Schweizer Schiesssportverband

Das 105. Morgartenschiessen ist Geschichte

Schiessen am Morgarten: Nichts für Komfortmenschen.

Schiessen am Morgarten: Nichts für Komfortmenschen.

Für das 105. Schiessen in Morgarten gaben sich über 1000 Schützen die Ehre. Jedes Jahr wird, in Andenken an die Schlacht von Morgarten, so geschossen wie früher.

Resultate Gewehr: Einzelrangliste, Gruppenrangliste

Resultate Pistole: Tagesrangliste, Einzelrangliste, Rangliste Stammsektionen, Rangliste Gastsektionen

 

Der Hochnebel zeigt sich gütig, er bleibt während des ganzen Tages mit leichtem Sicherheitsabstand über den Schützenständen Morgarten (G300m) und Schornen (P50m). Auf ca. 700m ü. M. keine Selbstverständlichkeit. Doch das Wetter meint es gut mit dem alljährlichen Morgartenschiessen, die Sicht auf die Zielscheiben ist frei in den minimalistisch eingerichteten Schützenständen zwischen Morgartenberg und Ägerisee. Hier wird noch geschossen wie früher - mehr als ein bisschen Stroh gibt es als Unterlage nicht. Und nicht nur Anpassungsfähigkeit, sondern auch Geduld ist gefragt, denn hier wird noch mit Personal gezeigt. Waffen tief, das Horn erklingt, und die freiwilligen Zeiger gehen von Scheibe zu Scheibe und signalisieren die Punktzahlen. Die einen mögen's, die anderen möchten's gern lieber schneller, aber eines ist sicher: Heutzutage ist das ein Erlebnis.

Auch abseits vom Schützensport wurde für ein erlebnisreiches Unterhaltungsprogramm gesorgt. Am Morgen fand im Beisein des Abts Urban Federer (OSB) von Einsiedeln eine Gedenkandacht samt Verlesung des Schlachtbriefes von Morgarten statt, samt geladenen Gästen aus Politik und Militär. Besonders erwähnt sei hierbei die Teilnahme der Schweizergarde an der Zeremonie.

Abgesehen vom eigenen Schiessresultat (je nach Leistung) war der Höhepunkt für viele Schützen jedoch die Rede des Ehrengastes und Festredners Peter Regli, Divisionär aD und seines Zeichens ehemaliger Direktor des Schweizer Nachrichtendienstes NDB. Während Urs Hürlimann, Präsident der Morgartenkommission, sich auf die positiven Eigenschaften der Schweiz besinnte, den Wert von Freiheit, Unabhängigkeit, Föderalismus und Demokratie hervorhebte und die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer ermunterte, mehr Stolz für ihre Heimat zu zeigen, wendete sich Peter Regli eher gewagteren Themen zu. In einer emotionalen Rede verkündete er: «Die Welt ist ein Pulverfass, und die Lunte brennt.» In einem faszinierenden Plädoyer gegen den Autoritarismus, der in der Welt immer mehr Fuss zu fassen vermag, stimmte er seinem Vorredner jedoch zu und erläuterte, die Schweiz sei die eine Insel wahrer Demokratie auf die es sich stolz zu sein lohne, u jedoch mgeben von unruhigen Gewässern. Die Zuhörer quittierten die Rede mit tosendem Applaus - so auch die anwesenden Schützen aus dem Tessin und der Romandie, für die Peter Regli die wichtigsten Kernaussagen immer auch übersetzt hatte.

Während dem Absenden wurden im Anschluss die Gewinner des Morgartenschiessens 2018 prämiert. Den dritten Platz erreichte die Schützengesellschaft Büren-Oberdorf mit 437 Punkten hinter der Schützengesellschaft Liebistorf-Kleinbösingen-Wallenbuch auf dem 2. Platz (438 Punkte) sowie dem Feldschützenverein Sattel auf dem 1. Platz (448 Punkte).

In der Einzelrangliste erreichte Albert Koller (Schützengesellschaft Tobel) den dritten Platz hinter Markus Merz (Schützengesellschaft der Stadt Baar) auf dem zweiten Platz und dem neuen Meisterschützen vom Morgartenschiessen 2018, Martin Burkhalter der Stadtschützen Burgdorf. Alle Podestschützen hatten 49 Punkte erreicht. (alp)

Galerie

Impressionen vom 105. Morgartenschiessen

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