Der Anlass begann mit einer feierlichen Fahnenzeremonie, musikalisch begleitet von der Stadtmusik Chur. Traditionsgemäss wird die Verbandsfahne des Schweizer Schiesssportverbands nach jedem Eidgenössischen Schützenfest an einen neuen Fähnrich übergeben.
Unter den Ehrengästen befanden sich unter anderem Bundesrat Martin Pfister, Nationalratspräsident Pierre-André Page, Ständeratspräsident Stefan Engler, zahlreiche Nationalrätinnen und Nationalräte, Regierungsrätinnen und Regierungsräte aus verschiedenen Kantonen sowie die Bündner Regierung in corpore und der Stadtrat von Chur.
Nationalratspräsident Pierre-André Page und Ständeratspräsident Stefan Engler betonten die Bedeutung des Eidgenössischen Schützenfests für die Schweiz und Graubünden.
OK-Präsident Martin Candinas bezeichnete den Offiziellen Tag als emotionalen Höhepunkt des Eidgenössischen Schützenfests. Besonderen Dank richtete er an die rund 5000 freiwilligen Helferinnen und Helfer. Insgesamt leisten sie für das Fest rund 150'000 Arbeitsstunden. «Ohne dieses Engagement wäre das Eidgenössische nicht möglich», hielt Candinas fest.
Bundesrat Pfister: Schützenfeste als Orte der Begegnung
In seiner Festrede blickte Bundesrat Martin Pfister auf das Eidgenössische Freischiessen von 1842 in Chur zurück – also wenige Jahre vor dem Sonderbundskrieg. Damals sei beinahe mehr geredet als geschossen worden, sagte Pfister mit einem Schmunzeln. Insgesamt seien rund 200 Reden gehalten worden. Die meisten davon hätten politischen Charakter gehabt. Die Schützenfeste wurden damals vor allem vom radikal-liberalen Lager geprägt. Nur wenige Katholisch-Konservative wagten sich damals an solche Anlässe.
Wenn man auf die enormen Spaltungen der 1840er Jahre zurückblicke, werde deutlich, wie wertvoll der politische Dialog für die Schweiz sei, betonte Pfister. Heute stehe bei den Schützenfesten das Verbindende im Vordergrund. Kaum ein anderes Land sei so darauf angewiesen, zwischen unterschiedlichen Weltanschauungen, Religionen, Regionen und Sprachen immer wieder einen tragfähigen Kompromiss zu finden.
Als Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) betonte Pfister zudem, dass die Schweiz vor wichtigen sicherheitspolitischen Entscheidungen stehe. Dafür brauche es nicht nur finanzielle Mittel, sondern ebenso politischen und gesellschaftlichen Willen.
Den krönenden Abschluss des Festakts bildete schliesslich die Patrouille Suisse mit ihrer Flugdemonstration über dem Rossboden. Sie begeisterte die zahlreichen Gäste, Schützinnen und Schützen sowie viele Churerinnen und Churer gleichermassen.
Tausende verfolgten den Festumzug
Am Nachmittag säumten bei sommerlichen Temperaturen rund 8000 Zuschauerinnen und Zuschauer die Strassen der Churer Innenstadt, um den grossen Festumzug zu verfolgen. Rund 1000 Teilnehmer präsentierten in 29 Gruppen die Vielfalt des Schweizer Schiesswesens und verbanden Sport, Kultur, Brauchtum und Tradition zu einem eindrücklichen Gesamtbild.
Angeführt wurde der Umzug von der Stadtmusik Chur. Es folgten die Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Militär. Schützenverbände, Kantonaldelegationen, Veteranenorganisationen sowie Traditions- und Brauchtumsgruppen sorgten für eine farbenfrohe und festliche Atmosphäre. Für internationales Flair sorgten dabei Auslandschweizer-Schützenvereine aus diversen europäischen Ländern, den USA und Südafrika.
Der Festumzug bildete bereits jetzt einen frühen Höhepunkt des noch jungen Eidgenössischen Schützenfestes 2026. Der grosse Publikumsaufmarsch unterstrich die breite Ausstrahlung des Anlasses weit über die Schützenkreise hinaus.
Den Abschluss des Offiziellen Tags bildet die Schützenparty in und um die Stadthalle Chur. Für musikalische Unterhaltung sorgt unter anderem die Bündner Rockband Megawatt.























