Mit insgesamt 65 Athletinnen und Athleten startet der SSV in die Saison 2026. Neu im Nationalkader stehen 14 Juniorinnen und Junioren, darunter die 16-jährige Gewehrschützin Ria Boss. Beim ersten Zusammentreffen mit dem Gesamtkader war die Aargauerin noch etwas aufgeregt: «Es ist eine grosse Ehre, vielleicht einmal in die Fussstapfen der Top-Athleten zu treten. Die ganze Community ist mega cool. Ich habe das grosse Privileg, dass ich aus derselben Gegend wie Chiara Leone stamme.»
Sportwissenschaft als Schlüssel
In der laufenden Saison setzt Joël Strübi, Leiter Spitzensport und Nachwuchsförderung, konsequent auf sportwissenschaftliche Ansätze. Ziel ist eine evidenzbasierte, individualisierte und nachhaltige Entwicklung der Athletinnen und Athleten. «Wenn ein Athlet beispielsweise mit der Stabilität Probleme hat, können wir untersuchen, woran das liegt. Hierfür können wir mittels der Kraftmessplatte seine konkreten Werte analysieren und sein Training entsprechend anpassen», erklärt Strübi.
Internationale Erfolge und Ehrungen
Die Athletinnen und Athleten blickten auf ein äusserst erfolgreiches internationales Jahr zurück. An grossen Wettkämpfen in olympischen und nicht-olympischen Disziplinen gewannen sie insgesamt 43 Medaillen (13 Gold, 20 Silber, 10 Bronze).
Zu den Höhepunkten zählten Team-Gold an der Luftgewehr-EM durch Audrey Gogniat und Jan Lochbihler sowie weitere Medaillen an der EM in Osijek. Am EYOF in Skopje holten Emely Jäggi und Dorian Saillen Bronze im Team. An der Outdoor-EM in Châteauroux gewann das Schweizer Team neun Europameistertitel sowie weitere Silber- und Bronzemedaillen.
Den Schlusspunkt setzte die Weltmeisterschaft in Kairo mit insgesamt 15 Medaillen. Besonders gefeiert wurde Pistolenschütze Adrian Schaub, der seinen ersten Weltmeistertitel gewann: «Es war mega. Ich erhielt seither schon oft Applaus, aber heute war es wirklich eindrücklich und auch ein Dank für meine Leistung, die diesen Erfolg möglich machte.»
Ebenso historisch war die erste WM-Bronzemedaille für ein Schweizer Männerteam in einer Olympischen Disziplin. Für diesen Triumpf sorgte das Trio Fabio Wyrsch, Christoph Dürr und Jan Lochbihler. Weitere WM-Goldmedaillen gingen an Anja Senti sowie an das Trio Gilles Dufaux, Pascal Bachmann und Sandro Greuter.
Für eine besondere Überraschung sorgten die Target Sprint-Athleten Tessa Dietrich, Patrick Gal und Nils Reusser, die an ihrer ersten WM zwei Silber- und eine Bronzemedaille holten.
Emotionale Abschiede und Rücktritte
Mit den Gewehr-Profis Sandro Greuter und Nina Christen verabschiedeten sich zwei langjährige Nationalkader-Mitglieder vom Spitzensport. Besonders emotional war der Abschied von Christen, die ihre grössten Erfolge mit dem SSV feierte. In ihrer Ansprache sagte Annik Marguet, Leiterin der Abteilung Nachwuchsförderung: «Du hast dem SSV so viel gegeben. Ich glaube, viele Junioren sind heute auch hier, weil sie dich gesehen haben.»
Sichtlich bewegt reagierte Christen: «Das ist schon sehr schön. Oftmals dachte ich, dass ich einfach mein Ding durchgezogen habe in der Hoffnung, einen Impact auf die anderen zu haben. Das war offensichtlich so.» Abschliessend hielt sie fest: «Ich weiss, dass es das letzte Mal war und ich jetzt nicht mehr Teil davon bin. Nun muss ich von dieser Persönlichkeit als Sportlerin etwas Abstand nehmen und eine neue aufbauen.»
Ebenfalls vom Spitzensport zurück traten die Juniorinnen Larissa Donatiello, Silja Arnold, Amina Flisch, Kaya Staub, Mia Hartmann, Isabel Weissbrodt sowie die Gewehrschützinnen Nadja Kübler, Barbara Schläpfer und Fränzi Stark. Stark bleibt dem SSV weiterhin als Sachbearbeiterin in der Nachwuchsförderung erhalten.
Auch auf Trainerseite kam es zu Abschieden: Sepp Kläger, Head-Coach Pistole an den Regionalen Leistungszentren Teufen und Filzbach, Peter Käser vom Stützpunkt Tessin sowie Elena Tomaschett, Trainerin Gewehr am Regionalen Leistungszentrum Teufen, verliessen den SSV. Tomaschett bleibt dem Verband jedoch als Physiotherapeutin für den Nachwuchs sowie als Back-up-Trainerin erhalten.
Auf die Quotenplätze, fertig, los
Nach einem ruhigeren Jahr 2025 steigt der Druck in dieser Saison wieder. An der WM in Doha (QAT) werden bereits die ersten Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vergeben. Weitere Saisonhöhepunkte sind die Junioren-EM in Burgas (BGR), die 10m-EM in Jerewan (ARM), die Outdoor-EM in Osijek (CRO) sowie die Junioren-WM in Suhl (GER). (rge)
13.01.26
Medaillen, Emotionen und neue Talente

Das Nationalkader 2026.














