Schweizer Schiesssportverband

Silber und zweimal Bronze zum WM-Auftakt

Nach WM-Bronze 2025 nun Silber: Marta Szabo steht im 300m-Dreistellungsmatch zum zweiten Mal in Folge auf dem WM-Podest.

Nach WM-Bronze 2025 nun Silber: Marta Szabo steht im 300m-Dreistellungsmatch zum zweiten Mal in Folge auf dem WM-Podest.

Die Schweizer Gewehrschützinnen haben zum Auftakt der 300m-Weltmeisterschaft in Kairo für gleich zwei Medaillen gesorgt. Im Dreistellungsmatch sicherte sich Marta Szabo Silber, Anja Bachmann-Senti holte Bronze. Michèle Bertschi komplettierte das starke Schweizer Abschneiden mit dem fünften Rang. Gilles Dufaux, Pascal Bachmann-Senti und Simon Maag sicherten sich in der Dreistellung Teambronze.

Mit gleich zwei Athletinnen auf dem Podest feierten die Schweizerinnen einen erfolgreichen WM-Auftakt. Marta Szabo erreichte 584 Punkte und musste sich einzig Jeanette Hegg Duestad geschlagen geben. Die Norwegerin sicherte sich mit 588 Punkten den Weltmeistertitel. Szabo zeigte insbesondere kniend mit 197 Punkten eine starke Leistung. Liegend erzielte sie 195 Punkte, stehend gehörte sie mit 192 Punkten ebenfalls zu den Besten des Feldes. Für Szabo ist es nach Bronze an der WM 2025 in Kairo bereits die zweite WM-Einzelmedaille in Folge im Dreistellungsmatch.

«Das gibt mir Mut und Motivation»
«Es war für mich ein anspruchsvoller Wettkampf, weil die äusseren Bedingungen nicht ganz einfach waren», erklärte Szabo nach dem Gewinn der Silbermedaille. «Liegend gab es Lichtwechsel, die mich zum Warten zwangen und meinen Rhythmus unterbrachen. Stehend kam Wind dazu. Ich musste immer wieder neu ansetzen, bis ich einen geeigneten Moment für den Schuss fand.» Zunächst sei sie mit ihrem Resultat deshalb nicht ganz zufrieden gewesen. «Erst als ich die Rangliste sah, realisierte ich, dass ich Zweite geworden war. Ich bin froh, dass ich das Möglichste aus der Situation gemacht habe.»

Besonders zufrieden zeigte sich Szabo mit ihrer mentalen Einstellung. Die intensive Vorbereitung mit ihren Mentaltrainern und Gespräche mit nahestehenden Personen hätten ihr geholfen, den Wettkampf rationaler anzugehen und sich weniger von Emotionen leiten zu lassen. «Dadurch hatte ich deutlich weniger negativen Stress und Nervosität. Das gibt mir Mut und Motivation, diesen Weg weiterzugehen.» Die Silbermedaille sei auch mit Blick auf die kommenden Wettkämpfe eine Erleichterung: «Ich konnte bereits zeigen, dass ich vorne mithalten kann. Jetzt möchte ich das morgen im Liegendmatch nochmals umsetzen.»

Anja Bachmann-Senti folgte mit 583 Punkten unmittelbar dahinter auf dem dritten Rang. Mit dem vierten Schuss kniend unterlief ihr eine Sechs. Dennoch kämpfte sie sich zurück und erzielte nach 192 Punkten kniend in der Liegendstellung mit 200 Punkten das Maximum. Stehend erreichte sie 191 Punkte und sicherte sich damit die Bronzemedaille. Gegenüber der WM 2025, als sie mit 580 Punkten Zehnte geworden war, konnte sich Bachmann-Senti sowohl resultatmässig als auch in der Rangierung steigern.

«Ein Auf und Ab!»
«Dieser Wettkampf war wirklich ein Auf und Ab», sagte Bachmann-Senti nach dem Wettkampf. «Im vierten Schuss kniend habe ich eine Sechs geschossen. Ich konnte mich danach aber gut zurückkämpfen und war mit der zweiten Passe zufrieden. Trotzdem hat die Sechs natürlich wehgetan.» Liegend lief es für Bachmann-Senti in ihrer Paradedisziplin anschliessend perfekt: «Das Gefühl war super. Wenn ich hier in der Liegendstellung bin, ist es wie zu Hause im Wohnzimmer.» In der zweiten Passe stehend musste sie zwei Achter einstecken. «Danach hatte ich das Gefühl, dass es nicht mehr für eine Medaille reicht.» Umso grösser war die Überraschung, als sie nach dem Wettkampf die Rangliste sah: «Da waren zwei Schweizer Fahnen, auf Platz zwei und drei. Und mein Name auf dem dritten Platz. Ich dachte, das ist doch gar nicht möglich.» Sie habe an diesem Tag sehr mit sich selbst zu kämpfen gehabt. «Umso schöner, dass am Schluss die Bronzemedaille herausgeschaut hat. Mein Ziel war es, einmal an einem Titelwettkampf eine Medaille im Dreistellungsmatch zu gewinnen. Dass es jetzt geklappt hat, ist einfach sehr cool.»

Michèle Bertschi erreichte kniend 196, liegend 197 und stehend 188 Punkte. Mit insgesamt 581 Punkten belegte sie den fünften Rang und rundete damit das hervorragende Schweizer Abschneiden ab.

Schweizer Männer gewinnen Team-Bronze
Gleich im ersten Wettkampf sicherten sich Gilles Dufaux, Pascal Bachmann-Senti und Simon Maag im Dreistellungsmatch der Männer Teambronze. Die Einzelresultate von ergaben zusammen 1751 Punkte und damit den dritten Rang in der Teamwertung. Silber verpasste das Schweizer Trio um lediglich zwei Zähler. Den Weltmeistertitel sicherte sich Norwegen mit 1760 Punkten vor Österreich mit 1753 Punkten. Deutschland belegte mit 1742 Punkten den vierten Rang.

In der Einzelwertung war Gilles Dufaux mit 586 Punkten und Rang neun der beste Schweizer. Er erzielte kniend 196 Punkte, liegend starke 199 Punkte und stehend 191 Punkte. Pascal Bachmann-Senti, der an der WM 2025 noch Einzelbronze gewonnen hatte, belegte mit 585 Punkten den 14. Rang. Liegend erreichte er mit 200 Punkten das Maximum, musste aber insbesondere stehend mit 188 Punkten Federn lassen. Simon Maag klassierte sich mit 580 Punkten auf dem 20. Rang. Er erzielte kniend 195, liegend 196 und stehend 189 Punkte.

Den Weltmeistertitel im Einzel sicherte sich der Finne Aleksi Leppä mit 591 Punkten und 29 Innenzehnern. Der Pole Maciej Kowalewicz erreichte ebenfalls 591 Punkte, musste sich aufgrund der geringeren Anzahl Innenzehner aber mit Silber begnügen. Bronze ging an den Norweger Jon-Hermann Hegg mit 589 Punkten.

Für die Schweizer Männer ist die Bronzemedaille die Fortsetzung einer bemerkenswerten Erfolgsserie. Nachdem das Team 2023 in Baku und 2025 in Kairo jeweils WM-Gold gewonnen hatte, stand es auch bei der diesjährigen Weltmeisterschaft auf dem Podest. Bereits an der EM im Mai in Osijek hatten Dufaux, Bachmann-Senti und Maag gemeinsam Silber geholt.

 

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