Fédération sportive suisse de tir

Schaffhauser Kantonalmeister sind gekürt

Alle Sieger der Kantonalmeisterschaften (v. l.): Armin Bührer, Roger Schnetzler, Markus Stanger, Roland Tenger und Thomas Biber.

Alle Sieger der Kantonalmeisterschaften (v. l.): Armin Bührer, Roger Schnetzler, Markus Stanger, Roland Tenger und Thomas Biber.

Corona hat auch den Sportschützen einiges an Geduld abverlangt, denn in vielen Vereinen konnte erst Mitte Mai, mit einem strengen Schutzkonzept, die Schiesssaison gestartet werden. Möglicherweise waren aus diesem Grund auch die Anmeldungen für die diesjährige Schaffhauser Kantonalmeisterschaft nicht so zahlreich.

Die Kantonalmeisterschaften der Gewehrschützen 300 Meter wurden wie üblich auf zwei Daten verteilt. Am vergangenen Donnerstag-Abend waren die Zweistellungsschützen mit Ordonnanz- und Standardgewehren an der Reihe um den Kantonalmeister zu ermitteln. Während bei der Ordonnanz erneut die Minimalzahl von fünf Schützen, darunter erfreulicherweise eine Dame, zum Wettkampf antraten, waren es bei den Standardgewehren nur vier Schützen.

Bei den Ordonnanzgewehren gab die einzige Dame, Eveline Ritzmann-Hobi aus Wilchingen, nach den 30 Schuss in der Liegend-Position den Tarif bekannt. 277 Punkte ergaben einen soliden 92er Schnitt, war ein guter Start in den Wettkampf. Das folgende 30 schüssige Kniendprogramm sollte entscheiden. Eveline fehlte das nicht ganz unwichtige Kniendtraining und so wurde sie unbarmherzig in der Tabelle nach hinten gereicht. Armin Bührer aus Bibern/Hofen meisterte die Aufgabe am besten und sein Totalscore von 513 Punkten, das nicht sonderlich hoch war, reichte zum verdienten Sieg. Die weiteren Podestplätze sicherten sich Hermann Rohner von den Hohlenbaum-Schützen mit 505 Zählern und Peter Enderli vom SV Oberhallau mit 494 Trefferpunkten.

Im Standardgewehrmatch war das Augenmerk vor allem auf den ehemaligen Nationalkaderschützen Roger Schnetzler von den Schützen Hallau gerichtet. Die Wetterbedingungen waren gut und Schnetzler wählte für den Wettkampf die erheblich teurere 6mm Matchmunition aus Schweden. Grundsätzlich eine sehr gute Wahl, denn viele Top-Schützen verwenden diese Munition. Schnetzlers Konkurrenten wählten teilweise die 7.5mm Matchmunition und ein Schütze von der SG Dörflingen verwendete die Ordonnanzmunition, die erwiesenermassen etwas ungenauer ist. Nach dem Liegendprogramm war noch keine Prognose möglich. Schnetzler hatte einen harzigen Start und musste sich nach 30 Schüssen 12 Verlusttreffer schreiben lassen. – An der letzten SM in Thun büssten „die Besten der Besten“ zwischen 3 und 4 Punkte ein. - Das Kniendprogramm sollte nun die Spreu vom Weizen trennen. Es war für die wenigen Zuschauer ein Erlebnis, zu sehen wie Schnetzler die 30 Schuss, ohne ein einziges Mal die Waffe aus der Position zu nehmen, im Scheibenzentrum platzierte. Nach 20 Schuss waren es nur gerade 6 Verlustpunkte und mit einem Total von 573 Punkten konnte er sich verdient die Goldmedaille umhängen lassen. Zum Vergleich: Letztes Jahr brauchte es an der Schweizermeisterschaft 591 Punkte für die Goldmedaille. Um die Silber- und Bronze-Medaille duellierten sich der Dörflinger Christian Risch jun. und Franz Baumann aus Thayngen. Hier wurde um jeden Punkt gefightet und die letzte Kniendpasse entschied das Rennen. 89:83 verhalfen Risch zur Silbermedaille und mit 3 Punkten Rückstand durfte sich Baumann über die Bronzemedaille freuen.

Am letzten Samstagvormittag waren die Liegendschützen mit dem modifizierten 57-er Sturmgewehr an der Reihe, um den besten Schaffhauser Matchschützen zu küren. Bereits um 07:45h traten die 15 angemeldeten Matcheure den Wettkampf an. Vielen Schützen war eine gewisse Unsicherheit anzumerken. Ein Wettkampf in dieser Grössenordnung war für viele das erste Kräftemessen nach der unfreiwilligen Pause und eine aktuelle Leistungsform war deshalb nicht abrufbar. Die Wetterbedingungen machten es den Schützen nicht gerade einfach: Zu Beginn begünstigte eine dünne Wolkendecke die Sicht auf die Scheiben - Nach wenigen Minuten zeigte sich die Sonne und es wurde richtig schwierig, die richtige Einstellung am Diopter zu wählen: Welche Filterfarbe, Ringkorngrösse, Dioptergrösse oder evtl. auch noch ein zusätzliches Filterglas auf die Schiessbrille? Markus Stanger von den Feldschützen Thayngen konnte mit den Veränderungen am besten umgehen und hatte beim Optimieren der optischen Zielvorrichtung mehrheitlich die richtige Wahl getroffen. Mit guten 563 Punkten konnte er sich zum ersten Mal als Kantonalmeister feiern lassen. Charles Leu aus Merishausen sicherte sich den 2. Rang mit ebenfalls guten 557 Punkten. Die Bronzemedaille verdiente sich Hanspeter Meier vom SV Wilchingen/Osterfingen.

Der Wettkampf der Ordonnanzschützen mit dem Sturmgewehr 90 lief etwas weniger spektakulär ab. Hier zeigte sich, dass das Zielen mit Blockkorn auf eine grelle Scheibe nicht ganz einfach war. Von den 9 Schützen wurden insgesamt 54 Passen à 10 Schuss abgefeuert und nur gerade 8 Passen hatten ein Total von über 90 Punkten. Am besten meisterte die Aufgabe Roland Tenger vom SV Wilchingen/Osterfingen, der mit einem Schnitt von 91 Punkten die diesjährige Kantonalmeisterschaft gewann. Thomas Biber und Hermann Rohner belegten die Plätze 2 und 3.

Als letzten Wettkampf bereiteten sich die Sportschützen für ihren Wettkampf vor. Für die Zuschauer immer ein sehr spannender Wettkampf, weil das „freie“ Schiessen ohne Auflage ganz klar zur Königsdisziplin im Schiesssport gehört. 12 Schützen und eine Schützin starteten konzentriert in den Wettkampf. Wer hier von Beginn an zu viele Punkte liegenlässt, kann diese gegen den Schluss des Wettkampfes nicht mehr aufholen. Der Favorit Roger Schnetzler startete mit grossen Problemen und musste immer wieder an seiner Zielvorrichtung etwas verstellen, weil die Treffer nicht im Zentrum landeten. Seine 3. Passe mit nur 92 Punkten war eine Vorentscheidung für einen schlechten Tag. Anders lief es Thomas Biber aus Thayngen, der richtig gute Passen abliefern konnte und mit 572 Punkten verdient den Titel in den Reiat brachte. Der zweite Platz ging an Thomas Engesser von den Hohlenbaumschützen und die Bronzemedaille gewann Peter Gasser von den Schützen Hallau.

Pistolenschützen
Der Wettkampf der Pistolenschützen konnte aus Mangel an Interesse nicht durchgeführt werden. Für 2 Disziplinen meldeten sich nur 2 Schützen an. Hier muss sich der Kantonalvorstand seine Gedanken machen, welche Konsequenzen dieses Desinteresse auf geplante Investitionen wie z.B. der Ständematch 2021 haben wird. (Markus Stanger)

Resultate unter www.msvs.ch

 

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