Schweizer Schiesssportverband

Neue Kugelfänge für das Rütli-Pistolenschiessen

Der Superpuma bringt die neuen Kugelfänge auf das Rütli.

Der Superpuma bringt die neuen Kugelfänge auf das Rütli.

Über ein Jahr dauerten die Vorbereitungen. Am 28. September flog ein Helikotper die neuen Kugelfangkästen für das Historische Pistolenschiessen auf die Rütliwiese. Die lange Geschichte dieses Anlasses ist damit um ein Kapitel reicher.

Es ist noch stockdunkle Nacht, es regnet in Strömen und die Temperatur beträgt unter 10°C, als oberhalb des Seelisbergsees schon emsiges Treiben herrscht. 40 Kugelfangkästen stehen nebeneinander aufgereiht auf dem Parkplatz und warten auf den Helikopter, der sie hinunter aufs Rütli bringen wird. Es sind die neuen Kugelfangkästen für das Historische Pistolen-Rütlischiessen, welche am 16. Oktober 2022 erstmals ihren Dienst verrichten. Stephan Neiger, der im OK des Historischen Schiessanlasses für die Logistik verantwortlich ist, merkt man eine gewisse Nervosität an, als er mit der einen Hälfte der Flughelfermannschaft ins Auto steigt und Richtung Rütli fährt. Heute ist gewissermassen der Höhepunkt seiner grossen Arbeit im vergangenen Jahr.

Ein Austausch durch die Luft
Gegen acht Uhr, vernimmt man das rasch lauter werdende Rotorengeräusch des herannahenden Superpumas der Schweizer Armee. Der kalte Regen peitscht den anwesenden ins Gesicht, als der Heli über den Kugelfängen schwebt, damit die Flughelfer die Last anhängen können. Schätzungsweise 30 Mal wird das heute noch so sein, bis die Kugelfänge und alles restliche Material aufs Rütli bzw. die alten Kugelfangkästen vom Rütli nach Seelisberg geflogen sind. Auf der Rütliwiese nehmen Stephan Neiger und seine Helfer die neuen Kugelfangkästen entgegen und installieren sie direkt, schliesslich dauert es bis zum Schiessen ja bloss noch zweieinhalb Wochen. Nach dem Anlass werden die Kästen dann im Materiallager auf dem Rütli selbst verstaut.

Höhepunkt eines umfassenden Projekts
Die 40 neuen Kugelfangkästen der Firma Leu & Helfenstein wurden nach modernsten Standards extra angefertigt und sollen dazu beitragen, dass künftig beim alljährlichen Pistolenschiessen kaum noch Schadstoffe in den Boden gelangen können. Zudem war bereits vorgängig auf dem Rütli im Bereich des Zielhangs eine Bodensanierung vorgenommen worden. Das gesamte, rund Fr. 250‘000.- schwere Projektwurde ermöglich durch die grosszügige Unterstützung des Kantons Uri und der weiteren Zentralschweizer Kantone sowie privaten und institutionellen Geldgebern. Um die Kosten möglichst tief zu halten, wurde auch sehr viel Eigenarbeit geleistet.

«Feuer frei» für die nächsten Jahrzehnte
Trotz (gelinde gesagt) suboptimalem Flugwetter, sind sämtliche Lufttransporte vor dem Mittag erledigt. Durchnässt, aber auch spürbar erleichtert wärmen sich Stephan Neiger und seine Helfer beim Mittagessen im Restaurant Rütlihaus auf. Bleibt zu hoffen, dass das schlechte Wetter für dieses Jahr eingezogen ist und am 16. Oktober die Sonne die rund 950 Pistolenschützinnen und -schützen auf dem Rütli beglücken wird. Um die Kugelfänge jedenfalls muss sich für mindestens die nächsten zwanzig Jahre niemand mehr sorgen. (Matthias Furger)

 

 

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