Federazione sportiva svizzera di tiro

Thriller in Blei

Podest U21 Juniorinnen (v.l.): Emely Jäggi, Vivien Jäggi, Emely Gyger

Podest U21 Juniorinnen (v.l.): Emely Jäggi, Vivien Jäggi, Emely Gyger

Vivien Jäggi (Niederbuchsiten),Carlo Wipfli (Erstfeld), Amélie Schwab (Chabrey) und Jonas Keller (Altendorf) heissen die Siegerinnen und Sieger an der Junioren-Wintermeisterschaft Gewehr 10 m in Avenches. Die Finals: Nervenkino!

Der Final der U19-Juniorinnen an der Junioren-Wintermeisterschaft Gewehr 10 m in Avenches wurde zur Jäggi-Show. Schon in der Qualifikation hatten Emely (17)  und Vivien Jäggi (19) aus Niederbuchsiten das Feld dominiert – 627,5 zu 627,1 Punkten. Ein Eindringen in die Solothurner Phalanx war höchstens noch von der Kantonsrivalin Emely Gyger (19/Oensingen) zu erwarten.

Was dann im Final folgte, war freilich die Antithese zur Behauptung, Schiessen sei langweilig: ein Thriller in Blei. Nach 13 Schüssen im 24-schüssigen Final lagen die beiden Schwestern gleichauf – und spätestens da war klar, dass hier nicht «Juniorinnen» schossen, sondern zwei Athletinnen auf Weltklasse-Niveau. Vivien wurde im Sommer im französischen Châteauroux u.a. Juniorinnen-Europameisterin im Dreistellungsmatch mit dem Kleinkalibergewehr. Emely holte sich im November in Kairo WM-Silber im Dreistellungswettkampf – Vivien wurde damals Vierte. Am Schluss lag der Durchschnitt der beiden im Final bei 10,5. 

In Avenches entschied ein Wimpernschlag: 252,2 zu 252,0 Punkten. Meist lagen die zwei Solothurnerinnen ab dem 13. Schuss nie mehr als 0,2 Punkte auseinander. Noch vor dem allerletzten, dem 24. Schuss, führte Emely mit 241,7 zu 241,6. Dann kam der letzte Schuss – und drehte das Finale zugunsten von Vivien. Filmreif, die Szene würde Büne Huber von Patent Ochsner dazu singen.

Bei den U19-Junioren wurde es sogar noch enger. Carlos Wipfli (17/Erstfeld) und Ramon Herzog (17/St. Peterzell) lagen vor dem letzten Schuss nur durch 0,1 Punkte auseinander. Am Ende musste gar ein Shoot-off entscheiden – und da setzte Wipfli die Kugel mit 10,9 mitten ins Zentrum (Herzog: 10,4). Beide totalisierten 246,3 Punkte. Rang drei ging an Adrian Fischer (18/Merenschwand) mit 220,3 Punkten.

Siegerin und Sieger punktgleich
Bei den U17-Juniorinnen ging der Sieg an Amélie Schwab (15/Chabrey). Nach dem Vorkampf noch auf Rang 6, schoss sie sich im Final mit 243,2 Punkten ganz nach vorn – exakt gleich viele wie ihr männliches Pendant, U17-Sieger Jonas Keller (Altendorf). Zufall oder Botschaft aus dem Kosmos? Who knows. Sicher ist: Im Schiesssport sind Frauen und Männer leistungsmässig gleichauf wie in keiner anderen Sportart. Der härteste Teil von Schwabs Sieg kam indes erst nach dem letzten Schuss – da, wo die Männer klare Vorteile besitzen. Beim Champagnerkorken. Der stellte auf stur – und wehrte sich wie ein schlechter Verlierer  gegen den Abschuss und wollte einfach nicht ab.

Auf den Plätzen zwei und drei klassierten sich Dunja Steiner und Livia Weissbrodt, beide aus Steg. Vorjahressiegerin Méline Saillen (Val d’Illiez) blieb der undankbare 4. Rang.

Bei den U17-Junioren klassierten sich auf den weiteren Podestplätzen Livio Tscharner (Schiers) und Justin Gyger (Oensingen). Nach dem 40-schüssigen Vorkampf sah es noch nach einer Zweiklassen-Gesellschaft aus: Tscharner – gegen den Rest. Der Junioren-Internationale legte 16,3 Punkte zwischen sich und das Verfolger-Feld. Im Fussball ein 10:0. Aber: Final ist etwas anderes. Tscharner fand nie ganz zu seiner Souveränität, konnte sich von seinem härtesten Widersacher nicht absetzen – und musste am Ende mit Silber vorliebnehmen. (Michael Schenk)

Galerie

swiss_olympic_member.png Swisslos_Logo.png Logo_LoRo.jpg