Schweizer Schiesssportverband

Christen setzt sich in Herzschlagfinal durch

Nina Christen kann ihren Erfolg sichtlich geniessen.

Nina Christen kann ihren Erfolg sichtlich geniessen.

Nina Christen ist Schweizermeisterin in der Königsdisziplin Gewehr 50m Dreistellung. In einem hochspannenden Final setzt sie sich erst mit dem letzten Schuss gegen Martina Herrli durch. Bronze geht an Chiara Leone.

Spannender hätte die Entscheidung um den Schweizermeistertitel kaum sein können. Vor dem letzten Schuss trennten Nina Christen und Martina Herrli gerade einmal 0.1 Punkte. Christen führte mit 346.8 Punkten, Herrli lag mit 346.7 unmittelbar dahinter. Dann schoss Christen eine 10.3, Herrli eine 9.0 – die Entscheidung war gefallen. Mit 357.1 Punkten holte sich Christen den Titel vor Herrli (355.7) und Chiara Leone (345.0).

Dabei hatte zunächst Leone den Final geprägt. Nach Kniend führte sie vor Michèle Bertschi und Christen, Herrli lag auf Rang vier. Auch nach Liegend blieb Leone an der Spitze: Mit 207.9 Punkten führte sie vor Bertschi (206.7), Christen (206.1) und Herrli (204.6).

Dass im Dreistellungsmatch die Entscheidung im Stehendanschlag fällt, ist beinahe die Mutter aller Binsen. Doch diesmal traf sie besonders deutlich zu. Leone büsste ihre Führung ein, während Herrli nach vorne rückte. Nach der zweiten Stehendserie hatte Christen mit 307.0 Punkten die Spitze übernommen, vor Leone (306.3) und Herrli (305.2).

In den anschliessenden Einzelschüssen spitzte sich der Zweikampf zwischen Christen und Herrli zu. Titelverteidigerin Marta Szabo Bouza schied als Vierte aus, Leone sicherte sich Bronze. Mit einer 10.8 machte Herrli 1.3 Punkte auf Christen gut und rückte bis auf einen Zehntel heran – der Herzschlagfinal war perfekt.

Christen: «Voll geil»
Auf die Frage nach ihrer Gefühlslage unmittelbar nach dem Final musste Nina Christen nicht lange überlegen: «Voll geil», sagte sie lachend. Viel Dreistellung habe sie in dieser Saison nicht trainiert, einen Final noch kein einziges Mal geschossen. «Ich wusste aber schon, dass ich das kann», meinte die Nidwaldnerin schmunzelnd.

Dass sie heute ohne den früheren Druck antreten kann und weder sich noch anderen etwas beweisen muss, helfe ihr, bestätigte Christen. «Trotzdem will ich natürlich weiterhin gut schiessen!»

Und das nächste sportliche Projekt? «Der Rütlibecher», sagt Christen bestimmt. «Den habe ich auch noch nicht.» Diesen November wird sie zum ersten Mal überhaupt das traditionsreiche Rütlischiessen bestreiten.

Auch für die Zweitplatzierte Martina Herrli fand Christen lobende Worte. «Sie macht das super.» Es sei wichtig, junge Athletinnen mit entsprechendem Potenzial früh an die Elite heranzuführen.

Herrli: «Ich bin mega happy»
Für Martina Herrli überwog trotz des hauchdünn verpassten Titels die Freude. «Im Moment bin ich wirklich mega happy. Es war sehr knapp, und ich hatte das Ziel, alles möglich zu machen.» Bei den letzten zwei, drei Schüssen sei sie total nervös gewesen. «Dass ich trotzdem noch den zweiten Rang geschafft habe, damit bin ich sehr zufrieden.»

Gold wäre natürlich «mega cool» gewesen. Doch Silber kann sich für Herrli sehen lassen: National startet sie neu bei der Elite, international ist sie weiterhin Juniorin. In Thun bestritt sie ihre erste Schweizermeisterschaft bei der Elite – und gewann auf Anhieb Silber.

 

 

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