Federazione sportiva svizzera di tiro

Die Schweiz hat fünf neue Schützenköniginnen und Schützenkönige

Die Schweiz hat fünf neue Schützenköniginnen und Schützenkönige. Am Eidgenössischen Schützenfest Chur 2026 wurden Adrian Schaub, Chiara Leone, Thomas Meier, Erika Breitenmoser und Georg Maurer mit der Schützenkrone ausgezeichnet. Für einen stimmungsvollen Schlusspunkt sorgte der Bündner Maurer, der den letzten Königsfinal vor heimischem Publikum für sich entschied.

Die Königsfinals bildeten den sportlichen Höhepunkt des Eidgenössischen Schützenfests Chur 2026. In fünf Disziplinen wurden die neuen Schützenköniginnen und Schützenkönige erkoren

Den ersten Wettkampf des Tages bestritten die Pistolenschützen: Weltmeister Schaub setzte sich im Königsfinal mit 30 Treffern gegen Christian Klauenbösch (AG; 27) und Alex Huber (LU; 24) durch. Bereits im Ausstich hatte Schaub seine starke Form unter Beweis gestellt und sich mit 289 Punkten als bester Schütze für den Final qualifiziert.
«Ich habe natürlich eine riesige Freude», sagte Schaub unmittelbar nach seinem Sieg. Obwohl der Baselbieter bereits Weltmeister ist, ordnet er den Titel als Schützenkönig besonders hoch ein: «Das Eidgenössische findet nur alle fünf Jahre statt. Schützenkönig zu werden, ist etwas ganz Spezielles. Jetzt habe ich das auch erreicht – das ist eine Riesenfreude.»
Nach seinem Sieg im Ausstich ging Schaub mit viel Selbstvertrauen in den Final. «Ich wusste, dass ich das Potenzial habe und schnell schiessen kann.» Auch einen kleinen Hänger in der Mitte des Finals steckte er weg und brachte den Wettkampf erfolgreich ins Ziel. «Die Arbeit der letzten Jahre hat sich ausbezahlt. Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Gewehr 50m
Olympiasiegerin Chiara Leone (SO) sicherte sich im Königsfinal Gewehr 50m die Schützenkrone. Die Weltklasseschützin bestätigte ihre Favoritenrolle, nachdem sie bereits den Ausstich mit 313.5 Punkten gewonnen hatte, und setzte sich im Königsfinal mit 248.8 Punkten gegen Christoph Dürr (OS; 247.0) durch. Michèle Bertschi (SO) komplettierte das Podest.

Der Final entwickelte sich zu einem hochstehenden Duell zwischen Leone und Dürr. Vor den letzten beiden Schüssen lag die Solothurnerin lediglich einen Punkt vor ihrem Verfolger. Mit einer starken Schlussphase behauptete sie ihre Führung und sicherte sich den Titel. Dass es im Final gegen Christoph Dürr bis zum Schluss eng blieb, hatte Leone durchaus gespürt. «Ich habe gemerkt, dass der Puls gegen Schluss etwas hochging.» Entscheidend sei gewesen, im richtigen Moment abzudrücken. «Ich glaube, ich habe heute einfach alles richtig gemacht.» Auch das nötige Wettkampfglück habe eine Rolle gespielt.

«Ich freue mich riesig, dass es heute so gut aufgegangen ist», sagte Leone unmittelbar nach ihrem Sieg. Obwohl die Olympiasiegerin bereits zu den erfolgreichsten Gewehrschützinnen der Welt gehört, misst sie dem Titel als Schützenkönigin einen besonderen Stellenwert bei: «Beim Schiessen ist das in der Schweiz das Höchste. Ein Schützenfest gibt es weltweit nur in der Schweiz – dieser Titel ist tatsächlich seltener als Olympische Spiele. Darauf werde ich in Zukunft sehr stolz sein.

Der etwas andere Siegerpreis
Als Siegerin im Gewehr-50-m-Wettkampf durfte Chiara Leone zudem einen besonderen Preis entgegennehmen: eine Ehringerkuh. Das OK des Eidgenössischen Schützenfests Luzern hatte den Lebendpreis eigens für die Schützenkönigin oder den Schützenkönig im 50-m-Wettkampf gestiftet. «Jetzt gewinnt man plötzlich eine Kuh und muss schauen, was man mit ihr macht», sagte Leone lachend. «Der Garten ist zu Hause allerdings etwas zu klein. Da muss ich mich wohl extern orientieren.

Gewehr 300m Ordonnanz D
Thomas Meier (SH) sicherte sich den Schützenkönigstitel Gewehr 300m Ordonnanz D. Er setzte sich in einem Hitchcock-Final mit 241.6 Punkten hauchdünn gegen Christoph Locher (AI; 241.5) durch. Andrea Stiffler (GR) gewann mit 216.8 Punkten Bronze.

Der Final entwickelte sich zu einem packenden Zweikampf zwischen Meier und dem Qualifikationssieger Locher. Während Locher den Ausstich mit starken 297 Punkten für sich entschieden hatte, qualifizierte sich Meier als Achter und Letzter gerade noch für den Final.

Im Final arbeitete sich der Schaffhauser Schuss für Schuss nach vorne. Vor den letzten beiden Schüssen lag er mit 221.0 zu 220.4 Punkten knapp in Führung. Mit einer konzentrierten Schlussserie verteidigte Meier seinen Vorsprung und sicherte sich den Titel mit lediglich einem Zehntelpunkt Vorsprung. Ich bin gerade ein bisschen überwältigt», sagte ein sichtlich gerührter Thomas Meier unmittelbar nach seinem Sieg. «Schützenkönig – absoluter Hammer.» Dass er diesen Titel gewonnen habe, könne er noch gar nicht richtig einordnen.

Bereits die Finalqualifikation sei für ihn ein Erfolg gewesen. «Das Ziel war einfach, dass ich überhaupt mitmachen konnte.» Dass daraus gleich der Schützenkönigstitel wurde, könne er noch immer kaum glauben.

Seine Gedanken galten unmittelbar nach dem Wettkampf zunächst dem Verein, den Kollegen und seiner Familie. «Ich bin froh, wenn ich nachher mal mit der Frau telefonieren kann.» Gefeiert werde sicher auch noch – viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht. Bereits am Dienstag reist Meier gemeinsam mit seiner Familie in die Ferien nach Mallorca.

Gewehr 300m Ordonnanz E
Erika Breitenmoser (SG) sicherte sich den Schützenkönigstitel Gewehr 300m Ordonnanz E. Die St. Gallerin setzte sich in einem hochspannenden Final mit 240.6 Punkten gegen Silvia Van Leenen (BE; 239.7) durch. Léon Doutaz (FR) gewann mit 215.7 Punkten Bronze.

Bereits im Ausstich gehörte Breitenmoser zur Spitzengruppe und qualifizierte sich als Dritte für den Final. Dort entwickelte sich ein packendes Duell mit der Qualifikationszweiten Silvia Van Leenen. Die Führung wechselte im Verlauf des Finals mehrfach. Erst in der Schlussphase entschied Breitenmoser den Wettkampf für sich und sicherte sich die Schützenkrone mit 0.9 Punkten Vorsprung.

«Ich kann es noch gar nicht glauben, dass das Wirklichkeit ist», sagte Breitenmoser unmittelbar nach ihrem Sieg. Die neue Schützenkönigin zeigte sich nach ihrem grössten Erfolg sichtlich überwältigt: «Ich kann es noch gar nicht richtig fassen.»

Der Titel bedeutet der St. Galler Breitensportlerin enorm viel. «Für mich ist das ganz klar das Höchste, was man national gewinnen kann.»
Im hochspannenden Final blieb Breitenmoser ruhig. Sie wusste, dass ihre Konkurrentin lange knapp führte. «Ich musste einfach mein Ding machen, sauber arbeiten und schauen, was es gibt.» Erst mit den letzten beiden Schüssen drehte sie den Wettkampf zu ihren Gunsten.

Ausgelassen gefeiert wird der Titel allerdings nicht. Bereits am nächsten Tag steht für Breitenmoser wieder der Arbeitsalltag an. «Wir werden heute Abend einfach noch zusammensitzen und den Moment geniessen.»

GEWEHR 300M SPORT
Der Bündner Georg Maurer sicherte sich den Schützenkönigstitel Gewehr 300m Sport. Der Schütze aus Felsberg setzte sich im Königsfinal mit 238.1 Punkten gegen Andreas Schweizer (SG; 232.2) durch. Samuel Christen (NW) gewann mit 212.6 Punkten Bronze.

Maurer hatte bereits im Ausstich seine Medaillenambitionen angedeutet und sich mit 285 Punkten als Zweiter für den Final qualifiziert. Im entscheidenden Wettkampf übernahm der Bündner in der Schlussphase die Führung und gab sie bis zum letzten Schuss nicht mehr ab. Mit einer starken Serie setzte er sich von seinen Verfolgern ab und sicherte sich verdient die Schützenkrone.

«Es ist einfach einzigartig», sagte Maurer nach seinem Sieg sichtlich bewegt. Der Bündner rang nach Worten. «Ich weiss gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Das ist das Grösste, was ich in meiner Schiesskarriere erreicht habe.» Besonders berührte ihn die grosse Freude im Umfeld. «Wenn ich hier all die Schützenkollegen und Kolleginnen sehe – alle freuen sich mit mir. Das ist gewaltig.» Dass ausgerechnet ein Bündner den letzten Schützenkönigstitel des Tages gewann, bedeute ihm sehr viel. «Besser geht es nicht.»

Eine besondere Bedeutung hat für ihn auch der Austragungsort. Geschossen wurde mit Blick auf den Calanda, an dessen Hängen sein Vater seit Jahrzehnten eine Alp bewirtschaftet. «Mit sieben Jahren wollte ich dort oben gar nicht mehr nach Hause.» Dass er ausgerechnet hier Schützenkönig wurde, sei für ihn «einfach einzigartig».

Gefeiert wird der Titel noch am Abend gemeinsam mit Familie, Freunden und den Schützenkollegen im Schützenstübli des Vereins. «Da machen wir sicher ein Fest.»

Ein Schützenfest der Superlative
Mit den Königsfinals auf dem Rossboden ging zugleich das Eidgenössische Schützenfest Chur 2026 zu Ende. Während eines Monats standen rund 35'000 Schützinnen und Schützen im Einsatz, insgesamt wurden auf dem Hauptschiessplatz in Chur sowie 19 Aussenschiessplätzen rund 2,5 Millionen Schuss abgegeben. Rund 100'000 Besucherinnen und Besucher sowie 5'000 Helferinnen und Helfer machten den grössten Schiesssportanlass der Schweiz zu einem Grossereignis. «Graubünden durfte während eines Monats Gastgeber der ganzen Schweiz sein. Darauf dürfen wir stolz sein», zog OK-Präsident Martin Candinas Bilanz.

 

Resultate

Impressionen

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