Besonders stark präsentierte sich Jäggi in der zweiten und dritten Serie mit 105.9 und 105.7 Punkten. Zum Abschluss gelang ihr mit 106.7 zudem eine absolute Topserie. Auf Rang acht und damit den Finaleinzug fehlten der Solothurnerin am Ende 1.6 Punkte.
Dass Rang 18 in München dennoch nicht für einen Finaleinzug reichte, zeigt das enorme Niveau beim traditionsreichen Weltcup in München, der im internationalen Schiesssport nicht umsonst als «Wimbledon des Schiesssports» gilt. Die Chinesin Wang Zifei gewann die Qualifikation mit 637.1 Punkten und blieb damit nur 0.8 Punkte unter ihrem eigenen Weltrekord von 637.9 Punkten.
Für die weiteren Schweizerinnen verlief der Wettkampf weniger erfolgreich. Chiara Leone belegte mit 626.5 Punkten Rang 75, Vivien Jäggi klassierte sich mit 624.4 Punkten auf Rang 96. Martina Herrli startete als RPO und erzielte 627.4 Punkte.
«Derzeit nicht auf Niveau der Weltspitze»
Leiter Spitzensport Joël Strübi ordnete die Leistung von Emely Jäggi als stark ein. «Ein, zwei Schnitzer weniger, und es hätte reichen können», sagte Strübi mit Blick auf den verpassten Finaleinzug. Gleichzeitig verwies er auf das nochmals gestiegene Niveau im Vergleich zum Vorjahr.
Eine Gesamteinschätzung falle schwierig aus, da die Probleme innerhalb der Schweizer Luftgewehr-Equipe sehr unterschiedlich seien. Während Martina Herrli nach ihrem starken Auftritt vom Vortag «ein bisschen mehr Nervenflattern» gezeigt habe, kämpfe Chiara Leone derzeit vor allem mit dem Selbstvertrauen. «Sie wartet und sucht den perfekten Schuss», so Strübi.
Besonders enttäuscht zeigte sich Vivien Jäggi. Laut Strübi habe sie selbstkritisch gesagt, dass sie als Juniorin besser geschossen habe. Umso erstaunlicher sei, dass sich ihr Wettkampf «eigentlich gleich angefühlt» habe wie sonst. Auch von aussen habe die Technik weitgehend stabil gewirkt. «Hier müssen wir noch genauer analysieren, was wirklich schiefgelaufen ist», sagte Strübi.
Grundsätzlich sieht Strübi die Schweizer Luftgewehr-Equipe derzeit nicht auf dem Niveau der Weltspitze. Man verfüge aktuell nicht über die gleiche Kadertiefe wie im Kleinkaliberbereich, sagte der Leiter Spitzensport. Für einen Finaleinzug müsse derzeit «schon sehr vieles zusammenpassen».







