Die Schnellfeuerpistole spielte im Schweizer Schiesssport lange nur eine Nebenrolle. Mit neuen Wettkämpfen und Ausbildungsinitiativen will der SSV die Disziplin wieder gezielt fördern und Pistolenschützen aus dem Breitensport für die olympische Schnellfeuerpistole begeistern. Langfristig soll die Schweiz auch international konkurrenzfähig werden.
Zu diesen Bestrebungen gehörte auch ein besonderer Trainingsbesuch: Mitte Juni war Olympiasieger Jean Quiquampoix während rund einer Woche beim Schweizer Pistolen-Nationalkader zu Gast. Der Olympiasieger von Tokio 2021 begleitete die Athleten im Training und vermittelte ihnen technische Inputs sowie praxisnahe Tipps zur Schussabwicklung und Bewegungskoordination.
Auf die Faszination seiner Disziplin angesprochen, sagte Quiquampoix, gerade die Mischung aus Tempo und Präzision mache den besonderen Reiz der olympischen Schnellfeuerpistole aus. Besonders die Vier-Sekunden-Serien hätten beinahe «spielerischen Charakter» und sorgten dafür, dass das Training nie langweilig werde. Gleichzeitig erfordere die Disziplin höchste technische Präzision: Unter Zeitdruck, Wettkampfstress und Emotionen müssten sämtliche Bewegungsabläufe zuverlässig funktionieren.
Mehr als nur ein Gastbesuch
Das Pistolen-Ass begrüsst deshalb, dass der Schweizer Schiesssportverband die olympische Schnellfeuerpistole wieder gezielt fördert. Die Initiative könne dazu beitragen, dass sich mehr Menschen überhaupt bewusst würden, dass die Schnellfeuerpistole Teil des olympischen Programms ist. Die Disziplin verdiene mehr Aufmerksamkeit und habe das Potenzial, viele Schützinnen und Schützen zu begeistern. Entscheidend sei, möglichst vielen Interessierten die Gelegenheit zu geben, die Schnellfeuerpistole kennenzulernen. Nur so entstehe eine breite Basis, aus der sich langfristig auch internationale Spitzenathleten entwickeln könnten.
Pistolenschütze Cédric Grisoni nahm aus der Trainingswoche vor allem viele neue Denkanstösse mit. Die Inputs eines so erfolgreichen Athleten seien für ihn eine wertvolle zusätzliche Perspektive. Besonders beeindruckt habe ihn, dass Quiquampoix trotz seiner langjährigen Karriere die Freude und den spielerischen Charakter der Disziplin nie verloren habe.
Reimann: «Trainingswoche mit Jean sehr hilfreich»
Nachwuchshoffnung Theodor Reimann zog aus der Trainingswoche mit Jean Quiquampoix viele wertvolle Erkenntnisse. Besonders eindrücklich sei für ihn gewesen zu sehen, wie ein Athlet der Weltspitze trainiert und sich trotz seines eigenen Programms Zeit genommen habe, sämtliche Fragen zu beantworten. «Ich konnte viele Sachen mitnehmen, die mir auch im Hinblick auf die WM geholfen haben.»
Besonders wichtig sei für ihn die Erkenntnis gewesen, dass das Gefühl bei allen Athleten gleich sei und immer nur die nächste Serie zähle. «Es wird erwartet, dass man gut schiesst – dafür trainiert man.» Zudem habe er viele mentale Tricks mitgenommen. «Für mich war die Trainingswoche mit Jean sehr hilfreich.»
Nur kurze Zeit später bestätigten sich die positiven Eindrücke der Trainingswoche: An der Junioren-WM in Suhl schaffte der Frauenfelder den Sprung in den Final und wurde Sechster. Dabei stellte er auch gleich einen neuen Schweizerrekord auf.
Schnellfeuerpistole live erleben
Wer die olympische Schnellfeuerpistole live erleben möchte, hat dazu am Sonntag, 23. August, Gelegenheit. Dann treffen an der Swiss Rapid Fire Challenge in Pieterlen die zwölf besten Schweizer Schnellfeuerschützen im Final aufeinander.
















