Schweizer Schiesssportverband

Verbandsfinanzen neu gebündelt

AGSV-Präsident Peter Gautschi (Mitte) mit den neuen Ehrenmitgliedern Urs Boller (blaue Jacke) und Beat Brun, flankiert von den Ehrendamen Michelle Ithen (links) und Nadja Stettler.

AGSV-Präsident Peter Gautschi (Mitte) mit den neuen Ehrenmitgliedern Urs Boller (blaue Jacke) und Beat Brun, flankiert von den Ehrendamen Michelle Ithen (links) und Nadja Stettler.

Der Aargauer Schiesssportverband (AGSV) geht wieder ruhigeren Zeiten entgegen. An der 19. Jahrestagung in Waltenschwil haben die Delegierten die umstrukturierte Jahresrechnung mit einem Gewinn von 4500 Franken genehmigt. Neuer Finanzchef ist Thomas Vock. Urs Boller und Beat Brun sind neue Ehrenmitglieder des Verbandes.

Die Finanzen des AGSV mit einem grossen Defizit sorgten vor Jahresfrist für Unruhe und Diskussionen an der Delegiertenversammlung in Meisterschwanden. Nach einer mit grossem Aufwand verbundenen Neugliederung präsentierte Robert Keller zusammen mit Präsident Peter Gautschi den 228 Delegierten und Gästen in Waltenschwil eine bereinigte Finanzlage. Der Jahresabschluss 2023 ergab bei Ausgaben von 699'000 Franken einen Einnahmenüberschuss von 4500 Franken. Damit wuchs das Verbandsvermögen wieder auf über 40'000 Franken an.
Die ausgegliederte Kranzkartenabrechnung ergab einen erstmaligen Gewinn von 17'600 Franken. Keller wies darauf hin, dass sich Kranzkarten im Wert von über 1,5 Millionen Franken im Umlauf befinden. Präsident Gautschi zeigte sich erleichtert: «Nach einem turbulenten Jahr habe ich wieder ein besseres Gefühl.»

Freudiger Rückblick aufs «Kantonale»
Sportlich verlief das vergangene Jahr dank des herausragenden Kantonalschützenfestes im Oberfreiamt erfreulich. OK-Präsident Beat Brun hielt ein letztes Mal Rückblick auf die drei verlängerten Wochenenden im Juni und Juli 2023 mit über 8000 Schützinnen und Schützen. Stellvertretend für viele gute Resultate erhielt der Präsident des Trägervereins Beinwil/Freiamt, Roman Bütler, von Brun für den überdurchschnittlichen Erfolg des Vereins ein Präsent überreicht.
Der Tradition des AGSV entsprechend, erhielt Beat Brun unter grossem Applaus der Versammlung die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Diese Ehre wurde auch dem im letzten Jahr aus gesundheitlichen Gründen abgetretenen AGSV-Finanzchef Urs Boller zuteil. Als neuen Finanzchef des Verbandes wählte die Versammlung den in Lenzburg wohnhaften Freiämter Pistolenschützen Thomas Vock. Eine Comeback als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission gibt der Fricktaler René Herrmann. 

Beitragserhöhung akzeptiert
Ganz im Lot sind die Finanzen des AGSV trotz des positiven Zwischenresultates noch nicht. Auch mit eingeleiteten Sparmassnahmen sieht das Budget für das angelaufene Jahr Mehrausgaben von 20'500 Franken vor; und die Kranzkartenabrechnung budgetiert einen Rückschlag von 3000 Franken. Entsprechend sprach Vorstandsmitglied Robert Keller bei der Festlegung des Jahresbeitrages 2025 von einem strukturellen Defizit in der AGSV-Kasse. Deshalb akzeptierte die Versammlung bei vereinzelten Gegenstimmen eine Beitragserhöhung pro lizenziertem Mitglied von 15 auf 20 Franken.
Für die Würze der zweieinhalbstündigen Tagung in Waltenschwil sorgten die Grussadressen verschiedener Gäste. Gemeindeammann Simon Zubler freute sich als ehemaliger Jungschütze über den Besuch der Aargauer Schützenfamilie. Die Aargauer Grossratspräsidentin Mirjam Kosch erlebte im Kreis der Schützen ihre Premiere. Sie empfahl dem Verband und seinen Delegierten, die Traditionen mit Anpassungen in die Zukunft zu überführen. Brigadier Niels Blatter bat die Aargauer Schützen um «vollen Einsatz» bei der Unterstützung der Schweizer Armee, die in Zukunft 50 Milliarden Franken benötige, um ihre abschreckende Wirkung entfalten zu können.

Jean-Pierre Gallatis Heimspiel
Furiosester Gastredner war der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati. Der in Waltenschwil aufgewachsene SVP-Politiker redete nach wohlwollenden Begrüssungsworten Klartext. «In der Ukraine läuft ein Abnützungskampf wie im Ersten Weltkrieg.» Die Neutralität sei eine Überlebensstrategie. Deshalb könne die Schweiz beim Ukrainekrieg gar nicht neutral sein. Zwei Weltkriege hätten gezeigt, dass die Schweiz bisher nie für einen Krieg gerüstet war. «Trotzdem hats die Politik in unserem Land noch nicht begriffen. Die Geschichte wiederholt sich.»
Nach langem Applaus auf Gallatis Rede bedankte sich Peter Gautschi tief beeindruckt beim Aargauer Magistraten: «Diese Worte gehen an die Nieren». (Wolfgang Rytz)

Impressionen

Abstimmung1a Gallati3a Neugewaehlte3a Ehrenmitglieder3a
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