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38. «Goldiger Züri Träffer» 2017

Jade Collignon: Gold lindert den Schmerz –<br>in Krücken angetreten und sagenhafte<br>149 Punkte geschossen.
Jade Collignon: Gold lindert den Schmerz –
in Krücken angetreten und sagenhafte
149 Punkte geschossen.

11.12.2017 - Draussen war es winterlich und kalt. Drinnen dagegen - in den drei 10-Meter An-lagen der legendären Schiessanlage Probstei in Schwamendingen - herrschte eine «heisse» Wettkampfstimmung – es war der Tag des «Goldigen Züri-Träffers» – der Final der hundert besten Zürcher Jugendlichen welche in den Schiesssport eingestiegen sind.

Angetreten an diesem zweiten Samstag im Dezember war 118 Finalisten und Finalistinnen, Buben und Mädchen mit den Jahrgängen 2002 – 2008. Geschossen wurde mit Druckluftwaffen, Gewehr oder Pistole oder mit der Waffe Tells, der Armbrust. Ursprünglich beteiligten sich 830 Schützen und Schützinnen an dieser «Zürcher-Jugend-Meisterschaft».
 

Wichtig ist der Rückhalt und die Unterstützung aus dem Umfeld und so gesehen ist der «Goldige
Züri-Träffer ein Familienanlass.  Natalia Enguel (Siegerin Kat LG 8-12 stehend fest) und Sean
Hostettler (5. Armbrust   8-12) wurden von ihren Müttern begleitet.


Am besten besetzt – mit 34 Teilnehmern war die Kategorie «Luftgewehr 8-12 stehend fest» welche von Natalia Enguel, knapp vor dem zwei Jahre jüngeren Michael Rieser gewonnen wurde. Sie holte eine der begehrten 10 Goldmedaillen. Als bester Pistolenschütze, neben der überragenden Jade Collignon, PSV Dübendorf, ging Max Hasselbach, Polizeischützen Winterthur mit seinen 135 Trefferpunkten hervor. Er setzte sich gegen weitere 15 Finalteilnehmer in der Kategorie «LP10-15 stehend beweglich» durch. Die besten Armbrustschützen waren die Brüder Gian und Tön Staubli, welche beide für die AS Tagelswangen starteten.
 

Schoss alle Disziplinen (Gewehr, Pistole Armbrust) und holte mit dem Gewehr Silber: Michael Rieser, SG der Stadt Zürich


Am GZT 2017 mit Gold belohnt wurden folgende Nachwuchs-Schützinnen- und -Schützen: Liste

 

Führt das Zepter: Ein umsichtiger Arnold «Noldi» Ott

Seit mehreren Jahren ist der Final des «Goldigen Züri-Träffers» sein Ding. Arnold Ott der ehemalige Angehörige der Kantonspolizei Zürich und aktiver Schütze in verschiedenen Disziplinen zieht hier die Fäden, eher unauffällig und im Hintergrund - aber wirksam und effizient.  Er und Franz Keist können sich auf ein weiteres, gut eingespieltes Dutzend von Helfern und Helferinnen vor und hinter den Kulissen verlassen. Als Gallionsfigur, wenn man diese Bezeichnung brauchen darf, gilt aber René Koller, welcher dieser Zürcher Jugendveranstaltung seit Jahren den Stempel aufdrückt und gegen aussen präsentiert.


Es steht im «Reglement» geschrieben

Bei der Zürcher Jugend soll frühzeitig die Freude am Schiesssport geweckt werden.  Das Schiessen mit Druckluftpistole, Druckluftgewehr oder Armbrust dient der Früherfassung und der Werbung für die Jugendförderung der Schützenvereine, so steht es im entsprechenden Reglement des ZHSV Art 1.1. Mit dem Goldigen Züri-Träffer kommt man dieser Aufforderung nach.


GZT «erfunden» von Heinz Bolliger und Hansjörg Suter

Die Geburtsstunde dieser tollen Idee der Zürcher Jugendförderung erfolgte am 26. Dezember 1979 als Heinz Bolliger den damaligen Leiter der SLS, Hansjörg Suter, besuchte. Erstes Thema an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag war die Langwaffenschiessschule selbst, danach sprach man in gemütlicher Runde über «Gott und die Welt» und landete schliesslich beim Thema Nachwuchsförderung, wo die andern Sportarten den Schützen schon meilenweit voraus waren. Hier erspähte Heinz Bolliger eine klaffende Lücke. Es gab schon seit längerer Zeit den schnellsten «Zürihegel» im Laufen und auf Schlittschuhen und warum nicht den besten Zürcher Schützen? – ein solcher «Erfassungswettkampf» für Kinder und Jugendliche fehlte beim ZHSV völlig.

Wie beim damaligen Nationaltrainer Heinz Bolliger üblich, machte man Nägel mit Köpfen, ergriff Sofortmassnahmen, liess verschiedene Beziehungen spielen und organisierte per 1980 den ersten «Goldigen Züri-Träffer» - anfänglich noch «Goldigen Schuss» genannt. Diese «Einrichtung» hat Bestand – 38 Jahre lang. Die detaillierte und ausgeschmückte Entstehungs-Geschichte des GZT – von Heinz Bolliger persönlich verfasst - ist auf der Hompage des ZHSV nachzulesen. Inzwischen habe andere Kantone dieses Muster kopiert, weil die Nachwuchsförderung - wie bei allen Sportarten - das A und O ist.


Grösste Mannschaft: 12 Schützen und Schützinnen am Final: SpS Glattfelden

Einer setzt am «Goldigen Züri-Träffer» immer positive Aspekte. Der Jungendtrainer der Sportschützen Glattfelden, Heinz Gut. Nicht zu übersehen sind seine gelben Boys und Girls, welche dann spätestens beim Absenden, wenn aller Druck weg ist, freudestrahlend und überschwänglich über das Siegerpodest herfallen und sich zum Gruppenbild sammeln.  Heinz Gut nimmt seine Aufgabe erst. Immer wieder gelingt es ihm mit einer stattlichen «Mannschaft» hier präsent zu sein – ein Vorbild der besten Güte. Der ZHSV sollte solche Koryphäen wie Heinz Gut eine ist, klonen können – dann würden die Teilnehmerzahlen im Jugendbereich wieder steigen. Gut macht das was alle machen sollten: Er ist aktiv, geht auf Talentschau und mobilisiert – immer und überall.

Fast die Hälfte aus dem Bestand der SpS Glattfelden ging mit Medaillen nach Hause. Eine Ausbeute die sich sehen lassen kann. Dass keine Goldene dabei war, «wurmte» den erfolgreichen Ausbilder, welcher aber mit seiner Truppe «gesamtheitlich» zufrieden ist, ein wenig. Silber gab es für Jahya Neuhaus und Bronze holten sich Max Louis Weber, Mischa Kläusli, Mira Belser und Peter Liam.

Tolles Team – toller Mannschaftsgeist! Die Gut-Truppe der Sportschützen Glattfelden.


 

Mit Krücken zum Sieg: Jade Collignon

Ungefähr eine Stunde vor Wettkampfbeginn verletzte sich die Pistolenschützin Jade Collignon bei einem Sturz. Der behandelnde Arzt verpasste ihr 2 Krücken und verordnete Schonung. Trotz diesem «Handicap» trat Jade mit der Lupi an und schoss in ihrer Kategorie «8-10 sitzend fest» nach einem Neuner nur noch Zehner und totalisierte schliesslich das Traumresultat von 149. Eine Leistung welche grosse Hochachtung verdient. Damit schaffte Jade mit Abstand das Tageshöchstresultat des Goldigen Züri-Träffers 2017. 


Willkommene Unterstützung: Armbrustweltmeister Jürg Ebnöther

In jeden Raum übernahmen qualifizierte Ausbilder die Aufsicht und standen der Jugend mit Rat und Tat zur Seite. So auch Jürg Ebnöther der Welt- und Europameister. Er betreute zum Beispiel Chantal Schmid von den Armbrustschützen Ried-Gibswil welche dann ihren Wettbewerb mit 137 Punkten abschloss und auf dem Ehrenplatz landete. Während die Gewehr- und Pistolenschützen mit elektronischen Trefferanzeigen bedient waren, wird hier die Scheibe zurückgenommen. Schliesslich muss der Pfeil, welcher oftmals das Zentrum traf, entfernt werden.

Der Weltmeister gab nicht nur «Schützenhilfe» beim Spannen der Armbrust, sondern stellte den Anfängern auch seine Schützenjacke zur Verfügung – wirklich ein nobler und sportlicher Zug.


Schiessen als Sport entdeckt: Natalia Enguel überraschte sich selbst!

Sie habe ein Sportlager in Fiesch besucht und sei erst dort mit dem Schiess-Sport in Kontakt gekommen, erklärte die gut aufgelegte Natalia Enguel. Dort habe sie die Möglichkeit zur «Qualifikation» bekommen und dann einfach mal probiert.  In der Tat, die junge Schützin machte auch am Finaltag in der Probstei alles richtig. Neuner und Zehner lösten sich ab. Der zweitletzte Schuss ein Achter, brachte sie nicht aus dem Konzept. Noch einmal Konzentration und der Schlusszehner war da und damit der Gesamtsieg in ihrer Kategorie. Ganz knapp dahinter, der 10-jähige Michael Ryser, SG der Stadt Zürich und Mischa Kläusli von den Sportschützen Glattfelden, welche Silber und Bronze holten. Erwähnenswert ist dabei auch, dass sich der junge Michael Ryser als echter «Allrounder» auszeichnete. Er trat in allen drei Disziplinen an – einmal holte er Edelmetall.


Talfahrt stoppen: Vereine in die Pflicht nehmen

Wettkampfleiter Arnold Ott führt seit 2004 Statistik. Damals beteiligten sich über 1400 Jugendliche an diesem Wettbewerb. Im Jahre 2007 rutschte man unter die Tausendergrenze – danach folgte ein auf und ab. Im Jahre 2014 glaubte man, alles im Griff zu haben, als die Teilnehmerzahl wieder 1019 betrug. Nun steht man bei der Marke 830, das schlechteste Resultat überhaupt. Die Teilnehmerzahl steht und fällt mit der Initiative an der Basis in den einzelnen Clubs und Vereinen. Wenn dort nicht mobilisiert, geworben und «geweibelt» wird sieht die Zukunft eher düster aus.


EU Waffenrichtlinie entwaffnet alle

Zurzeit läuft die «Vernehmlassungsfrist» gegen die von der EU diktierten Feuerwaffenrichtlinie, welche alle Schweizer Schützen und Schützinnen gleich welcher Kategorie, Disziplin oder Kaliber betrifft und umfasst. Kämpfen wir «Alten» jetzt dafür, dass diese «Jungen» auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch frei schiessen und unsere Traditionen leben können. Lassen wir uns nicht auseinanderdividieren, zeigen wir Verbundenheit und Stärke. Machen wir von unserem Recht als Schweizer Bürger und Bürgerinnen Gebrauch, verfassen eine fundierte Stellungnahme, schicken diese nach Bern und wehren wir uns - für unsern Sport - und unser Schweizer Brauchtum. (James Kramer)

 

 

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