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99. Historisches Neueneggschiessen

Schützengesellschaft Gurmel gewinnt das Neueneggschiessen

05.03.2018 - Am 99. Historischen Neueneggschiessen nahmen knapp 700 Schützinnen und Schützen teil. Es war ein spannender Wettkampf und jede Gruppe hatte den Wunsch das begehrte „Fähnli“ mit nach Hause zu nehmen. Für die Gruppen «Chutzen» der Schützengesellschaft Gurmels ging dieser Wunsch in Erfüllung. Sie gewinnen das diesjährige Neueneggschiessen und dürfen das begehrte Fähnli in Empfang nehmen.

Das Historische Neueneggschiessen erinnert an den Kampf der Berner gegen die Franzosen vom 05. März 1798. Neuenegg zeigt, dass Zusammenstehen, zusammen kämpfen und sich für eine gemeinsame Sache engagieren zum Erfolg führt. Als Mahnung steht auf unserem Denkmal: "Die Schlacht gewonnen, das Vaterland verloren." Unseren Vorfahren ist es aber gelungen, den Staat zu erneuern und ihn der heutigen Form zuzuführen. Sie haben den Verdienst, ein "neues" Vaterland geschaffen zu haben. Jeweils am 1. Märzensonntag gedenken die Neueneggschützen der Geschehnisse vom 05. März 1798. Mit einem schlichten Feldgottesdienst, mit einem sportlichen Wettkampf und der anschliessenden Bernerplatte leisten wir unsere Ehrenpflicht gegenüber Land und Leuten jener Zeit. "Vivat das Bernerbiet - bis an der Welt ihr End".

Dieses Jahr hatte es das Historische Neueneggschiessen in sich. Es entpuppte sich als reines «Nebelschiessen» und verlangte den Schützinnen und Schützen alles ab. Es wurden aber trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, beachtliche Resultate erzielt.

Melchior Stoller, Präsident Neueneggkommission, durfte eine illustre Gästeschar aus Politik, Armee, Gemeindevertreter und zahlreiche Schützinnen und Schützen zur 99. Gedenkfeier beim Denkmal in Neuenegg willkommen heissen. Speziell begrüsst er die Siegergruppen des letzten Jahres, die Gruppe „Winkelried“, Sportschützen Bramberg-Neuenegg, Gewinner des Fähnli, sowie die Gruppe „Chutze“, SG Gurmels, Gewinnerin vom Wimpel und die Gruppe „Schwarztreffer“, Liebistorf-Kleinbösingen-Wallenbuch, Gewinnerin der Kanne. Sehr erfreut ist der Präsident darüber, dass der Gemeinderat von Neuenegg, die Kirchgemeinde und die Feuerwehr am Neueneggschiessen teilnehmen. Auch die Musikgesellschaft „Sternenberg“ und der Männerchor, beide aus Neuenegg werden herzlich willkommen geheissen. Seit Jahren wird dieser Anlass von militärischen Schützen beehrt. Aus diesem Grund wird am Neueneggschiessen auch ein Militärwettkampf durchgeführt. Dieses Jahr nahmen gesamthaft neunzehn Gruppen am Neueneggschiessen teil. Die beste Gruppe erhält einen Wanderpreis und der beste Einzelschütze ein Erinnerungsgeschenk. Die Treffsicherheit war dieses Jahr enorm, da sich die beste Gruppe bereits auf dem 14. Rang wiederfand, gegenüber dem 53. Rang vom letzten Jahr.

In seiner eindrücklichen Begrüssungsrede erwähnt Melchior Stoller die neuen EU-Waffenrichtlinien welche bei den Schützinnen und Schützen sehr viel Bedenken hervorruft. Im September 2017 sendet der Bundesrat eine, nach seiner Ansicht, pragmatische Lösung zur Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie in die Vernehmlassung. Die vorgeschlagene Lösung schöpft den bestehenden Spielraum aus und trägt der Tradition vom schweizerischen Schiesswesen Rechnung. Für die Übernahme von Ordonnanzwaffen ist keine Änderung vorgesehen. Auch Sportschützen und Waffensammler dürfen weiterhin die halbautomatischen Waffen besitzen, die von der EU-Richtlinie erfasst sind. Die Vernehmlassung endete am 05. Januar 2018.

Liest man aber den vorgeschlagenen Gesetzestext genau, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Kernpunkt der vorgeschlagenen Gesetzesänderung ist, dass die am häufigsten im ausserdienstlichen und sportlichen Schiessen verwendeten Waffen, nämlich das Sturmgewehr 57 und das Sturmgewehr 90 als umgebaute Serie-Feuerwaffen neu in der Kategorie der verbotenen Waffen zu finden sind. Das bedeutet, dass mit Inkrafttreten dieser Änderung 100'000 Schützen und übrige Waffen von einem Tag auf den anderen zu Besitzern verbotener Waffen werden. Weiter gelten auch die PE Sturmgewehre als verbotene Waffen, wenn der Besitzer noch über die heute gebräuchlichen Magazine à 20 bzw. 24 Schuss brauchen. Zudem soll ein Bedürfnisnachweis eingeführt werden und zwar nicht nur für den Erwerb, sondern generell auch für den Besitz. In welcher Form das zu geschehen hat, lässt der Gesetzesentwurf offen. Tatsache ist, dass damit ein, wiederholt durch das Volk und das Parlament abgelehnte Nachregistrierung eingeführt würde. So sieht die pragmatische Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie durch den Bundesrat aus. In welcher Form die Umsetzung schlussendlich erfolgt, wird sich noch zeigen. Der Schweizerische Schiesssportverband, der Berner Schiesssportverband, Pro Tell, Swiss Olympics und politische Parteien sowie einzelne Kantone sind zum Glück damit nicht einverstanden und werden sich zur Wehr setzen.

Das Schiessprogramm, 12 Schuss in vier Minuten auf die Neuenegg-Scheibe, Distanz von ca. 130m erforderte von den Teilnehmern Konzentration und einwandfreie Treffsicherheit, da keine Probeschüsse abgegeben werden und somit keiner weiss, ob es Schwarztreffer sind oder nicht.

Regierungsrat Christoph Neuhaus, zeigt sich in seiner Ansprache erfreut, an diesem historischen Ort seine Grüsse und Anerkennung zu überbringen. Er erwähnt unter anderem, dass wir an unseren Traditionen festhalten und diese in Zukunft weiterhin pflegen, ausführen und vor allem verteidigen.

Am späteren Nachmittag führte Samuel Marschall auf dem Dorfplatz von Neuenegg durch die Rangverkündigung. Mit grosser Freude durften die Gruppenschützen «Chutze», SG Gurmels das begehrte Fähnli entgegennehmen. Sie erzielten 95 Treffer. Den Wimpel gewann die Gruppe «Gunten Söldner», SG Bertschikon, welche das erste Mal am Neueneggschiessen teilnahmen, mit 93 Treffern. Die Kanne wurde von der Gruppe «Schwarztreffer», Liebistorf Kleinbösingen Wallenbuch mit 92 Treffern gewonnen.

Geehrt wurden auch die beiden Schützen Ruedi Krummen, FS Frauenkappelen und Heinrich Glauser, Sportschützen Platten Köniz, welche zum 50. Mal am Neueneggschiessen teilnahmen. Von den militärischen Schützen gewann Michael Gunti, Pz S 21 / Kp 6 Pz Stabskp, die Einzelwertung.

Melchior Stoller, Präsident der Neueneggkommission, bedankte sich beim durchführenden Verein, den Sportschützen Bramberg-Neuenegg, auf’s Herzlichste für die einwandfreie Organisation und Durchführung des Anlasses.

Rangliste Gruppen:

1. «Chutzen» SG Gurmels, Fähnli; 2. «Gunten Söldner» SG Bertschikon, Wimpel; 3. «Schwarztreffer» Liebistorf Kleinbösingen Wallenbuch, Kanne; 4. «Albisgüetli» SG Zürich Stadt; 5. «von Diesbach» SV Wünnewil-Flamatt; 6. «Ernte Team Wyden» Bramberg; 7. «Grossholz» SG Gurmels;8. «von Scharnachthal» Bern Stadtschützen; «Nachwuchs» Bramberg-Neuenegg Sportschützen; 10. «General Guisan» Mühleberg Sportschützen.

Rangliste Einzel:

34 Pkt. Walter Brunner, Stechelberg; Kurt Folly, SG Gurmels / Chutzen; Walter Grünig, SV Seftigen / Seftigrose; Daniel Herren, SG Gurmels / Grossholz; Iwan Loosli, Bramberg / Ernte Team Wyden; Thomas Vogler, Sportschützen Bramberg-Neuenegg / Winkelried; 33 Pkt. Simon Rickli, Liebistorf Kleinbösingen Wallenbuch / Schwarztre; Pascal Brodbeck, SG Liestal / Talacker.

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