Schweizer Schiesssportverband

WM Kairo: Der Jahreshöhepunkt steht vor der Tür

Die Schweizer Elite-Schützen konnten sich am ISSF-Weltcup im März bereits mit der brandneuen Schiessanlage in Kairo vertraut machen. Hier Jan Lochbihler im Dreistellungstraining in der imposanten 50m-Halle

Die Schweizer Elite-Schützen konnten sich am ISSF-Weltcup im März bereits mit der brandneuen Schiessanlage in Kairo vertraut machen. Hier Jan Lochbihler im Dreistellungstraining in der imposanten 50m-Halle

Der SSV reist mit einem Grossaufgebot in die ägyptische Hauptstadt: Insgesamt 23 Schützinnen und Schützen nehmen an den Weltmeisterschaften (13. bis 27. Oktober) teil, welche in den hypermodernen Schiessanlagen der neu errichteten «Egypt Olympic City» stattfinden. Der Name ist Programm – schliesslich geht es an der WM nicht zuletzt um olympische Quotenplätze für Paris 2024.

«Das ist die grösste Schiessanlage, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe», schwärmt Daniel Burger, Chef Spitzensport. Bereits am ISSF Weltcup im März konnten die Schweizer sich mit der Anlage vertraut machen. Mit Jan Lochbihler und Christoph Dürr schafften es damals gleich zwei Schweizer in den Final Dreistellung Gewehr 50m. Bei den Frauen gewannen Nina Christen, Chiara Leone und Franziska Stark im Teamwettkampf Bronze. Ein gutes Omen? «Wir alle haben zumindest sehr gute Erinnerungen an den Weltcup in Kairo und konnten wichtige Erfahrungen auf den neuen Schiessanlagen gewinnen – das alles nehmen wir mit an die WM», sagt Enrico Friedemann, Leiter Abteilung Gewehr beim SSV.

Ziel: Quotenplatz für Paris 2024
Die Schweizer Delegation, die mit insgesamt 16 Elite- und 7 Juniorenschützinnen und -schützen nach Ägypten reist, ist parat für die WM: «Wir scharren mit den Füssen», sagt Enrico Friedemann. Grosses Ziel sei das Erreichen eines direkten Quotenplatzes für die Olympischen Spiele in Paris 2024. Vom Potential her gehören die Gewehrschützinnen- und – schützen in der Dreistellung Gewehr 50m hier zu den Top-Anwärtern. Aber auch im Luftgewehrbereich habe die Schweiz mit Nina Christen ein heisses Eisen im Feuer, so Friedemann.

Mit Rückenwind an die WM
Die Schweizer Delegation reist mit Rückenwind an die WM: An der kürzlich stattgefundenen EM in Wroclaw (POL) gewannen die Schweizer insgesamt zwei Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen. Auf internationalem Niveau wird jedoch die Konkurrenz bedeutend härter sein, das ist klar: Vor allem die Chinesen, welche in der laufenden Saison an keinem ISSF-Weltcup teilgenommen hatten, werden in Kairo mit aller Macht angreifen, ganz zu schweigen von den starken Indern.
«In den nicht-olympischen Disziplinen Gewehr 50m werden wir in Kairo um Medaillen mitreden», so Friedemann. Und Finalqualifikationen in den olympischen Disziplinen wären natürlich einfach «der Hammer», erklärt Friedemann. «Wir richten unser Augenmerk aber vor allem auf gute individuelle Resultate resp. Platzierungen, welche wiederum Einfluss auf die Weltranglisten haben. Und auch so sind bekanntlich am Ende olympische Quotenplätze zu holen», hält Friedemann fest.

Letzter WM-Auftritt von Demierre
Das Schweizer Pistolenteam umfasst Adrian Schaub, Jason Solari und Steve Demierre. Für den 47-jährigen Demierre ist die WM der letzte internationale Wettkampf; der Freiburger hat Anfangs Juni seinen Rücktritt aus dem Kader bekannt gegeben. Der SSV ist überzeugt, dass er ein Finalkandidat ist, sofern er sein Potential abrufen kann. Mit seiner riesigen internationalen Erfahrung wird Demierre zudem eine wichtige Bezugsperson für Jason Solari sein, gerade auch für den Teamwettkampf. Gespannt sein darf man auch auf Adrian Schaub: Der Baselbieter ist in Top-Form und frischgebackener Europameister mit der Zentralfeuerpistole 25m.

Gewehr 300m: Medaillen sind ein Muss
An der WM in Kairo zählen die Schweizer Schützinnen und Schützen naturgemäss bei der nicht olympischen Disziplin Gewehr 300m zu den Top-Favoriten. Natürlich sind auch hier Medaillen kein Selbstläufer, aber allein die Tatsache, dass die Schweiz am Europacup-Final in Zagreb Ende September 2022 die erfolgreichste Nation war, spricht für sich. Medaillen sind in Kairo ein Muss.

 

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