Federazione sportiva svizzera di tiro

Tafers stoppt Aarau – Oberriet hauchdünn

Feld A 1. Tafers, 2. Aarau, 3. Embrach Lufingen

Feld A 1. Tafers, 2. Aarau, 3. Embrach Lufingen

Tafers verhindert den fünften Aarauer Titel in Folge, Oberriet gewinnt einen Finalkrimi und die junge Gansinger Gruppe holt ihre erste Medaille gleich in Gold: Der Final der Schweizer Gruppenmeisterschaft Gewehr 300 m in Winterthur bot Hochspannung bis zum letzten Schuss.

64 Gruppen, je fünf Schützinnen und Schützen, drei Felder – und am Ende drei völlig unterschiedliche Siegergeschichten. Auf der Schiessanlage Ohrbühl wurde am GM-Final nicht nur gut gezielt, sondern auch gezittert, gerechnet und gejubelt.

Im Feld A beendete Tafers die imponierende Titelserie von Aarau. Der vierfache Meister wollte den fünften Triumph in Folge, doch die Freiburger waren an diesem Tag zu stark – und vor allem bemerkenswert konstant: 967 Punkte im Viertelfinal, 969 im Halbfinal, 966 im Final. Aarau hielt mit 961 und 964 Punkten zunächst mit, fiel im entscheidenden Durchgang aber auf 952 zurück. Bronze ging mit 947 Punkten an Embrach-Lufingen.

«Fantastisch», sagt Bruno Käser, Präsident der Feldschützen Tafers. In den vergangenen Jahren sei man oft knapp links oder rechts gestanden, nun habe man es endlich wieder «in die Mitte» geschafft. Und das trotz eines kurzfristigen Ausfalls: Für die erkrankte Lea Sturny sprang Claude-Alain Delley ein und steuerte 190 Punkte bei. Gilles Dufaux war mit 196 Punkten bester Taferser. Die schwierigen Licht- und Wetterverhältnisse, vor allem im Final, seien für alle gleich gewesen, meinte Käser: «Bei perfekten Bedingungen können viele gut schiessen – wenn es schwierig wird, setzen sich die Guten durch», schmunzelte der Präsident.

Feld D: Oberriet gewinnt hauchdünn
Zum Thriller wurde das Feld D. Der FSV Oberriet steigerte sich von 692 Punkten im Viertelfinal über 707 im Halbfinal auf 708 im Final – und gewann mit einem einzigen Punkt Vorsprung. Daniel Stieger erzielte 143 Punkte, Florian Zimmer und Bruno Streule je 142, Simon Graf 141 und Hans Graf 140. Dichter kann eine geschlossene Mannschaftsleistung kaum aussehen. 

Ennetmoos und Tomils kamen beide auf 707 Punkte. Silber ging an Ennetmoos, weil das dritthöchste Einzelresultat den Ausschlag gab: 142 Punkte gegenüber 141 für Tomils. Für die St. Galler war es der Sieg im dritten Final-Anlauf: zuerst Bronze, im Vorjahr Rang elf, nun Gold. Aller guten Dinge sind drei.

Feld E: Gansingen sorgt für die Überraschung
Im Feld E schrieb Gansingen eine Überraschungsgeschichte. Nach 686 Punkten im Viertelfinal und starken 694 im Halbfinal behielt die Mannschaft auch im entscheidenden Durchgang die Nerven. 691 Punkte reichten zum Titel, zwei mehr als für die Sportschützen Jungfrauregion. Bronze ging mit 682 Punkten an Sachseln.

Ganz aus heiterem Himmel kam der Coup freilich nicht. Die fünf Gansinger schiessen seit längerer Zeit zusammen, gewannen in diesem Jahr bereits die Aargauer Meisterschaft und hatten auch in den Qualifikationsrunden ihre Stärke angedeutet. «Wir hatten deshalb schon gewisse Ambitionen», sagte Vereinspräsident André Erdin. Nachdem die Gruppe im Vorjahr noch in der vorletzten Runde ausgeschieden war, gelang ihr diesmal bei der zweiten Finalteilnahme der Durchmarsch bis ganz nach oben.

Gansingen ist eine bemerkenswert junge Truppe: Der Jüngste ist 18, der Älteste 43 Jahre alt. Hier trafen jugendliche Unbekümmertheit und Ambition auf genügend Erfahrung, um gemeinsam die Mitte zu finden. Die erste Medaille der Gruppe glänzt deshalb gleich golden. «Wir wären auch mit Bronze zufrieden gewesen», lachte Erdin. Nun müssen sich die Gansinger eben mit dem Schweizermeistertitel abfinden. (Michael Schenk)

 

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