Schweizer Schiesssportverband

Eine DV im Zeichen des Abstimmungskampfes

Kantonalpräsident Christian Zimmermann (links) mit dem neuen Ehrenmitglied Markus Widmer flankiert von den Ehrendamen.

Kantonalpräsident Christian Zimmermann (links) mit dem neuen Ehrenmitglied Markus Widmer flankiert von den Ehrendamen.

An der diesjährigen DV des Luzerner Kantonalschützenvereins (LKSV) gaben die traktandierten Geschäfte zu keinerlei Diskussionen Anlass. Trotzdem waren an der Tagung in Hildisrieden viele engagierte Voten zu hören: Die Schützen rüsten sich für den Abstimmungskampf gegen die geplante Verschärfung des Waffenrechts.

293 Personen nahmen am Samstagnachmittag, 16. März, an der Delegiertenversammlung des LKSV im Zentrum Inpuls in Hildisrieden teil. Die Gemeinde hoch über dem Sempachersee war erstmals überhaupt Tagungsort für eine DV des LKSV. Die Feldschützengesellschaft Hildisrieden hatte ihr 180-Jahr-Jubiläum zum Anlass genommen, um die Versammlung in Zusammenarbeit mit dem Kantonalverband zu organisieren. OK-Präsident Norbert Estermann sprach in seiner kurzen Begrüssungsrede von «einer grossen Ehre» und bezeichnete die Durchführung der Versammlung als «einen der Höhepunkte in unserem Jubiläumsjahr.»

 

Geschäfte einstimmig genehmigt

Ohne Wortmeldungen aus dem Publikum und jeweils einstimmig wurden die traktandierten Geschäfte genehmigt. Die Rechnung 2018 schliesst mit einem kleinen Gewinn und auch das Budget 2019 rechnet mit einem kleinen Ertragsüberschuss. In der genehmigten Rechnung ist auch ein Betrag für eine neue Kantonalfahne ausgewiesen. Diese soll im kommenden Jahr, anlässlich des Eidgenössischen Schützenfests in Luzern (12. Juni bis 12. Juli), eingeweiht werden. «Fahnengotte und -götti sind bereits gefunden und ein OK arbeitet die Details für die Einweihungsfeier am ESF2020 aus», erklärte Kantonalpräsident Christian Zimmermann.
Ebenfalls einstimmig und ohne Diskussion genehmigt wurden die vom Vorstand zur Abstimmung vorgelegten Grundbestimmungen für das nächste Luzerner Kantonalschützenfest im Jahr 2023. «Mit Ihrer Zustimmung zu diesen Bestimmungen haben wir gemeinsam den Grundstein für das nächste Luzerner Kantonalschützenfest gelegt», so Zimmermann. Der Vorstand stehe interessierten Vereinen in den nächsten Wochen und Monaten für Auskünfte betreffend der Durchführung gerne zur Verfügung.

 

Markus Widmer neues Ehrenmitglied

Eine besondere Ehrung wurde dem ehemaligen Vorstandsmitglied des LKSV, Markus Widmer aus Emmenbrücke (PC Pistolenklub Feldschützen Emmen), zuteil. Der ehemalige Chef Pistole (2008 bis 2015) wurde auf Antrag des Vorstands zum Ehrenmitglied ernannt. Die eigentliche Hürde für die Ehrenmitgliedschaft (10 Jahre Vorstandsarbeit) habe er bei seinem Rücktritt zwar nicht erreicht gehabt, führte Christian Zimmermann aus. Da die Suche nach einem Nachfolger aber sehr anspruchsvoll war, half Markus Widmer auch in den folgenden Jahren tatkräftig mit, um das Ressort zu führen. «Zählt man diese Jahre auch dazu, so ist das entscheidende Kriterium erfüllt. Dafür und besonders für den grossen Aufwand auch nach dem Rücktritt beantragt der Vorstand, Markus Widmer zum Ehrenmitglied zu ernennen», so Zimmermann weiter. Die Versammlung kam dem Antrag einstimmig und mit grossem Applaus nach.

Auch bei der diesjährigen DV wurde die Abhandlung der offiziellen Geschäfte durch verschiedene Ehrungen und Grussworte aufgelockert. Zunächst wurden die Verdienstmedaillen für langjährige Vorstands- und Nachwuchsarbeit in den Vereinen verliehen. Theo Janssen, Vize-Präsident des LKSV, nahm die Ehrungen vor. «Diese Medaille soll eine Wertschätzung für eure jahrelange Arbeit zugunsten des Schiesssports und der Vereine sein», meinte er.
Geehrt wurden aber auch treffsichere Schützinnen und Schützen. Als Sieger der U21-Jahresmeisterschaft wurde Alex Baumann (Schützen Lindenberg) ausgerufen. Der Tagessieg im Einzelwettkampf der U21 ging heuer an Michael Lötscher (MSG Uffikon). Bei der Kategorie U15 hiess der Sieger sowohl in der Jahresmeisterschaft als auch beim Einzelwettkampf an Jonas Britschgi vom MSG Uffikon.

 

10 SM-Medaillen für Luzerner Schützen

Eine Ehrung erfuhren am Samstag auch die Luzerner Medaillengewinner an Schweizermeisterschaften. Fabio Sciuto (Gold), Timo Studer (Gold), Erwin Stalder (Silber), Guido Muff (1x Silber, 4x Bronze), Rony Egger (Bronze) und Rolf Hodel (Bronze) wurden für ihre Podestplätze an den Landesmeisterschaften ausgezeichnet. Erfreulicherweise konnte Franz Glanzmann, Chef Leistungssport beim LKSV, auch Ehrungen für gleich drei Kantonalrekorde vornehmen: Iwan Bolzern (Gewehr 10 Meter), Timo Studer, Erwin Stalder und Beat Fessler (Mannschaft, Standardgewehr) und Fabio Sciuto (Kleinkaliber, 3-Stellungsmatch, Standardgewehr) stellten neue kantonale Bestleistungen auf. Auch im Jugendbereich waren erfreuliche Leistungen zu vermelden: Acht junge Schützen durften den Zinnbecher für herausragende Resultate im Rahmen des Wettkampfs «bester Jungschütze der Schweiz» entgegennehmen. Schliesslich durften auch Eduard Feuz (SV Ruswil), Peter Kammermann (Zentroniker Wolhusen), Martin Schuhmacher (PS Schüpfheim-Flühli), Raphael Zumbühl (FSG Wolhusen), Janine Frei (WV Pfaffnau) und die Zentroniker Wolhusen, die Schützen Malters sowie der SV Grossdietwil für ihre Erfolge im abgelaufenen Jahr vor das Publikum treten und den Applaus für ihre starken Leistungen entgegennehmen.

 

Engagierte Voten gegen das verschärfte Waffenrecht

Regierungsrat Paul Winiker informierte als OK-Präsident über den aktuellen Stand der Vorbereitungen für das Eidgenössische Schützenfest in Luzern. «Die Vorfreude ist riesig, im nächsten Juni und Juli den aktiven Schützen aber auch der Bevölkerung ein grossartiges Fest zu präsentieren. Es gibt noch vieles zu tun, aber wir sind mit Vollgas daran und zählen auf die Unterstützung und den Goodwill aller Luzerner Schützenvereine. Denn das Eidgenössische in Luzern wird unser aller Fest.»

«Grüsse, Wertschätzung und Dankbarkeit» von Regierung und Parlament überbrachte Kantonsratspräsidentin Hildegard Meier. Sie lobte die Arbeit der unzähligen Personen in den Vereinen. Sie selber habe nur eine konkrete Erinnerung an den Schiesssport. «Geblieben ist mir weder eine Medaille noch eine Kranzkarte. Dafür werde ich die Geselligkeit, den Humor und die grossartige Kameradschaft unter den Schützenkameraden nie vergessen. Halten Sie diese Werte auch in Zukunft hoch.»

So wenig umstritten die offiziellen Traktanden waren, so engagiert waren die Worte der verschiedenen Redner an der diesjährigen DV. Präsident Christian Zimmermann machte den Anfang und forderte alle Anwesenden auf, bis zur Referendums-Abstimmung am 18. Mai als «Botschafter für ein Nein zur Verschärfung des Waffenrechts» zu wirken. Brigadier Markus Ernst stellte den «von einigen Medien herbei geschriebenen Graben zwischen Militär und Schützen» in Abrede. «Schliessen Sie die Reihen und stimmen Sie so ab, wie es für die die Sicherheit, Freiheit und Unabhängigkeit unseres Landes am besten ist.» Ein längeres sehr engagiertes Votum gegen die Verschärfung des Waffenrechts hielt ganz am Ende der Versammlung auch Peter Kammermann, Büchsenmacher aus Menznau.
Nach etwas mehr als zwei Stunden konnte Christian Zimmermann die DV beenden und zum gesellschaftlichen Teil mit Apéro und Nachtessen überleiten.

 

Verdienstmedaillen

Reto Aregger, Ruswil; Xaver Baumli, Hohenrain, Jonas Blum, Dagmersellen; Erwin Emmenegger, Flühli; Marcel Estermann, Neudorf; Roland Fellmann, Dagmersellen; Oliver Noser, Rain; Hans Portmann, Altishofen; Fritz Steinmann, Roggliswil; Hansruedi von Moos, Hochdorf; Gotthard Walthert, Zürich; Beat Wiederkehr, Römerswil.

Galerie

Impressionen von der DV des Luzerner Kantonalschützenvereins

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