Fédération sportive suisse de tir

Doppel-Gold für die Gewehr-Frauen

Ein Dream-Team: Vivien Jäggi, Emely Jäggi und Chiara Leone sicherten sich zwei Europameister-Titel (v.l.).

Ein Dream-Team: Vivien Jäggi, Emely Jäggi und Chiara Leone sicherten sich zwei Europameister-Titel (v.l.).

Mit Volldampf bretterten die Schweizer Gewehrfrauen an der EM in Osijek (CRO) sowohl durch den Liegend- als auch durch den Dreistellungswettkampf. Das Resultat: zwei Europameistertitel.

«Carpe diem» (nutze den Tag) haben sich die Schweizer Gewehrfrauen am Sonntag mit Grossbuchstaben auf die Stirn geschrieben und lehrte die starke Konkurrenz im Dreistellungswettkampf das Fürchten. Bereits in der ersten Runde der Qualifikation lieferten sich Emely Jäggi, Chiara Leone und Vivien Jäggi ein heisses Kopf an Kopf Rennen mit den Polinnen und lagen mit 1322-78x Zählern knapp zwei Punkte zurück. Dies liessen sie nicht auf sich sitzen und drehten in der darauffolgenden Runde nochmals auf. Mit einem Top-Resultat von 1327-81x Ringen liessen die Schweizerinnen alle hinter sich zurück und qualifizierten sich souverän für den Gold Medal Match.

Nichts für schwache Nerven
Der Start verlief aus Schweizer Sicht alles andere als ideal: Deutschland legte stark los und ging nach den ersten beiden Schüssen mit 4:0 in Führung. Zwar kam die Schweiz danach besser in den Wettkampf, doch nach fünf Schüssen lagen die Deutschen weiterhin mit 6:4 vorne. Beim Stand von 4:4 war es insbesondere Emely Jäggi, die mit einer starken 10.7 dafür sorgte, dass die Schweiz den Anschluss hielt.
«Es war ein anstrengender Final. Wir wussten, dass die Deutschen mega gut sind. Besonders wegen Lisa Grub, die heute Morgen im Liegendwettkampf Europameisterin wurde», erklärt Vivien Jäggi.
Ab dem sechsten Schuss kippte die Partie zugunsten des Schweizer Trios. Nach dem 6:6-Ausgleich übernahmen die Schweizerinnen erstmals die Führung und bauten diese mit drei gewonnenen Serien in Folge bis auf 12:6 aus. Deutschland liess sich jedoch nicht abschütteln und verkürzte Schritt für Schritt. Auch als die Schweiz nach der elften Serie dank Punkteteilung mit 13:9 vorne lag und Emely Jäggi in der zwölften Serie erneut eine 10.7 erzielte, blieb der Final hochdramatisch.
In der Schlussphase kämpfte sich Deutschland bis zum 15:15 zurück. Danach zeigte die Schweiz grosse Nervenstärke: Emely Jäggi schoss in der 16. Serie das Punktemaximum von 10.9, womit die Schweiz das 16:16 sicherte. «Diese 10.9 von Emely war einfach der Hammer», sagt ihre grosse Schwester Vivien stolz. «Danach war für uns klar: Wenn wir schon so eine Chance bekommen, dann müssen wir erneut angreifen.» Das bestätigt auch die Olympiasiegerin: «Damit hat sie uns gerettet und eine Runde weitergebracht.»
In der entscheidenden 17. Serie behielt das Schweizer Trio die Oberhand und machte mit dem 18:16 den Goldgewinn perfekt. «Wir sind mega happy. Dieser Sieg bedeutet uns viel. Besonders, weil es so knapp war», so Vivien Jäggi und Chiara Leone ergänzt: «Ich war erleichtert. Obwohl wir zeitweise einen grossen Vorsprung hatten, haben sich die Deutschen wieder angeschlichen.»

Gold Medal Match Gewehr 50m Dreistellung Trio Frauen

Gold in der Teamwertung
Im Team sind die Schweizer Athletinnen und Athleten besonders stark. Das haben die Gewehrschützinnen bereits nach dem Frühstück bewiesen. Im Liegendwettkampf gewannen Olympiasiegerin Chiara Leone und die Jäggi-Schwestern Emely und Vivien Gold in der Teamwertung. Die drei Top-Athletinnen setzten sich vor den deutschsprachigen Nachbarinnen durch: Mit starken 4.4 Punkten vor Österreich und 4.5 Punkten vor Deutschland.
Kein Wunder: Ein Team, bestehend aus den Jäggi-Schwestern, die eine innige Beziehung verbindet, gepaart mit einem erfahrenen Profi mit Olympiamedaille.
«Unsere Team-Stärke zeichnet uns aus», so Vivien Jäggi nach dem Sieg. «Wir bereiten uns immer gemeinsam auf solche Wettkämpfe vor und trainieren zusammen mit dem Ziel, uns auch als Team durchzusetzen.»

Starke Einzelleistungen
Auch in der Einzelwertung überzeugten die Schweizerinnen mit geschlossener Stärke. Emely Jäggi war mit 626.4 Zählern beste Schweizerin und belegte den 6. Rang. Direkt dahinter folgte ihre grosse Schwester Vivien Jäggi mit 624.4 Punkten auf Rang 8. Chiara Leone komplettierte das starke Schweizer Resultat mit 622.2 Ringen und Rang 16.
«Die Team-Medaille zeigt deutlich, dass auch für Einzel-Medaillen nicht viel gefehlt hat. Letztendlich braucht es auch für Team-Gold Top-Leistungen, was wir heute geschafft haben», erklärt Chiara Leone.
Den Einzelsieg sicherte sich Lisa Grub aus Deutschland, die mit 630.7 Punkten einen neuen Welt- und Europarekord erzielte. Dahinter folgten Jeanette Duestad aus Norwegen und Anna Nagybanyai-Nagy aus Ungarn.

Männer knapp am Podest vorbei
Das Trio mit Jan Lochbihler, Fabio Wyrsch und Christoph Dürr schrammten in der Teamwertung des Liegendwettkampfs der Männer knapp am Podest vorbei. Die Schweizer hielten über weite Strecken gut mit der Spitze mit. Am Ende reichte es dennoch nicht ganz für eine Medaille, weil sich Tschechien, Österreich und Norwegen in einem äusserst engen Rennen knapp vor die Schweiz schoben. Mit insgesamt 1875.9 Ringen mussten sie sich mit dem Lederplatz begnügen; auf Bronze fehlten den Schweizern lediglich 1.3 Punkte. Norwegen sicherte sich mit 1877.2 Punkten den dritten Platz, Silber ging an Österreich mit 1877.7 Zählern, Gold an Tschechien mit 1878.5 Punkten.
Jan Lochbihler erzielte mit 626.9 Punkten das beste Schweizer Ergebnis und klassierte sich in der Einzelwertung im 6. Rang. Direkt dahinter folgte Fabio Wyrsch, der mit 626.4 Ringen den 8. Rang erreichte. Christoph Dürr komplettierte das Schweizer Team mit 622.6 Zählern und Rang 24.
Den Titel holte sich Thomas Mathis aus Österreich mit 628.9 Punkten, vor dem Ungaren Istvan Peni Ungarn und Ole Martin Halvorsen aus Norwegen. (rge)

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