Schweizer Schiesssportverband

Ein halbes Jahrhundert Vereinspräsident

Jubilar Hansruedi Frei.

Jubilar Hansruedi Frei.

Seit 50 Jahren ist Hansruedi Frei Präsident der Schützengesellschaft Schönengrund-Wald. Wie ein Appenzeller Jungschütze ins kalte Wasser geworfen wurde.

Im Jahr 1973 bestimmen die erste Ölkrise, die Watergate-Affäre, der Putsch in Chile und der Jom-Kippur-Krieg das Weltgeschehen. Bayern München wird zum dritten Mal Deutscher Fussballmeister. Und im Appenzellerland wird der 20-Jährige Hansruedi Frei zum Präsidenten der Schützengesellschaft Schönengrund-Wald gewählt. Frei, Jungschütze und die Rekrutenschule noch vor sich, wurde regelrecht ins kalte Wasser geworfen. Immerhin ging das Präsidentenamt zurück in seine Familie. Freis Vater führte den Verein bereits einige Jahre davor. Inzwischen sind 50 Jahre vergangen. Was 1973 die Menschen bewegte, ist längst in Vergessenheit geraten. Geblieben ist Hansruedi Frei. Er führt das Präsidium des Ausserrhoder Schützenvereins auch ein halbes Jahrhundert nach seiner Wahl. Auf die Frage ob nach so langer Zeit Ermüdungserscheinungen auftreten, huscht ein Lächeln über das Gesicht des 70-jährigen Schützenveteranen. Im Gegenteil. Viele seiner Schützenkollegen von damals sind immer noch dabei. Kürzlich erst trat ein neues Mitglied dem Verein bei. Ein England-Schweizer. Ein vielgereister Schütze, der wegen der Coronapandemie nicht nach Amerika zurückreisen konnte und deshalb das Programm für das Eidgenössische Schützenfest von Luzern, das in den heimischen Schützenständen ausgetragen wurde, in Schönengrund absolvierte. Der Umbau des Schützenhauses in den Jahren 1998 und 1999 gehört zu einem der vielen Höhepunkte des langjährigen Präsidenten. Früher, erinnert sich Frei, war vieles einfacher. So wurde kurz entschlossen auch ausserhalb der offiziellen Schiesszeiten das Schützenhaus geöffnet, wenn Ende August wieder einmal einem Senn, der von der Alp zurückkehrte, in den Sinn kam, dass er noch die Bundesübung absolvieren musste. Nur der Lohn an den Zeiger musste vom säumigen Obligatorischschützen selber berappt werden.

Mit dem Velo ans ESF nach Bière
1979 reiste die Schützengesellschaft Schönengrund-Wald zum ersten Mal mit ihrem neuen Präsidenten ans Eidgenössische Schützenfest nach Luzern. Nebel verhinderte damals einen störungsfreien Ablauf der Schiesstätigkeit. Die Ausserrhoder Schützen ertrugen es mit Humor. Weniger lustig fanden sie hingegen bei ihrer Weiterreise, dass in einem Restaurant in Alpnach kein Kaffee mit Schnaps aufgetischt wurde. Just in dem Moment, als die Appenzeller Schützen ins Restaurant eintraten, wurde der Wirtin der Wasserhahn abgedreht. Als im Jahr 2000 das Schützenfest im waadtländischen Bière ausgetragen wurde, fuhren Ernst und Walter, zwei Mitglieder der Schützengesellschaft Schönengrund-Wald mit dem Fahrrad vom Appenzellerland über den Furkapass bis zum Festplatz.

Theaterspieler und Unterhalter
Auch Freis beruflich bedingter Wohnortwechsel nach Heiden konnte die Zugehörigkeit zu «seinem» Verein nicht aufheben. Zu fest ist ihm sein Club und der idyllisch gelegene Schützenstand ans Herz gewachsen. Als Postautochauffeur ist Hansruedi Frei auch vielen Pendlern und Ausflugstouristen im Appenzeller Vorderland nicht unbekannt. Mit seinem Humor bleibt er vielen seiner Fahrgäste in bester Erinnerung. Nebst dem Schiesssport hatte Frei eine zweite Leidenschaft. Das Theaterspiel und dem damit verbundenen unterhalten der Zuschauer liebte er ebenso wie die Treffsicherheit mit der Waffe. Mit der Pensionierung kehrte Frei zusammen mit seiner Frau zurück ins Appenzeller Hinterland. An der kürzlich durchgeführten Delegiertenversammlung des Ausserrhoder Kantonalschützenvereins durfte der Jubilar Frei die Verdienstmedaille für seine unglaubliche Leistung in Empfang nehmen. (Peter Fässler)

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