Geschichte
Die Schweizer Schützen haben die Entstehung der modernen Schweiz massgeblich mitgeprägt. Heute zählt der Schweizer Schiesssportverband (SSV) rund 130’000 Mitglieder und verbindet eine über 200-jährige Tradition mit international erfolgreichem Spitzensport.
1824 fand das erste «eidgenössische Ehr- und Freischiessen» in Aarau statt. Es war ein patriotisches Fest, das den Zusammenhalt der eidgenössischen Orte fördern und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken sollte. An diesem Anlass wurde der Schweizer Schiesssportverband gegründet – damals unter dem Namen «Schweizerischer Schützenverein».
Die meisten Schützenvereine sind im 19. Jahrhundert entstanden. Ihre Entwicklung ist eng verbunden mit der Entstehung der modernen Schweiz. Gerade die Schützenfeste dienten nicht zuletzt als Treffpunkte des nationalliberalen Bürgertums – und von Anfang an bestanden enge Beziehungen zwischen den Schützenvereinen und der Schweizer Armee, in deren Auftrag sie die obligatorischen Schiessen durchführten.
Seit 2002 besteht der SSV in seiner heutigen Form. Mit rund 130’000 Mitgliedern ist er der viertgrösste Sportverband der Schweiz. Rund 58’300 Mitglieder sind lizenziert und nehmen an nationalen Wettkämpfen teil. Das Eidgenössische Feldschiessen zählt zu den grössten Sportanlässen der Schweiz.
Auf dem Weg an die Weltspitze
Ein Meilenstein war die Eröffnung des Nationalen Leistungszentrums (NLZ) in Magglingen 2016. Dieses Zentrum bildet die Grundlage für den Erfolg und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Schiesssports. Die Früchte dieser Bemühungen zeigen sich unter anderem in den Olympiasiegen von Nina Christen 2021 in Tokio und Chiara Leone 2024 in Paris.
Der Schweizer Schiesssportverband verbindet eine über 200-jährige Tradition mit den Anforderungen des modernen Spitzensports. Dabei bleibt der Schiesssport ein wichtiger Teil der Schweizer Sport- und Vereinskultur sowie der Schweizer Identität.
Grafik vom ersten eidgenössischen Freieschiessen 1824. An diesem Anlass wurde der Schweizer Schützenverein gegründet.
Meilensteine
2026
ESF Chur
10 Jahre NLZ Biel
2024
Olympia-Gold für Chiara Leone und Audrey Gogniat gewinnt Bronze bei den Olympischen Spielen in Paris.
Der SSV feiert in Aarau sein 200-jähriges Bestehen.
2021
Nina Christen gewinnt Gold und Bronze an den Olympischen Spielen in Tokio.
2017
Mit der Wahl von Luca Filippini wird das erste Mal ein Tessiner Verbandpräsident des SSV.
2016
Eröffnung des Nationalen Leistungszentrums (NLZ) in Magglingen.
Heidi Diethelm-Gerber gewinnt Bronze an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.
2012
Das offizielle Verbandsorgan «Schiessen Schweiz» erscheint neu als Magazin.
2011
Heidi Diethelm wird Europameisterin (Pistole 25m), 2013 kann sie ihren Titel verteidigen.
2009
Pistolenschütze Lukas Grunder zum Schweizer Nachwuchsathlet des Jahres gewählt.
2006
Mit Rita Fuhrer wählt die Delegiertenversammlung in Frauenfeld erstmals eine Frau ins SSV-Präsidium.
2003
Sportschiessen findet Aufnahme bei Jugend & Sport. 162‘000 Schützinnen und Schützen haben am Feldschiessen teilgenommen.
2002
Zusammenschluss der drei Verbände SSV, SSSV und SASB zum Schweizer Schiesssportverband.
An den Weltmeisterschaften in Lahti holt sich Marcel Bürge drei Titel und wird Weltschütze des Jahres.
2000
An den Olympischen Spielen in Sydney sichert sich Michel Ansermet die Silbermedaille mit der Schnellfeuerpistole.
1995
Zusammenschluss des SRPV mit dem SSV, der fortan Schweiz. Schützenverband heisst.
1984
Daniel Nipkow gewinnt an den Olympischen Spielen in Los Angeles die Silbermedaille im 3-Stellungswettkampf.
1975
Inbetriebsetzung des Zentralsekretariates im Haus der Schützen am Seeufer in Luzern
1974
Weltmeisterschaften in Thun
1972
An den Olympischen Spielen in München wird letztmals mit 300m-Gewehren geschossen.
1966
Die Schweiz wird unerwartet Weltmeister im Luftgewehrschiessen. Danach werden erstmals Juniorenkurse angeboten.
1922
Die 1. Eidg. Schiesskommission wird mit dem Ziel ins Leben gerufen, gewisse Regeln aufzustellen und dem Wildwuchs einen Riegel zu schieben.
Gründung des Schweiz. Matchschützen-Verbandes SMV, der 1923 dem Internationalen Olympischen Komitee beitritt.
1921
Gründung des Schweiz. Revolver- und Pistolen-Schützenverbandes SRPV
1898
Gründung des Eidg. Flobertschützenverbandes (ab 1933 Eidg. Kleinkaliberschützenverband EKSV, ab 1978 Schweiz. Sportschützenverband SSSV).
1897
Eine Gruppe von Matchschützen aus der Schweiz nimmt erstmals an einem internationalen 300m-Wettkampf in Lyon teil. In den folgenden Jahren erreichen sie wiederholt grosse Erfolge, meist angeführt von Konrad Stäheli (bester Schütze aller Zeiten mit total 22 Weltmeister-Titeln, 300m und Pistole).
1885
Gründung des Schweiz. Schützenmuseums in Bern (1939 Einweihung des Eigenheims).
1872
Der erste Vorläufer des heutigen Feldschiessens findet auf dem Twannberg statt. 1921 werden Anerkennungskarten eingeführt, 1935 Kranzabzeichen. Seit 1968 wird das heutige Programm geschossen.
1824
Gründung des Schweizerischen Schützenvereins SSV mit dem Zweck, «ein Band zu ziehen um die Herzen der Eidgenossen und gleichzeitig zur Förderung und Vervollkommnung der schönen und zur Verteidigung der Eidgenossenschaft höchst wichtigen Kunst des Scharfschiessens beizutragen.» 1. Eidg. Schützenfest in Aarau.