Federazione sportiva svizzera di tiro

Teambronze für die Frauen

Team-Bronze Dreistellung gewonnen — und die EM ist noch lange nicht vorbei: Emely Jäggi, Chiara Leone und Vivien Jäggi (v.l).

Team-Bronze Dreistellung gewonnen — und die EM ist noch lange nicht vorbei: Emely Jäggi, Chiara Leone und Vivien Jäggi (v.l).

Die Schweizer Gewehrschützinnen und Gewehrschützen haben zum Auftakt der Europameisterschaft 25/50m in Osijek (CRO) in den Einzelwettkämpfen Gewehr 50m Dreistellung die Finaleinzüge knapp verpasst. In der Teamwertung sicherten sich Chiara Leone sowie Emely und Vivien Jäggi die Bronzemedaille.

Bei den Frauen präsentierte sich das Feld vom ersten Schuss an aussergewöhnlich kompakt. Bereits wenige Innenzehner weniger liessen die Athletinnen im Klassement sofort um zahlreiche Plätze abrutschen. Nach den ersten beiden Stellungen lagen die Schweizerinnen weiterhin im Rennen um die Finalplätze.

Olympiasiegerin Chiara Leone zeigte mit dem Punktemaximum von 200 Zählern liegend eine starke Reaktion nach verpatztem Beginn kniend. Die Aargauerin erreichte mit 587 Punkten und 35 Innenzehnern Rang 13 und damit das beste Schweizer Resultat. 
Die Weltranglisten-Zweite Emely Jäggi klassierte sich mit 587 Punkten und 33 Innenzehnern auf Rang 15. Schwester Vivien belegte mit 587 Punkten und 31 Innenzehnern Rang 16. 

Für den Finaleinzug waren schliesslich 589 Punkte und 33 Innenzehner erforderlich. Den Qualifikationssieg sicherte sich die Slowenin Urska Kuharic mit 594 Punkten und 41 Innenzehnern.

Für die Schweizer Medaille des Tages sorgten Chiara Leone sowie Emely und Vivien Jäggi in der Teamwertung: Das Trio gewann mit 1761 Punkten Bronze hinter Deutschland und Polen.

«Bronzemedaille ein kleinen Trost»
Chiara Leone sprach nach dem Wettkampf von einem schwierigen Wettkampfverlauf. Obwohl sie sich kniend vorher gut gefühlt habe, sei der Start resultatmässig «völlig in die Hose» gegangen. Umso wichtiger sei gewesen, ruhig zu bleiben. «Ich konnte mich zusammenreissen und liegend effizient schiessen.» Mit dem Punktemaximum von 200 Zählern kämpfte sich Leone eindrücklich zurück ins Rennen. 

Vor stehend sei ihr klar gewesen, «dass ich Vollgas geben muss, um noch eine Chance auf den Final zu haben». Sie habe hier 
zwar gut begonnen, danach hätten sich jedoch immer wieder kleine Fehler eingeschlichen. «Am Schluss waren es ein paar Neuner zu viel», sagte Leone.

Die Team-Bronzemedaille bezeichnete Leone als «kleinen Trost». Gleichzeitig zeigte sie sich selbstkritisch: «Wir haben von unserem Team mehr erwartet als Bronze.» Dass alle drei Schweizerinnen mit ihren Leistungen unzufrieden gewesen seien und dennoch als Team Bronze gewonnen hätten, zeige das Potenzial des Teams, sagte Leone: «Wenn wir einen guten Tag haben, sieht es wieder ganz anders aus.»

Gewehr 50m Dreistellung Männer
Nach 196 Punkten von Christoph Dürr und 197 Punkten von Fabio Wyrsch in der ersten Serie kniend gerieten die Schweizer in einem äusserst hochstehenden Teilnehmerfeld früh unter Zugzwang. Die frühen Punktverluste erwiesen sich als Hypothek.

Mit starken Leistungen im Liegendanschlag kämpften sich Dürr und Wyrsch jedoch in Reichweite der Finalplätze zurück: Dürr zeigte mit 199 Punkten liegend die stärkste Schweizer Serie des Tages. Stehend erzielte der Ostschweizer 97 und 96 Punkte. Er klassierte sich mit einem Total von 588 Punkten und 30 Innenzehnern auf Rang 14. Fabio Wyrsch erreichte ebenfalls 588 Punkte und 30 Innenzehner, wurde dank der besseren letzten Serie jedoch auf Rang 13 klassiert. Der Urner schoss stehend 97 und 98 Punkte.
Für den Finaleinzug waren 589 Punkte und 33 Innenzehner erforderlich.

Jan Lochbihler lag nach kniend und liegend ebenfalls noch in Reichweite einer besseren Klassierung. Im Stehendanschlag brach der Solothurner jedoch mit zwei 93er-Serien ein. Mit insgesamt 580 Punkten belegte er Rang 48.

Auch in der Teamwertung wurde es knapp: Das Trio Dürr, Wyrsch und Lochbihler klassierte sich am Ende auf Rang 6 mit dem Total von 1756. Auf Bronze fehlten lediglich zwei Punkte.

Sieger der Qualifikation wurde der Ukraine Serhii Kulish mit 594 Zählern. Insgesamt bestritten 66 Athleten den Wettkampf.

«Im Nachhinein etwas bitter»
«Ja, der Wettkampfstart war alles andere als optimal. 96 ist für mich zu tief», sagte Christoph Dürr. Vielleicht habe ihm in der ersten Serie die letzte Ruhe etwas gefehlt, zudem habe er sich teilweise zu stark auf den Wind konzentriert. «Drei 9.9er waren auch etwas Pech.»

Dass am Ende nur ein Punkt und ein Innenzehner auf den Final fehlten, sei «im Nachhinein durchaus bitter». Aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs und seines Gefühls im Training habe er gewusst, «dass etwas möglich ist – aber es sollte heute halt nicht sein».

Ähnlich äusserte sich Dürr auch zur Teamwertung: «Auch dort knapp neben dem Podest. Es ist schon etwas bitter.» Trotzdem blickt er optimistisch nach vorne: «Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir haben noch ein paar Wettkämpfe vor uns. Jetzt schauen wir, was die nächsten Tage bringen.»

«Im Grossen und Ganzen zufrieden»
Fabio Wyrsch sagt, dass ihm vor allem der Wind habe den Auftakt schwierig gemacht habe. Nach einzelnen schlechten Schüssen habe er aber jeweils rasch reagieren können, «so dass ich nicht noch mehr Punkte verloren habe». Im Grossen und Ganzen sei er jedoch zufrieden mit dem Resultat. «Es war ein harter Wettkampf, extrem nahe beieinander.»
Der knapp verpasste Podestplatz im Teamwettkampf schmerze. «Die zwei Punkte hatten wir alle irgendwo in den 60 Schüssen in den Händen.»
Mit Blick auf die kommenden Wettkämpfe hält der Urner jedoch fest: «Im Liegend-Match will ich meinen Job abliefern». Und auch im Trio habe man die Chance zu zeigen, «dass wir vorne mitmischen können».

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1 Chiara Leone Emely Jäggi Vivien Jäggi Wyrsch Dürr Lochbihler
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