Vom 27. bis 31. Oktober fand in New Taipei (Taiwan) die Studierenden-Weltmeisterschaft im Sportschiessen statt. Der internationale Hochschulsportverband FISU organisiert die Titelkämpfe für studierende Spitzensportlerinnen und Spitzensportler. Über 270 Athletinnen, Athleten und Teamoffizielle aus 19 Nationen und Regionen waren vertreten. Auf dem Programm standen 16 Wettbewerbe. Unter den Teilnehmenden befanden sich auch international erfahrene Kaderschützinnen und Kaderschützen.
Bronze für Malo Jaboulet
Für die beste Platzierung aus Schweizer Sicht sorgte Malo Jaboulet. Im Dreistellungsmatch Gewehr 50m sicherte er sich mit 342,5 Punkten die Bronzemedaille hinter dem Tschechen Jiří Přívratský und Lukas Horinek aus der Slowakei. Bereits in der Qualifikation zeigte Jaboulet eine gute Leistung: Mit 581 Punkten erreichte er den sechsten Rang und damit den Final. Zum Vergleich: An der U23-EM im August hatte er in derselben Disziplin 574 Punkte erzielt und den Final verpasst.
Delegationsleiteter Dino Tartaruga, Leiter Abteilung Leistungsdiagnostik und Sportwissenschaft beim SSV hebt hervor, wie konsequent Jaboulet die Erkenntnisse aus den Wettkampf- und Trainingsanalysen umsetzte. Im Final sei ihm der schnelle Wechsel zwischen den Stellungen gelungen, sodass genügend Zeit für Probeschüsse und das Ausrichten blieb. «Seine Abläufe und Handgriffe sassen», lobt Tartaruga.
Marta Szabo zweimal Vierte
Auch Marta Szabo überzeugte mit zwei Finalteilnahmen. Die zweifache Schweizermeisterin von 2025 belegte sowohl mit dem Luftgewehr 10m als auch im Dreistellungsmatch Gewehr 50m den vierten Rang. Besonders knapp verlief der Luftgewehr-Wettkampf: Mit einer 10,9 im letzten Qualifikationsschuss sicherte sie sich den Finaleinzug. In ihrem ersten Luftgewehrfinal an einem Titelwettkampf arbeitete sie sich nach einem verhaltenen Start auf Rang vier vor. Beim Ausscheiden fehlten ihr lediglich 0,5 Punkte auf den dritten Platz.
Für Szabo war die Studierenden-WM ein wichtiger Zielwettkampf. Nach einer schwierigen Saison hätten sich verschiedene technische und mentale Anpassungen in den vergangenen Monaten zunehmend ausgezahlt. Mit den beiden Finaleinzügen habe sie ihr sportliches Ziel erreicht. Gleichzeitig sei der Ehrgeiz auf mehr geweckt: «Das motiviert mich und ich werde weiterarbeiten, damit ich auch auf diese Medaillen-Ränge komme.»
Auch abseits des Schiessstands nimmt Szabo wertvolle Erfahrungen mit. Der Wettkampf in Taiwan habe ihr gezeigt, wie sie sich auf die besonderen Herausforderungen einer weiten Reise, insbesondere die Zeitverschiebung und den Jetlag, einstellen könne. Besonders schätzt sie zudem den Zusammenhalt unter den Studierenden aus verschiedenen Ländern. Es seien viele Begegnungen und Gespräche entstanden. «Es ist ein bisschen Familie hier unter den Studierenden», sagt Szabo.
Auch Jannis Bader im Final
Jannis Bader erreichte mit der Luftpistole 10m ebenfalls den Final und belegte Rang acht. Mit der Schnellfeuerpistole 25m klassierte er sich auf Platz 14. Die vierte Schweizer Teilnehmerin, Nathalie Krieg, erreichte mit der Luftpistole 10m Rang 13 und mit der Sportpistole 25m Rang 16.
In den Mixed-Wettkämpfen belegten Marta Szabo und Malo Jaboulet mit dem Luftgewehr Rang 19, Nathalie Krieg und Jannis Bader erreichten mit der Luftpistole Platz 15.
Positive Bilanz
Mit einer Bronzemedaille und vier Finalteilnahmen fällt die Schweizer Bilanz erfreulich aus. Delegationsleiter Dino Tartaruga hebt neben Jaboulets Medaille besonders die Leistungen von Marta Szabo hervor. Sie habe sich beide Finaleinzüge mit guten Qualifikationen verdient und sich in den Finals nochmals gesteigert. «Das zeugt von Nervenstärke und Entschlossenheit» so Tartaruga. Auch für Jannis Bader sei der erste internationale Luftpistolenfinal eine wertvolle Erfahrung gewesen. Nathalie Krieg habe trotz schwieriger Wettkampfbedingungen die Ruhe bewahrt.
Tartaruga ordnet aber auch das sportliche Niveau ein: Während die letzten World University Games mit einem Weltcup vergleichbar gewesen seien, sei das Teilnehmerfeld in Taiwan weniger stark gewesen. Unabhängig davon bleibe die Studierenden-WM für die Schweizer Kaderschützinnen und Kaderschützen eine wertvolle Gelegenheit, internationale Wettkampferfahrung zu sammeln und sich mit der Konkurrenz aus anderen Ländern zu messen.