, was den 45. Schussrang bedeutete – dies bei einem Teilnehmerfeld von 60 Athleten.
«Auch in diesem Wettkampf erwies sich einmal mehr, dass die Geschwindigkeit, in der der Wettkampf absolviert wird, emminent wichtig ist», sagt Daniel Burger. Bestes Beispiel sei der heutige Sieger Steffen Olsen (628.2) aus Dänemark, der den Wettbewerb als der Erster beendet hat. «Die Tempofestigkeit ist gerade bei diesen zum Teil tückischen Windbedingungen, wie sie in Changwon herrschen, matschentscheidend.»
Silber holte sich der Norweger Stian Bogar (627.8), Bronze ging an Thomas Mathis aus Österreich (627.1).


Juniorinnen Pistole 10m: Anna Bastian mit guter Leistung

Eine erfreuliche Darbietung zeigte Juniorin Anna Bastian mit der Luftpistole: Nach einem zurückhaltenden Start mit je 92 in den ersten beiden Passen, steigerte sich die junge Fribourgerin und überzeugte in den folgenden vier Serien (96/94/94/94) durch ihre Konstanz.Schliesslich klassierte sie sich mit einem Total von 562 Punkten auf Rang 34. Entsprechend zufrieden zeigte sich Daniel Burger: Anna habe mit ihren erst 16 Jahren eine sehr abgeklärte Leistung gezeigt. «Sie fand während dem Wettkampf auch nach einem weniger guten Schuss umgehend wieder auf die Erfolgsspur zurück.»

Im Final gewann die Türkin Sevval Ilayda Tarhan Gold (237.9), Silber ging an Gaeun Choo (234.5), Bronze sicherte sich deren Landsmännin Lizi Kiladze (213.6). (cpe)

Die erst 16-jährige Anna Bastian zeigte am Wettkampf eine sehr konstante Leistung in den letzten vier Passen (Archivbild).

 

 

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Berichterstattung vom 4.9.18

Rang 20 für Heidi Diethelm Gerber

Am dritten Wettkampftag der WM in Changwon klassierte sich Heidi Diethelm Gerber in der Disziplin Pistole 10m auf dem 20. Rang. Für grosse Ernüchterung sorgte bei den Herren, dass Jan Lochbihler und Simon Beyeler die Elimination Gewehr 50m liegend nicht überstanden. Besser liefs bei den Damen: Die drei Gewehrschützinnen konnten sich alle für den Einzelwettbewerb qualifizieren.


Resultate:
Frauen Pistole 10m: Qualifikation, Final
Männer Gewehr 50m liegend: 1. Elimination, 2. Elimination, Teamwertung
Frauen Gewehr 50m liegend: 1. Elimination, 2. Elimination, Teamwertung

 

Den dritten Wettkampftag der Weltmeisterschaften in Changwon (KOR) von Dienstag, 4. September 2018 eröffnete aus Schweizer Sicht Heidi Diethelm Gerber. Gleich als der Wettbewerb mit der Luftpistole begann, galt es, die Daumen zu drücken: Die Thurgauerin hat seit geraumer Zeit mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, so zum Beispiel an der diesjährigen EM in Györ (HUN) oder am Weltcup in München Ende Mai 18. Auch in Changwon verlief der Start harzig, 93 lautete die erste Passe der Thurgauerin. In der zweiten Passe konnte sich die Thurgauerin etwas steigern, obwohl sie gleich zu Beginn eine 8 kassierte (95). Vor allem dann in der dritten Passe kam Diethelm Gerber wieder heran, erzielte neun 10er, was 99 Punkte ergab. Die drei letzten Serien lauteten 95, 96 und 95, was ein Total von 573 Punkten und den 20. Rang in der Qualifikation bedeutete – sieben Punkte fehlten auf Rang acht, der die Finalqualifikation bedeutet hätte. Zum Vergleich: Die erstplatzierte Russin Vitalina Batsarashkina erzielte ein Total von 586 Punkten. Insgesamt traten 100 Pistolenschützinnen zum Start an.
Zu erwähnen ist, dass sich Diethelm Gerber gegenüber dem letzten Auftritt auf internationalem Parkett, dem Weltcup in München, klar steigern konnte: Damals erzielte sie 567 Punkte. Wer Heidi Diethelm Gerber kennt, weiss, dass sie nun erst recht auf ihre Paradedisziplinin brennt: Der Wettkampf Sportpistole 25m startet am Freitag, 7. September mit dem Präszisionsteil.

Im Final gewann Olympia-Bronezmedaillengewinnerin Anna Korakaki aus Griechenland Gold (241.1). Silber sicherte sich die Serbin Zorana Arunovic (238.8), Bronge ging an Bomi Kim aus Korea (218.8).

Arbeitete sich nach harzigem Start wieder nach vorne: Heidi Diethlem Gerber (Archivbild)

 

Christoph Dürr besteht als einziger Eidgenosse die Elimination Gewehr 50m liegend

Die Männer bestritten am Dienstagmorgen den Wettkampf Gewehr 50m liegend. In der ersten Elimination traten Jan Lochbihler und Simon Beyeler an, in der zweiten Christoph Dürr. Für grosse Ernüchterung sorgte die Tatsache, dass Lochbihler und Beyeler beide ihre Elimination nicht überstanden. Ersterer erzielte 617.1 Punkte, Beyeler schoss 615.4 Zähler. Bei einem Teilnehmerfeld von 58 Konkurrenten bedeutete dies am Schluss die Ränge 38 und 43 – definitiv zu wenig, was das Potential und Vermögen der beiden Schweizer Schützen in dieser Disziplin betrifft, explizit von Lochbihler; dies auch ungeachtet des Umstandes, dass in Changwon am Dienstagmorgen schwierige Verhältnisse betreffend Wind und Thermik herrschten.
Christoph Dürr überstand wie erwähnt als einziger der drei Eidgenossen seine, sprich die zweite Elimination: Mit 615.5 Punkten klassierte sich der Ostschweizer auf Rang 25.

Die Eliminationen bedeuteten gleichzeitig den Mannschaftswettbewerb: Team Schweiz landete so abgeschlagen auf dem 20. Rang.
Gold ging an Deutschland, Silber holten sich die USA, Bronze sicherte sich China.

Bestand als einziger der drei Schweizer Gewehrschützen die Elimination: Christoph Dürr (Archivbild)


«Alle drei Athleten hatten nach dem Wettkampf grosse Fragezeichen und wussten nicht wirklich, an was es gelegen hat», sagt Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport. Die Trainerinnen Gaby Bühlmann und Oriana Scheuss würden nun den Wettkampf mit den Athleten intensiv analysieren. Man werde versuchen, die nötigen Antworten zu finden, so dass der Dreistellungsmatch bestmöglich vorbereitet werden könne. Dieser beginnt übrigens mit der Elimination am Donnerstag, 6. September.

 

Alle drei Damen für den Einzelwettbewerb qualifiziert

Nach den Männern bestritten auch die Damen den Wettkampf Gewehr 50m liegend. Hier lief es entschieden besser: Alle drei Gewehrschützinnen bestanden die Elimination und können am Mittwoch, 5.9. im Einzelwettbewerb um Medaillen mitschiessen. Vanessa Hofstetter, die zusammen mit Nina Christen die erste Runde der Elimination bestritt, erzielte aus Schweizer Sicht das beste Resultat. Nach einem durchzogenen Start (99.9), wo sie «den Wind überhaupt nicht kontrollieren konnte», so Daniel Burger, fing sie sich und beendete den Wettkampf mit soliden 614.1 Punkten auf Rang 22. Auf dem 29. Platz folgt mit 612.6 Punkten Nina Christen. Die Nidwaldnerin hatte vor allem in Passe vier zu kämpfen (99.6). Insgesamt traten in der ersten Eliminationsrunde 48 Athletinnen zum Start an.
Die dritte Schweizer Gewehrschützin im Bunde, Irene Beyeler, klassierte sich im zweiten Durchgang der Elimination auf Rang 24. Sie erzielte ein Total von 613.1 Punkten. Die Schwarzenburgerin musste sich dabei 38 Konkurrentinnen stellen.

In der Teamwertung ergab dies schliesslich den 14. Rang. Die drei Damen dürften sich durchaus mehr ausgerechnet haben, verfügen sie doch nicht zuletzt mit Nina Christen über die amtierende CISM-Weltmeisterin im Team.

Den Mannschaftswettbewerb gewannen Deutschland, Silber ging an Dänemark, Bronze sicherte sich das Team aus Grossbritannien. (cpe)


Vanessa Hofstetter, Irene Beyeler (obere Bildreihe v.l.) und Nina Cristen (Bild unten) konnten sich alle für den Einzelwettbewerb Gewehr 50m liegend qualifizieren. Dieser findet Mittwochnacht, 3.30 Uhr (Schweizer Zeit) statt. (Archivbilder):

 

 

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Berichterstattung vom 3.9.18

Nina Christen beste Schweizer Luftgewehrschützin

Am zweiten Wettkampftag der WM in Changwon klassierte sich Nina Christen als beste Schweizerin mit dem Luftgewehr auf Rang 18. Die Nidwaldnerin lag lange auf Finalkurs, erst zwei Abschnitte im Wettkampf, vor allem zu Beginn der vierten Serie, warfen sie aus dem Rennen.

Resultate:
Gewehr 10m Frauen: Qualifikation, Final
Gewehr 10m Männer: Qualifikation, Final

Tontaubenschiessen (Trap Man): Qualifikation, Final



Am Montagmorgen, 3. September 2018, schlugen die Herzen der Schweizer Schiesssport-Fans höher, sofern sie ganz früh aufgestanden waren, um den Wettkampf der Frauen Luftgewehr mitzuverfolgen (fünf Uhr morgens Schweizer Zeit): Nina Christen legte los wie die Feuerwehr und erwischte einen optimalen Start mit einer hohen Zahl Innenzehner: 104.9, 105.1 und 104.6 lauteten ihre ersten drei Passen. Damit lag die Nidwaldnerin kurzfristig in den Top 3 und damit unbestritten auf Finalkurs. In der vierten Serie musste sie dann jedoch eine 9.8 und tiefe 10er einstecken, die sie zurückwarfen. In der zweitletzten Serie kam Christen nochmals heran (105), schrieb dann aber in der letzten Passe nochmals eine 9.9 und eine 9.8. Angesichts der hohen Leistungsdichte an dieser WM lag damit die Finalqualifikation definitiv ausser Reichweite – 1.5 Punkte trennten am Schluss Nina Christen von Rang acht. Mit einem Total von 625.5 Zählern klassierte sie sich auf Rang 18.

Lag lange auf Finalkurs: Nina Christen (Archivbild)

 

Auch Petra Lustenberger legte mit 105.2 Punkten in der ersten Serie einen sehr guten Start hin, es folgten 103.1, 104.4 und 104.2 Zähler in den drei darauffolgenden Passen. Somit war Petra Lustenberger auf Kurs. Die zweitletzte Serie jedoch mit drei 9ern warf die Rothenburgerin weit und uneinholbar zurück (101.8). Schliesslich klassierte sich Lustenberger mit einem Total von 623.1 Punkten auf Rang 47.
Die dritte Schweizer Schützin im Bunde, Vanessa Hofstetter, landete abgeschlagen mit einem Total von 617.9 Punkten auf Rang 90. Ihr Start verlief mit 105 Zählern in der ersten Serie sehr gut, dann allerdings fiel sie laufend zurück. Insgesamt traten 113 Athletinnen zum Wettkampf an.

Gold ging im Finale an die Koreanerin Hana Im (251.1), Silber sicherte sich die Inderin Anjum Moudgil (248.4), Bronze Eunhea Jung aus Korea (228).

 

Petra Lustenberger klassierte sich mit dem Luftgewehr mit 623.1 Punkten auf Rang 47 (Archivbild). Vanessa Hofstetter rangierte sich in der Qualifikation mit 617.9 Zählern auf Rang 90 (Archivbild).



Herren Lufgewehr: Christoph Dürr konnte nicht starten

Bei den Herren Luftgewehr war Jan Lochbihler – genau wie die Damen – am Start auf Zack: 105 Punkte schoss er in der ersten Serie. Dann musste er – analog zum Mixed-Wettkampf Luftgewehr vom 2. September – in den meisten folgenden Serien diverse 9er einstecken. Schliesslich klassierte sich Lochbihler mit einem Total von ordentlichen 624.2 Punkten auf Rang 36. Der Abstand auf Rang acht betrug 3.8 Punkte. Insgesamt bestritten 112 Athleten den Wettkampf.
Christoph Dürr, der zweite Schweizer Luftgewehrschütze, konnte leider nicht starten. «Nach einer sehr schlechten Nacht, in der er praktisch nicht geschlafen hatte, war Christoph heute in der früh nicht in der Lage, anzutreten», erklärt Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport beim SSV. «Dies bedauern wir sehr, da er in den letzten Wochen und Monaten grosse Fortschritte erzielt hatte.»

Den Final entschied der Russe Sergey Kamenskiy für sich (248.4), Silber ging an den Kroaten Petar Goslar (247.5), Bronze an dessen Landsmann Miram Maricic (227.3).

 

Erzielte in der Disziplin Gewehr 10m 624.2 Punkte, was Rang 36 bedeutete: Jan Lochbihler (Archivbild)

 

Fazit des Leiters Bereich Spitzensport: Die Dichte, konkret, wie viele Athleten 624 bis 628 Punkte erzielten, sei auch heute wieder beeindruckend gewesen. «Im Bereich Luftgewehr wurde uns erneut aufgezeigt, was von allen – sprich den Vereinen, Kantonen, Regionen und natürlich auch von Seite Nationalmannschaft – verlangt wird.» Es brauche viel mehr, so Burger, vor allem intensivere Trainings, dies auf allen Stufen. «Wir sind alle gefordert.»

 

Zu erwähnen ist noch das Resultat von Ursin Degiacomi, der als einziger Schweizer Schütze in der Disziplin Tontaubenschiessen antrat. Im zweiten Teil des Wettkampfs erzielte er 43 Punkte. Zusammen mit dem ersten Wettkampfteil von Sonntag, 2.9., ergab dies ein Total von 110 Punkten und den 99 Schlussrang. Insgesamt bestritten 127 Athleten den Wettbewerb. (Mehr zu Degiacomi und zur Disziplin Tontaubenschiessen in der Berichterstattung vom 2. September 2018, siehe unten).

 

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Berichterstattung vom 2.9.18

Die WM in Cangwon ist eröffnet

Ansprechender Auftakt für die Schweizer Lufgewehrschützinnen- und -schützen an der WM in Changwon (KOR):  Im Mixed-Wettkampf klassierte sich Team Schweiz 1 mit Nina Christen und Jan Lochbihler auf Rang 15. Bis kurz vor Schluss lag eine Platzierung in den Top 10 oder gar mehr in Reichweite.

 

Resultate:
Gewehr 10m Mixed: Qualifikation, Final
Pistole 10m Mixed: Qualifikation, Final
Tontaubenschiessen (Trap Man): Qualifikation 1. Tag

 

 

In der Schweiz war es am Sonntag, 2. September 2018 noch tiefe Nacht, als die Schweizer Luftgewehrschützinnen- und schützen die mit den Mixed-Wettbewerben die Wettkämpfe der Weltmeisterschaft in Changwon (KOR) eröffneten. Um 8.30 Uhr Ortszeit (1.30 Uhr Schweizer Zeit) stellten Nina Christen und Jan Lochbihler ihren Mann respektive ihre Frau – und das Resultat darf sich sehen lassen: Nach einem verhaltenen Start konnte Christen vor allem gegen Schluss aufdrehen, schoss in der letzten Passe 105.8 Punkte und lieferte schliesslich mit einem Total von 418 Zählern eine gute Leistung ab. Teamkollege Jan Lochbihler konnte über lange Zeit mithalten (105 in der 3. Passe), beim fünftletzten Schuss jedoch musste er eine 8.8 einstecken – damit lag für die Eidgenossen angesichts der hochkarätig besetzten Konkurrenz eine Platzierung in den Top 10 oder gar eine Finalqualifikation nicht mehr in Reichweite. Mit dem Total von 832.6 Zählern fehlten den beiden Schützen am Schluss 1.2 Punkte auf Rang 10 respektive 3.4 Punkte auf Rang fünf und somit die Finalteilname.

Eröffneten aus Schweizer Sicht die WM in Changwon: Nina Christen und Jan Lochbihler


Team Schweiz 2 klassierte sich bei insgesamt 71 startenden Mannschaften im Mittelfeld (Rang 33). Petra Lustenberger erzielte 414.9 Punkte, Christoph Dürr schoss 415.2 Zähler, was ein Total von 830.1 ergab.

Im Final hatte China 2 die Nase vorn, Silber ging an Rumänien, Bronze an China 1.

Petra Lustenberger und Christoph Dürr klassierten sich auf Rang 33.

 

 

Mixed-Wettkampf Pistole 10m: Diethelm Gerber und Demierre mit Startschwierigkeiten

Am Sonntagmorgen um 4.30 Uhr Schweizer Zeit bestritten Heidi Diethelm Gerber und Steve Demierre den Mixed-Wettkampf mit der Luftpistole. Eine Platzierung in den Top 10 oder gar den Sprung unter die letzten fünf lag jedoch ausser Reichweite: Die beiden Schweizer Schützen klassierten sich mit einem Total von 760 Punkten auf Rang 26. Die Differenz auf Rang fünf betrug 11 Punkte.
Auch am Auftakttag der WM in Changwon konnte Diethelm Gerber ihren in dieser Saison anhaltenden Kampf mit verhaltenen Starts nicht zu ihren Gunsten entscheiden: Im elften Schuss kassierte sie eine Acht, 94 lautete ihre erste Passe, in der zweiten schoss sie einen Punkt weniger. Aber die Thurgauerin kämpfte, konnte sich steigern und erzielte 96 und 97 Punkte in der dritten und vierten Serie, was ein Total von 380 Punkten ergab – am Schluss war dies jedoch zu wenig, um mit der Weltelite in Changwon ernsthaft mitreden zu können.
Auch Steve Demierre zeigte einen nicht optimalen Start, gleich im achten Schuss setzte es eine Acht und 92 Punkte in der ersten Passe. In der zweiten Serie erzielte er 94 Zähler. Der Fribourger zeigte dann Charakter, konnte sich ebenfalls wie Diethelm verbessern und erzielte in Passe drei und vier je 97 Punkte, was schliesslich ebenfalls ein Total von 380 Punkten ergab. So klassierten sich Diethelm Gerber und Demierre am Schluss mit 760 Zählern wie erwähnt auf Rang 26, dies bei insgesamt 62 gestarteten Mannschaften.

Gold holte sich im Finale das Team aus Russland, Silber ging an die Chinesen und Bronze sicherte sich die Mannschaft aus der Ukraine.
 

Heidi Diethelm Gerber und Steve Demierre klassierten sich im Mixed-Wettkampf Pistole 10m auf Rang 26.

 

Auch beim Tontaubenschiessen tritt ein Schweizer an

An der WM in Changwon traten am Eröffnungstag auch die weltbesten Tontaubenschützen an – unter ihnen als einziger Schweizer Schütze Ursin Degiacomi, der die 20-köpfige Schweizer Delegation in Changwon ergänzt (siehe Bericht zur Selektion der WM unten). Beim Tontaubenschiessen oder «Trap» geht um Treffer oder Nicht-Treffer. Beim Trap-Schiessen wird in Fünfer-Serien auf 25 Wurfscheiben geschossen. Der Schütze hat die Waffe jeweils bereits im Anschlag. Im ersten Teil des Wettkampfs erzielte der 20-jährige Davoser insgesamt 67 Punkte, was Rang 94 bei insgesamt 127 startenden Schützen bedeutete. Der zweite Teil geht am Montag, 3. September über die Bühne. Übrigens: Degiacomi, der bei der Elite seine WM-Premiere erlebt, visiert seinen Rekord von 120 Treffern bei 125 Versuchen an, wie er dem «Bündner Tagblatt» kürzlich verriet.

Tritt als einziger Eidgenosse beim Tontaubenschiessen an: Ursin Degiacomi (Bild: ISSF)

 

Am Montag, 3. September, sieht das Programm mit Schweizer Beteiligung wie folgt aus: Neben Degiacomi werden auch Nina Christen, Petra Lustenberger, Jan Lochbilhler und Christoph Dürr erneut zum Einsatz kommen, dann mit dem Luftgewehr. Der Final der Männer beginnt um 5.15 Uhr (Schweizer Zeit), derjenige der Frauen um 7.15 Uhr. (cpe)

 

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Bericht zur Selektion für die Weltmeisterschaften Gewehr/Pistole in Changwon (KOR), 31. August bis 15. September 2018 vom 30.7.18


20 Schützen vertreten die Schweiz in Korea


Die Selektion für die Weltmeisterschaften Gewehr/Pistole in Changwon (KOR) ist abgeschlossen. Die WM, die nur alle vier Jahre stattfindet, ist ein Höhepunkt in der Karriere der Schützinnen und Schützen. In Changwon wird ausserdem zum ersten Mal um Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo geschossen. Ergänzt wird die 20-köpfige Delegation durch einen Schützen aus der Disziplin Trap Clay Shooting (Tontaubenschiessen).

In der südkoreanischen Millionenstadt Changwon finden vom 31. August bis 15. September 2018 die Weltmeisterschaften Gewehr/Pistole statt. Die Weltmeisterschaften Gewehr 10/50/300m, Pistole 10/25/50m, Flinte und Running Target bilden einen unbestrittenen Höhepunkt in der Karriere der Schützinnen und Schützen. In Changwon wird ausserdem zum ersten Mal um Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo geschossen. Nun hat der Trainerstab unter der Leitung von Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport des Schweizer Schiesssportverbandes (SSV), die Delegation für Changwon selektioniert.


Zielsetzung: Vier Medaillen und ein Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2020

Um die Zielsetzung gleich vorwegzunehmen: «Wir streben in Changwon einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo und den Gewinn von vier Medaillen an», sagt Daniel Burger. Ob Edelmetall dabei in einer olympischen oder nicht-olympischen Disziplin errungen werde, sei dabei sekundär, so der Leiter Bereich Spitzensport. «So wie das Team zusammengestellt ist, sind unsere Erwartungen gerechtfertigt.»

Die Athletinnen und Athleten, die nun nach Korea fahren, mussten an bestimmten Selektionswettkämpfen im Rahmen der Shooting Masters Mindestwerte erreichen. Möglich war eine Selektion auch über die Teamleistungen. Wer die geforderten Richtwerte nicht gebracht hat, wurde nun auch nicht berücksichtigt. Wenige Ausnahmen gibt es lediglich hinsichtlich einer möglichen Teilnahme an den European Games 2019 in Minsk oder zwecks optimaler Vorbereitung für die jeweilige Paradedisziplin.

Das Gewehr-Team der Frauen (Kleinkaliber 50m) setzt sich zusammen aus Nina Christen, Vanessa Hofstetter und Irene Beyeler. Das Trio hat im Dreistellungmatch den Team-Selektionswert übertroffen. Alle drei Athletinnen haben auch einzeln die geforderten Punktzahlen erreicht. Gegen ihre Konkurrentinnen nicht durchsetzen konnte sich Petra Lustenberger, welche jedoch zusammen mit Nina Christen und Vanessa Hofstetter den Wettkampf Gewehr 10m bestreiten wird. In dieser Disziplin haben die drei Gewehrschützinnen die Selektion über die Teamleistung geschafft.

Bei den Männern (Kleinkaliber 50m) werden Jan Lochbihler, Christoph Dürr und Simon Beyeler in Changwon um Medaillen mitschiessen. Die drei Athleten haben den geforderten Team-Selektionswert erreicht, Jan Lochbihler hat im Dreistellungswettkampf den Einzelselektionswert geknackt und dabei mit 1181 Punkten ein Weltklase-Resultat erzielt. Lochbihler und Christoph Dürr werden zudem die Wettkämpfe mit dem Luftgewehr bestreiten, Simon Beyeler verzichtet, da er sich voll und ganz auf die Kleinkaliber-Disziplinen konzentrieren will. Auf die Selektion eines Teams sieht der Trainerstab ebenso ab. «Das Leistungsgefälle im internationalen Vergleich ist hier zu gross, so dass die Nomination eines weiteren Schützen kein Thema war», sagt Daniel Burger.

Unbestritten war die Selektion von Heidi Diethelm Gerber. Die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Rio wird in ihrer Paradedisziplin Sportpistole 25m an den Start gehen. In Hinblick auf eine optimale Vorbereitung wird Diethelm-Gerber auch für die Luftpistole selektioniert, obwohl sie hier den geforderten Richtwert nicht erreicht hat.

Bei den Herren Pistole 10m werden Steve Demierre und Sandro Loetscher die Schweizer Farben tragen, obwohl beide die geforderten Richtwerte nicht erzielt haben. Die Selektion erfolgt aufgrund des European Ranking, bei welchem Demierre auf Rang 19 und Loetscher auf Platz 22 klassiert sind. «Mit der Teilnahme an der WM avisieren wir zum einen eine Verbesserung des Rankings an, zum anderen eine mögliche Teilnahme an den European Games 2019 in Minsk», so Burger. Dasselbe Ziel gilt für Loetscher mit der Olympischen Schnellfeuerpistole (25m).

Bei den Juniorinnen Gewehr haben sich Muriel Züger, Franziska Stark und Valentina Caluori über die Teamwerte für die Königsdisziplin Dreistellung 50m qualifiziert. Züger und Stark schafften hier jeweils ebenso die Einzel-Limite. Muriel Züger liess bereits am Junioren-Weltcup in Suhl (GER) Ende Juni 2018 aufhorchen, wo sie im Dreistellungswettkampf Bronze holte. In Hinblick auf eine optimale Vorbereitung für die Kleinkaliber-Wettkämpfe wird Züger auch den Wettkampf mit dem Luftgewehr bestreiten, obwohl sie den Richtwert nicht erreicht hat.

Mit den Weltbesten wird sich in Changwon Juniorin Anna Bastian in der Disziplin Pistole 10m messen. Die erst 16-jährige hat den geforderten Einzel-Selektionswert übertroffen. Pistolen-Nachwuchshoffnung Jason Solari verzichtet auf eine Teilnahme an der WM. Grund hierfür sind einzig schulischer Natur, zumal der junge Tessiner im Oktober 2018 an den Youth Olympic Games in Buenos Aires teilnehmen wird.

In den nicht-olympischen Disziplinen werden bei den Frauen die drei Routiniers Marina Schnider, Andrea Brühlmann und Silvia Guignard in Changwon auf Medaillenjagd gehen. Dieses Trio wird sowohl im Dreistellungs- als auch im Liegendwettkampf Gewehr 300m antreten.
Zu den nicht-olympischen Disziplinen zählt an der WM in Changwon auch der Liegendwettkampf Kleinkaliber 50m. Selektioniert wurde mit Nina Christen, Vanessa Hofstetter und Irene Beyeler das Trio, das auch die olympische 3-Stellung absolvieren wird. Dasselbe gilt für die Juniorinnen Gewehr: Hier werden Muriel Züger, Franziska Stark und Valentina Caluori den Wettkampf 50m liegend bestreiten.

Das 300m-Männer-Team besteht aus Gilles Dufaux, Jan Lochbihler, Andrea Rossi und Marcel Ackermann. Liegendspezialist Ackermann wird nur in der Disziplin Gewehr 300m liegend zum Einsatz kommen und Andrea Rossi ersetzen. Dufaux und Lochbihler werden den Liegendwettkampf, den Dreistellungswettkampf Gewehr 300m (3x40) und den Wettbewerb Standardgewehr 300m bestreiten, letztere beiden Wettkämpfe zusammen mit Andrea Rossi. Rafael Bereuter, der beste Standardgewehr-Schütze der laufenden Saison, musste aus familiären Gründen auf die WM-Teilnahme verzichten. Jan Lochbihler, Christoph Dürr und Simon Beyeler werden zudem in den nicht-olympischen Disziplinen den Liegendwettkampf 50m bestreiten.

Ergänzt wird die 20-köpfige Delegation durch Ursin Degiacomi. Der Bünder tritt in der olympischen Disziplin Tontaubenschiessen (Trap Clay Shooting) an, in welcher er zweifacher Junioren-Schweizermeister ist.

Den Schweizer Athletinnen und Athleten ist in Changwon einiges zuzutrauen. In den Olympischen Disziplinen (Gewehr 50m, Pistole 25m) haben Heidi Diethelm Gerber, Nina Christen und Jan Lochbihler schon mehrfach bewiesen, dass sie zur Weltspitze gehören.
Und dass die 300m-Disziplinen traditionellerweise eine starke Schweizer Disziplin, davon zeugen unter anderem die Goldmedaille liegend von Jan Lochbihler sowie die beiden Team-Goldmedaillen mit dem Standardgewehr (Männer) und im Dreistellungsmatch (Frauen) an den Europameisterschaften in Baku (AZE) 2017. Hier liegt also eine Medaille sicher im Bereich des Möglichen.

Erwartet werden an den Weltmeisterschaften in Changwon übrigens rund 4000 Athletinnen und Athleten aus 120 Nationen. (cpe)


Die selektionierten Athletinnen und Athleten


Olympische Disziplinen


Frauen Gewehr 50m Dreistellung (KK 3x40)

Irene Beyeler

 

11.08.1986, Schwarzenburg (BE)

 

Nina
Christen

 

07.02.1994,
Wolfenschiessen (NW)

 

Vanessa
Hofstetter

 

10.01.1995, Neuenegg (BE)

 

Männer Gewehr 50m Dreistellung (KK 3x40)

Simon
Beyeler

 

11.06.1982, Schwarzenburg (BE)

 

Christoph
Dürr

 

28.04.1996,
Gams (SG)

 

Jan
Lochbihler

 

03.03.1992, Holderbank (SO)

 

Männer Schnellfeuerpistole 25m (OSP 25m)

Sandro
Loetscher

 

05.11.1992, Rümlingen (BL)

 

 

Frauen Sportpistole 25m (SP 25m)

Heidi Diethelm Gerber

 

20.03.1969, Märstetten (TG)

 

 

Frauen Luftgewehr 10m

Nina
Christen

 

07.02.1994, Wolfenschiessen (NW)

 

 

Vanessa
Hofstetter

 

10.01.1995,
Neuenegg (BE)

 

Petra
Lustenberger

 

12.11.1990, Rothenburg (LU)

 

Männer Luftgewehr 10m

Christoph
Dürr

 

28.04.1996,
Gams (SG)

 

Jan
Lochbihler

 

03.03.1992, Holderbank (SO)

 

Frauen Luftpistole 10m

Heidi Diethelm Gerber

 

20.03.1969, Märstetten (TG)

 

 

Herren Luftpistole 10m

Steve Demierre

 

20.02.1975, Auboranges (FR)

 

Sandro
Loetscher

 

05.11.1992, Rümlingen (BL)

 

 

Juniorinnen Gewehr 50m Dreistellung (KK 3x40)

Valentina
Caluori

 

02.05.1999, Rhäzüns (GR)

 

Franziska Stark

 

18.02.1999,
Rorschach
(SG)

 

Muriel
Züger

 

14.01.1998, Galgenen (SZ)

 

Juniorinnen Luftgewehr 10m

 

Muriel
Züger

 

14.01.1998, Galgenen (SZ)

 

Juniorinnen Luftpistole 10m

Anna Bastian

 

20.04.2002, Villaz-Saint-Pierre (FR)

 

 

Trap Clay Shooting (Tontaubenschiessen)

Ursin Degiacomi

 

06.10.1997, Davos (GR)

 




Nicht-olympische Disziplinen


Frauen Gewehr 50m liegend (KK liegend)

Irene Beyeler

 

11.08.1986, Schwarzenburg (BE)

 

Nina
Christen

 

07.02.1994,
Wolfenschiessen (NW)

 

Vanessa
Hofstetter

 

10.01.1995, Neuenegg (BE)

 

Männer Gewehr 50m liegend (KK liegend)

Simon
Beyeler

 

11.06.1982, Schwarzenburg (BE)

 

Christoph
Dürr

 

28.04.1996,
Gams (SG)

 

Jan
Lochbihler

 

03.03.1992, Holderbank (SO)

 

Juniorinnen Gewehr 50m liegend (KK liegend)

Valentina
Caluori

 

02.05.1999, Rhäzüns (GR)

 

Franziska Stark

 

18.02.1999,
Rorschach
(SG)

 

Muriel
Züger

 

14.01.1998, Galgenen (SZ)

 

Frauen Gewehr 300m Dreistellung (3x40) und Gewehr 300m liegend

Andrea
Brühlmann

 

18.01.1984,
Egnach (TG)

 

Silvia
Guignard

 

06.08.1974,
Zürich

 

Marina
Schnider

 

11.07.1986,
Ennetbürgen (NW)

 

Männer Gewehr 300m Dreistellung (3x40) und Standardgewehr 300m

Gilles
Dufaux

 

13.12.1994,
Granges-Paccot (FR)

 

Jan
Lochbihler

 

03.03.1992,
Holderbank (SO)

 

Andrea
Rossi

 

05.03.1991, Dietfurt (SG)

 

Männer Gewehr 300m liegend

Marcel
Ackermann

 

31.07.1974,
Kölliken (AG)

 

Gilles
Dufaux

 

13.12.1994,
Granges-Paccot (FR)

 

Jan
Lochbihler

 

03.03.1992,
Holderbank (SO)

 

 

 

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