Fédération sportive suisse de tir

Berner- und Knie-Kür

Gewehr 300m, Kategorie U21 (Einzel, v.l.): 2. Jonas Bohnenblust (SG), 96.2 Punkte; 1. Sophie Henninger (AG), 96.3 Punkte; 3. Joshua Alexander Luginbühl (BE), 95.8 Punkte.

Gewehr 300m, Kategorie U21 (Einzel, v.l.): 2. Jonas Bohnenblust (SG), 96.2 Punkte; 1. Sophie Henninger (AG), 96.3 Punkte; 3. Joshua Alexander Luginbühl (BE), 95.8 Punkte.

Beim JU+VE-Final auf der Thuner Guntelsey massen sich Nachwuchstalente und Routiniers in 15 Kategorien. Die Berner räumten ab – auf der Scheibe entschieden Zehntel, beim Niederknien fürs Podest bisweilen die Gelenke.

Auf den Scheiben trennen Jung und Alt oft nur Zehntelpunkte. So auch am 28. JU+VE-Final in Thun. In der Medaillenbilanz waren die Unterschiede deutlicher: 16 der 45 Podestplätze gingen an den Kanton Bern, darunter sieben Siege. Damit holten die Gastgeber mehr als ein Drittel aller Medaillen und beinahe die Hälfte sämtlicher Goldmedaillen.

Besonders eindrücklich war die Berner Dominanz über 50 Meter: Alle vier Kategorien gingen an Schützinnen und Schützen aus dem Gastgeberkanton. Aargau sicherte sich zwei Kategoriensiege; die übrigen sechs Goldmedaillen verteilten sich auf weitere Kantone. Wie eng es bisweilen zuging, zeigte der Veteranenfinal über 300 Meter: Karl Plüer (AG) und Plazi Giusep Cadruvi (GR) erzielten beide 100.7 Punkte. Erst die Feinwertung entschied über Gold und Silber: Plüer zimmerte seinen letzten Schuss mit 10.8 voll in die Mitte – Cadruvi erreichte 9.6. Ebenfalls knapp war es bei den U21 über 300 Meter: Sophie Henninger (AG) gewann mit 96.3 Punkten, ein einziges Zehntelchen vor Jonas Bohnenblust (SG).

Der Wettkampf in Thun bewies einmal mehr: Ein ruhiges Händchen kennt nicht wirklich ein Geburtsdatum. Der deutlichste Altersunterschied zeigte sich erst auf dem Podest. Dort geht es nicht mehr um Zehntel, sondern um Gelenkwinkel und Schwerpunktverteilung. Die Medaillenübergabe wurde bisweilen selbst zur Zusatzdisziplin: «elegant hoch- und wieder runterkommen». Eine Jury hätte hier durchaus A-Noten für den technischen Wert beim Aufstieg und Niederknien, respektive B-Noten für den künstlerischen Ausdruck vergeben können. Bei Ersterem hätten die Jüngeren gepunktet; die raffinierte Choreografie im Rahmen der zeremoniellen Gesamtdarbietung hingegen sprach für die ältere Generation. Item: Die Stimmung zwischen den Generationen war jedenfalls einmal mehr ausgezeichnet – und auch darum geht es. (Michael Schenk)

Podestbilder

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