Am 13. März 2026 traten die 51 Rekrutinnen und Rekruten der Spitzensport-RS ein letztes Mal ab, unter ihnen die beiden Schützen Stefan Amacker (Jg. 1999 aus Trüllikon ZH) und Jannis Bader (Jg. 2004 aus Rümlang ZH). Die beiden haben viel Zeit zusammen verbracht, gemeinsam trainiert. Und das, obwohl sie nicht demselben Verband angehören. Stefan Amacker ist Athlet von Rollstuhlsport Schweiz (RSS), Jannis Bader gehört dem Schweizer Schiesssportverband (SSV) an. «Wir hatten dasselbe Programm. Der Sport ist schliesslich auch derselbe. Vom Wissen des Schiesssportverbands und den neuen Trainingsinputs habe ich sehr profitiert», erklärt Stefan Amacker.
Näher zusammengerückt
Für die beiden Verbände war das gemeinsame Training der beiden Schützen ein Pilotprojekt, das die Zusammenarbeit intensiviert hat. Die sportartspezifische Betreuung der Athleten erfolgte im Co-Coaching durch Trainer der beiden Verbände. «Das ist gelebte Inklusion», erklärt Marco Bruni, Leiter Athletenentwicklung RSS, «Die Spitzensportförderung der Schweizer Armee zeigt seit 2021 sehr deutlich, dass die Einbindung des Parasports in bestehende Leistungssportstrukturen in der Praxis völlig selbstverständlich funktionieren kann. Athletinnen und Athleten mit und ohne Behinderung trainieren unter denselben Bedingungen, lernen voneinander und entwickeln sich gemeinsam weiter. Für uns ist das auch ein Signal an die Schweizer Sportlandschaft, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Schiesssportverband ist dabei ein echter Glücksfall mit grossem Zukunftspotenzial.»
Inklusion ist auch für den SSV ein zentrales Thema, wie Joël Strübi, Leiter Bereich Spitzensport und Nachwuchsförderung verdeutlicht: «Inklusion ist im Leistungsbereich des heutigen Schiesssports kein Randthema, sondern ein echter Mehrwert. Die gemeinsame Trainingszeit von Athleten mit und ohne Behinderung hat gezeigt, dass alle voneinander profitieren können – nicht nur technisch, sondern auch mental und menschlich. Gemeinsames Training stärkt die Motivation, erweitert den Blick auf unterschiedliche Herausforderungen und schafft ein Umfeld, in dem Leistung, Respekt und gegenseitiges Lernen im Zentrum stehen.»
«Ein grosses Privileg»
Nach 18 Wochen intensiver Ausbildung und Training endete die Spitzensport-RS 2/25 am 13. März. Dass er sich während dieser Zeit voll auf seine sportliche Entwicklung konzentrieren konnte, bezeichnet Stefan Amacker als grosses Privileg. Sein nächstes Ziel: Sich für die WM im September zu qualifizieren.
Und auch für den SSV war diese Spitzensport-RS erst der Anfang: «Für den Schweizer Spitzenschiesssport ist eine inklusive Struktur ein Gewinn. Sie stärkt den Zusammenhalt, erweitert Perspektiven und hilft uns, vorhandenes Potenzial besser zu nutzen. Unser Ziel ist deshalb, die positiven Erfahrungen aus der Spitzensport-RS weiterzuführen und Strukturen zu schaffen, damit künftig auch Topathletinnen und -athleten mit Einschränkungen regelmässig am Nationalen Leistungszentrum trainieren können», sagt Joël Strübi.
18.03.26
Gelebte Inklusion im Schiesssport

Jannis Bader (links) und Stefan Amacker während der Spitzensport-RS in Magglingen. © Spitzensportförderung der Armee



