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Ausserordentliche Generalversammlung der International Shooting Sport Federation

Zwei «Munitionsdisziplinen» fallen weg

Der Protest der Pistolenschützen nützte <br>nichts: Das IOC und die ISSF streichen <br>die Wettkämpfe Pistole 50m und <br>Gewehr 50m liegend aus dem <br>Olympischen Programm.
Der Protest der Pistolenschützen nützte
nichts: Das IOC und die ISSF streichen
die Wettkämpfe Pistole 50m und
Gewehr 50m liegend aus dem
Olympischen Programm.

26.06.2017 - Jetzt ist es definitiv: An den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo wird es keine Wettkämpfe Gewehr 50m liegend und Freipistole 50m der Männer geben – trotz Protest des Schweizer Schiesssportverbands und von 50 weiteren Mitgliedverbänden der International Shooting Sport Federation.

 

Mitteilung der ISSF

 

Die letzte Hoffnung, Einfluss auf das Olympische Schiesssport-Programm zu nehmen, hat sich am Sonntag, 25. Juni, in Luft aufgelöst: Anlässlich der Ausserordentlichen Generalversammlung der International Shooting Sport Federation (ISSF) in München wurde nicht mehr am Programm gerüttelt, das das Internationale Olympische Komitee (IOC) bereits am 9. Juni genehmigt hatte. Das bedeutet, dass in Tokyo 2020 die Wettkämpfe Gewehr 50m liegend sowie Freipistole 50m der Männer gestrichen und durch Mixed-Wettkämpfe mit dem Luftgewehr und der Luftpistole ersetzt werden. Ebenso wird der Double-Trap-Wettkampf der Männer durch einen Mixed-Bewerb ersetzt. Die Schweiz hatte bereits Anfang Jahr zusammen mit anderen Verbänden gegen die Streichung von «Munitionsdisziplinen» protestiert und sich in einem offenen Brief für die Erhaltung der Traditionsdisziplinen gewehrt. Das Ziel des IOC und der ISSF, Geschlechtergleichheit zu schaffen, wird auch von Seiten des Schweizer Schiesssportverbands nicht bestritten. Der SSV schlug deshalb vor, den Gewehr 50m liegend-Wettkampf durch einen Gewehr 50m-Mixed-Wettkampf zu ersetzen. Auch mit der Pistole wäre ein Mixed-Wettkampf 25 oder 50m realisierbar.

Die ISSF reagierte auf die Kritik zahlreicher Mitgliedverbände nicht und reichte trotzdem den von einer Kommission erarbeiteten Vorschlag ans IOC ein. Dieses genehmigte das Konzept am 9. Juni (und damit früher als geplant). Die Ausserordentliche Generalversammlung vom 25. Juni stand deshalb von Beginn an unter einem schlechten Stern. 50 Mitgliedverbände hatten gemeinsam eine Motion eingereicht, um den Entscheid rückgängig zu machen. Abgestimmt wurde aber weder über die Motion noch über das Olympische Schiesssport-Programm 2020. Der ISSF-Vorstand hielt an seinem Vorschlag fest. Mit anderen Worten: Am Entscheid der ISSF und des IOC wurde nicht mehr gerüttelt.

Immerhin konnte der SSV, der durch Vizepräsident Paul Röthlisberger und Geschäftsführer Beat Hunziker vertreten wurde, einen kleinen Sieg feiern: Die ISSF kündigte an, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die für die Olympischen Spiele 2024 das Schiesssport-Programm nochmals diskutiert. Wer in dieser Arbeitsgruppe Einsitz nehmen wird, ist noch offen. Unklar ist auch, welche Befugnisse diese Gruppe haben wird. Die Kleinkaliber-Liegendspezialisten und die 50m-Pistolenschützen können sich also zumindest noch ein wenig Hoffnung machen, dass ihre Disziplinen wieder olympisch werden. (van)

 


Berichterstattung vom 12. Juni 2017

 

IOC hat über Olympia-Programm entschieden

 

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das Olympische Programm der Schützinnen und Schützen für Tokyo 2020 bekannt gegeben. Das IOC ist dabei dem Vorschlag der International Shooting Sport Federation (ISSF) gefolgt, der von zahlreichen nationalen Verbänden abgelehnt worden war. Auch der Schweizer Schiesssportverband hatte gegen die Streichung der Wettkämpfe Gewehr 50m liegend und Pistole 50m protestiert.

 

Mitteilung der ISSF, Mitteilung des IOC

 

Nach dem Willen der ISSF und des IOC werden an den Olympischen Spielen in Tokyo 2020 drei reine Männer-Disziplinen (Gewehr 50m liegend, Pistole 50m und Double-Trap) aus dem Programm gestrichen und durch drei Mixed-Team-Events (Gewehr 10m, Pistole 10m, Trap) ersetzt. Hinter der Änderung des Olympischen Programms steckt das Ziel des IOC, Geschlechtergleichheit einzuführen. Es sollen in jeder Sportart gleich viele Wettkämpfe für Frauen wie für Männer angeboten werden. Am vergangenen Freitag, 9. Juni, hat das IOC den entsprechenden Entscheid kommuniziert. Gleichzeitig hat das IOC mitgeteilt, dass der Schiesssport 30 Quotenplätze verlieren wird. Statt wie noch in Rio 2016 werden nicht mehr 390, sondern nur noch 360 Startplätze zur Verfügung stehen. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele wird damit nochmals schwieriger.

Das Ziel der IOC, Geschlechtergleichheit herzustellen, fand grundsätzlich Unterstützung bei den ISSF-Mitgliedern. Dennoch herrscht sowohl auf Verbandsstufe als auch unter zahlreichen Schützinnen und Schützen Unmut über die ISSF-Empfehlung und den daraus folgenden IOC-Entscheid. So hatte der Schweizer Schiesssportverband Anfang Februar in einem Brief an die ISSF gegen die Streichung der klassischen «Munitionsdisziplinen» protestiert und zusammen mit anderen Verbänden eine ausserordentliche ISSF-Versammlung verlangt. Diese Versammlung wird am 25. Juni in München stattfinden. Was dort nach dem Entscheid des IOC noch möglich sein wird, steht in den Sternen. Gegen die Streichung von Disziplinen hatten auch die Athleten protestiert. So präsentierten zahlreiche 50m-Pistolenschützen am ISSF-Weltcup München einen Aufkleber in Grabsteinform auf ihren Pistolenkoffern. Die Schützen fühlen sich schon seit vielen Jahren von der ISSF vernachlässigt. Ihre Anliegen würden vom Verband nicht gehört, heisst es.

Der SSV hält an seiner Position fest und will diese an der ausserordentlichen ISSF-Generalversammlung vom 25. Juni einbringen: Mixed-Wettkämpfe ja, aber in den bestehenden Disziplinen. So könnte ein Mixed-Wettkampf mit dem Gewehr 50m liegend durchgeführt werden. Auch in den Pistolen-Disziplinen (z.B. 25m) würde sich ein entsprechender Wettkampf entwickeln lassen. (van)

 

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