Schweizer Schiesssportverband

80 Jahre alt und kein bisschen leise

Wer in der Schweiz als aktiver Schütze in sein 80. Lebensjahr tritt, wird an der kantonalen GV zum Ehrenveteran ernannt und mit einer Urkunde beschenkt. Auch dieses Jahr konnte an der DV des Walliser Veteranenverbands ein halbes Dutzend Schützen, darunter die beiden Oberwalliser Edi Margelisch (Ausserberg) und Willi Wyer (Eyholz) diese einmalige Ehrung geniessen. Dass aber gleich der gesamte Walliser Veteranenverband seinen 80. Geburtstag feiern kann, ist der weitsichtigen Tat des Briger Ingenieurs Adolf Rosenmund zu verdanken, der kurz vor Ausbruch des II. Weltkriegs – am 26.2.1939 – mit vier Schützenkollegen in Sion einen der letzten Schweizer Veteranenverbände gegründet hatte.

Nach dem Krieg folgten noch die beiden Appenzell, Tessin (2. Gründung nach 1928) und der Kanton Jura. Ziel aller Veteranenverbände war und ist es, die altersbedingte Benachteiligung der Veteranen an Schützenfesten durch eigene Schiesstage und Stiche auszugleichen. Dies geschah erstmals am ESF 1904 in St. Gallen.

Über 100 Jahre später wiederholt sich die Geschichte: Das Auflageschiessen Gewehr und Pistole greift den älteren Schützen und ihren Sportgeräten buchstäblich unter die Arme und erlebt in der Schweiz einen unerwartet grossen Aufschwung. Tausende älterer Sportschützen bekommen wieder Spass am Schiesssport! Ab 1.1.2020 kann ein Seniorveteran (70+) sogar mit dem Standardgewehr 300 Meter liegend aufgelegt schiessen, was einer kleinen Revolution im Schiesssport gleich kommt.

In den ersten «Lebensjahren» mussten die Walliser Veteranen auf die Disziplin Kleinkaliber ausweichen, dies wegen Munitionsmangels im II. Weltkrieg; und bei den ersten Jahresschiessen war jeder Teilnehmer gehalten, selber einen Preis mitzubringen. Die Unterwalliser Veteranen hatten vor der Gründung des Verbandes quasi stets «Auswärtsspiele» bestritten, und zwar als Gäste der Waadtländer Veteranen. Die Oberwalliser Veteranen mussten jedoch das Jahr 1939 abwarten, bis auch sie einem kantonalen Verband beitreten konnten.
Heute steht der Verband finanziell gut da und kann seinen 500 Mitgliedern vom Goms bis an den Genfersee an den Jahresschiessen 300m, Pistole 50m und Kleinkaliber reichlich Kranzkarten und Naturalpreise austeilen, sofern sie an einem dieser Wettkämpfe teilnehmen. Das 80-Jahr-Jubiläum soll dieses Jahr auch mit einem speziellen Stichprogramm gefeiert werden, so Präsident Pierre Geiger an der GV der Veteranen am 9. Februar in Grône, die übrigens von ziemlich genau 80 Getreuen besucht wurde.

Die 14 Traktanden wurden zweisprachig speditiv behandelt. Schon vor der GV hatte die Preisverteilung der Jahresschiessen 2018 stattgefunden. Alle Resultate unter sind auf www.asvtv-vss.ch zu finden.

Die bejahrten Schützen mussten für immer von 18 Kameraden Abschied nehmen. Pierre Geiger wies in seinem Jahresbericht darauf hin, dass Veteranen nicht die Weltordnung ändern sollten, sondern in erster Linie sich selbst. Damit sprach er sicher auch die nicht immer optimale Beteiligung der Veteranen an Anlässen und Wettkämpfen an. Dass mit Viola Amherd eine Walliserin als oberste Schützin der Schweiz (und damit auch der Veteranen) im Bundesrat sitzt, freut alle Walliser Tellensöhne ganz besonders.

Für den altershalber abtretenden Paul Blatter wurde der Unterwalliser Claudy Bourban (Nendaz) in den Vorstand gewählt. Beat Abgottspon, seit einem Jahr im Vorstand, wird Einsatz im Schweizerischen Zentralvorstand der Veteranen nehmen, eine grosse Ehre für das Wallis. Er ersetzt den demissionierenden Jean-Pierre Kunz, der die Walliser Schützen ausführlich über kommende Neuerungen im Schiesswesen, über Administratives und die EU-Waffenrechtsabstimmung vom 19. Mai orientierte.

Die Jahresrechnung 2018 schloss mit einem kleinen Gewinn ab. Die Preissumme für die Saison 2019 wird auf gleicher Höhe belassen. Die Jahresschiessen 300m und Pistole finden am 10. und 11. Mai in Châble-Croix statt, die KK-Schützen treffen sich am Pfingstmontag in Bagnes.

Zwei Höhepunkte erwarten die Walliser Veteranen im Jahr 2019. Die 105. DV des Schweiz. Veteranenverbandes tagt erstmals im Oberwallis, und zwar am 13. April in Brig. Das OK unter Beat Abgottspon ist schon eifrig am Vorbereiten. Der 2. Höhepunkt ist sportlicher Art: Das 26. Eidg. Schützenfest für Veteranen in Zürich/Albisgütli! Die Walliser werden am 8. August ihre Treffsicherheit beweisen können; schon haben sich bis dato 64 Teilnehmer angemeldet.
WSSV-Präsident Hugo Petrus erinnerte die Veteranen daran, dass vor, während und nach einem Wettkampf stets ein grosser personeller Einsatz nötig und ergo ein gut organisierter Wettkampf nicht selbstverständlich ist. Das sollten auch Veteranen nicht vergessen!

Mit dem Veteranen-Slogan «Uns zur Freude – der Jugend zum Vorbild» konnte Pierre Geiger die Versammlung schon nach 90 Minuten schliessen und die Veteranen zum Apéro und zum traditionellen Mittagessen im Zivilschutzzentrum Grône einladen. Die zahlreichen Neuerungen im Schiesssport bildeten denn auch die teilweise sehr engagierten Hauptgespräche unter den grauen und weissen Schützenhäuptern. (Francis Pianzola)

Galerie

Impressionen von der Delegiertenversammlung

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