Fédération sportive suisse de tir

Final SGM-G10

Olten (Elite) und Winistorf (U17 und U21) heissen die Sieger der Schweizer Gruppenmeisterschaft. Solothurn total also in Bern und ein Hammer-Auftritt von Profi Jan Lochbihler.

Die Schweizer Gruppenmeisterschaft Gewehr 10m (SGM-G10) geniesst eine sehr hohe Bedeutung im helvetischen Schiesssport. Heuer hat es sich gar so ergeben, dass auch der Welt- und Europameister im Liegendschiessen, Jan Lochbihler, mit seinen drei Kolleginnen von Olten (Jasmin Blum, Larissa Donatiello und Janine Frei) in Bern antreten konnte. «Ich kam in der Nacht zuvor um halb 1 Uhr nach Hause», sagt Lochbihler. Nicht von der Fasnacht, sondern vom Weltcup in Kairo, an dem es ihm durchzogen lief. Von Freitag auf Samstag übernachtete der Profi  nicht zu Hause in Winden TG bei Frau (Andrea Brühlmann) und Sohn Lio, sondern bei seinen Eltern in Holderbank. Der Weg in die Kaserne Bern war derlei wesentlich kürzer.

10.55 im Durchschnitt
Und dieser Weg nach Bern hat sich gelohnt. Nach dem Sosolala im Zentrum Ägyptens, gabs im Zentrum Berns ein Holdrioo. «Wir haben im Nachgang zu Kairo ein paar Sachen ausprobiert, was sehr gut geklappt hat», sagt Lochbihler. Kann man so sagen! Mit seinem Weltklasse-Total von 253,4 Punkten (auf 24 Finalschüsse = 10,55 im Schnitt) trug der Meisterschütze massgeblich zum Erfolg der Oltner bei. 
Nach einem ultraspannenden Zweikampf setzte sich Olten gegen Gossau mit 995,2 zu 993 Punkten durch. Die Führung wechselte mehrmals. Bronze ging an das Team Thunersee. «Ich habe mitgekriegt, dass es sehr eng ist», hält Lochbihler fest. Zu Beginn hat mich das nicht interessiert. Hintenraus war mir klar, dass da noch was gehen muss. Folglich legte Lochbihler noch eine Schippe Coolness drauf und hielt seine Granaten-Pace auch im nervenaufreibenden Finale des Finals. «Es lief wirklich sehr gut», konstatierte der Schweizermeister sehr zufrieden. So konnte der Wahl-Thurgauer nebst der Goldmedaille gleich noch einen kräftigen Schluck Goodfeeling tanken, das er an der 10-Meter-EM in Tallinn (5. bis 13. März) gut wird gebrauchen können.

 Im weiteren Verlauf des Jahres und des nächsten Jahres wird es für Lochbihler nun darum gehen, sich für die Olympischen Spiele 2024 in Paris zu qualifizieren. Und das ist für Europäer aufgrund der Quotenplatzregeln respektive der hohen Dichte an Spitzenschützen schwieriger, als bei Olympia eine Medaille zu gewinnen. «Das ist so», bestätigt Jan Lochbihler.

Klar sei es von der Spannung her an einer Gruppenmeisterschaft anders, als an einer EM oder WM, sagt Lochbihler. Allein, der Druck kommt aus einer anderen Ecke. «Freunde, Familie und Kolleginnen und Kollegen sind hier und alle erwarten natürlich, dass man auf keinen Fall Zweiter wird. Und man will seinem Team ja auch helfen.» Da ist es gar nicht so einfach, Fokus und Spannung zu halten. Schliesslich stehen da in den Ständen links und rechts keine Poulets und Cornichons – ganz im Gegenteil. Die Schweiz ist inzwischen eine führende Nation im Schützenkontinent Europa.

Winistorf bügelt Rest platt
1976/77 wurde die Gruppenmeisterschaft erstmals für die Junioren, 1987/1988 für die Jugendlichen eingeführt.  Derzeit ist Winistorf im Juniorenbereich das Mass aller Dinge auf der 10-Meter Distanz. In beiden Kategorien – U21 und U17 – setzten sich die jungen Wasserämter durch. Und wie! Winistorf gewann nicht nur, nein Winistorf hat die Konkurrenz plattgebügelt. Eigentlich hätte man auf Seite 1 der Rangliste Winistorf aufführen müssen und mit dem Rest auf Seite 2 weiterfahren. Das U21-Team mit Vivien Jäggi, der WM- und EM-Medaillengewinnerin im Liegendschiessen, Gina Gyger, und der neu aus Chiasso gekommenen Alexia Tela verbuchte am Ende einen Vorsprung von 13,3 Punkten auf Uri. Und das, obwohl die beiden Teams in der Quali noch das genau gleiche Ergebnis lieferten.  Die Spannung war freilich schon nach den ersten fünf Finalschüssen draussen, als Winistorf mal kurz drei und mehr Punkte zwischen sich und das Feld legte.

Noch krasser deponierte das U17-Team die Gegnerschaft im Judihui hinter Platz 1. Mit 21,6 Punkten (auf 60 Schuss) Vorsprung setzten sich Emely Jäggi (15), Emely Gyger (16) und Luena Romancuk (15) vor dem Trio aus Altdorf und jenem aus Nidwalden durch. Das ist in etwa so, als ob einer in der Formel 1 das ganze Feld dreimal überrundet.

Hinter den Erfolgen der Winistörfer steht vorab ein Mann – Coach Fritz Ryser – übrigens seinerzeit auch Entdecker von Jan Lochbihler. Sein Kommentar zum Wettkampf: «Wir haben ein ganz tolles Team von derzeit 18 Schützinnen und Schützen, das sich gegenseitig immer weiter pusht.» Konkurrenz (und ein wirkungsvolles Training) belebt bekanntlich. Entsprechend hoch, enorm hoch waren denn auch die Ergebnisse. Eine wahre Freude! (Michael Schenk)

 

Galerie

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