Die Ende August wegen eines technischen Defekts im Schiessstand Wünnewil verschobenen 300m-Liegend-Senslermeisterschaften fanden nun am vergangenen Samstag am gleichen Ort statt. Erstmals wurden diese Wettkämpfe durch den neuen Chef Spitzensport des Schiesssportverbands Sense, Daniel Hayoz, organisiert. Laut dessen Aussage erschwerten Hochnebel am Vormittag und wechselnde Lichtverhältnisse am Nachmittag einigen Teilnehmenden den Wettkampf. Den Zuschauern wurde ein spannender Final geboten. Doch alles der Reihe nach. Nach einer Vorqualifikation im Heimstand durften die Besten ihrer Kategorie zu diesem Final antreten, der aus zwei Teilen bestand. Im Vorprogramm wurden 40 Schüsse auf die Scheibe A10 mit einem Zehnerdurchmesser von 10 cm abgegeben. Danach wurde nochmals die «Spreu vom Weizen» getrennt. Die zwölf besten Schützen des Feldes A (freie Waffen) beziehungsweise die jeweils besten sechs der Felder D (Sturmgewehr 57/03) und E (Sturmgewehr 90) durften am Nachmittag nochmals im Meisterfinal um den begehrten Sensler Meistertitel antreten. In diesem waren zehn kommandierte Einzelschüsse wiederum auf die Scheibe A10, diesmal in Zehntelwertung, abzugeben. Das Total des Meisterfinals und zehn Prozent des Vorprogramms ergaben danach die Schlussrangierung.
Hochspannung im Feld A
Markus Brügger (St. Antoni) startete als Bester in den Meisterfinal und erzielte sogleich beim ersten Schuss die Höchstwertung von 10.9. Gegen Mitte des Finals holte jedoch die im Vorprogramm fünftplatzierte Samira Rumo-Baeriswyl Punkt um Punkt auf und führte vor dem letzten Schuss mit einem Punkt Vorsprung vor Markus. Der letzte kommandierte Schuss musste entscheiden. Rumo-Baeriswyl «zeigte Nerven» und erzielte eine 8.8, Brügger eine 10.1. Damit gewann Markus nach Bronze im Jahr 2023 erstmals Gold und Rumo-Baeriswyl Silber. Auch der Kampf um Bronze verlief sehr spannend. Mit einer 10.5 konnte Damian Brügger (Plaffeien-Brünisried) mit dem letzten Schuss Dario Jungo (St. Ursen) mit 0.3 Punkten Vorsprung auf den vierten Platz verweisen. Wie knapp die Medaillenvergabe in dieser Kategorie war, zeigt der minime Abstand zwischen Platz eins und vier von lediglich 0.7 Punkten.
Rütsch im Final eine Klasse für sich
Im Feld D (Sturmgewehr 57/03) gewann Joshua Rütsch (Ueberstorf) mit 138.1 Punkten. Er schoss gleichmässig, kein Schuss lag unter 9.6 und er gab die Führung nach dem Start nie mehr ab. Silber ging mit 136.6 Punkten an Mario Brülhart (Wünnewil-Flamatt). Er schoss mit einer 10.9 den besten Finaleinzelschuss. Bronze holte Emil Pfammatter (Wünnewil-Flamatt), der nach dem Vorprogramm an der Spitze gestanden hatte und total 136.0 Punkte erzielte. Für Mitfavorit Hans Spack (Ueberstorf) lief es nicht nach Wunsch und er belegte den sechsten Schlussrang.
Glück für Rumo und Pech für Egger
Mit dem Sturmgewehr 90 (Feld E) startete Oliver Rumo (Plaffeien-Brünisried) mit einer 10.8 in den Final und führte bis zur Finalhälfte. Danach übernahm kurz Philipp Egger (St. Antoni) die Führung, bis es bei ihm beim siebten Schuss zum «Worst-Case-Szenario» kam. Noch bevor er richtig auf die Scheibe angelegt hatte, löste sich ein Schuss und er musste einen Nuller hinnehmen. Dadurch belegte er schliesslich den letzten Platz. Nach Silber im Jahr 2024 und einem verpassten Meisterfinal im vergangenen Jahr gewann Oliver Rumo nun den Titel mit 130.5 Punkten. Silber ging mit 128.6 Punkten an Seniorveteran Marcel Mauron (Wünnewil-Flamatt), der mit vier starken Schüssen am Schluss Adrian Dutly (Heitenried) um 2.3 Punkte auf den Bronzeplatz verweisen konnte. (Ueli Blatti)