Federazione sportiva svizzera di tiro

«Zäme träffe» im grossen Festzentrum

Der Aufbau des Festzentrums in Benzenschwil ist in vollem Gang. (Foto: Köbi Schenkel)

Der Aufbau des Festzentrums in Benzenschwil ist in vollem Gang. (Foto: Köbi Schenkel)

Das 31. Aargauer Kantonalschützenfest in Muri steht unmittelbar vor dem Startschuss. 16 Tage vor Festbeginn hat in Benzenschwil die Aufrichtefeier für das moderne und grosse Festzentrum stattgefunden. Das Oberfreiamt erwartet mehr als mehr als 8000 Schützinnen und Schützen und insgesamt über 10‘000 Festbesucher. Die Verantwortlichen unternehmen alles, um auch Aussenstehenden den Schiesssport von seiner besten Seite zu präsentieren. Und den besten Nachwuchsschützen winken als Belohnung sogar Goldbarren.

OK-Präsident Beat Brun strahlt im Festzentrum beim Schützenhaus Benzenschwil über beide Backen. «Hier wurde in diesen Wochen die wichtigste Infrakstruktur des 31. Aargauer Kantonalschützenfestes aufgebaut.» Für das grosse Schützenfest fehlt im Freiamt eine grosse Schiessanlage. Dies mag mit ein ein Grund sein, dass das Oberfreiamt es das erste Mal seit 1888 wieder ein Kantonalschützenfest im Aargau organisiert. Das erste ging im Jahr 1878 in Muri über die Bühne.

Um ihr grosses Ziel zu erreichen, scheute das OK um Präsident Beat Brun keine Mühe: Alle 50m-Kleinkaliber-Schützen sowie alle Pistolenschützinnen und Pistolenschützen absolvieren ihr Programm im Festzentrum in Benzenschwil. Für sie wurden insgesamt drei temporäre Schiessanlagen aufgestellt. Ausgerüstet sind die Anlagen mit den modernsten Polytronic-Trefferanzeigesystemen, Kugelfangsystemen und Sperrwänden aus Holz und Beton, falls einer der Schützen keinen guten Tag hat, wie Schiesschef Peter Klausner erklärt. Den 300m-Schützen stehen insgesamt elf Schiessplätze im ganzen Bezirk Muri zur Verfügung, alle sind vom Festzentrum aus in 10 bis 15 Minuten mit dem Auto zu erreichen.
Das grosse Festzelt bietet nebst der Festwirtschaft mit 550 Sitzplätzen auch dem Abrechnungsbüro, dem Gabentempel und diversen Ausstellern Platz.

Für das imposante Festareal stellte allein die Armee 80 Tonnen Betonelemente zur Verfügung. «Insgesamt benötigen wir für den Aufbau 100 Tonnen Holz», informiert Logistik-Chef Stefan Furrer. Total verbauen die rund 150 Helfer gegen 200 Tonnen Baumaterial. Insgesamt kommen für den Auf- und Abbau rund 5000 Helferstunden zusammen. Der enorme Aufwand sei nur dank eines sehr guten Sponsorings und der Mithilfe der Zivilschutzorganisation Freiamt möglich, erklärte Furrer.

Die Zeichen der Zeit erkannt
Vor elf Jahren hatte sich der Bezirksschützenverband Muri für die Ausführung der Aargauer «Kantonalen» beworben. Ursprünglich plante man mit 6000 Teilnehmern. Stand heute haben sich jedoch bereits über 8000 Schützinnen und Schützen angemeldet. „Das ist sehr erfreulich, und ich gehe davon aus, dass wir auch eine grosse Schar weiterer Gäste anlocken»sagt Beat Brun, der an den drei verlängerten Wochenenden vom 22. Juni bis 9. Juli mit über 10‘000  Festbesuchern rechnet. «Es ist uns ein grosses Anliegen, den Schiesssport Aussenstehenden von seiner besten Seite zu präsentieren», sagt Brun.
OK-Präsident Brun hat die Zeichen der Zeit erkannt: Er legt ungemein Wert darauf, dass möglichst viele Jugendliche am Aargauer Kantonalschützenfest teilnehmen. In den extra für Jungschützen dargebotenen Wettbewerben winken Hauptpreise in der Form von Goldbarren. Diese haben mehrere Gemeinden des Bezirks Muri gesponsert. Die Organisatoren rechnen mit 600 bis 700 Jugendlichen. Jeder Teilnehmer bekommt zudem ein Sackmesser mit dem Emblem des AGKSF 2023 sowie eine Anstecknadel. «Man muss den Jungen etwas bieten, das gilt nicht nur am «Kantonalen», sondern speziell für die Vereine. Jene, die das erkannt haben, gewinnen so auch Neumitglieder», hält Muri fest.

Neue Wege gehen
Um Aussenstehende für den Schiesssport zu begeistern, sind neue Wege nötig. Die Idee, ein temporäreres Festzentrum auf die Beine zu stellen, stammt ursprünglich von Josef Gugerli, der als Berater für das OK tätig ist. Er hatte die Idee, am AGKSF einen Target Sprint-Wettkampf durchzuführen. Die junge ISSF-Disziplin ist eine spannende Kombination von schnellem Luftgewehrschiessen und einem Mitteldistanz-Laufwettbewerb über 400 Meter. Kinder und Jugendliche sind von der neuen, dynamischen Wettkampfform fasziniert. Zudem bietet Target Sprint jungen Athletinnen und Athleten die Möglichkeit, eine Spitzensportkarriere einzuschlagen. «Ich bin der festen Überzeugung, dass dies Zukunft hat», erklärt Gugerli. «Es ist wie Biathlon: Das spannende dort ist ja weniger der Langlauf, sondern der Zuschauer fiebert mit, ob die Athleten die Scheibe treffen – oder eben nicht. »
Die ISSF wie auch der SSV schreiben für Target Sprint zwingend bestimmte Regeln vor – dazu gehört auch eine Tartanbahn für die Läufer, was auf dem Festzentrum in Benzenschwil ein Ding der Unmöglichkeit war. Im Oberfreiamt packt man an: Anstelle des 400-Lauf werden die Teilnehmer 2 Minuten auf einem Home-Trainer Gas geben, um anschliessend mit dem Luftgewehr anzutreten. «Damit erreichen wir denselben Effekt: Target Sprint besteht aus zügigem, aber konzentriertem Schiessen bei stark erhöhtem Pulsschlag. Nur dass bei uns der hohe Puls vom Homerainer und nicht von einem Lauf herrührt», so Gugerli. «Aber auch so können wir Werbung für Target Sprint und somit den Schiesssport machen – allein das zählt.“ Gugerli rechnet optimistisch mit insgeamt 1000 Teilnehmern über die ganze Dauer des Kantonalen Schützenfestes – der Wettbewerb heisst im Oberfreiamt nicht «Target Sprint» – sondern «Target Show.»

«Vom Morgen bis am Abend wohlfühlen»
Milly Stöckli, Vizepräsidentin des Gemeinderates Muri und OK-Co-Präsidentin am Kantonalschützenfest, zeigte sich bei der Aufrichtefeier in aufgeräumter Stimmung. «Das Freiamt ist festerprobt und stemmt so manches Fest in der Grössenordnung bis über 10‘000 Personen.» Die Politikerin gestand, dass das Freiamt zwar «ein eigenes Völklein» sei, „aber einfach, unkompliziert und
zielführend». Dazu passe das Festmotto: «Zäme träffe». OK-Präsident Beat Brun ergänzte: «Schützinnen und Schützen sollen sich vom Morgen bis am Abend bei uns wohlfühlen und gemütliche Stunden verbringen.»
Wenn die Stimmung am Aargauer Kantonalen so gut, offen und motivierend ist wie bei der Aufrichtefeier, dürfte der Wunsch von OK-Präsident Buri in Erfüllung gehen.

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