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CISM Regionalturnier Thun, 3. bis 5. Oktober

Die Schweiz ist die beste Nation am CISM Regionalturnier

Der Kristall für die Schweiz: Viktor <br>Leiggener (links) und Daniel Burger <br>durften den Preis für die beste <br>Nation entgegennehmen.
Der Kristall für die Schweiz: Viktor
Leiggener (links) und Daniel Burger
durften den Preis für die beste
Nation entgegennehmen.

05.10.2017 - Acht Medaillen hat die Schweiz am CISM Regionalturnier in Thun erobert. So viele, wie keine andere der 21 teilnehmenden Nationen. Die vielen guten Leistungen der Schweizer Schützinnen und Schützen reichten zum Sieg in der Nationenwertung. Möglich gemacht haben dies am letzten Wettkampftag insbesondere die Gewehrschützinnen: Sie gewannen die erste (und einzige) Goldmedaille für die Schweiz. Vanessa Hofstetter, Petra Lustenberger und Nina Christen setzten sich in einem Hitchcock-Finale gegen die Polinnen durch. Zudem gab es dank Petra Lustenberger und Gilles Dufaux zwei weitere Silbermedaillen.

 

Komplette Rangliste

Resultate: Gewehr 50m 3x20 Frauen Team, Gewehr 300m 3x20 militärisches Schnellfeuer Team, Zentralfeuerpistole 25m militärisches Schnellfeuer Team, Gewehr 50m 3x20 Frauen, Gewehr 300m 3x20 militärisches Schnellfeuer, Zentralfeuerpistole 25m militärisches Schnellfeuer

Bilder: Gewehr 50m 3x20 Frauen Team, Gewehr 300m 3x20 militärisches Schnellfeuer Team, Zentralfeuerpistole 25m militärisches Schnellfeuer Team, Impressionen, Siegerehrungen

 

Eine goldene, fünf silberne und zwei bronzene Medaillen: Das ist die Ausbeute der Schweiz am CISM Regionalturnier in Thun. Das reichte zwar im Medaillenspiegel nicht zum Spitzenplatz. Dort liegen die Polen vorne – vor allem dank der vier (!) Goldmedaillen von Pistolenschütze Piotr Daniluk. Doch an CISM-Wettkämpfen wird die Nationenwertung nach Punkten entschieden. Und hier hatte die Schweiz die Nase vorn. CISM-Delegationsleiter Viktor Leiggener und Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport im SSV, durften deshalb den begehrten Kristall entgegennehmen.

 

Diese Entscheidungen fielen am dritten und letzten Wettkampftag:

Gewehr 50m 3x20 Frauen: Gold im Team, Silber für Petra Lustenberger

Vanessa Hofstetter (Gümmenen BE) konnte nicht mehr hinsehen: Als Petra Lustenberger (Rothenburg LU) zum letzten Schuss im Team-Dreistellungswettkampf Gewehr 50m ansetzte, versteckte sich die Bernerin, die ihren Wettkampf schnell absolviert hatte, hinter einem Stahlpfosten. Die Ausgangslage war klar: Petra Lustenberger musste eine Zehn schiessen, damit es für Gold reichte. Die Luzernerin erlöste ihre Teamkolleginnen, traf genau eine 10.0 und brachte das Schweizer Team zum Jubeln: die erste Goldmedaille am CISM Regionalturnier in Thun war Tatsache. Keine drei Minuten zuvor war noch ein Schrei der Enttäuschung durch den Schiessstand gehallt. Auf Petra Lustenbergers Monitor wurde eine Fünf für den letzten Schuss angezeigt. Gold wäre damit weg gewesen. Doch der Schuss kam nicht von Lustenberger, sondern von der Schützin rechts von ihr, die auf die falsche Scheibe geschossen hatte. Es entstand grosse Aufregung – Hektik auf Schweizer Seite, verfrühte Siegesfreude bei den Polinnen. Nur Petra Lustenberger liess sich nicht aus der Ruhe bringen und schraubte den Punktestand der Schweizerinnen mit dem 60. Schuss auf 1734 – gleich viel wie das Trio aus Polen. Doch Vanessa Hofstetter, Nina Christen (Wolfenschiessen NW) und Petra Lustenberger hatten mit deren 86 deutlich mehr Innenzehner auf dem Konto. So konnten sich die Schweizerinnen über Gold freuen. Bronze ging an die Schwedinnen. Ausser Konkurrenz gestartet war Myriam Brühwiler. Die Sankt-Gallerin zeigte bei eisiger Kälte einen guten Wettkampf und erzielte 568 Punkte. Das reichte in der (inoffiziellen) Einzelrangliste zu Platz 8. Vanessa Hofstetter, Petra Lustenberger und Nina Christen belegten in dieser Reihenfolge die Ränge 4, 5 und 6.

 

SSV-Trainer Dino Tartaruga gratuliert Silbermedaillengewinnerin Petra Lustenberger.

 

Dass Petra Lustenberger die Frau für Nervenkitzel ist, bewies sie auch am Nachmittag im Einzelwettkampf. Erneut musste sie im letzten Schuss zwingend eine Zehn treffen, um sich Silber zu sichern. Und erneut erledigte sie diese Aufgabe mit Bravour. Sie habe selber zwar nicht gewusst, dass es eine Zehn sein musste, gespürt habe sie es aber durchaus, sagte sie nach dem Wettkampf. Schliesslich hatte sich der halbe Schiessstand hinter ihr versammelt. Die Luzernerin schoss mit 97 Punkten aus. Im Total ergab das 582 Zähler, gleich viele wie die Polin Nagay Agnieszka. Die hervorragenden 35 Innenzehner sprachen schliesslich für die Schweizerin. Unerreichbar war die Schwedin Anna Normann. Sie zeigte einen bestechenden Wettkampf und gewann mit 586 Punkten. Auch die weiteren Schweizerinnen vermochten zu gefallen. Vanessa Hofstetter folgte mit 577 Punkten auf dem 5. Rang, mit einem Punkt weniger belegte Nina Christen Rang 8. Myriam Brühwiler schliesslich klassierte sich mit 565 Zählern auf dem 13. Platz.

 

Gewehr 300m 3x20 militärisches Schnellfeuer: Im Team nichts, im Einzelwettkampf Silber

Ohne Medaille blieben die Schweizer Männer im Team-Dreistellungswettkampf militärisches Schnellfeuer. Das Team Schweiz 1 mit Jan Lochbihler (Holderbank SO), Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) und Rafael Bereuter (Müswangen LU) war nach den je 20 Kniend- und Liegend-Schüssen auf Medaillenkurs. Doch stehend passte nicht viel zusammen – mit einer Ausnahme: Gilles Dufaux zeigte über den ganzen Wettkampf eine hervorragende Leistung und trug 574 Punkte (gleichbedeutend mit Schweizerrekord) zum Teamergebnis von 1669 Zählern bei. Lochbihler und Bereuter verloren mit 164 respektive 166 Zählern stehend aber zu viele Punkte auf die Spitze, um den Podiumsplatz zu behaupten. Die Finnen und die Österreicher zogen an den Eidgenossen vorbei. Herausragend war der Österreicher Bernhard Pickl. Er erzielte stehend 190 Punkte (total 580) und führte die Österreicher damit zu Gold mit 1692 Punkten, einem Zähler mehr als die Norweger. Bronze ging an die Finnen, die die Schweizer um 18 Punkte distanzierten. Gleich hinter Schweiz 1 folgte das Team Schweiz 2 mit Andrea Rossi (Bellinzona TI), René Homberger (Grafstal ZH) und Pascal Loretan (Düdingen FR) mit 1645 Punkten.

 

Jan Lochbihler (links) freut sich mit Gilles Dufaux über dessen Silbermedaille.

 

Gilles Dufaux hatte über Mittag nichts von seiner Treffsicherheit verloren. Der Fribourger machte dort weiter, wo er am Morgen aufgehört hatte. Obwohl er selbst mit seinen Kniend-Serien nicht zufrieden war, schoss er immer ganz vorne mit. Am Ende reichte es hauchdünn nicht zu Gold. In der letzten Stehend-Serie schoss er mit einer 8 aus, die aber den 9er-Ring kratzte. Und genau diese 9 wäre nötig gewesen, um den Franzosen Cyrill Graff zu überholen. Graff erzielte 573 Punkte, Dufaux 572. Das Pünktchen mehr hätte Dufaux aber dank seiner 19 Innenzehner den Sieg gebracht. Ärgern mochte sich Dufaux darüber nicht. Er freute sich über Silber. Die anderen Schweizer rehabilitierten sich nach der durchzogenen Leistung des morgendlichen Teamwettkampfs. Rafael Bereuter und Andrea Rossi folgten mit je 566 Punkten auf den Rängen 10 und 11, Jan Lochbihler wurde mit 564 Zählern Dreizehnter. Pascal Loretan belegte mit 551 Zählern den 20. Rang, drei Ränge vor René Homberger mit 542 Punkten.

 

Zentralfeuerpistole 25m militärisches Schnellfeuer Team: Fünfter Platz für die Schweiz, sechster Rang für Loetscher

Im C-Match gab es für das Schweizer Trio mit Steve Demierre (Auboranges FR), Sandro Loetscher (Gelterkinden BL) und Guido Muff (Rothenburg LU) am 4. Oktober eine (bronzene) Medaille. Einen Tag später im militärischen Schnellfeuer reichte es nicht mehr. Mit 1696 Punkten landeten die drei Schweizer auf dem fünften Rang. Die Finnen auf dem Bronzeplatz erzielten 13 Punkte mehr. An der Ranglistenspitze lieferten sich die Polen und die Norweger ein packendes Duell, das die Polen mit 1724 gegenüber 1721 Punkten der Norweger für sich entschieden. Im Schweizer Team war Sandro Loetscher der beste Schütze. Er erzielte 575 Punkte, was ihm in der (inoffiziellen) Einzelrangliste den achten Rang einbrachte. Er wird zusammen mit Steve Demierre im Einzelwettkampf der besten 20 Schützen mitmachen können. Nicht dabei sein wird dort Guido Muff, obwohl er mit 562 Punkten ein besseres Resultat erreichte als Steve Demierre (559). Doch es kommen jeweils nur die besten vier jeder Ablösung sowie die acht Punktbesten (abhängig auch von der Nationalität) weiter. Demierre war in seiner Ablösung der Viertbeste, Guido Muff war in seiner Ablösung Achter. Ausser Konkurrenz war Stefan Fuchs (Niederteufen AR) gestartet. Er erzielte 545 Punkte.

 

Sandro Loetscher war sowohl im Team- wie auch im Einzelwettkampf der beste Schweizer.

 

Im Einzelwettkampf vom Nachmittag zeigte Sandro Loetscher eine gute Leistung. Seine 576 Punkte reichten zum 6. Rang. Auf eine Medaille fehlten sechs Zähler. Steve Demierre folgte mit 569 Punkten auf dem 13. Platz. (van)

 


Berichterstattung vom 4. Oktober

 

Fünf Medaillen nach zwei Wettkampftagen

 

Die Erfolgsserie der Schweizer Schützinnen und Schützen am CISM Regionalturnier in Thun geht weiter – dank Petra Lustenberger, Steve Demierre und seinen zwei Pistolen-Kollegen. Die Luzernerin wird mit dem Gewehr 50m liegend Zweite, das Pistolenteam mit Demierre, Sandro Loetscher und Guido Muff belegte den dritten Rang im Teamwettkampf mit der Zentralfeuerpistole. Im Einzelwettkampf sicherte sich Demierre seine zweite bronzene Auszeichnung. Damit hat die Schweiz nach zwei Wettkampftagen mit sechs Entscheidungen bereits fünf Medaillen erobert.

 

Resultate: Gewehr 50m liegend Frauen, Standardgewehr 300m 3x20 Männer, Zentralfeuerpistole 25m Team, Zentralfeuerpistole 25m Männer

Bilder: Gewehr 50m liegend Frauen, Standardgewehr 300m 3x20 Männer, Zentralfeuerpistole 25m, Impressionen

Videos: Rafael Bereuter, René Homberger, Steve Demierre

 

Gewehr 50m liegend Frauen: Silber für Petra Lustenberger

Erneut eine starke Leistung der Schweizer Frauen am CISM Regionalturnier in Thun: Nach Team-Silber gab es im Wettkampf Gewehr 50m liegend auch im Einzel-Wettkampf eine Medaille. Petra Lustenberger (Rothenburg LU) sicherte sich mit 621.1 Punkten den zweiten Rang. Geschlagen geben musste sie sich lediglich der Dänin Sys Hansen, die in den letzten 30 Schuss aufdrehte und die zuvor führende Luzernerin noch ein- und überholte. Hansen kam auf 623.1 Punkte. Bronze ging an die Schwedin Anna Normann mit  620.8 Zählern. Knapp am Podest vorbei schrammte Vanessa Hofstetter (Gümmenen BE). Die Bernerin belegte mit 619.3 Punkten den vierten Rang. Nicht in die Top Ten schafften es Myriam Brühwiler (Mörschwil SG) und Nina Christen (Wolfenschiessen NW). Brühwiler hatte gut begonnen, baute dann jedoch etwas ab. Mit 611.8 Punkten reichte es ihr zum 13. Platz. Einen Rang dahinter folgte Nina Christen, die überhaupt nicht in die Gänge kam. Sie startete mit 100.0 Punkten, in der vierten Serie gab es gar nur 96.4 Zähler. Dank der 105.0 Punkte in der fünften Serie konnte sie noch einige Ränge aufholen.

 

Pascal Loretan arbeitet während des Wettkampfs an seiner Stellung. Genützt hat es nur bedingt: Er belegte den 16. Rang.

 

Standardgewehr 300m 3x20: Schweizer gehen leer aus

Nicht ganz so rund lief es den Schweizer Männern im Dreistellungswettkampf (3x20) mit dem Standardgewehr 300m. Das Niveau war allerdings auch enorm hoch. Für den Sieg brauchte es 589 Punkte und 26 Innenzehner. Gesetzt wurde diese Marke vom Norweger Odd Arne Brekne. Nur wegen eines Innenzehners mehr verdrängte er den Österreicher Bernhard Pickl auf den zweiten Rang. Noch knapper fiel die Entscheidung um Bronze. Der Finne Juho Kurki und der Norweger Kim André Lund hatten beide 588 Punkte und 25 Innenzehner auf dem Konto. Die bessere Schlusspasse entschied für den Finnen. Die Schweizer konnten um die Podestplätze nicht mitreden. Bester Eidgenosse wurde Andrea Rossi (Bellinzona) als Sechster. Der Tessiner erzielte 584 Punkte. Drei Ränge hinter Rossi folgte mit Jan Lochbihler (Holderbank SO) der zweite Schweizer. Der Solothurner verlor in der Stehendstellung etwas an Boden und kam auf 580 Punkte. Ähnlich erging es Rafael Bereuter (Müswangen LU). Nach 40 Schuss war er der beste Schweizer. Stehend erzielte er 185 Punkte – zu wenig, um vorne zu bleiben. Am Schluss konnte der Luzerner 578 Punkte verbuchen, was zum 13. Rang reichte. Einen Zähler mehr hatte Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR) auf dem Konto. Er klassierte sich damit auf dem 11. Platz. Die beiden letzten Schweizer folgten auf den Rängen 16 und 17. Pascal Loretan (Düdingen FR) und René Homberger (Grafstal ZH) totalisierten beide 576 Punkte und 15 Innenzehner. Wegen der besseren Schlusspasse klassierte sich Loretan vor Homberger.

 

Sandro Loetscher war im Teamwettkampf der beste Schweizer und trug massgeblich zur Bronzemedaille bei. Im Einzelwettkampf lief es ihm nicht mehr rund.

 

Zentralfeuerpistole 25m Team: Schweizer Trio gewinnt Bronze

Im dritten Teamwettkampf am CISM Regionalturnier gab es die dritte Teammedaille für die Schweiz. Dafür verantwortlich zeichnete das Trio Sandro Loetscher, Steve Demierre und Guido Muff. Die drei Schweizer Pistolenschützen zeigten eine starke Leistung und sicherten sich verdient die bronzene Auszeichnung hinter Polen und Finnland. Dabei hatte es frühmorgens nicht nach Wunsch begonnen. Steve Demierre (Auboranges FR) konnte nicht an die Leistung vom Vortag anknüpfen und gab Punkte ab. 291 Zähler hatte er im Präzisionsteil geschossen, im Schnellfeuerteil kamen 282 Punkte hinzu. Mit 573 Punkten fiel er in der Einzelrangliste vom 2. auf den 10. Platz zurück. Den umgekehrten Weg machte Sandro Loetscher (Gelterkinden BL). Seinen 286 Punkten aus dem Präzisionswettkampf liess er am 293 Punkte im Schnellfeuerteil folgen. Er totalisierte 579 Punkte. In der Einzelrangliste machte er damit einen Sprung auf den vierten Rang. Demierre und Loetscher haben sich damit für den Einzelwettkampf mit den besten 20 Schützen qualifiziert (4. Oktober, 13.30 Uhr). Die gute Schweizer Teamleistung rundete Guido Muff (Rothenburg LU) ab. Er steuerte 563 Punkte zum Teamergebnis bei. 1715 Punkte hatte die Schweiz am Schluss auf dem Konto. Das reichte zu Bronze hinter Finnland (1719) und Polen (1722).

 

Grosse Freude bei Steve Demierre, nachdem er weiss, dass ihm die Bronzemedaille nicht mehr zu nehmen ist.

 

Zentralfeuerpistole 25m Männer: Nochmals Bronze für Steve Demierre

Zweimal angetreten, zweimal eine Medaille um den Hals: Steve Demierres (Auboranges FR) Bilanz nach dem zweiten Wettkampftag des CISM Regionalturniers in Thun kann sich sehen lassen. Der Fribourger holte mit dem Team Bronze und wiederholte diese Leistung am Nachmittag. Er bewies im Wettkampf der besten 20 Schützen mit der Zentralfeuerpistole Konstanz und Nervenstärke. Nach den 60 Schüssen Präzision lag Demierre hinter dem punktgleichen Norweger Pal Hembre auf dem zweiten Rang. Mit 46 Punkten in der ersten Schnellfeuerserie verlor er etwas an Boden. Das grosse Zittern begann beim Romand deswegen aber nicht. Er schoss danach konstant, erzielte dreimal 49 sowie zweimal 48 Punkte und kam damit auf 580 Punkte im Total. Der aufstrebende Däne Allan Gejl – er schoss viermal 50 in den sechs Schnellfeuerserien! – kam bis auf einen Punkt an Demierre heran. Aufs Podest reichte es ihm aber nicht mehr. Vor Demmierre machten Hembre und der Pole Piotr Daniluk Gold und Silber untereinander aus. Vor der letzten Serie hatte Hembre die Nase vorn. Mit 48 Zählern schoss der Norweger eigentlich gut aus – aber nicht gut genug. Daniluk schloss den Wettkampf mit einer 50er-Serie ab und überholte Hembre mit 583 Punkten um einen Zähler. Nicht zufrieden mit seinem Wettkampf dürfte Sandro Loetscher sein. Der Gelterkinder erzielte in der Präzision 283 Punkte. Im Schnellfeuerteil hätte er eine Aufholjagd starten müssen. Das gelang ihm in fünf von sechs Serien ganz gut. Die 40 Punkte in der vierten Serie lösten aber jegliche Ambitionen in Luft auf. Loetscher musste sich mit 565 Punkten und dem 13. Rang zufrieden geben. (van)

 


Berichterstattung vom 3. Oktober

 

Zweimal Silber für die Schweiz

 

Erfolgreicher Start für das Schweizer Team am CISM Regionalturnier in Thun. Sowohl für das Frauen-Gewehr-Trio als auch für die Männer-Standardgewehrschützen gab es Mannschaftssilber.

 

Impressionen

Resultate: Gewehr 50m liegend Frauen Team, Standardgewehr 3x20 Männer Team

 

So ausgeglichen wie das Schweizer Frauen-Gewehr-Team war am ersten Wettkampftag des CISM Regionalturniers in Thun kein anderes Trio. Vanessa Hofstetter, Petra Lustenberger und Nina Christen belegten im Teambewerb Gewehr 50m liegend geschlossen in dieser Reihenfolge die Ränge 3, 4 und 5. Trotz dieser hervorragenden Mannschaftsleistung reichte es nicht zu Gold. Vor der Sonne standen den Lokalmatadorinnen die Schwedinnen. Linda Olofsson mit 623.1 und Anna Normann mit 620.2 Punkten waren noch um einiges besser als das Schweizer Trio, das 618.5, 618.2 und 617.9 Punkte schrieb. Da konnten es die Schwedinnen verschmerzen, dass mit Sara Miebach die Dritte im Bunde mit 613.9 Zählern nicht ganz mit den Besten mithalten konnte. Olofsson und Normann hatten genügend Vorsprung herausgearbeitet. Schweden gewann mit 1857.2 vor der Schweiz mit 1854.6 Punkten. In den Kampf um Gold konnte keine andere Mannschaft eingreifen. Die drittplatzierten Polinnen lagen mit 1837.3 Punkten deutlich zurück. Ausser Konkurrenz startete Myriam Brühwiler. Die Sankt-Gallerin kam auf 605.5 Zähler.

Einen Zweikampf um Gold gab es auch im Teambewerb Standardgewehr 3x20 der Männer. Erfreulicherweise schoss erneut ein Schweizer Trio um den Sieg mit. Doch auch die Männer mussten sich einem Team aus Skandinavien geschlagen geben. Norwegen mit Kim-André Lund (584), Ole-Kristian Brynh (583) und Odd Arne Brekkne (582) war sehr ausgeglichen besetzt. Die Norweger belegten in der Einzelwertung die Ränge 2, 4 und 6. Zusammen hatten sie 1749 Punkte auf dem Konto. Das Team Schweiz 1 mit Jan Lochbihler, Gilles Dufaux und Rafael Bereuter kam auf 1744 Zähler. Herausragend war Lochbihler, der mit 587 Punkten bester Schütze im Bewerb war. Dufaux' 584 Punkte reichten zu Rang 3. Nicht ganz an der Ranglistenspitze mitzuhalten vermochte Rafal Bereuter, der 573 Punkte erzielte. Das drittplatzierte Team aus Österreich (1735) wurde dennoch deutlich distanziert.

 

Jan Lochbihler hat am ersten Tag des CISM Regionalturniers überzeugt. (Bild von der EM Baku)

 

Mit dem Trio Andrea Rossi (578), Pascal Loretan (574) und René Homberger (570) war ein zweites Schweizer Team am Start. Die 1722 Punkte reichten zu Rang 5. Hätte Andrea Rossi im Team Schweiz 1 mitgeschossen, wären die Schweizer punktemässig an Norwegen dran gewesen. Die Innenzehner hätten aber für Norwegen gesprochen.

Ebenfalls ins CISM Regionalturnier gestartet sind die Pistolenschützen. Sie haben den Präzisionsteil des Mannschaftswettbewerbs mit der Zentralfeuerpistole 25m absolviert. Das Schweizer Team ist vor dem Schnellfeuerteil vom 4. Oktober auf Kurs. Steve Demierre erzielte 291 Punkte und war damit hinter dem Polen Piotr Daniluk (293) Zweitbester. Sandro Loetscher liegt mit 286 Punkten auf dem 10. Zwischenrang. Etwas weiter hinten folgt Guido Muff mit 279 Punkten und Rang 26. Ausser Konkurrenz ist Stefan Fuchs gestartet. Er belegt mit 276 Zählern den 36. Zwischenrang. (van)

 


Vorschau

 

Die Hauptprobe für die WM

 

Nach dem erfolgreichen Europacup-Final in Tolmezzo (ITA) geht es für das Schweizer Team am CISM Regionalturnier in Thun weiter. Der Wettkampf ist so gut besucht wie schon lange nicht mehr – weil im Frühling in der Thuner Guntelsey die WM auf dem Programm steht.

 

Rund 170 Athletinnen und Athleten aus 20 Ländern sind für das CISM Regionalturnier in Thun vom 3. bis 5. Oktober gemeldet. Das sind weit mehr als erwartet. Dass der Militärsport-Anlass so gut und so hochkarätig besucht ist, hat seinen Grund: Im nächsten Frühling werden in der Guntelsey die CISM-Weltmeistertitel vergeben. Für die Schützinnen und Schützen ist das CISM Regionalturnier deshalb eine ideale Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt. Das gilt auch für das Schweizer Team, das an seinem Heimturnier mit einer grossen Delegation antritt. Im Aufgebot stehen nicht weniger als 14 Schützinnen und Schützen.

 

Pascal Loretan am CISM Regionalturnier 2016 in Thun.

 

Das Pistolen-Team besteht aus Guido Muff (Rothenburg LU), Sandro Loetscher (Gelterkinden BL), Steve Demierre (Auboranges FR) und Stefan Fuchs (Niederteufen AR). In den 300m-Gewehrwettkämpfen treten Jan Lochbihler (Holderbank SO), Rafael Bereuter (Müswangen LU), Gilles Dufaux (Granges-Paccot FR), Pascal Loretan (Düdingen FR), René Homberger (Grafstal ZH) und Andrea Rossi (Bellinzona TI) an. Auf dem Programm stehen auch Kleinkaliberwettkämpfe der Frauen. Hier werden Nina Christen (Wolfenschiessen NW), Petra Lustenberger (Rothenburg LU), Myriam Brühwiler (Mörschwil SG) und Vanessa Hofstetter (Gümmenen BE) für die Schweiz an den Start gehen.

Für die Schweizer Schützinnen und Schützen geht es in Thun um viel: Die Wettkämpfe am CISM Regionalturnier zählen zusammen mit einigen Testwettkämpfen in Trainingslagern zur WM-Selektion für die CISM-WM vom nächsten Frühling. Der Trainerstaff wird das Team für die CISM-Heim-WM gegen Ende Oktober bekanntgeben. (van)

 

Wettkampfprogramm CISM-Regionalturnier Thun

Dienstag 3. Oktober

  • 13.15 Uhr: Zentralfeuerpistole 25m Präzision Männer Team
  • 14 Uhr: Gewehr 300m 3x20 Männer Team
  • 14 Uhr: Gewehr 50m liegend Frauen Team

Mittwoch, 4. Oktober

  • 8.30 Uhr: Zentralfeuerpistole 25m Schnellfeuer Männer Team
  • 9 Uhr: Gewehr 300m 3x20 Männer Individual
  • 9 Uhr: Gewehr 50m liegend Frauen Individual
  • 13.30 Uhr: Zentralfeuerpistole 25m Männer Individual

Donnerstag, 5. Oktober

  • 8 Uhr: Zentralfeuerpistole 25m militärisches Schnellfeuer Team
  • 9 Uhr: Gewehr 300m 3x20 militärisches Schnellfeuer Männer Team
  • 9 Uhr: Gewehr 50m 3x20 Frauen Team
  • 13.30 Uhr: Zentralfeuerpistole 25m militärisches Schnellfeuer Individual
  • 14 Uhr: Gewehr 300m 3x20 militärisches Schnellfeuer Individual
  • 14 Uhr: Gewehr 50m 3x20 Frauen Individual

partner FST

 

 

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