In seinem Schreiben an die ESC verweist der SSV auf die Europameisterschaften 2026 in Osijek. Dort wurden die Frauenwettkämpfe über 300m lediglich als Grand Prix ausgetragen. Die Wettkämpfe fanden zwar statt, zählten jedoch nicht als Europameisterschaft. Entsprechend wurden keine EM-Titel vergeben. So blieb etwa Marta Szabo trotz ihres Sieges die Chance verwehrt, sich erstmals zur Europameisterin zu krönen. Nicht zuletzt entfielen die mit Europameisterschaften verbundenen Preisgelder.
Für den SSV zeigt dies, dass Handlungsbedarf besteht, um die Zukunft der 300m-Disziplinen langfristig zu sichern.
Als eine der Herausforderungen nennt der SSV die aktuelle Terminplanung. Diese erschwere es Athletinnen und Athleten zunehmend, olympische und nichtolympische Gewehrdisziplinen innerhalb derselben Europameisterschaft zu kombinieren. In Osijek hätte die zeitliche Staffelung der Wettkämpfe für Teilnehmer in mehreren Disziplinen einen Aufenthalt von bis zu zwei Wochen erfordert.
Der SSV regt deshalb an, die 300m-Wettbewerbe künftig direkt im Anschluss an das 50m-Programm auszutragen. Dies würde die Teilnahme erleichtern und zugleich den Reise- und Logistikaufwand für die Verbände reduzieren.
Gleichzeitig hat der Schweizer Schiesssportverband mehrere europäische Schiesssportverbände über seinen Vorstoss informiert und sie gebeten, das Anliegen gegenüber der ESC ebenfalls zu unterstützen.
Ein positives Signal für die 300m-Disziplinen gab es am 17. Juni 2026 von der ISSF: Die 300m-Weltmeisterschaften 2026 in Kairo werden direkt im Anschluss an den Weltcup ausgetragen. Die Titelkämpfe finden vom 15. bis 20. Oktober statt.




