Federazione sportiva svizzera di tiro

Final der Aargauer Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 300m

Zweiter Aargauer Mannschaftsmeistertitel Gewehr 300 m für die SG Leutwil: (hinten, von links) Werner Neeser, Hanspeter Gloor, Matthias Lüscher, Hansueli Lüscher; (kniend) Marco Lüscher, Dieter Müller, Christian Gloor und Bruno Emori

Zweiter Aargauer Mannschaftsmeistertitel Gewehr 300 m für die SG Leutwil: (hinten, von links) Werner Neeser, Hanspeter Gloor, Matthias Lüscher, Hansueli Lüscher; (kniend) Marco Lüscher, Dieter Müller, Christian Gloor und Bruno Emori

Die Schützengesellschaft (SG) Leutwil hat sich am Finaltag der Aargauer Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 300 m in Oeschgen überraschend vor der SG Aarau an die Spitze gesetzt. Die Seetaler eroberten innert vier Jahren ihren zweiten Titel.

Damit haben weder die Kenner noch der nachmalige neue Meister gerechnet: Die acht Schützen der SG Leutwil eroberten mit sieben Punkten Vorsprung auf Rekordmeister SG Aarau ihren zweiten Mannschaftstitel nach 2019. Die Begründung, dass das Aushängeschild des Bezirksverbandes Kulm von einem Patzer der Aarauer profitiert hätte, greift zu kurz. Der Aarauer Schütze Erich Hunziker, im Aargauer Verband Leistungssportchef, erklärte die Entscheidung wie folgt: «Leutwil hat heute gut geschossen. Das taten wir auch, aber uns unterlief ein Schönheitsfehler.»

Scheibenfehler verhinderte Rehabilitation
Nach dem Schweizer Sektionsmeistertitel zwei Wochen zuvor wollten sich die Aarauer zum Saisonende mit der Rückeroberung des Aargauer Mannschaftstitels für den letztjährigen Patzer (Rang 4) rehabilitieren. Nach dem deutlichen Bestresultat mit 1524 Punkten im Halbfinal sprach nichts gegen Aarau. Doch die SG Leutwil hielt im Final der besten Vier von Beginn weg mit. Dies schien die Aarauer nervös zu machen. Da passierte ausgerechnet dem routiniertesten Schützen im Team, Armin Köchli, ein Scheibenfehler. Weil er bei trübgrauer Witterung Mühe mit den Scheibennummern 10 und 11 bekundete, zielte er einmal auf die falsche Scheibe, was automatisch einen Nuller bedeutet.

Dieses Handicap von neun bis zehn Punkten war weder für den Schützen noch für das Aarauer Team wettzumachen. Nach achtmal 20 Schüssen lagen die Leutwiler mit 1528:1521 an der Spitze. Weil bei Aarau die Topcracks wie Andrea Rossi (196) und Bettina Bereuter (195) zwar gut trafen, einige andere aber für ihre Verhältnisse ein paar Zähler liegen liessen, wog der Fehlschuss zu schwer. Bei der SG Leutwil zielten im Final Christian Gloor und Hansueli Lüscher mit je 194 Punkten am genausten.

Sich selber überrascht
«Wir haben uns nach einem intensiven Jahr, in dem wir uns als Verein auf das Dorfjubiläum konzentrierten, selber überrascht», kommentierte Teamsprecher Dieter Neuenschwander den Titelgewinn. Zwar hätten sie sich in den letzten Wochen mit guten Trainings vorbereitet. «Doch wir nahmen uns bewusst kein konkretes Ziel vor, nachdem wir in den vier Hauptrunden nur auf Rang 6 abgeschlossen hatten.» Ohne Druck schossen die Leutwiler sichtlich unbeschwert und verkrafteten im Halbfinal sogar einen Scheibenfehler. Neuenschwander nannte auch den guten Teamgeist als Rezept für den sportlichen Erfolg.

Bei Aarau hielt sich der Ärger über den entglittenen Titel in Grenzen. «Das ist nicht so schlimmt, bei uns war die Luft nach dem Saisonhöhepunkt vielleicht etwas draussen», gestand Erich Hunziker. «Da fehlte die letzte Konsequenz.»

Magden erstmals auf einem Medaillenplatz
Steil nach oben zeigt die Entwicklung bei den Schützen Magden. Der letztjährige Aufsteiger hatte seinen Ambitionen mit Rang 2 in den Hauptrunden angedeutet. «Ja, wir kamen heute mit dem klaren Ziel, eine Medaille zu gewinnen, nach Oeschgen», bestätigte Sportchef Patrick Benz. Dass auch die jungen Schützinnen und Schützen über einen guten Teamgeist verfügen, zeigte der an diesem Tag treffsichere Ronny Gysin, der im Halbfinal 195 und im Final 197 Zähler hinlegte und damit Teammitglieder herausriss, die nicht wie gewohnt trafen. «Wir ergänzen uns gut», bestätigte Benz. Gut möglich, dass Magden schon in den nächsten Jahren gar um den Titelkampf mitreden wird.

Eine leise Enttäuschung erlebte der SB Buchs. Der Titelverteidiger stiess zwar in den Final vor, konnte in diesem aber nicht wie im Vorjahr über sich hinauswachsen. Einen noch schwächen Tag erwischte der letztjährige Silbergewinner FSG Beinwil. Die Freiämter schieden im Halbfinal sang- und klanglos aus. Ganz übel erwischte es die Freischützen Obersiggenthal. Zehn Jahre nach ihrem Mannschaftstitel mussten sie sich wieder aus der Meistergruppe verabschieden. Ihren Platz nimmt die SG Freiheit Fischbach-Göslikon ein. Die Reusstaler übertrumpften im Barragefinal hinter Fislisbach die favorisierte SG Seon, die nach starker erster Runde abbaute. Fislisbach bewahrte mit seinem starken Resultat den Ligaerhalt. (Text und Fotos: Wolfgang Rytz)

Resultate

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