Schweizer Schiesssportverband

Eine Mouche trennt Christen vom Final

Kaum eine Sportart, in der nur Nuancen matchentscheidend sind, wie beim Schiesssport: Nina Christen verpasst die Finaleilnahme in der Dreistellung um genau einen Innenzehner und wird Zehnte. Top war die Leistung von Franziska Stark mit Rang 15. Auch bei ihr lag eine Finalqualifikation absolut drin.

Nina Christen startete kniend mit je 99 Punkten sehr gut in den Dreistellungswettkampf. Im gleichen Stil lief es liegend weiter, wo die Olympiasiegerin 99 und 100 erzielte. Es folgte stehend, die schwierigste Position in einem Dreistellungswettkampf. Hier wurde es nochmals eine ganz enge Kiste – wie auf internationalem Niveau nicht anders zu erwarten: Christen startete mit 96, in der zweiten Serie schoss sie 94 – nun lag sie genau um den Bereich von Rang  8 – exakt die Hürde, die es zu nehmen gilt, um den Sprung in den Final zu schaffen. Nun richtete sich der Augenmerk auf die Konkurrentinnen, die immer noch am Schiessen waren. Die Anspannung in der Schweizer Delegation war geradezu greifbar. Am Schluss sollte es ultraknapp nicht reichen. Christen wurde Zehnte mit 587-27x. Exakt ein Innenzehner fehlte der Nidwaldnerin auf Rang 8 und die Finalqualifikation.

Im Vorfeld wollte Christen an der WM in der Dreistellung «einen sauberen Wettkampf» abliefern. Aber Hand aufs Herz: Wie gross ist die Enttäuschung über die so knapp verpasste Finalteilnahme? Christen wirkte übrigens unmittelbar nach dem Wettkampf absolut gefasst. «Wenn mir jemand vor einem halben Jahr gesagt hätte, ich würde hier an der WM diese Leistung abliefern, hätte ich das ohne eine Sekunde zu zögern genommen.» Und was die eine Mouche betreffe – das sei halt der Schiessport. «Für mich hat das knappe Verfehlen des Finals nichts mit Glück oder Pech zu tun», so Christen. Alles sei Arbeit, und seit der Regeländerung vor rund einem Jahr mit nur noch  3x20 Schüssen in der Dreistellung kann nur eine Acht den Unterschied ausmachen. «Dem muss man sich stellen und weiterarbeiten», hält Christen unaufgeregt fest.

Emotionen bei Franziska Stark
Eine ebenfalls starke Leitung zeigte die zweite Schweizer Schützin, Franziska Stark. Sie erzielte mit 585 Punkten ein sehr gutes Resultat, das sie auf Rang 15 brachte. Unmittelbar nach dem Wettkampf waren die Emotionen Stark anzusehen. Kein Wunder – auch bei ihr lag eine Finalqualifikation in Reichweite – in der letzten Serie musste sie im zweitletzten Schuss eine 8 einstecken, im letzten folgte eine Neun. Hier eine Zehn, und die Sache wäre geritzt gewesen – an den Mouchen lags bei Stark nicht, von denen hatte sie mit 35 reichlich. «Aber «hätte» bringt ja bekanntlich nichts», sagte Stark einige Momente nach dem Wettkampf. Sie sei schon enttäuscht, aber auch stolz. Das kann die gebürtige Zürcherin, die in Biel lebt, zu recht sein – es war ihre erste WM-Teilnahme bei der Elite.

Bei Patrick Roggli steckte  der Wurm drin
Als einer der letzten Junioren-Wettkämpfe an der WM stand am Freitagvormittag der Wettbewerb mit der Luftpistole auf dem Programm. Als einziger Schweizer trat Patrick Roggli an. Während die Proben noch phasenweise sehr gut verliefen, misslang der Wettkampf leider gründlich, in der letzten Serie musste er dann noch einen Fehlschuss einstecken. Dies ergab den letzten Rang.

 

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