In der Qualifikation zeigte Jäggi mit dem Punktemaximum von 200 Zählern kniend, dass sie heute in München parat war. Auch liegend war sie mit 198 Punkten stark unterwegs, ehe sie stehend mit zwei 96er-Serien etwas an Boden verlor. Insgesamt qualifizierte sich Jäggi mit 590 Punkten und 35 Innenzehnern für den Final.
Dort bewegte sich Jäggi in einem extrem engen und hochklassigen Feld lange Zeit auf Podestkurs und lag nach 25 Schüssen auf Rang drei. Auch nach 32 Schüssen war Jäggi weiterhin mitten im Kampf um Bronze. Im direkten Eliminationsduell mit der Amerikanerin Sagen Maddalena fiel dann jedoch eine 7.5, die Jäggi aus dem Rennen warf. Mit 323.1 Punkten klassierte sich die Schweizerin schliesslich auf Rang fünf.
Der Sieg ging an die Weltranglisten-Erste Jeanette Hegg Duestad aus Norwegen vor der Britin Seonaid McIntosh und der Deutschen Anna Janssen. Das Duell um Gold verlief extrem spannend: Duestad setzte sich am Ende mit lediglich 0.1 Punkten durch.
Vivien Jäggi erreichte mit 588 Punkten Rang 20, ihr fehlten 2 Punkte für den Finaleinzug. Chiara Leone blieb mit 587 Punkten und Rang 29 unter ihren Möglichkeiten.
Für ein weiteres starkes Schweizer Resultat sorgte Martina Herrli. Die 21-jährige Juniorin (Davos Dorf GR) war strategisch für München nominiert worden und startete als RPO. Mit starken 593 Punkten belegte sie in der Qualifikation Rang zwei und hätte sich sportlich problemlos für den Final qualifiziert.
«Das muss man zuerst einmal schaffen»
Hand aufs Herz: Schmerzt es einen Headcoach etwas, wenn eine Athletin mit einem solchen Resultat «nur» als RPO am Start ist? «Das ist schon ein bisschen schmerzhaft», sagt Leiter Spitzensport Joël Strübi mit einem Schmunzeln. Noch am Vortag habe man über die Inder und Chinesen gesprochen, die im Luftgewehr-Wettkampf ebenfalls mehrere starke RPO-Schützinnen ausserhalb der Wertung gehabt hätten. «Jetzt erleben wir es selbst.» Gleichzeitig zeigte sich Strübi beeindruckt vom Auftritt von Herrli: «Wir wussten schon, dass sie etwas auf dem Kasten hat. Aber eine persönliche Bestleistung mitten in der Weltspitze muss man zuerst einmal schaffen.»









