Schweizer Schiesssportverband

Mit Euphorie in die Zukunft

Toni Brunner, alt Nationalrat und neuer Präsident des Stoss-Schützenverbands, präsentiert die neue Siegertrophäe.

Toni Brunner, alt Nationalrat und neuer Präsident des Stoss-Schützenverbands, präsentiert die neue Siegertrophäe.

Der Stoss-Schützenverband hat einen neuen Präsidenten und neue Statuten.

8. Februar 2020: Ein sonniger Tag. Bilderbuchwetter, im Hintergrund das Alpsteinmassiv. Ruhe vor dem Sturm, der auf Sonntagabend angesagt ist. Die Delegierten des bald hundertjährigen Stoss-Schützenverbandes sind angereist, um ihren neuen Präsidenten zu wählen. Im Kronen-Saal in Gais herrscht freudige Stimmung, schliesslich möchten die Schützen auch weiterhin jedes Jahr mit ihrem sportlichen Wettkampf an die Schlacht am Stoss erinnern. Lange ist’s her, über 600 Jahre. Statuten und Wettkampfreglemente werden diskussionslos genehmigt, der Vorstand schnell gewählt. Selbst die in der Pause verkauften Pins, für hundert Franken das Stück, gehen weg wie frische Semmeln. Dieser Pin berechtigt am Schiessanlass zum Eintritt ins VIP-Zelt. Dann lauschen sie dem Mann, der dem Stoss-Schiessen neues Leben einhauchen soll. Toni Brunner, alt Nationalrat, aus dem Toggenburg, welcher mit seiner bodenständigen, ansteckend fröhlichen Art schnell deutlich macht, dass er, obwohl kein Schütze, der Richtige ist, für diesen Job. Er, der schon die grösste politische Partei der Schweiz geführt hat, ruft die Anwesenden auf, das innere Feuer zu entzünden, das es braucht, um vorwärts zu kommen. Wo Enthusiasten am Werk seien, da könne auch etwas Positives entstehen, so der neue Präsident des Stoss-Schützenverbandes. Damit spielt er auch auf den 17. Juni 1405 an. Ganz anderes Wetter herrschte damals. Es muss ein trostloser Vorsommertag  gewesen sein. Nach der Niederlage bei Vögelinsegg zwei Jahre zuvor, versuchen es die Österreicher an jenem Tag erneut, der appenzellischen «Landplage» Herr zu werden. Wie wir wissen, ging der Plan der Habsburger nicht auf. Wie bei der Schlacht bei Sempach brauchte es auch bei den widerspenstigen Ostschweizern einen Helden. Mit Ueli Rotach erhalten sie die perfekte Integrationsfigur. Ein ewiger Held. Dieser Rotach ist in Zukunft der Siegerpreis für den besten Schützen am Stoss. Geschnitzt aus Holz, knapp einen halben Meter gross. Der Held des 8. Februars 2020 ist aber eindeutig der Toni aus dem Toggenburg. (Peter Fässler)

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