Nach dem historischen Doppel-Gold am Vortag konnten die Schweizer Gewehrschützen am Samstag nicht ganz an ihre herausragenden Leistungen anknüpfen. Dennoch zeigten die Männer im Einzelwettkampf über 50m liegend eine gute Leistung und klassierten sich allesamt unter den besten 15.
Allen voran Christoph Dürr, der mit 626.5 Punkten den sechsten Rang belegte. Der Rheintaler schoss einen ausgeglichenen Wettkampf und erzielte in seiner stärksten Serie 105.2 Punkte. Damit blieb er allerdings deutlich unter seinem Ausnahmeergebnis vom Freitag: In der Teamwertung hatte Dürr mit 632.1 Punkten geglänzt und mit einer Serie von 107.3 Punkten massgeblich zum Schweizer WM-Titel beigetragen. Am Samstag fehlten ihm 1.3 Punkte auf einen Podestplatz.
Auch Fabio Wyrsch und Jan Lochbihler zeigten solide Leistungen. Wyrsch erzielte 624.9 Punkte und belegte den zwölften Rang. Bis zur fünften Serie hielt er sich auf konstant hohem Niveau, ehe er mit 102.7 Punkten in der Schlussserie etwas an Boden verlor. Lochbihler klassierte sich mit 624.7 Punkten auf dem 15. Platz. Nach vier ausgeglichenen Serien musste auch er in der fünften Passe mit 102.8 Punkten einen Rückschlag hinnehmen, konnte sich zum Abschluss aber nochmals steigern.
Den Weltmeistertitel sicherte sich der Slowake Patrik Jany mit 628.3 Punkten vor Istvan Peni aus Ungarn (627.9) und dem Chinesen Zhang Changhong (627.8).
Emely Jäggi beste Schweizerin
Bei den Frauen verlief der Einzelwettkampf aus Schweizer Sicht weniger erfolgreich als die Teamwertung vom Vortag. Emely Jäggi erzielte mit 624.1 Punkten das beste Schweizer Resultat und klassierte sich auf dem zehnten Rang. Die junge Schützin zeigte über weite Strecken einen konstanten Wettkampf und beendete diesen mit einer starken Schlussserie von 104.8 Punkten. Gegenüber dem Vortag, als sie 622.0 Punkte zum Schweizer Team-Gold beigetragen hatte, konnte sie sich um 2.1 Punkte steigern.
Chiara Leone, die am Freitag mit 626.4 Punkten noch die beste Schweizerin gewesen war, kam diesmal nicht gleich gut zurecht. Nach einem ordentlichen Beginn verlor sie insbesondere in der fünften Serie mit 101.9 Punkten wichtige Zähler. Dank einer starken Schlussserie von 105.8 Punkten erreichte sie schliesslich 621.1 Punkte und Rang 24.
Unmittelbar dahinter klassierte sich Vivien Jäggi mit 620.9 Punkten auf dem 25. Platz. Auch sie konnte nicht ganz an ihre Leistung vom Vortag anknüpfen, als sie 622.6 Punkte erzielt hatte.
Eine zusätzliche Herausforderung stellten die äusseren Bedingungen dar. «Im Gegensatz zum Vortag gab es insbesondere bei den Frauen wechselhafte Winde», erklärte Joël Strübi, Leiter Spitzensport beim Schweizer Schiesssportverband (SSV).
Den Weltmeistertitel bei den Frauen gewann die Norwegerin Caroline Finnestad Lund mit 628.2 Punkten. Silber ging an Stephanie Grundsoee aus Dänemark (628.0), Bronze an die Britin Seonaid McIntosh (626.9).