Der Schweizer Schiesssportverband führt seit den 1950er-Jahren jährlich die dezentrale Gruppenmeisterschaft Gewehr 300m (SGM-G300) durch. Der Wettkampf dient der Förderung der Schiessfertigkeit im Breitensport.
Je fünf Teilnehmer eines Vereins bilden eine Gruppe, jeweils in den Feldern Standard-/Sportgewehr (Feld A), Ordonnanzgewehr Stgw 57-03 (Feld D) sowie Ordonnanzgewehr Stgw 90 (Feld E). Nach den Vorrunden in den Kantonalverbänden qualifizieren sich über drei schweizweite Hauptrunden die besten Gruppen für den Schweizer Final.
Sonnige Wettkampfbedingungen
Das sonnige Wetter bescherte den Schützen überaus grelle Scheiben – eine Herausforderung für präzise Treffer. Ironisch verdankte Franz Baumann, Chef Gewehr SHKSV und Wettkampfleiter, bei der Rangverkündigung dem Gastverein Hohlenbaum die «gut beleuchteten» Scheiben. Das Schiesszentrum Birch ist auch bei sonnigem Wetter für anspruchsvolle Bedingungen bekannt.
Nicht zum Vorteil waren die fehlenden Windfähnchen auf der Schussbahn. Einzelne Schützen hinterfragten bei Fehlschüssen den Zustand der Scheibenanlage – ein Punkt, der bei Wettkämpfen besondere Bedeutung hat.
Das Wettkampfprogramm im Feld A besteht aus zwei Runden mit je 25 Schuss inklusive fünf Probeschüssen innerhalb einer limitierten Zeit. Die Ordonnanzfelder D und E bestreiten zwei Runden mit fünf Probe-, zehn Einzelschüssen und fünf Schüssen in Serie.
Enges Duell der Sportgewehrfavoriten
Bereits um halb acht morgens eröffnete die Kategorie A der Sportgewehre den Schaffhauser Kantonalfinal der Gruppenmeisterschaft 2026. Aufgrund der schwierigen Bedingungen fielen die Resultate eher ernüchternd aus.
Die Vorjahressieger der SG Dörflingen vermochten ihr Potenzial trotz eines Topresultats von 194 Punkten von Christian Risch (Jun.) nicht auszuschöpfen. Nach der ersten Runde lagen sie zwei Punkte hinter Thayngen zurück. Die konstanten Resultate der Thaynger reichten schliesslich zum knappen Sieg. Letztlich entschieden zwei Punkte über den Titel.
Die Hallauer Schützen lagen bereits nach dem ersten Durchgang 20 Punkte zurück. Die Wende blieb aus, dennoch qualifizierten sich alle drei Podestteams für die 1. Hauptrunde der Schweizer Gruppenmeisterschaft. Oberhallau sowie Wilchingen-Osterfingen lagen früh ausser Reichweite im Kampf um den Titel.
Thomas Biber gelang in der zweiten Runde eine beinahe makellose Passe mit 99 von 100 Punkten. Mit total 386 Punkten sicherte er sich das Bestresultat der Einzelschützen über zwei Runden vor Christian Risch (Jun.) und Roger Schnetzler.
Dominanz der Rüdlinger Ordonnanzschützen
Im Laufe des Morgens traten die Ordonnanzschützen im Feld D (Stgw 57) und Feld E (Stgw 90) zum Final an. Mit dem zunehmenden Betrieb im Schiessstand Birch stieg auch der Lärmpegel.
In beiden Feldern dominierten die Rüdlinger Schützen von Beginn weg. Der Verein investiert intensiv in den Nachwuchs und erzielt regelmässig Erfolge auf nationaler Ebene.
Im Feld D gewann Rüdlingen SV1 mit deutlichem Vorsprung vor Rüdlingen SV2 und den Feldschützen Hohlenbaum Schaffhausen. Ein ähnliches Bild zeigte sich im Feld E: Rüdlingen SV1 siegte vor dem SV Merishausen und Hohlenbaum FSV Schaffhausen.
In beiden Ordonnanzfeldern qualifizierten sich die ersten vier Gruppen ebenfalls für die 1. Hauptrunde der Schweizer Gruppenmeisterschaft.
Bemerkenswerte Tageshöchstresultate
Unter den anspruchsvollen Bedingungen erzielten Thomas Biber, FSG Thayngen (Feld A – Sportgewehr), mit 386 Punkten, Thomas Meier, SV Rüdlingen (Feld D – Ordonnanz Stgw 57), mit 283 Punkten sowie Nuri Rey (U21), SV Rüdlingen (Feld E – Ordonnanz Stgw 90), mit 284 Punkten die Tageshöchstresultate.
Das Résumé des Schaffhauser Gruppenmeisterschaftsfinals 2026 fällt erfreulich aus. Nebst den drei Siegergruppen der FSG Thayngen und des SV Rüdlingen haben sich acht weitere Schaffhauser Gruppen für die Schweizer Gruppenmeisterschaft qualifiziert.
Ein besonderer Dank des Schaffhauser Kantonalschützenverbands SHKSV ging an die FSV Hohlenbaum Schaffhausen für die ausgezeichnete Verpflegung und Bewirtung am Kantonalfinal der Gruppenmeisterschaft. (Peter Steiger)






