Schon die Qualifikation am Freitagvormittag liess einen Final auf Messers Schneide erwarten. Christoph Dürr, Fabio Wyrsch und Jan Lochbihler erzielten allesamt 588 Punkte. Erst die Anzahl Innenzehner entschied über die Reihenfolge an der Spitze.
Und auch im Final blieb es eng. Neben den drei Nationalkaderschützen mischte mit Sandro Greuter ein alter Bekannter ganz vorne mit. Der ehemalige Kaderschütze arbeitete sich früh nach vorne und schob sich an Fabio Wyrsch vorbei. Für den gebürtigen Urner endete der Wettkampf schliesslich auf Rang vier.
Greuter blieb dagegen im Medaillenrennen und setzte Christoph Dürr in der Elimination mächtig unter Druck. Mehrfach lag er nur ein Zehntel vor dem Rheintaler. Dann wurde eine 9.0 zum Knackpunkt: Der minimale Vorsprung war weg, Dürr zog vorbei. Greuter musste sich mit Bronze begnügen.
Lochbihler zieht davon
Damit war der Weg frei für das Duell um Gold zwischen Jan Lochbihler und Christoph Dürr. Lochbihler hatte sich im Verlauf des Finals kontinuierlich abgesetzt und liess sich den Vorsprung auch in der entscheidenden Phase nicht mehr nehmen. Mit 0.9 Punkten Reserve auf Dürr sicherte er sich den Schweizermeistertitel.
Dabei hatte der Final für Lochbihler alles andere als vielversprechend begonnen. «Während der Probeschüsse hatte ich keine einzige 10. Der Wind wechselte andauernd, und ich musste mir eine Taktik zurechtlegen und diese über den ganzen Final durchziehen.»
Genau das gelang. Während andere mit den wechselhaften Bedingungen kämpften, fand Lochbihler den richtigen Umgang mit dem Wind und blieb bis zum Schluss stabil.
Auch Christoph Dürr sprach nach dem Final von einem schwierigen Wettkampf: «Die Bedingungen haben mir alles abverlangt. Unter solchen Voraussetzungen ist Schiessen keine exakte Wissenschaft mehr – man muss viel mit Intuition arbeiten.»
Dass ausgerechnet Sandro Greuter im Kampf um die Medaillen kräftig mitmischte, sorgte nach dem Final für Gesprächsstoff. Dürr nahm es sportlich: Gelernt sei gelernt. Lochbihler meinte lachend: «Er hat auch das schöne Privileg, ohne Druck frei von der Seele schiessen zu können. Wir machen uns halt oft auch selbst Druck.» Greuter wollte davon allerdings nichts wissen. «Gerade als Vertreter von Walther in der Schweiz will ich beste Werbung machen. Punkto Druck fühlte es sich heute genau gleich an wie früher.»
Am Ende trennten die drei Medaillengewinner nur Kleinigkeiten. Lochbihler fand im schwierigen Thuner Wind jedoch die beste Mischung aus Taktik, Nervenstärke und Präzision.












